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Forum: Offtopic Radon-Messung in Räumen


Autor: Günter R. (galileo14)
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Kennt sich jemand aus mit Radonmessungen in Räumen?

Mag dieses Gerät von Conrad

https://www.conrad.de/de/corentium-canary-digitale...

dafür geeignet sein, die Radonbelastung von z.B. schlecht gelüfteten 
Kellerräumen zu beurteilen? Z.B. auch deswegen, weil sich Arbeitsräume 
im UG befinden, in denen sich Menschen längere Zeit aufhalten?

Kennt jemand diess Gerät?

Danke für Hinweise
Günter

Autor: Harald W. (wilhelms)
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Günter R. schrieb:

> Kennt sich jemand aus mit Radonmessungen in Räumen?
>
> Mag dieses Gerät von Conrad
>
> 
https://www.conrad.de/de/corentium-canary-digitale...
>
> dafür geeignet sein, die Radonbelastung von Kellerräumen zu beurteilen?

Ich habe das mal mit einem Meßgerät für einige Tausend Euro
gemacht. Ob ein solches Billiggerät das auch kann,lässt sich
nur schwer beurteilen. Wohnst Du denn in einer Gegend mit erhöh-
ter Radonbelastung? Es gibt da Karten im INet. Falls Dein Haus
(z.B. wegen erhöhtem Grundwasserspiegel) mit einer wasserdichten
Wanne gebaut wurde, brauchst Du Dir keine Sorgen machen. Wo kein
Wasser durchgeht, kommt auch kein Radon durch. Übrigens steht
Radon an zweiter oder dritter Stelle der Ursachen für Lungenkrebs,
eine Tatsache, die nur wenigen Menschen bekannt ist.

Autor: Matthias S. (Firma: matzetronics) (mschoeldgen)
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Harald W. schrieb:
> Es gibt da Karten im INet.

http://odlinfo.bfs.de/DE/themen/wo-stehen-die-sond...
Liefert immerhin eine gute Vergleichsbasis zu etwaigen eigenen 
Messgeräten.

Autor: Sebastian L. (sebastian_l72)
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Radon messen ist schon eine vernünftige Sache. Auch wenn man auf der 
Geest wohnt.

Eine vernünftige Messung von Räumen dauert mindestens 3 Monate und muss 
danach saisonkorriert werden.

Das geht wesentlich billiger als mit elektronischen Dingenoten, mit den
"Einmal-Film Dosimetern". für ca. 30 Eur.
Bestellen, Aufstellen, Aufklappen, Warten, Einschicken. Ergebis.

Kurzzeitmessungen mit den elektronischen Dosimetern geben keine 
stichhaltigen Aussagen. Ausserdem musst du die elektronischen Dosimeter 
regelmässig kalibrieren lassen, z.B. beim BfS, gratis ist das nicht.

Bemerke: Das am häufigsten vorkommende 222-Radon is alpha Strahler. Ein 
Blatt Papier und die Stahlung ist abgeschirmt. Daher ist die Aufstellung 
des Dosimeter entscheidend.

Autor: Christoph db1uq K. (christoph_kessler)
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Zum Messverfahren werden nur sehr schwammige Angaben gemacht, auch auf 
der Herstellerseite finde ich nichts genaueres:
https://airthings.com/compare/
Conrad nennt es "Passive Diffusionskammer / Alpha Sepktrometrie" (der 
Schreibfehler steht genauso im PDF).
Das Alpha könnte auf Alphastrahlen-Detektion hinweisen, ist Radon ein 
Alphastrahler? Zu dem Preis steckt da vermutlich ein einfaches 
Geigerzählrohr drin, oder gibt es ausser den Filmdosimetern noch ein 
billiges Messverfahren?

Autor: Clemens S. (zoggl)
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auf Siliziumbasis sollte sich da schon etwas schustern lassen.

http://www.elektronik-labor.de/Projekte/Alpha7.html

https://de.wikipedia.org/wiki/Radonmessung#Diffusi...

wie genau das ist kann ich dir aber auch nicht beantworten.

sg

Autor: Harald W. (wilhelms)
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Günter R. schrieb:

> Kennt sich jemand aus mit Radonmessungen in Räumen?

Dosismessung mit Geigerzählern und Radonmessung sind zwei
verschiedene Paar Schuhe. Sichere Infos wirst du wohl eher
auf spezialisierten Seiten im INet finden und nicht hier im
Forum. In der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt gibt
es eine ganze Arbeitsgruppe, die sich speziell mit Radon-
Messung beschäftigt. Aber die haben normalerweise was bes-
seres zu tun als Fragen von Laien aus ganz Deutschland zu
beantworten. Du könntest es aber immerhin über die Presse-
Stelle der PTB versuchen.

