Z80 Platine debuggen

OP #4718106
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Moin zusammen,

hab hier einen alten toten Pickerllocher (Österreicher wissen vermutlich 
was ich meine)auf der Werkbank liegen.

Das Gerät ist ziemlich tot, das LCD spuckt nur schwarze Kästchen aus, 
kein Pieps gar nichts.

Das Gerät ist Baujahr 92, die Firma gibts seit etwa 20 Jahren nicht 
mehr.

Foto von der Platine mit Beschriftungen der Anschlüsse hab ich 
angehängt.

Was ich schon probiert habe:

5V sind ok
Alle Kondis sind ok
Der Eprom lässt sich mit meinem china lesegerät auslesen und hat auch 
Inhalt, also nicht nur FF drin.
Quarz springt auch an, Frequenz stimmt
Entferne ich den Hyundai S-Ram piepst das Gerät sofort wenn Strom drauf 
kommt

Kann eine Z80 CPU einfach so wegsterben? S-Ram defekt?

Bitte um Hilfe ich steh gerade etwas auf der Leitung :)
Angehängte Dateien:
(Firma: matzetronics) #4718112
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Mach dir einen NOP ROM und prüfe damit, ob die Addressbeinchen alle 
aktiv werden. Ein NOP ROM besteht aus lauter 0h00. Mutige Naturen können 
auch einfach einen Stecker basteln, der alle Datenbeinchen des EPROM mit 
/CE verbindet.
Wird der Z80 damit gestartet, muss sich mit jedem Adressbeinchen die 
gemessene Frequenz halbieren. Also A0 hat die höchste Frequenz, A1 die 
Hälfte davon usw.

Die Chancen stehen leider gut, das der EPROM damals nur flüchtig 
gebrannt wurde und deswegen unter gekippten Bits leidet.
(Firma: matzetronics) #4718139
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Daniel D. schrieb:
> backup_eeprom_perfo.BIN

Hmm, mehr als die Hälfte des EPROMs ist leer und der letzte Teil vor den 
0hFF sieht mit jeden zweiten Byte auf 0h00 auch etwas merkwürdig aus. 
Verdammt wenige 0hC9 dahinten drin (return) und vorne sollten eigentlich 
ISR Vektoren stehen für die CTC.

Daniel D. schrieb:
> Den Eprom via UV löschen, mit 00 befüllen und wieder reinhängen?

Jo, so würde es gemacht. Allerdings musst du bei dem alten Chip damit 
rechnen, das er rumzickt - sprich, entweder lässt er sich nicht richtig 
löschen oder nicht richtig beschreiben. Wenn du einen anderen hast, nimm 
besser den.
OP #4718145
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Nunja das Gerät ist relativ simpel, man gibt sein KFZ Kennzeichen ein, 
also in AT z.b. ZE - 123 AA und das Gerät sticht dann die Buchstaben und 
Zahlen aus einem Aufkleber raus.

Vermutlich hält sich daher der SW Aufwand eher in Grenzen, glaube das 
Gerät hat sonst keinen Speicher oder irgendwelche Extras on board.

Einen passenden Rom müsste ich bestellen, ich probiers mal dem 
Originalen.

Danke erstmal.
OP #4718209
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Matthias S. schrieb:

> Wird der Z80 damit gestartet, muss sich mit jedem Adressbeinchen die
> gemessene Frequenz halbieren. Also A0 hat die höchste Frequenz, A1 die
> Hälfte davon usw.

Hab das soeben probiert, A0 läuft sauber mit 500khz, A1 mit 250khz, ab 
A2 gibts nur Datemüll schwankend zwischen 200 und 800 khz...

Der Rom lies sich brav löschen und schreiben ohne Probleme.

CPU defekt?
#4718229
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Disassembliert sieht der Anfang des EPROMS so aus:
1
0000  77    LD  (HL),A
2
0001  E9    JP  (HL)
3
    
4
    ;>> No execution path to here <<
5
0002  94    SUB  H
6
0003  FF    RST  038H
7
0004  0F  A0004:  RRCA
8
0005  D9    EXX
9
0006  02    LD  (BC),A
10
0007  77    LD  (HL),A
11
0008  2D    DEC  L
12
0009  E7  A0009:  RST  020H
13
000A  14    INC  D
14
000B  00    NOP
15
000C  0A    LD  A,(BC)
16
000D  14    INC  D
17
000E  71    LD  (HL),C
18
000F  41    LD  B,C
19
0010  5F    LD  E,A
20
0011  0B    DEC  BC
21
0012  5C    LD  E,H
22
0013  6E    LD  L,(HL)
23
0014  F1  A0014:  POP  AF

Des ergibt keinen Sinn. Enweder ist der Inhalt zerstört, beim Auslesen 
ist etwas schief gelaufen, oder zwischen CPU und EPROM sind Daten- oder 
Adressleitungen vertauscht.

