Hallo,
ist ein Erdfreies IT-Netz die sicherste Wahl?
Ich muss mit 230V Geräten ( mehrere ) in einen Stahl -Behälter.
Da bin ich auf ein Erdfreies IT-Netz gestoßen (Trenntrafo mit
Isolationsüberwachung)
Es gibt so was mit mehreren Steckdosen die alle überwacht werden. Ein
fehlerfall wird angezeigt beim 2. schaltet sich das Netz weg.
Das ganze gibt es Transportabel als eigenständiges Netz welches nen
Schukostecker hat um es an den Strom zu bringen.
Ist so was eine gute Wahl ?
Ethernet in sich ist schon erdfrei konzipiert, alle Datenkabel sind per
Übertrager angekoppelt. Ob das deinen Anforderungen genügt, kannst du
nur selber entscheiden, da du nichts von ESD und nötigen Trennspannungen
erzählt hast.
Ansonsten bleibt dir für die Daten immer die Glasfaser.
schurri schrieb:> Ist so was eine gute Wahl ?
Dazu müßte man erstmal Deine Anforderungen kennen.
Geht es um Personenschutz, d.h. kann der Behälter betreten werden?
Ein IT-Netz ist erstmal die aufwändigere und teurere Wahl, wegen dem
ganzen Überwachungskram. In der Regel setzt man sowas nur in Bereichen
ein, wo Prozesse laufen, die keineswegs unterbrochen werden dürfen. ein
typisches Beispiele sind Operationssäle in Krankenhäusern. Für den
Patienten kann das lebensgefährliche Folgen haben wenn irgendwelche
Geräte plötzlich ausfallen, nur wegen einem lumpigen Iso-Fehler. Mit dem
IT-netz kann man den Fehler nach der OP beheben und erstmal
weitermachen.
In einem Stahltank hast du immerhin eine sehr saubere Erdung. Damit hast
du schon einen sehr guten Schutz, da Fehler eher zu einem satten
Kurzschluss führen und der Überstromschutz zügig zum Auslösen genötigt
wird. Da gibt es weniger das Problem, daß bereits potentiell gefährliche
Spannungen irgendwo anliegen, der Fehler wegen zu geringer Fehlerströme
aber nicht erkannt und daher nicht weggeschaltet wird.
Was hast du denn überhaupt vor? Wenn du schon so fragst hast du
vermutlich eh nicht die nötige Fachkenntnis, um ein IT-Netz
einzurichten. Dann nutzen dir auch die Geräte nichts.
Wühlhase schrieb:> In einem Stahltank hast du immerhin eine sehr saubere Erdung. Damit hast> du schon einen sehr guten Schutz, da Fehler eher zu einem satten> Kurzschluss führen und der Überstromschutz zügig zum Auslösen genötigt> wird. Da gibt es weniger das Problem, daß bereits potentiell gefährliche> Spannungen irgendwo anliegen, der Fehler wegen zu geringer Fehlerströme> aber nicht erkannt und daher nicht weggeschaltet wird.
Oh, oh!!
Du mußt in einem Behälter entweder Schutzkleinspannung oder
Schutztrennung benutzen.
Wühlhase schrieb:> Wenn du schon so fragst hast du> vermutlich eh nicht die nötige Fachkenntnis, um ein IT-Netz> einzurichten. Dann nutzen dir auch die Geräte nichts.
Da ist er aber nicht allein...
MfG Paul
Paul B. schrieb:> Du mußt in einem Behälter entweder Schutzkleinspannung oder> Schutztrennung benutzen.
Da bin ich aber mal auf die Begründung gespannt. Ich habe diesbezüglich
nur Kenntnisse aus dem Studium, aber ich lerne gerne dazu.
Wühlhase schrieb:> Da bin ich aber mal auf die Begründung gespannt. Ich habe diesbezüglich> nur Kenntnisse aus dem Studium, aber ich lerne gerne dazu.
Bitte schön:
https://de.wikipedia.org/wiki/Schutztrennung
Zitat:
Schutztrennung ist vorgeschrieben bei Schutzkleinspannungstrafos, bei
Arbeiten in beengten Räumen und im Behälterbau.
Zitat Ende
Seite 36 hier:
http://publikationen.dguv.de/dguv/pdf/10002/r-117-1.pdf
Ich kann aber ohne große Mühe auch noch andere Quellen finden.
MfG Paul
Wühlhase schrieb:> In einem Stahltank hast du immerhin eine sehr saubere Erdung
Ja leider gilt das auch für den Arbeiter. IT Netz heisst ja nicht nur
"kein Ausfall bei einem Fehler" sondern auch "keine Gefahr bei einem
Fehler". Weil die regulären Netze geerdet sind hast du damit schon den
ersten Fehler eingebaut.
Was musst du im Tank machen? Vielleicht gibt es passende
Druckluftwerkzeuge, dann hast du ein Problem weniger. Belüftung ist
gesichert?
Ich glaub dir schon daß du noch weitere Quellen findest oder daß das so
genormt ist. Eine Begründung ist dies aber noch nicht.
Wo ist denn z.B. der elektrotechnische Unterschied zu Arbeiten auf
Gerüsten, Stahlbauten, oder ähnlichem? Da wird ganz sicher kein IT-netz
verwendet. Und ich bin mir auch nicht so sicher ob Werftarbeiter mit
ihren Schweißgeräten an einem IT-Netz hängen...ich würde eher das
Gegenteil vermuten.
