Malte M. schrieb:
> Ich habe die letzten Tage etwas von einer "simulierten
> Induktivität" gehört.
> Diese soll durch einen OPV entstanden sein.
> Kennt hierzu jemand einfach zu verstehende Beispiele, oder
> kann mir das gar einer erklären?
Der Effekt tritt bei jeder invertierenden OPV-Schaltung
am Minus-Eingang oberhalb der Eckfrequenz des OPV auf.
Die Ausgangsspannung am OPV eilt - wegen des 20db/Dekade-
Abfalles - der Eingangsspannung nach. Also ändert sich
auch der Strom durch den Rückkoppelwiderstand - das ist
gerade der Eingangsstrom der Stufe - verspätet gegenüber
der Eingangsspannung.
Andere Formulierung für denselben Sachverhalt: Am
Minus-Eingang herrscht eine virtuelle Masse. Die ist nur
dort, weil der OPV das genau so regelt. Diese Regelung
hängt aber aufgrund der Phasenverschiebung im OPV der
Eingangsspannung hinterher -- und zwar um so mehr, je
höher die Frequenz ist. Das Ausregeln der Spannungs-
schwankungen, so dass weiter virtuelle Masse herrscht,
funktioniert mit steigender Frequenz immer schlechter.
Steigende Impedanz mit steigender Frequenz ist induktives
Verhalten.
Die Größe dieser Induktivität hängt von der Eckfrequenz,
der Leerlaufverstärkung und der eingestellten Stufenverstärkung
ab. Langsame Präzisions-OPV (OP07) geben große "Induktivitäten",
schnelle HF-OPV kleine.