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Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik Prüf-Wid-Thermometer Identifizierung


Autor: max619 (Gast)
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Hallo,

Ich habe hier ein Thermometer, über das ich absolut KEINE Information im 
Internet finde.
Selbst nur mit der Bildersuche nach "thermometer heraeus" ; "heraeus 
glas" ... nicht ein Bild was meinem Thermometer auch nur ähnlich sieht.

Jetzt meine Fragen:
weiß jemand mehr darüber?
wie sind die 4 Anschlüsse zu benutzten?
Hat das überhaupt einen Wert?

Hoffe ihr könnt mir da weiterhelfen.

MfG

Autor: Martin (M.) (Gast)
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Wid wird Widerstand bedeuten.
100Ohm deutet auf ein Pt100 hin.
Oder etwas vergleichbares.

Hast du ein Multimeter?

Dann miss doch mal den Widerstand zwischen den Anschlüssen.
Einer sollte bei 0°C 100Ohm groß sein.
Bei Zimmertemperatur etwa 108Ohm.


Schönes altes Teil :-)

Autor: max619 (Gast)
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Vielen Dank für die Antwort.

Mit dem Multimeter hätte ich auch vorher messen können.. mein fehler..

Ja, bei Zimmertemp. liegt der Widerstand bei 109Ohm und bei den beiden 
anderen anschlüssen auch 109Ohm..

Wofür sind da 4 wenn 2 schon ausreichen? Irgend eine Eliminierung?

Autor: Heinz V. (heinz_v)
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Vierleitermessverfahren, um die Widerstände der Zuleitung zu 
kompensieren.

Autor: max619 (Gast)
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>Vierleitermessverfahren, um die Widerstände der Zuleitung zu
>kompensieren.

Das würde auch erklären warum die kurz vor dem weißen Ring 
zusammenlaufen.
Gut.. kann ich meine selbstgebauten Kelvin Klemmen mal wieder rausholen. 
:)

Kann da vllt. noch jmd mehr infos liefern?
Wann gebaut? (Schlitzschrauben = vor 1930?)
Wo eingesetzt?
Hat das eine Bezeichnung oder irgendetwas womit man das im Inet findet?
...

Wäre schön wenn ich da noch was erfahren könnte.
MFG

Autor: Fred Feuerstein (feuerstein7)
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Ist ein Referenzfühler, Pt100 mit 4-Leiteranschluß. Andere Namen dafür 
sind "Glasthermometer; Platin Drahtthermometer" in dieser Form ist es 
wohl ein Fühler für ein Temperaturlabor, damit können andere 
Temperatursensoren oder Thermometer kalibriert werden wenn sie mit 
diesen Fühler auf gleiche Temp. gebracht werden (z.B. im Wasserbad). 
Alter läßt sich schwer sagen, sowas gibt es immernoch.

Autor: Dieter Werner (dds5)
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Anhand des Schriftzugs "Heraeus" sollte für Insider eine grobe 
Altersbestimmung möglich sein, ich tippe auf frühes Nachkriegsmodell.

Autor: Arc Net (arc)
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Heraeus stellt sowas, zumindest die Sensoren, noch her...
https://www.heraeus.com/us/group/products_and_solu...
Würde da einfach mal nachfragen.
Von der Konstruktion sieht es nach einem SPRT aus:
http://www.aoip.fr/product/point-fixe-de-largent/t...
Direktlink zum Bild
http://www.aoip.fr/wp-content/uploads/2013/12/Page...

: Bearbeitet durch User
Autor: Wolfgang A. (Gast)
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Heinz V. schrieb:
> Vierleitermessverfahren, um die Widerstände der Zuleitung zu
> kompensieren.

Beim Vierleiteranschluss wird gar nichts kompensiert.

Es werden schlicht und einfach separate Leitungspaare für Einspeisung 
des Messstromes und stromlose Messung des Spannungsabfalls verwendet.