Wühlhase schrieb:> Eine Begründung ist dies aber noch nicht.
Ich habe die Vorschriften nicht erlassen -ich hatte sie nur zu befolgen.
>> Wo ist denn z.B. der elektrotechnische Unterschied zu Arbeiten auf> Gerüsten, Stahlbauten, oder ähnlichem? Da wird ganz sicher kein IT-netz> verwendet.
Frage doch dazu beim VDE an, die werden Dir das erklären können.
Ich bin nur der Überbringer der Nachricht.
MfG Paul
Wühlhase schrieb:> Und ich bin mir auch nicht so sicher ob Werftarbeiter mit> ihren Schweißgeräten an einem IT-Netz hängen...ich würde eher das> Gegenteil vermuten.
Die werden mit hoher Wahrscheinlichkeit Schweißumformer verwenden und
sind damit auch galvanisch vom Netzt getrennt.
Hallo,
also ich arbeite sehr viel in Edelstahltanks (in ner Brauerei
-Lagertanks), wir haben hierfür spezielle 42V AC-Geräte und einen
entsprechenden Trenntrafo (tragbar) von 230V auf 42V.
Der Trafo steht oder hängt irgendwo an der Wand und ist angesteckt. An
einem Trafo darf/kann man nur ein Gerät anschließen, so kann im
Fehlerfall
kein Fehlerstrom fließen. Der Trafo selbst ist kpl vergossen.
Von diesem 42V System gibt es alles was das Herz begehrt (Flex, Lampen,
Bohrmaschine usw..) ist jedoch nicht gerade günstig.
Wühlhase schrieb:> Ich glaub dir schon daß du noch weitere Quellen findest> oder daß das so genormt ist. Eine Begründung ist dies> aber noch nicht.>> Wo ist denn z.B. der elektrotechnische Unterschied zu> Arbeiten auf Gerüsten, Stahlbauten, oder ähnlichem?
Der Unterschied liegt im möglichen kombinierten Auftreten
unterschiedlicher Erschwernisse: Hitze, Platzmangel und
Zwangshaltungen.
In irgend einer Schrift (Berufsgenossenschaft oder so) wurde
von einem Todesfall mit einem 12V-AC-Gerät (!!) berichtet.
Die 12V-Wechselspannung war einseitig geerdet, d.h. auf
Potenzial des Kessels; das Gerät hatte einen Körperschluss.
Der Arbeiter lag in der Affenhitze mit verschwitztem Hemd
auf dem Rücken in dem Tank (--> optimale Erdung); das defekte
Gerät berührte bei der Arbeit großflächig seine Brust (-->
optimal kurzer Stromweg; niedriger Übergangswiderstand).
Tod durch Kammerflimmern.
Hi,
Schutzkleinspannung für ein Gerät... ähhh.. "Pferd" (lol.)
Wie oben schon angesprochen unterscheidet man Einfachfehler zund
Doppelfehler.
Durch Erdung ist bereits ein "Einfachfehler" gegeben.
Z.B.:
In Amerika gab es lange keine PEs, weil man dachte, die vorgesehene
"Schutztrennung" wäre ausreichend. In der Praxis kam es aber oft durch
Isolationsfehler (durchgescheuerte Kabel) zu "Erdschlüssen", ohne, dass
man das an der Funktion der Anlage merken konnte. Folge, der Schutz vor
elektrischem Schlag war illusorisch, wenn man Kontakt mit dem zufällig
gegen Erde spannungsführenden Pol bekam. Erst, wenn ein "Doppelfehler"
auftritt, d.h. der andere Pol auch Erdschluss hat, reicht evtl. der
Strom zum Abschalten der LS aus.
ciao
gustav
Hi,
Ich muss Flexen und Bohren in einem Stahltank, des weiteren muss Licht
da rein weil es dunkel ist.
Druckluft und 42v kommt erst mal nicht in Frage da 230v mäßig alles
vorhanden ist.
Meine Info ist folgende zum ortsveränderlichen IT Netz:
Die Max. Leistung des Trenntrafos darf nicht überschritten werden.
An welche schukosteckdose (drei vorhanden) ich welche Last anschließe
ist egal ich darf gesamt halt nicht über Max. Last kommen.
Dann müssen alle Geräte schutzkontakt haben dh. der grüngelbe muss
Kontakt zum System haben und auch zum Gerät selber.......
Dann hätte ich ein sicheres System.
Trenntrafo alleine ist in meinen Augen gefährlich wenn ich 2 isofehler
habe.
Da stellt sich doch nichts ab.
Das it Netz allerdings schon.
Hi,
https://www.arbeitssicherheit.de/media/pdfs/CCC_1514_121201.pdf
auf Seite 35 steht etwas Über Arbeiten in Tanks.
In "meinem" schlauen Buch, aus dem das Bildchen oben stammt, steht
darüber leider nichts Verwertbares. (Ausser: Zusätzlicher Schutzschalter
mit 30mA Auslösestrom, das reicht IMHO nicht.)
ciao
gustav
schurri schrieb:> Ich muss Flexen und Bohren in einem Stahltank, des weiteren muss Licht> da rein weil es dunkel ist.
Was läßt Dich vermuten, daß dort vorschriftsmäßig aufgebaute Geräte und
Netzanschlüsse nicht mehr zulässig sind?