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Forum: Ausbildung, Studium & Beruf Programmierkenntnisse in Stellenanzeigen & Selbsteinschätzung


Autor: Christian (Gast)
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Hallo Leute,

ich bin Absolvent und schreibe gerade meinen Lebenslauf. In vielen 
Stellenanzeigen (z.B. bei Bosch) liest man von "fundierten"/"sehr guten" 
"C/C++-Kenntnissen".
Bei vielen Anzeigen habe ich das Gefühl, dass sie eigentlich nur C 
meinen.

Also ok, C++ hat viel von C geerbt, aber im Grunde genommen stecken doch 
da unterschiedliche Programmierparadigmen hinter. Unter C++ stelle ich 
mir hauptsächlich OOP-Programmierung vor.

Ich habe zwar im Studium hin und wieder programmiert, aber hauptsächlich 
nur mit C. In meiner Freizeit habe ich hin und wieder vielleicht mal 
kleinere Progrämmchen in C++ programmiert wie z.B. ein Snake-Spiel oder 
ganz kleine Mini-Physik-Simulationen, aber das war's auch. Wenn ich 
Klassen designe muss ich noch relativ lange überlegen und gehe eher 
bastelmäßig und total unstrukturiert vor. Von Architekturen, Design 
Patterns und so habe ich null Ahnung.

Was ist hier mit "sehr guten" Kenntnissen gemeint? Bloß relativ zu 
anderen Absolventen oder relativ zu den absolut Besten? Kann ja nur 
relativ zu anderen Absolventen gemeint sein, denn so viele Absolventen 
gibt's bestimmt auch nicht, die schon gleich auf Ober-Liga-Niveau 
programmieren können.

Natürlich muss man sich auch verkaufen...

Könnte ich schreiben
"C: Gute Kenntnisse
C++: Erweiterte Grundkenntnisse"
?

Autor: dunno.. (Gast)
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Klar kannst du. Schreibe ne übersicht deiner projekte irgendwo rein, ob 
privat oder im studium, schule, praktika, titel, 1-2 satz beschreibung 
und, was für technologien da verwendet wurden. Da kann man schneller 
sehen, wie intensiv du was gemacht hast..

Autor: Indeed (Gast)
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So viel mehr können andere Absolventen auch nicht. Viele schreiben 
einfach nur ab in Übungen. Schreib einfach in den Lebenslauf, dass du 
sehr gut bist. Wird schon so passen.

Autor: Dumdi D. (dumdidum)
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C++ bedeutet nicht (oder nur auch) OOP. Sondern auch Templates, 
Exceptions, Möglichkeit zu RAII basierten Resourcenmanagement, und seit 
C++11 sprachunterstützes Multithreading.

Falls Du das Gefühl hast die Firma macht eher C (oder C mit Objekten); 
dann lies '/' als 'oder'.

Autor: Jetzt ist G. (hacky)
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Ein kollege hat in einem UToob etwas von C/C++ gesehen und dir davon 
erzaehlt --> Kenntnisse

Du hast in einem UToob etwas von C/C++ gesehen
--> gute Kenntnisse

Dust tatsaechlich einmal ein Hello World! programmiert
--> sehr gute Kenntnisse

alles mehr laeuft dann unter Erfahrung  :-)

: Bearbeitet durch User
Autor: Claus M. (energy)
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Christian schrieb:
> "C/C++-Kenntnissen".
> Bei vielen Anzeigen habe ich das Gefühl, dass sie eigentlich nur C
> meinen.

Bei Stellenanzeigen die C/C++ schreiben hat zu 99,9% der 
Stellenausschreiber selber keine Ahnung und oft ist nur C gemeint. Der 
HR Futzi hat dann mal was von C++ gehört und schreibt das "/C++" gleich 
mit rein.

Autor: Fpga K. (fpgakuechle) Benutzerseite
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Christian schrieb:

> liest man von "fundierten"/"sehr guten"
> "C/C++-Kenntnissen".
> Bei vielen Anzeigen habe ich das Gefühl, dass sie eigentlich nur C
> meinen.

Ob C oder C++ ist eigentlich Birne, wichtig ist "Was" (GUI, embedded, 
Avionik, Web-geschichte,Tools, CAE, Datenbank,...) programmiert werden 
soll und weniger "womit". Also ob man Drehmaschine oder Bohrmaschine 
kann, ist weniger als wichtig solange man weiss das man aus Holz keine 
Eisbrecher zimmert.
Die Entwicklung qualitativ hochwertiger Software ist nicht abhängig von 
der eingesetzten Sprache.

https://www.oreilly.de/buecher/120174/978389721567...

Autor: Realist (Gast)
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Du bist Absolvent.
Den Absolventen mit 40 Jahren Berufserfahrung, welcher alles schon 
gemacht und verstanden hat gibt es nicht. Und würde es ihn geben, würde 
er sich nicht auf die gleichen Stellen wie du bewerben...
Ergo Selbstvertrauen hochschrauben, du packst das schon...

Autor: Sepp (Gast)
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Du musst immer sehr gute Kenntnisse schreiben. Aber ehrlich ein 
Absolvent der nicht C++, Java, C# oder so kann? Den gibt es doch gar 
nicht.

