Hallo zusammen,
ich habe hier einen Ringkerntrafo der für Röhrengeräte gewickelt wurde,
er besitzt Hochspannungsabgriffe mit 250-0-250V, mehrere
Niederspannungsabgriffe sowie als letztes auf den Kern gewickelt, eine
6,3V Wicklung. Nun muss ich die 6,3V Wicklung mit den 250V Wicklungen
für ein Projekt zusammenlegen, sie läge dann etwa 350V über den anderen
Niederspannungswicklungen. Meine Frage ist nun, macht das die Isolation
des Trafos auf der Sekundärseite mit? Sind die Sekundärwicklungen
ähnlich wie zwischen Primär uns Sekundärseite durch eine Folie isoliert
oder liegen sie "nebeneinander"?
Danke!
Gruß
Jan
Jan schrieb:> Nun muss ich die 6,3V Wicklung mit den 250V Wicklungen> für ein Projekt zusammenlegen, sie läge dann etwa 350V über den anderen> Niederspannungswicklungen. Meine Frage ist nun, macht das die Isolation> des Trafos auf der Sekundärseite mit?
Wenn der "Ringkerntrafobauer" sein Handwerk versteht, wirds wohl
passen. Wenn nicht, hast Du Pech gehabt. Allgemeingültige Regeln
gibts da m.W. nicht.
>Wenn der "Ringkerntrafobauer" sein Handwerk versteht, wirds wohl>passen. Wenn nicht, hast Du Pech gehabt. Allgemeingültige Regeln>gibts da m.W. nicht.
Okay, schade. Hätte gedacht in Deutschland ist alles "genormt". Werde
wirklich den Hersteller anschreiben müssen.
Vielen Dank!
Jan schrieb:
Natürlich, ganz besonders bei "Audio-Stecker/Kabeln & Co". Das Einzige
was da normiert ist ist nicht Normierung.
Hat man mit Audiotronik zu tun, kommt man ohne Gestelle mit wahnsinnig
viel Kabeln nicht aus. stöhn
Gruss
Thomas
Jan schrieb:> Okay, schade. Hätte gedacht in Deutschland ist alles "genormt". Werde> wirklich den Hersteller anschreiben müssen.
Hi,
hatte einmal einen Ringkerntrafo für ein Netzteil genau nach meinen
Anforderungen spezifiziert von einem renommierten Trafobauer anfertigen
lassen.
Im Dauertest unter Normbelastung kam es dann zu einem Schluss zwischen
Primär- und Sekundärwicklung mit fatalen Folgen - wie man sich denken
kann.
Das Teil wurde dann auf Garantie zur Nachbesserung geschickt, siehe da,
der Trafo sah hinterher viel "dicker" aus. Die Lagenisolation wurde wohl
vervielfacht.
Das vielfach beschriebene Problem bei Ringkerntrafos ist eben, dass die
Wärme vom Kern über die Wicklungen verteilt, da erst dann an die
Umgebungslusft abgegeben werden kann.
Jan schrieb:> Meine Frage ist nun, macht das die Isolation> des Trafos auf der Sekundärseite mit? Sind die Sekundärwicklungen> ähnlich wie zwischen Primär uns Sekundärseite durch eine Folie isoliert> oder liegen sie "nebeneinander"?
Man macht auch hier - soweit ich weiss - nicht Gebrauch von
unterschiedlichen Wicklungskammern, die eine grössere
Spannungsfestigkeit der Wicklungen untereinander aufweisen können.
(Wenn das so aussieht, ist es meist ein Schnittbandkern oder ähnlich.)
Wie soll man jetzt verfahren?
Also, ich wäre erst einmal sehr skeptisch, vor allem, wenn der Trafo
nicht genau auf den Anwendungszweck hin (Röhrenradio-Anoden-Heizspannung
etc.) getestet wurde oder da schon einmal seinen Dienst tat.
ciao
gustav
Karl B. schrieb:> Das vielfach beschriebene Problem bei Ringkerntrafos ist eben, dass die> Wärme vom Kern über die Wicklungen verteilt, da erst dann an die> Umgebungslusft abgegeben werden kann.
