Ich habe einen Operationsverstärker (OPA340), dessen Verstärkung ich in
zwei Stufen einstellen möchte.
Die beiden Stufen werden mit zwei Trimmpotentiometern eingestellt, diese
sind in Reihe in der Rückkopplung (nicht-inv Verstärker).
1
+-----OPAMP INV
2
|
3
|
4
Kondensator
5
|
6
|
7
TRIM-R
8
|
9
|
10
TRIM-R
11
|
12
|
13
GND
Der Rückkoppelwiderstand vom Ausgang ist natürlich auch vorhanden.
Nur zur eigentlichen Frage.
Ich möchte den unteren Trimmer kurzschließen (und damit die Verstärkung
ändern). Der garantiert funktionierende Ansatz wäre ein Relais.
Stattdessen möchte ich es mit einem Transistor machen.
Kann ich den unteren Trimmwiderstand mit einem BC847 gegen GND
kurzschließen?
Oder führt das zu immensen Verzerrungen?
Ich bin der starken Meinung, dass es gehen müsste, aber irgendetwas in
mir macht mich unsicher xd
Der Operationsverstärker wird assymetrisch betrieben, V- = GND
Analog schrieb:> Kann ich den unteren Trimmwiderstand mit einem BC847 gegen GND> kurzschließen?
Ja. Der Transistor schaltet nicht zwischen 0 Ohm und unendlich Ohm,
sondern eher zwischen 20 Ohm und 1 MegaOhm, aber das kann ja reichen.
Entstehen dort negative Spannungen, wird es aber mit einem Transistor
nichts mehr.
MOSFETs wären besser geeignet (BSP295), MOSFETs mit herausgeführtem bulk
Anschluss könnten gar negative Spannungen ab, Analogschalter wie CD4051
sind aber einfacher beschaffbar.
MaWin schrieb:> Ja.
Nein.
Nach meinem Verständnis müsste durch die Kollektor-Emitter-
Strecke ein Strom fliessen, was aber in seiner Schaltung
nicht der Fall wäre (Kondensator).
MaWin schrieb:> Ja. Der Transistor schaltet nicht zwischen 0 Ohm und unendlich Ohm,> sondern eher zwischen 20 Ohm und 1 MegaOhm, aber das kann ja reichen.
Ja, das wird reichen. Wird ja sowieso abgeglichen.
Vielen Dank für die Antwort MaWin.
Schaltplanleser schrieb:> Nach meinem Verständnis müsste durch die Kollektor-Emitter-> Strecke ein Strom fliessen, was aber in seiner Schaltung> nicht der Fall wäre (Kondensator).
Es soll ein AC-Verstärker sein, daher die Gleichspannungsgegenkopplung
mit dem Kondensator.
Der Transistor würde "nur" Wechselspannung bekommen. Die ist allerdings
nicht um 0V zentriert, sondern um 15V. Dadurch bekommt der Transistor
nur positive Spannungen.
Ein Gleichstrom ist nicht gewollt.
Analog schrieb:> Es soll ein AC-Verstärker sein, daher die Gleichspannungsgegenkopplung> mit dem Kondensator.
?? Ein Kondensator koppelt keine Gleichspannung...
Wo ist denn jetzt der Widerstand zwischen OP-Ausgang und Deiner
Schaltung angeschlossen?
Analog schrieb:> Der Transistor würde "nur" Wechselspannung bekommen. Die ist allerdings> nicht um 0V zentriert, sondern um 15V. Dadurch bekommt der Transistor> nur positive Spannungen.
Das ist doch Quatsch. Der Transistor bekommt eben wegen dem Kondensator
nur die Wechselspannung, der Gleichspannungsanteil ist abgekoppelt. Bis
einige hundert Millivolt negativer Spannung geht das, darüber muss man
die geschilderten Massnahmen ergreifen damit negative Anteile nicht
angeschnitten werden.
Wenn man den Schalttransistor im Inversbetrieb betreibt (Kollektor und
Emitter vertauscht) dann wird die Saettigungsspannung ca. 10 mal kleiner
als im Normalbetrieb.
Analog schrieb:> MaWin schrieb:>> Ja. Der Transistor schaltet nicht zwischen 0 Ohm und unendlich Ohm,>> sondern eher zwischen 20 Ohm und 1 MegaOhm, aber das kann ja reichen.>> Ja, das wird reichen. Wird ja sowieso abgeglichen.
Dieser Abgleich hat aber nur eingeschränkten Nutzen, da der
CE-Widerstand des leitenden Transistor stromabhängig ist.
Analog schrieb:> Es soll ein AC-Verstärker sein
Also wohl so, wie in Dietrichs erster Skizze:
Dietrich L. schrieb:> +-----OPAMP INV> |> +--R--OpAMP Ausg.> |> Kondensator> |> |> TRIM-R> |> |> TRIM-R> |> |> GND
Jede Ladung, die durch die Trimmer (und damit auch durch den Transistor)
nach unten fließt, muss irgendwann auch mal wieder nach oben fließen,
sonst platzt der Kondensator nach eine Weile.
Dein Schaltelement muss also Ströme in beide Richtungen leiten können.
Ein Relais kann das, ein BJT nicht oder nur mit Einschränkungen. Ein
Analogschalter wäre deutlich besser geeignet. Der hat zwar auch einen
nicht vernachlässigbaren Widerstand, dieser ist aber wenigstens halbwegs
konstant, so dass er durch den Abgleich weitgehend kompensiert werden
kann.
MaWin schrieb:> Das ist doch Quatsch. Der Transistor bekommt eben wegen dem Kondensator> nur die Wechselspannung, der Gleichspannungsanteil ist abgekoppelt. Bis> einige hundert Millivolt negativer Spannung geht das, darüber muss man> die geschilderten Massnahmen ergreifen damit negative Anteile nicht> angeschnitten werden.Yalu X. schrieb:> Dein Schaltelement muss also Ströme in beide Richtungen leiten können.> Ein Relais kann das, ein BJT nicht oder nur mit Einschränkungen. Ein> Analogschalter wäre deutlich besser geeignet. Der hat zwar auch einen> nicht vernachlässigbaren Widerstand, dieser ist aber wenigstens halbwegs> konstant, so dass er durch den Abgleich weitgehend kompensiert werden> kann.
Mir ist da ein Denkfehler unterlaufen. Ihr habt Recht.
Yalu X. schrieb:> Der hat zwar auch einen> nicht vernachlässigbaren Widerstand, dieser ist aber wenigstens halbwegs> konstant, so dass er durch den Abgleich weitgehend kompensiert werden> kann.
Mich würde interessieren, wie die Halbleiterindustrie das löst. In den
IC's sind ja auch nur Transistoren.
Verschiedene Typen parallel?
Ich wuerde ein T-Glied in die Rueckkopplung einbauen und den
Fusswiderstand schalten. Vorausgesetzt du kannst mit der
Verschlechterung der OPV-Eigenschaften dadurch leben.
Olaf
> Mich würde interessieren, wie die Halbleiterindustrie das löst. In den
IC's sind ja auch nur Transistoren.
Dort wird ein NMOS und ein PMOS Transistor antiparallel geschaltet.
Frage aus neugier:
Warum nicht die beiden Trimmer parallel betreiben?
Dann würde man sich doch das Einschleifen des/der Analogschalter
ersparen.
Ichbin