Für den Hobbybereich würde ich gerne ein Messgerät haben, mit dem ich
mehr als nur die Kapazität eines Kondensators messen kann. Gerade bei
Kerkos ist diese Zahl absolut nutzlos, da frequenz- und
vorspannungsabhängig.
Jetzt möchte ich aber ungern 20.000 Euro für ein Agilent E4980A
ausgeben.
Derzeit nehme ich ein Oszilloskop mit Signalgenerator, aber sowas ist
aufwändig und fehleranfällig. Gibt es keine bessere Lösung?
Schalte zwei Kondensatoren in Reihe. Am Mittelpunkt legst Du hochohmig
Deine Spannung an.
Entweder zwei gleiche Kondensatoren (Angezeigt wird dann die Hälfte)
oder zum Prüfling ein wesentlich größerer Kondensator, dessen Kapazität
in der Reihenschaltung nur einen geringen Anteil ausmacht.
Gruß
Jobst
Und wenn ich jetzt zwei identische Kondensatoren in Reihe schalte und in
der Mitte hochohmig (genauer?) eine Spannung ansetze, was genau soll das
dann aussagen? Wie ist das überhaupt gemeint?
+----||----+
| Messpunkt
+----||----+
häh?
Schau dir mal das Hameg HM8118 an. Das kann intern 0-5V und über einen
externen Eingang 0-40V als Bias erzeugen.
Eine Bias Funktion wird man sehr wahrscheinlich nur in hochpreisigen
Geräten finden. Die einfachen arbeiten häufig mit Messverfahren, welche
ein Bias nicht möglich machen.
Edit: Da war schon jemand schneller.
Christian L. schrieb:> Schau dir mal das Hameg HM8118 an. Das kann intern 0-5V und über> einen> externen Eingang 0-40V als Bias erzeugen.>> Eine Bias Funktion wird man sehr wahrscheinlich nur in hochpreisigen> Geräten finden. Die einfachen arbeiten häufig mit Messverfahren, welche> ein Bias nicht möglich machen.>> Edit: Da war schon jemand schneller.
Dafür hast Du wenigstens eine kleine Erklärung abgegeben?
Allerdings kostet das Hameg > 2K Euro.
Timmy schrieb:> ... allerdings weiss ich nicht, ob ich das Risiko eingehen soll.
Ich würde das Risiko bei so einem Betrag nicht eingehen. Zum Kaufpreis
kommen auch noch Einfuhrabgaben etc. Falls das Gerät defekt ist oder der
Garantiefall eintritt ist der Aufwand deutlich höher wie bei einem hier
gekauftem Gerät.
Wenn Du soviel Geld ausgeben möchtest/kannst würde ich das Hameg testen.
Ggf. schickst Du es einfach zurück.
Wie sieht es denn auf dem Gebrauchtmarkt aus? Käme das überhaupt in
Frage?
Timmy schrieb:> Kaum geht die Frage mal über LED-Blinkereien hinaus bekommt man nur> blöde oder keine Antworten.
Hast ja Recht!
Timmy schrieb:> Für den Hobbybereich würde ich gerne ein Messgerät haben, mit dem ich> mehr als nur die Kapazität eines Kondensators messen kann. Gerade bei> Kerkos ist diese Zahl absolut nutzlos, da frequenz- und> vorspannungsabhängig.
Aber wozu fürs Hobby?
Willst du solche selber bauen?
Du brauchst die Kapazität und selten den ESR.
Den Rest erkennst du aus der Bauform und den Datenblatt des Herstellers.
Eigentlich nur eine gut- schlecht Abfrage.
Im Zweifel sowieso einen neuen einbauen.
Glaubst du, die Industrie misst jeden C vorher nach?
Ja, wenn dieser Beitrag wirklich einen fundierten Hintergrund hat und
ich damit von zwei baugleichen Kondensatoren die Restkapazität bei z.B.
5V DC Bias rausfinden kann, hätte ich gerne eine Grundlagenerklärung.
BITTE!
Das wäre ein Versuch am untauglichen Objekt, wenn du schon nicht die
erste vollständig korrekt ausreichende Antwort verstehen kannst. Tip:
Reihenschaltung von Kondensatoren verstehen, erfordert Kenntnisse der
Bruchrechnung (Verfahren wie bei Parallelschaltung von Widerstädnen über
deren Leitwerte).
