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Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik PCB Software Library Files


Autor: Uli (Gast)
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Hallo

Ich hoffe mal dass die Frage nicht allzu banal ist. ;-) Wenn man mit 
einer PCB Software wie Eagle oder Altium oder ähnliches arbeitet hat man 
ja immer wieder das Problem dass es die erforderlichen Components nicht 
in der Lib gibt. Es machen doch tag täglich überall auf der Welt 
irgendwelche Elektroniker irgendwelche Platinen. Gibt es eine 
allumfassende Database für all diese Komponenten? Muss jeder seine Teile 
immer wieder neu erstellen? Warum läd nicht jeder der ein Teil erstellt 
hat dieses in eine gemeinsame Bibliothek?

Gruß Uli

Autor: Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite
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Uli schrieb:
> Warum läd nicht jeder der ein Teil erstellt hat dieses in eine
> gemeinsame Bibliothek?

Weil professionelle Entwickler da sowieso noch weitere Daten
dranhängen, Lagernummer beim Bestücker, Teilenummer bei einem
oder mehreren Lieferanten, Lage des Datenblatts im Dokumentensystem.
Außerdem hat oft (ähnlich wie bei Programmiersprachen) jede Firma
ihre eigenen stilistischen Richtlinien.

All das führt dazu, dass im professionellen Umfeld praktisch jeder
immer alle seine Bauteilbibliotheken selbst aufbaut.

Autor: Joe F. (easylife)
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Ich verlasse mich nie auf Footprints Dritter. Ausser R's und C's mache 
ich die Lib immer selbst. Das Risiko eines nicht von mir verschuldeten 
Fehlers auf dem PCB ist mir zu groß.

Autor: KingJulian (Gast)
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Grundsätzlich bieten ja auch sehr viele Hersteller von Komponenten ihre 
Libs zum herunterladen an. Da wird man meist schon fündig. Und sonst 
gibt es schon so Communities wo gewisse Footprints, 3D Models oder 
Schemasymbole geteilt werden.
Grundsätzlich halte ich es aber auch so meine persönliche Lib selbst zu 
unterhalten.

Autor: Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite
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KingJulian schrieb:
> 3D Models

OK, bei denen greife ich auch lieber auf Vorhandenes zu. ;-)

Die sind aber oft nicht fertigungsrelevant, sondern dienen eher der
Veranschaulichung.  Insofern kann man sich da einen größeren
Toleranzrahmen leisten.

Autor: Georg (Gast)
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Uli schrieb:
> Warum läd nicht jeder der ein Teil erstellt
> hat dieses in eine gemeinsame Bibliothek?

Weil dann bestenfalls die Hälfte der Footprints korrekt wäre, und das zu 
überprüfen und Fehler zu korrigieren kostet mehr Zeit als einen 
Footprint mal schnell neu zu machen. Wobei der Aufwand bzw. die 
Bedienbarkeit bei den CAD-Programmen dafür recht unterschiedlich ist.

Dazu kommt so etwas wie "Corporate Idendity": selbst definierte 
Bibliotheken sind einheitlich gezeichnet, z.B. was die Verwendung von 
Lagen angeht, in grösseren Firmen gibt es dafür häufig Richtlinien.

Ich habe schon fremde Layouts gesehen, die erkennbar aus mehreren 
Libraries zusammengemixt waren, da waren dann Umrisse ganz 
unterschiedlich gezeichnet und auch noch auf verschiedenen Lagen, 
Schriftart und Grösse wie Kraut und Rüben usw.

Deswegen machen alle Profis das meistens selbst und empfehlen das auch.

Georg

Autor: Andreas S. (Firma: Schweigstill IT) (schweigstill) Benutzerseite
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Es gibt durchaus auch Anbieter von Bauteilebibliotheken, die sich mit 
Hilfe eines Programms in den Dateiformaten verschiedener Layoutsysteme 
exportieren lassen (sollten). In der Praxis geht das leider kräftig in 
die Hose, weil z.B. entweder die Schaltplansymbole stilistisch überhaupt 
nicht zu den anderen Symbolen passen oder der Bibliotheksanbieter 
komplett andere Vorstellungen hat, welcher Layer im Layout wofür 
vorgesehen ist. Gerade z.B. bei Altium Designer gab es anfangs nur sehr 
schwache Vorgaben bezüglich der Mechanical Layer, die erst im Laufe der 
Jahre etwas verbindlicher wurden. Allerdings hat zwischenzeitlich jeder 
Nutzer (Entwickler, Layouter, Unternehmen) da seine eigenen Konventionen 
entwickelt.

