Zero Ohm Jumper vs Via

Gast #4737098
Hallo,

ich stelle meine Bastelplatinen selber her und bestücke auch selber. 
Deshalb sind zweilagige Platinen immer aufwändiger als einlagige. Jetzt 
wollte ich mal schauen, ob ich für meine Vias nicht einfach Zero Ohm 
Jumper nehmen könnte. Immerhin geht es ja meistens nur darum, eine 
einzige störrische Leiterbahn zu überspringen.

Jetzt musste ich aber erstaunt feststellen, dass so ein Jumper mit 
20mOhm typical / 50mOhm max belastet ist. Also von 0 Ohm ist sowas aber 
meilenweit entfernt. Ich habe da eher so an 5mOhm gedacht, aber nicht an 
50. Die die ich bei Mouser gefunden habe liegen aber alle so in der 
Grössenordnung. Ich würde 1206er nehmen wollen. Ist also eigentlich 
genug Masse da. Hat jemand eine Idee?

Preislich soll er natürlich im vernünftigen Rahmen liegen.
Gast
Drahtbrücke nehmen und drüberlöten. Die 0R sind sowieso nur für 
Maschinenbestückung gedacht. Und davon bist du ja mit einlagigen 
Platinen so weit wie irgend möglich entfernt.
Jakob schrieb:
> So ein cm Leiterbahn mit 1,27 mm Breite und 35 µm Dicke
> den du davor, oder danach hast, hat aber auch eher Ohm,
> denn mOhm...

1cm lang, 35um dick, 1,27mm breit

3,82mOhm

http://circuitcalculator.com/wordpress/2006/01/24/trace-resistance-calculator

Allerdings hat man ja oft nur 0.25mm Breite oder weniger.

19,4mOhm

Das ist dann praktisch ähnlich wie der 0Ohm Widerstand.
Gast
Also da bin ich mit Reflow aber um Faktor 50 schneller. Ich verlege 
knapp 10-12 Bauteile pro Minute. Da habe ich wirklich keine Lust mir 
jedes Bauteil nochmal einzeln zurecht zu biegen.

Nagut es kennt also keiner das Problem bzw. die Lösung. Na dann muss ich 
selber wohl alle Datenblätter aller vorhandenen Jumper anschauen. Bäh.
Gast
Wie viele Kiloampere möchtest du denn da durchpressen?
Für die üblichen Digital- und Analogschaltungen ist es ja wohl so 
ziemlich egal.
Und wenn du tatsächlich Leistungselektronik machts, dann route es doch 
so, dass eben diese Zweige möglichst kurz sind und nicht mit 
0-Ohm-Widerständen noch irgendwas überbrücken müssen.
Timmy schrieb:
> Eine Drahtbrücke ist aber aufgrund der mangelnden Isolierung sehr
> unangenehm zum Handlöten. Was nehmt ihr? Wahrscheinlich nichts ;)

Ich nehme für meine primitiven Bastelprojekte gerne Kupferlackdraht in 
0,5mm^2. Der Nachteil gegenüber Drahtbrücken besteht in dem Mehraufwand, 
dass man die Enden mit dem Seitenschneider ankratzt, damit man auf den 
Enden nicht solange herumbraten muss, bis der Lack wegbrennt.

Thermisch spüre ich keinen Unterschied zu Brücken aus Draht.
Musst Du denn Deinen Null-Ohm-Widerstand beim Löten die ganze Zeit 
anfassen?!

"Anpunkten", Draht durchziehen, kürzen, fertiglöten.
Wo ist da etwas unangenehm?
Gast
Kiloampere? Passt scho.

Ich baue hauptsächlich 3V Batterieanwendungen. Da machen 50mOhm schon 
was aus in der Laufzeit. Aber stimmt schon, beim Routing dann immer die 
Signalleitungen brücken und die Stromleitungen direkt. Dann sollten die 
50m wirklich kein Problem mehr sein.
Gast
Timmy schrieb:
> Da machen 50mOhm schon was aus in der Laufzeit.

Ja ja, die Laufzeit, gell, wenn man da nicht aufpasst
geht man schnell vor die Hunde.

Besonders wenn es sich um Dinge wie diese handelt:

Timmy schrieb:
> ich stelle meine Bastelplatinen selber her

Nicht auszudenken was passiert wenn da ein Signal um
3 Pikosekunden zu spät ankommt.
Gast
Nachtrag: 3 V-Batterie klingt für mich nach CR3032 oder CR123 also 
einige 100 mAh Kapazität. Solche Zellen sollte man eh nicht mit mehr als 
ein paar mA belasten, also sind 50 mOhm sowas von PillePalle... Da 
kannste auch nen nassen Schnürsenkel einlöten.

Schick lieber den Controller schlafen, wenn er nichts zu tun hat oder 
nimm CMOS-Bausteine.

Bedenke: 100 µA läppern sich nach einem Jahr auf rund 1 Ah.

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