Autor: Indeed (Gast)
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Sepp schrieb:
> Du musst immer sehr gute Kenntnisse schreiben. Aber ehrlich ein
> Absolvent der nicht C++, Java, C# oder so kann? Den gibt es doch gar
> nicht.

lol du wirst es nicht glauben, von denen gibts tatsächlich Massen. 
Hauptsächlich aber ein Uni-Phänomen.

Autor: ProgramenSchreiber (Gast)
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Wenn man im Lebenslauf C++ angibt und im Gespräch nicht erklären kann, 
was Vererbung oder Polymorphus ist, der ist durchgefallen. Also überlege 
dir, ob du die Fragen beantworten kannst. Und wenn nicht, dann lass es 
mit C++

Autor: A. K. (prx)
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Stellenanzeigen und Lebensläufe sind 2 Paar Stiefel.

In den Stellenanzeige steht der Traum. Also das, was der AG gerne hätte. 
Nicht unbedingt, was er zwingend verlangt. Bewerbungen können auch 
lohnen, wenn das nicht alles perfekt passt. Muss erst einmal jemand 
dabei sein, der besser ist ohne teurer zu sein.

Im Lebenslauf hingegen steht die Realität. Hier krass zu schummeln kann 
hässliche Nebenwirkungen haben.

Autor: Cyborg (Gast)
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Die werden schon belegbare Berufserfahrung über die Arbeitszeugnisse
erwarten. Ein Absolvent hat die natürlich noch nicht. Natürlich kann
sich auch ein Absolvent bewerben, aber die Chancen, dass das
erfolgreich ist, tendieren wohl eher gegen Null. Ein Praktikum könnte
da zielführender sein. In jedem Fall würde ich mich da nicht nur
bewerben, sondern erst mal mit denen verbal kommunizieren.
Vielleicht sind die ja gewillt zu relativieren.

Autor: Ingenieur (Gast)
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Ah, ich sehe gerade, Volker ist wieder an board! Auszeit beendet?

Fpga K. schrieb:
> Ob C oder C++ ist eigentlich Birne,
Nun ja, C ist relativ einfach, aber C++ impliziert auch ein wenig das 
objektorientierte Denken, denn dafür wird Cpp ja meistens eingesetzt. 
Zwar kann man auch in C objektorientiert arbeiten, das tut aber kaum 
noch einer.

Daher ist das Arbeiten mit CC schon auch ein wenig aussagend 
hinsichtlich des parallelen Denkens.

Ist ja beim FPGA dasselbe :-;

Autor: Dr. Sommer (Gast)
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Fpga K. schrieb:
> Ob C oder C++ ist eigentlich Birne

Ok dann ist für dich auch C,C++,Java,C# das Gleiche? Hat alles 
geschweifte Klammern und "new"...

Autor: Abs (Gast)
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Also bei uns hat man im zweiten Semester ein halbes Jahr lang Java 
programmiert um in die Objektorientierte Programmierung einzuführen.
Wenn man dann nicht so wie ich nach dem ersten Jahr mit einen Job 
beginnt sollte man das noch bis zur Vergasung breitgetreten werden. Wenn 
zu mir ein Absolvent der UNI kommt und ich geh mal davon aus das der 
Telematik, Informatik studiert hat und wenn der sagt das er nicht OOP 
kann dann würde ich ihn mal fragen was er denn auf der UNI gemacht hat, 
Nasenbohren oder so.

Autor: Max M. (maxmicr)
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Abs schrieb:
> Wenn
> zu mir ein Absolvent der UNI kommt und ich geh mal davon aus das der
> Telematik, Informatik studiert hat und wenn der sagt das er nicht OOP
> kann dann würde ich ihn mal fragen was er denn auf der UNI gemacht hat,
> Nasenbohren oder so.

Auf der Uni ist Programmieren doch eine niedere Tätigkeit ;)

Autor: Hallo (Gast)
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Ich sage immer : nur  weil man einen roman lesen kann heisst es nicht, 
dass man selber einen schreiben kann.

Daher denke ich, dass die programmiersprache an sich nicht so das 
problem darstellt. Die logik bzw die lösung eines  problems zu finden 
ist die kunst. Man sollte daher von beginn an im studium nicht nur copy 
paste machen. Ich bemerke hier im forum, dass eben oft einfach sofort 
der ganze code präsentiert  wird.

Logisches  denken ist wichtiger. Denn es nützt nix "wörter" einer 
"sprache" zu können, wenn man keinen anständigen Satz formulieren kann.

Autor: 2⁵ (Gast)
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ProgramenSchreiber schrieb:
> Polymorphus

Mich hat noch nie jemand nach diesem Wurm gefragt...

Autor: Christian Lilge (Gast)
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Danke für die vielen interessanten Antworten! Ich denke, ich werde meine 
Angaben lieber ehrlich angeben und hoffe dann auf klärende 
Telefoninterviews.

dunno.. schrieb:
> Klar kannst du. Schreibe ne übersicht deiner projekte irgendwo
> rein, ob
> privat oder im studium, schule, praktika, titel, 1-2 satz beschreibung
> und, was für technologien da verwendet wurden. Da kann man schneller
> sehen, wie intensiv du was gemacht hast..