Autor: max619 (Gast)
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Hier die Antwort meiner Anfrage an Heraeus:

vielen Dank für Ihre Mail.
Bei dem Thermometer handelt es sich sehr wahrscheinlich um ein sehr 
genaues Draht gewickeltes Prüfthermometer Pt100 welches in den 70er bis 
90er Jahren bei Heraeus Sensor produziert wurde.
Im Internett können Sie keine ähnlichen Varianten mehr finden, da wir 
1997 den Bereich, der Komplett Sensoren und Thermoelemente produziert, 
hat an die Firma Emerson Process Management in Karlstein (wurden am 
01.08.2016 an Wika verkauft und heißen jetzt TS Temperatursensorik) 
verkauft haben.
Leider kann ich Ihnen auch keine Dokumentation mehr zu diesem Sensor zur 
Verfügung stellen, da diese alle an Emerson (jetzt Wika) übergeben 
worden sind.
Heraeus Sensor Technology hat sich seit 2003 hauptsächlich auf die 
Produktion von Platin Temperatur Sensoren in Dünnschicht spezialisiert, 
was Sie auf unserer Website sicher gesehen haben.

Autor: Henrik V. (henrik_v)
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Das ist ein sehr schönes SPRT...
also ein Platin Referenzthermometer.
Es mag keine Erschütterungen!!
Die Konstruktion, die ja auch wunderschön durch das Glas zu erkennen 
ist, ist darauf optimiert, den Platindraht über den Temperaturbereich 
mit geringstmöglichen mechanischen Spannungen zu fixieren.
Die Bezeichnung Helium am Flansch und der maximale Temperaturbereich von 
100°C legt nahe, das der ursprünglich geplante Einsatzbereich mehr im 
unteren Temperaturbereich liegt.

Solche Thermometer werden grundsätzlich individuell mit sogenannten 
Fixpunktzellen kalibriert und dienten dann zur Realisierung der 
internationalen Temperaturskala (ITS90 ??  Ist die noch aktuell?? Muss 
mal die Kollegen fragen :) )

Mit bekannter (Kalibrier und fachgerechtem Händling (KEIN POSTVERSAND)) 
Historie  ist soetwas sehr wertvoll, ... so einfach im Kasten ein 
schönes Ausstellungsstück. (Das bei mir automatisch den HABENWOLLEN 
Reflex auslöst :))

Gruß Henrik

Autor: Peter M. (r2d3)
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Henrik V. schrieb:
> schönes Ausstellungsstück. (Das bei mir automatisch den HABENWOLLEN
> Reflex auslöst :))

Reicht Deine Sammlung nicht jetzt schon für ein Technikmuseum?!  :)

Autor: max619 (Gast)
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Mal noch ne frage..: Warum ist das genauer als andere temp. Sensoren die 
nicht im Glas sind? Bei denen liegt doch dann die Wärmequelle direkt am 
"chip" an? Im Glas ist doch: Wärmeque.->Glas->Luft*->Draht
der 'Wärmefluss'.

*einer der besten Isolierer.

Autor: Henrik V. (henrik_v)
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Peter M. schrieb:
> Reicht Deine Sammlung nicht jetzt schon für ein Technikmuseum?!  :)

Kommt auf den Betrachter an :D :D

Vieles bewahre ich ja nur, bis es mal eine historische Gerätesammlung in 
der PTB gibt :)

Gruß Henrik

PS: Das wirklich Spannende (für mich)  ist die Geschichte die ein 
Gegenstand erzählen kann bzw. könnte, wenn sie denn noch jemand kennen 
würde. Wenn eine Sammlung aus, sagen wir mal 4 Gegenständen besteht und 
deren Geschichte spannend über 3 Stunden erzählt wird, habe mehr davon 
als 3 Stunden alleine im Deutschen Museum an 400 Teilen entlangzulaufen. 
(das schaffe ich zwar nicht, weil ich an einigen Dingen doch hängen 
bleibe, aber das auch nur weil ich Geschichten, die ich schon kenne an 
einigen Dingen wiedererkenne:) )

Autor: Henrik V. (henrik_v)
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max619 schrieb:
> Mal noch ne frage..: Warum ist das genauer als andere temp. Sensoren die
> nicht im Glas sind? Bei denen liegt doch dann die Wärmequelle direkt am
> "chip" an? Im Glas ist doch: Wärmeque.->Glas->Luft*->Draht
> der 'Wärmefluss'.
>
> *einer der besten Isolierer.