Autor: Christoph db1uq K. (christoph_kessler)
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Sogar der Wikiartikel schreibt nicht viel zum eigentlichen Detektor, 
aber "Kernspurdetektor" dürfte das Prinzip des Geigerzählrohrs meinen.

Im Artikel zu Radon und Polonium steht, dass erst die 
Polonium-Zerfallsprodukte des häufigsten Radonisotops 222Rd gefährlich 
sind, da sie in den Atemwegen schneller zerfallen als das Radon selbst.

Jedenfalls sind das zum größten Teil Alpha-Zerfälle, also kommt eine 
Messung mit einem Gammaspektrometer nicht infrage. Was eine 
"Alpha-Spektrometrie" sein soll weiß ich nicht.

Der Wikiartikel beschreibt mehr die Aufbereitung und mechanische 
Anordnung. Dass man alle Feststoffe schon vor dem Detektor ausfiltert, 
oder das Gas sogar durch eine Membrane diffundieren läßt ist 
einleuchtend. Wenn es sich mit Aktivkohle noch anreichern läßt, umso 
besser.
Anscheinend sind die Poloniumisotope Festkörper, die sich in der 
Messkammer niederschlagen können, während das Gas wieder herausströmt.

Autor: Lukas T. (tapy)
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Derartige Messverfahren basieren häufig auf einem Polymerblock, in dem 
durch ionisierende Strahlung Radikale hergestellt werden. Diese Radikale 
können sehr präzise mit "magnetischen Methoden" (sowas wie EPR) gemessen 
werden.

Autor: U. B. (pasewalker)
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> Jedenfalls sind das zum größten Teil Alpha-Zerfälle, also kommt eine
> Messung mit einem Gammaspektrometer nicht infrage.

Oft entstehen beim Zerfall zusätzlich auch Gammaquanten; beim Radon 222 
lt. Physikbuch solche mit 0,5 MeV.
Die könnte man auch registrieren.

Autor: Günter R. (galileo14)
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Harald W. schrieb:
> Ich habe das mal mit einem Meßgerät für einige Tausend Euro
> gemacht. Ob ein solches Billiggerät das auch kann,lässt sich
> nur schwer beurteilen. Wohnst Du denn in einer Gegend mit erhöh-
> ter Radonbelastung? Es gibt da Karten im INet. Falls Dein Haus
> (z.B. wegen erhöhtem Grundwasserspiegel) mit einer wasserdichten
> Wanne gebaut wurde, brauchst Du Dir keine Sorgen machen. Wo kein
> Wasser durchgeht, kommt auch kein Radon durch. Übrigens steht
> Radon an zweiter oder dritter Stelle der Ursachen für Lungenkrebs,
> eine Tatsache, die nur wenigen Menschen bekannt ist.

Mag mich nicht auf Radonkarten verlassen. Das Haus hat keine Weiße Wanne 
(brauchts wegen Hanglage nicht), aber es gibt einige Abluftventilatoren 
im Haus (WC's, Bad), die ja auch "saugen" (also ggf. Radon ansaugen, 
Unterdruck im Haus, bes. im Winter). Das mit dem Lungenkrebs weiß ich, 
das ist ja genau das Problem, das mich umtreibt.

Radonmessung ist doch schon ein komplexes Thema.

Will vorläufig mal davon absehen, einen Arbeitsplatz in meinem Keller 
einzurichten (gibt ja noch andere Räume, die in Frage kommen ...).

Danke für eure Postings!

Günter

Autor: J. A. (gajk)
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Günter R. schrieb:

> Will vorläufig mal davon absehen, einen Arbeitsplatz in meinem Keller
> einzurichten (gibt ja noch andere Räume, die in Frage kommen ...).
>
> Danke für eure Postings!
>
> Günter

Hab mal was auf ner Messe gesehen, das unter den Bodenbelag gelegt wird 
und wohl aus gasundurchlässigem Metall besteht. Wäre so ein "Aluboden" 
im Keller sinnvoll?

Ich hab auch viel im Keller zu tun, lüfte aber auch regelmäßig.

Autor: Günter R. (galileo14)
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Wahrscheinlich brings nicht viel, denn Radon würde ja ggf. auch durch 
Wände einströmen, bzw. durch Ritzen, die du mit dem Belag nicht 
abdichten kannst.

Lüften ist wohl das sinnvollste, was man tun kann (gleichzeitig das 
billigste). Aber Achtung: Im Sommer bei hohen Luftfeuchtigkeiten darf 
man nicht ohne weiteres den Keller lüften, sonst kanns Schimmel geben.

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