Guter Tipp. Habe ich gemacht.

Bei uns war in der Uni bei sehr vielen Kursen nur Matlab und 
Systemmodellierung angesagt. Hat mir auch Spaß gemacht, aber im 
Endeffekt hätte ich gerne mehr richtiges C++Programmierhandwerk gelernt.

Dumdi D. schrieb:
> C++ bedeutet nicht (oder nur auch) OOP. Sondern auch Templates,
> Exceptions, Möglichkeit zu RAII basierten Resourcenmanagement, und seit
> C++11 sprachunterstützes Multithreading.
>
> Falls Du das Gefühl hast die Firma macht eher C (oder C mit Objekten);
> dann lies '/' als 'oder'.

Habe jetzt wieder richtig Lust bekommen, meine C++-Kenntnisse zu 
erweitern. Werde mir mal lose ein Projekt ausdenken. Mal schauen, wie 
weit ich damit komme, bis ich 'nen Job gefunden habe. Hab jetzt ja Zeit.

Autor: Cyborg (Gast)
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Christian Lilge schrieb:
> Ich denke, ich werde meine
> Angaben lieber ehrlich angeben und hoffe dann auf klärende
> Telefoninterviews.

Vertausche mal die beiden in der Rangordnung. Dann verbessern sich
auch deine Chancen.

Christian Lilge schrieb:
> Hab jetzt ja Zeit.

Für ein Projekt ja, aber für Bewerbungen beginnt nun die Halbwertzeit,
Tempus Fugit.

Autor: Bitwurschtler (Gast)
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Cyborg schrieb:
> Vertausche mal die beiden in der Rangordnung. Dann verbessern sich
> auch deine Chancen.

Schieb beide um eins nach hinten und platziere "Kenntnisse im 
Software-Engineering" oben drüber - das macht einen guten Ingenieur aus 
- nicht allein Kenntnisse von Syntax und Lexik einer Progsprache.

Autor: Nogo (Gast)
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Eine Anmerkung noch dazu: "Natürlich muss man sich auch verkaufen..."

Wenn du dich als Absolvent bewirbst und etwas von "ich habe fundierten 
Kenntnissen in C++" schreiben würdest, kannst du dir sehr, sehr sicher 
sein, dass man dir diesbezüglich in einem Gespräch auf den Zahn fühlen 
wird.

Unser neuer Informatiker Kollege - frisch von der Uni - und 
programmiertechnisch fit, hat noch nie etwas mit C++ gemacht und ich 
unterstelle einfach mal, dass er keine Ausnahme unter den Informatikern 
ist.

Autor: Christian (Gast)
Datum:

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Nogo schrieb:
> Eine Anmerkung noch dazu: "Natürlich muss man sich auch
> verkaufen..."
>
> Wenn du dich als Absolvent bewirbst und etwas von "ich habe fundierten
> Kenntnissen in C++" schreiben würdest, kannst du dir sehr, sehr sicher
> sein, dass man dir diesbezüglich in einem Gespräch auf den Zahn fühlen
> wird.
>
> Unser neuer Informatiker Kollege - frisch von der Uni - und
> programmiertechnisch fit, hat noch nie etwas mit C++ gemacht und ich
> unterstelle einfach mal, dass er keine Ausnahme unter den Informatikern
> ist.

Das würde ich auch niemals so schreiben. Ist ja klar, bei so 
"Hochglanz"-Angaben würde ich auch misstrauisch werden. Je ahnungsloser 
jemand ist, desto kompetenter fühlt er sich. (Dunning-Kruger-Effekt)
Mir ist dieser Effekt im Allgemeinen bekannt ist, weiß auch, dass andere 
ebenfalls unbewusst/bewusst diesen Effekt kennen und mir diesen Effekt 
(dann auch zurecht) unterstellen würden.

"Gut" oder "fundiert" ist auch immer relativ. Es kommt immer auf das 
Bezugssystem an.

Autor: Dieter F. (jim_quakenbush)
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Nogo schrieb:
> "ich habe fundierten
> Kenntnissen in C++" schreiben würdest, kannst du dir sehr, sehr sicher
> sein, dass man dir diesbezüglich in einem Gespräch auf den Zahn fühlen
> wird

Ja, weil schon die Rechtschreibung nicht korrekt ist ...

Kein (vernünftiger) Mensch erwartet nach dem Studium einen C (++) 
-Profi, woher auch ... .  Dir wurden Grundlagen vermittelt und man 
erwartet, dass Du diese sicher mitgenommen hast.

Für einen Anfänger sind gute Kenntnisse aus meiner Sicht anders 
definiert wie für einen fortgeschrittenen Programmierer. Der Anfänger 
hat gute Kenntnisse, wenn er sich einigermaßen auskennt (mehr kann ja 
auch nicht sein) - der Fortgeschrittene muss ich schon wirklich gut 
auskennen (zu Hause sein), wenn er das sagt.

Schwammig - ich weiß - aber es ist halt immer eine Frage der 
Einschätzung ...

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