Timmy schrieb:
> ein NMOS sperrt sich ja bei Ugs=0. Wenn ich jetzt um den FET zu sperren
> das Gate nicht mit S sondern mit D verbinde,
Dann ist das eine höchst blöde Idee. Denn wenn du willst, daß der MOSFET
sperrt, dann müßte dazu ja auch Uds=0 sein. Ist es aber für praktisch
relevante MOSFET-Schaltungen nicht. Insbesondere nicht bei gesperrtem
MOSFET.
> habe ich ein Ugs von je nach Stromfluss und FET irgendwo zwischen 1.5
> und 2V
Nein. Nach der bisher von dir beschriebenen Schaltung hast du da nur
einen MOSFET, bei dem Gate und Drain verbunden sind. Da fließt gar kein
Strom und da fällt gar keine Spannung ab. Damit das passiert, brauchst
du wenigstens noch einen Widerstand von Drain zu einer (positiven)
Betriebsspannung. Und Source muß auf GND liegen. Ein schönes Beispiel
dafür, wieviel aussagekräftiger ein Schaltbild ist, gegenüber Prosa.
> der FET macht also nicht zu.
Warum sollte er auch. Ugs ist ja nicht Null.
> Kann mir jemand diese Spannung erklären? Warum genau diese
> Spannung und wieso ändert sie sich je nach Last? Bei 10k habe ich 1.5V,
> bei 100 Ohm 1.8V.
Gedankenexperiment: nehmen wir R=10K und drehen die Betriebsspannung Ub
von 0 langsam hoch. So lange Ub << Uth (Threshold-Spannung des MOSFET),
so lange fließt kein Drainstrom. Es gilt Ugs=Uds=Ub.
Wenn die Spannung Ub den Wert von Uth (spezifisch für den MOSFET-Typ und
das verwendete Exemplar) erreicht, beginnt ein Drainstrom Id zu fließen.
Der bewirkt aber nun am Widerstand R einen Spannungsabfall. Die wirksame
Spannung Ugs=Uds verringert sich um eben diesen Spannungsabfall:
Ugs=Uds=Ub-R*Id. Der MOSFET verringert seine eigene Steuerspannung und
es stellt sich ein Gleichgewichtszustand ein: Ugs nimmt genau den Wert
an, den dieser MOSFET für den Drainstrom Id braucht.
Du gibst deine Betriebsspannung nicht an, aber wenn wir Ub=5V annehmen,
dann können wir ausrechnen:
R=10K, Ugs=Uds=1.5V => Id=(5V-1.5V)/10K=350µA
R=100R, Ugs=Uds=1.8V => Id=(5V-1.8V)/100R=32mA
Diese beiden Punkte liegen also auf der Steuerkennlinie (Id=f(Ugs))
deines MOSFET-Exemplars. Schau ins Datenblatt.
Für andere Widerstandswerte ergeben sich andere Ströme und andere
Spannungen. Die auch alle wieder auf der gleichen Kennlinie liegen.