Daniel D. schrieb:
> Hab das soeben probiert, A0 läuft sauber mit 500khz, A1 mit 250khz, ab
> A2 gibts nur Datemüll schwankend zwischen 200 und 800 khz...

Das könnte auch am Refresh liegen.
Gast #4718231
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Bevor Du CPU die raussschnibbelst, guck Dir erstmal das Taktsignal an. 
Das muss richtig an die 5V anschlagen, einfacher LS-TTL Pegel reicht da 
nicht.

Wenn die Amplitude zu gering ist, mach einen 470 Ohm-Pullup-Widerstand 
dran und prüf die Adressleitungen erneut.


Ja, Z80 gehen ab und zu von selber kaputt. Und vorher werden sie zickig.
(Firma: Schweigstill IT) Persönliche Seite #4718261
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Daniel D. schrieb:
> Der Rom lies sich brav löschen und schreiben ohne Probleme.

Und damit hast Du die letzte Chance verschenkt, das EPROM bei 
verschiedenen Spannungen auszulesen und die Dateninhalte zu vergleichen. 
Ansonsten hättest Du vermutlich noch gute Chancen gehabt, bei 4V oder 6V 
noch den stabilen Originalinhalt auslesen zu können.
#4718271
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Es gab Leute, die haben als Nachbauschutz (oder, weil es beim Layout 
dann einfacher war) Adress- und Datenleitungen verwürfelt. Das kann man 
mit einem Durchgangsprüfer schnell verifizieren.

Falls keine Vertauschungen vorhanden sind, ist das Eprom defekt oder 
falsch ausgelesen. Übliche Z80 Programme fangen mit 0x31 (Lade 
Stackpointer) oder 0xc3 (Sprung) an. Und ein sterbendes Eprom verliert 
Ladung und die Bits kippen auf 1. Ein Kippen auf 0 habe ich noch nie 
beobachtet.

Die Texte für das angeschlossene LCD sollten auch im Eprom sichtbar 
sein.

Ein Tod des Z80 ist eher unwahrscheinlich.
Gast #4718276
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Andreas S. schrieb:
> Und damit hast Du die letzte Chance verschenkt

Ja, ein paar Euro für ein Eprom gespart und dafür das Gerät für immer 
ins Nirwana befördert. Es sind eben nicht alle Ratschläge auch gute 
Ratschläge. Oberste Priorität ist in einem solchen Fall für mich, die 
Software möglichst zu sichern und Softwareträger wie EProms AUF KEINEN 
FALL zu verändern.

Selbst wenn du das Z80-System wieder zum Laufen bringst, es ist ja 
überhaupt nicht kompliziert, alles Standard - ohne korrekte 
Original-Software ist die Platine vollkommen wertlos.

Georg
OP #4718289
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Ist mir ehrlich gesagt eher egal, das Gerät hat keinen wirtschaftlichen 
Nutzen mehr. Normal werden solche Geräte versiegelt und alle paar Jahre 
ausgetauscht.

Eine private Werkstatt kann damit sowieso nichts anfangen, es ist eher 
als Hobby bzw. zum Erfahrungen sammeln gedacht.

Notfalls schreib ich selbst eine Firmware oder klatsch die Platine 
gleich raus und mach was modernes auf AVR Platform. Mal schauen.

Jedenfalls trotzdem danke an alle Mitposter, Gerät zwar aktuell tot aber 
dafür um eine Erfahrung reicher :)
OP #4718560
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Hallo Winfried,

das wäre natürlich sehr nett von dir, sofern ich von der Firma keine 
Antwort bekomme.

Ich bräuchte entweder nur den Eprom oder den Inhalt davon. Glaube aber 
die werden das hexfile nicht rausrücken. Alle anderen Bauteile bekomm 
ich auch auf ebay oder vom chinesen.
Gast #4732796
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Das Löschen des Original-Eproms war nicht sehr schlau, wie bereits 
angemerkt wurde. Aber vielleicht ist deine gesicherte Datei trotzdem 
korrekt.
Wie bereits geraten, solltest du die Platine auf Vertauschungen von 
Adress- und Datenleitungen durchpiepsen.
http://www.petervis.com/electronics/CPU_Processors/Zilog_Z80A/Z80A_CPU_Features.html
http://www.futurlec.com/Memory/2764-200.shtml
Falls Vertauschungen vorliegen, die Vertauschungsergebnisse hier nennen.
Mit geeigneten Programmen (dann nachfragen) kann die .BIN Datei 
"disassemblierbar" gemacht werden, um besser zu sehen ob das Programm 
Sinn macht.
Ob das weiterhelfen kann ist jedoch unklar.

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