Kann sein, dass das keine Luft ist sondern Stickstoff oder sogar ein 
Edelgas :)

Dieser Sensor ist nicht für eine schnelle Antwort gemacht, sondern für 
eine genaue. Die Konstruktion ist auch auf Kosten der thermischen 
Ankopplung dazu ersonnen Langzeiteinflüsse auf den Platindraht zu 
minimieren.

Ein kleiner Dünnschicht-PT100 kann in wenigen Sekunden(bruchteilen) die 
(z.B.) Wassertemperatur auf 0,5°C genau messen. Dein SPRT oben möchte 
eine halbe Stunde (wenn's reicht!) in einem thermisch stabilem Bad 
eingetaucht sein und kann dafür auf wenige mK genau die Temperatur 
messen. (sagen wir mal 100 mal genauer also 5mK)

Gruß Henrik

: Bearbeitet durch User
Autor: Harald Wilhelms (wilhelms)
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Henrik V. schrieb:

> Vieles bewahre ich ja nur, bis es mal eine historische Gerätesammlung in
> der PTB gibt :)

Die gibts bereits.

Autor: MuMn (Gast)
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Henrik V. schrieb:
> Die Bezeichnung Helium am Flansch und der maximale Temperaturbereich von
> 100°C legt nahe, das der ursprünglich geplante Einsatzbereich mehr im
> unteren Temperaturbereich liegt.
Ich würde eher vermuten, dass das Thermometer mit Helium (*) gefüllt 
ist, um den Temperaturausgleich zu beschleunigen. Eventuell auch mit 
erhöhtem Druck.

(*) zweitbeste Wärmeleitfähigkeit unter den Gasen

Autor: Peter II (Gast)
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MuMn schrieb:
> Ich würde eher vermuten, dass das Thermometer mit Helium (*) gefüllt

oder einfach ablesen, es steht drauf "Helium".

Autor: Henrik V. (henrik_v)
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Harald W. schrieb:
> Henrik V. schrieb:
>
>> Vieles bewahre ich ja nur, bis es mal eine historische Gerätesammlung in
>> der PTB gibt :)
>
> Die gibts bereits.

Mir bekannt ist nur das Zählerkabinet, und in Berlin habe ich einen 
verschlossenn Raum mit 'Gerätesammlung' gesehen, zu dem mir aber kein 
Berliner Kollege eine Auskunft geben konnte.

Gruß Henrik

Autor: Henrik V. (henrik_v)
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MuMn schrieb:
> Ich würde eher vermuten, dass das Thermometer mit Helium (*) gefüllt
> ist, um den Temperaturausgleich zu beschleunigen. Eventuell auch mit
> erhöhtem Druck.

Habe ich auch schon überlegt, dazu müsste man in den Flansch linsen, 
wenn der Kolben gasdicht verschmolzen ist, ist das sehr gut möglich.
Das könnte auch der Grund für die 'geringe' maximale Temperatur sein, 
wenn der Kolben nicht sehr druckfest ist.

Autor: Peter II (Gast)
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Henrik V. schrieb:
> Habe ich auch schon überlegt, dazu müsste man in den Flansch linsen

oder einfach lesen - warum wird wohl Helium drauf stehen?

Autor: Henrik V. (henrik_v)
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Peter || Du wiederholst Dich :)

Die Vermutung ist begründet, alle Angesprochenen haben die Beschriftung 
gelesen, wie auch Du in den vorherigen Post hättest lesen können.

Es gibt auch SPRT Ausführungen, die ein Befüllen bzw. Nachfüllen 
erlauben. Die Kunst ist es so ein Thermometer langzeitstabil zu bauen 
und
der Fleiß (und Kunst :) ) , diese dann auch Nachzuweisen :)
Bei der Herstellung werden keine Material- und Erstellungskosten 
gescheut, jedoch sind die Kosten der Kalibrierungen noch höher und 
stellen mit dem Nachweis der Stabilität den eigentlichen Wert dar.

Gruß Henrik

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