Trotzdem haben Ringkerntrafos gegenüber "eckigen" eine vielfach
höhere Nennleistung bei gleichem Kernquerschnitt.
Weswegen werden Trafos warm ?
- Die Feldstaerke ist so hoch, dass das Eisen
in die Hysterese hommt, was Verlustleistung ist.
--> Abhilfe, weniger Feld, mehr Eisen.
- Die Kupferverluste. Weniger Drahtquerschnitt
bedeutet hoeheren Widerstand der Wicklung.
--> Abhilfe, mehr Kupfer
Zusammen, einen groesseren Trafo.
Harald W. schrieb:> Karl B. schrieb:>>> Das vielfach beschriebene Problem bei Ringkerntrafos ist eben, dass die>> Wärme vom Kern über die Wicklungen verteilt, da erst dann an die>> Umgebungslusft abgegeben werden kann.>> Trotzdem haben Ringkerntrafos gegenüber "eckigen" eine vielfach> höhere Nennleistung bei gleichem Kernquerschnitt.
Und dabei in der Regel das halbe Gewicht.
Gruss
Thomas
Hallo zusammen,
ich habe das Problem jetzt anders gelöst, ein kleiner Printtrafo mit 6V
übernimmt die Aufgabe. Die 350V DC Spannungsunterschied zwischen
Schutzleiter (= N-Leiter) und der Sekundärseite sollte der locker
abkönnen, habe extra einen mit 4kV Isolationsspannung gekauft.
Die 6,3V werden für etwas anderer verwendet.
lg,
Jan
Bei Ringkerntrafos ist halt eine Lagenisolation weitaus schwieriger zu
machen als bei anderen Trafos.
Da man bei 250-0-250 aber sowieso eine Lagenisolation braucht, wird die
Isolation zur (oberen?) 6,3V-Wicklung auch ausreichen.
wirkliche Klärung: Nur der Hersteller des Trafo weiß, was er gemacht
hat, bzw. wofür der Trafo gebaut wurde.
Ansonsten: Prüfspannung anlegen, schauen was passiert.
Peter R. schrieb:> Nur der Hersteller des Trafo weiß, was er gemacht hat,
... und ob er möglicherweise die Isolierung etwas dünner als
vorgeschrieben gemacht hat, weil gerade die Rolle leer war...
Harald W. schrieb:> Peter R. schrieb:>>> Nur der Hersteller des Trafo weiß, was er gemacht hat,>> ... und ob er möglicherweise die Isolierung etwas dünner als> vorgeschrieben gemacht hat, weil gerade die Rolle leer war...
Eine dünnere Folie ist billiger und der Verdienst besser. Kann dann aber
schwer in die Hosen gehen, falls es bei einer Panne zum Brand kommt und
der Trafo in die Fänge kriminaltechnischer Untersuchung gerät. Dann
spätestens beginnt für den Hersteller das grosse Schwitzen. **grins**
Gruss
Thomas
Thomas S. schrieb:> Eine dünnere Folie ist billiger und der Verdienst besser
In dem Bereich dürfte der Preis für eine Folie unabhängig von der Dicke
sein.
Hauptgrund ist die bessere Wärmeleitung bei dünnerer Folie. Jede
Lagenisolierung erhöht indirekt die Innentemperatur bzw. setzt die
erlaubte Leistung herab.
Bei einem normalen Trafo ist halt die Lagenisolierung mit einem Band in
der Breite des Wickels und einer oder zwei Umdrehungen gemacht.
Beim Ringkern muss man ein schmales Band überlappend mindestens eine
volle Umdrehung des Kerns weit wickeln.
Leute, das Teil ist ja kein Billigtrafo von unbekannter Herkunft sondern
ein Produkt von einer größeren (Deutschen?) Marke, sogar in einem
MU-Metallbecher mit herausgeführtem Schirmanschluss vergossen. Ein
unsicheres Produkt können die sich garnicht erlauben. Die Isolation
zwischen Primär und Sekundärwicklung ist mit Sicherheit ausgesprochen
gut.