Gerade neulich hat sich ein Mitarbeiter eines Kunden bei mir ausgeheult. 
Während der Layouterstellung hatte ich ihm noch den Tipp gegeben, nicht 
einfach unkritisch irgendwelche Footprints aus uralten Projekten 
zusammenzusammeln. Er sah das ganze deutlich lockerer. Jetzt hat er 
einen Haufen Leiterplatten geliefert bekommen, in denen sich fette 
Ausfräsungen mitten in einigen Bauteilepositionen befinden...

Auch ich hole mir durchaus Anregungen durch fremde Layouts und 
Bauteilebibliotheken und habe da auch schon einige sehr interessante 
Details gefunden, die ich so auch für meine eigenen Bibliotheken 
verwende. Aber aus den o.a. Gründen gibt es auch bei hervorragend 
gepflegten Bibliotheken Dritter immer wieder irgendwelche 
Konsistenzprobleme.

Und wie von Jörg Wunsch schon geschrieben, fügt man zu den reinen 
Symbolen und Footprints auch noch einen Haufen sehr spezieller 
Eigenschaften z.B. für Zwecke der Materialwirtschaft hinzu, die 
teilweise sogar spezifisch für den Bestückungsdiensleister oder 
Leiterplattenhersteller der konkreten Baugruppe sind.

Autor: Rudolph (Gast)
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Gerade Altium taugt da als Beispiel für inkompatible Daten sogar 
innerhalb des gleichen Systems.

Die fest definierten Layer beschränken sich auf die Kupferlagen, Pasten- 
und Lötstopp-Masken, Bestückungs-Druck und ein paar mehr.
Es gibt zum Beispiel nur einen einzigen Keep-Out Layer und nicht wie zum 
Beispiel bei EAGLE mehrere.
Es gibt auch keine Restrict-Layer wie in EAGLE.

Altium kennt nicht mal einen Layer für den Platinen-Umriss.

Aber es gibt in Altium 32 frei belegbare "Mechanical" Layer.
Also definiert man sich Layer für den Board-Umriss, für Maße, für 
Arbeits-Anweisungen, fürs Coating, Courtyard, Assembly, allgemeine 
Angaben wie etwa zum Lagen-Aufbau, etc.

Man kann sogar Layer zu Paaren erklären, etwa damit aus Top_Courtyard 
automatisch Bottom_Courtyard wird, wenn man das Teil auf die andere 
Seite wirft.

Alles man macht alles was der Entwickler bei der Spezifikation vergessen 
hat, das sowas wie ein Platinen-Umriss-Layer benötigt wird konnte ja 
auch niemand ahnen...

Stammen die Teile aus einer anderen Quelle muss man schon aufpassen, in 
welchen Lagen da was liegt.
Ich hatte mir zum Beispiel ein paar LEDs aus einer alten EAGLE Library 
importiert weil ich die in Altium nicht hatte, grundsätzlich aber 
wusste, dass die Footprints passen.
VOrgeblich kann Altium ja EAGLE importieren, nach der ersten 
Beta-Version ist an dem Importer aber nichts mehr gemacht worden.

Beim spiegeln auf die Unterseite wurde dabei aus einem Layer 
fälschlicherweise Mechanical Layer 1 und das ist bei uns der 
Platinen-Umriss.
Hätte ich das nicht bemerkt, hätte ich an der Stelle keine LEDs 
bestücken können, sondern Ausfräsungen gehabt.

Autor: Andreas S. (Firma: Schweigstill IT) (schweigstill) Benutzerseite
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Rudolph schrieb:
> Hätte ich das nicht bemerkt, hätte ich an der Stelle keine LEDs
> bestücken können, sondern Ausfräsungen gehabt.

Andreas S. schrieb:
> Jetzt hat er
> einen Haufen Leiterplatten geliefert bekommen, in denen sich fette
> Ausfräsungen mitten in einigen Bauteilepositionen befinden...

Das lag zwar nicht an einer importierten Eagle-Bibliothek, sondern an 
der unerwarteten Mehrfachnutzung des betreffenden Mechanical-Layers.

Bezüglich des Leiterplattenumrisses muss man ohnehin unterscheiden 
zwischen:
- verwendbarer Bereich für Leiterbahnen, Polygone und Versorgungslagen
- Soll-Außenkontur der Leiterplatte
- Fräspfade

Für einfache Leiterplatten sollte das Layoutsystem einen dabei 
unterstützen, diese Umrisse automatisch aufeinander abzustimmen. Es gibt 
jedoch haufenweise Anwendungen, bei denen man davon gezielt abweichen 
muss, z.B. bei der Konstruktion von Lagentreppen, kantenmetallisierten 
Leiterplatten oder oder "Leibniz-Keksen".

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