Da das U1733C Open/Short Kalibrierung vor der Messung erlaubt, ist es
nicht mal notwendig zwei gleiche Kondensatoren zu haben... sogar der
Wert des Biaswiderstandes ist unkritisch. Man sollte sich halt nur
Gedanken über die Ströme/Ladungen machen, die man zum Auf-und Entladen
benötigt, und welche Spannungen dabei am MG anliegen können...
Im U1733C-Handbuch ist doch auch der Hinweis auf weiterführende
Literatur... ggf ist da sogar external Bias erklärt?
Timmy schrieb:> Kaum geht die Frage mal über LED-Blinkereien hinaus bekommt man nur> blöde oder keine Antworten.
Tut mir leid, hier die Lösung für Dein Problem beschrieben zu haben.
Timmy schrieb:> hätte ich gerne eine Grundlagenerklärung.> BITTE!
Danke, von mir nicht mehr ...
Das geht auch über LED-Blinkereien hinaus ...
Gruß
Jobst
Hallo,
wie wäre es mit selber basteln?
Das ist weniger schwierig als man denken sollte!
Ich habe mir eins aus einem fehlgeschlagenem Projekt gebaut und dazu
die CTMU eines PIC verwendet. War ein PIC24FJ128GC006 + DOGXL drin, drum
war das grad praktisch.
Das misst 0,1p-100µ. Größer ginge schon, ist aber zeitintensiv.
CTMU ist sowas:
http://ww1.microchip.com/downloads/en/DeviceDoc/30009743b.pdf
Das verwendet Stromquellen (die im PIC drin sind) um angeschlossene
Kapazitäten über definierte Zeiten zu laden. Dann kann man die Spannung
messen. Man hat mehrere Stromquellen mit z.B. 550nA, 5.5µA, 55µA und
550µA.
Das ist relativ genau, wenn man genaue Kalibrierungswiderstände für die
Stromquellen verwendet und vor jeder Messung kalibriert - so 1% ist
problemlos zu schaffen. Ein Quarz sorgt dabei für eine ausreichend
genaue Zeitbasis (wichtig hier!). Parasitäre Kapazitäten muss man durch
eine Offsetkalibrierung wegmachen.
Die CTMU-Geschichte könnte man eben recht leicht auch mit DC-Bias
machen. Dazu muss man die Gleichspannung halt kapazitiv entkoppeln. Die
Serienkapazität kannn man - wenn sie bekannt ist - herausrechnen. Man
kann sie (bei richtiger Schaltung) auch in der Schaltung vor jeder
Messung abgleichen.
Der 12-Bit ADC reicht, wenn man viele Messungen macht und den Mittelwert
bildet.
Hallo Gästchen,
selber bauen wäre mir auch schon in den Sinn gekommen, aber man muss ja
nicht das Rad zwei Mal erfinden. Dachte allerdings nicht, dass das Rad
nur in so hochpreisigen Modellen eingebaut wird.
Der schonal geäusserte Gedanke, dass ich doch nicht in der Forschung
arbeite und auch keine Kondensatoren herstelle hat mich jetzt auch dazu
bewegt, Kerkos rigoros wegzuklicken, die keine vollständigen Angaben in
den Datenblättern zu so wichtigen Parametern haben.
Man kann das ganze aber auch mal positiv sehen. Das jahrelange
rumgeangste mit zu hohen Kapazitäten (viel hilft viel) wird jetzt wieder
auf ein vernünftiges Maß reduziert, indem die Kenntnis des DC Bias
einfach nicht vorhanden ist. So werden aus übertriebenen 20uF direkt mal
vernünftige 4 ;)
Timmy schrieb:> Der schonal geäusserte Gedanke, dass ich doch nicht in der Forschung> arbeite und auch keine Kondensatoren herstelle hat mich jetzt auch dazu> bewegt, Kerkos rigoros wegzuklicken,
Du hast keine Ahnung, wo und welchen Kondensator du einsetzen willst.
Jeder Kondensator hat eine bestimmtes Einsatzgebiet und bestimmte
technische Daten.
Lerne also dazu!