Ringkerntrafo für Digitaltechnik noch sinnvoll?

Gast #4744661
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Hi,
brauche mal Entscheidungshilfe (bzw. Gewissenserleichterung) bzgl. 
Entsorgung eines alten Ringkerntrafos, anscheinend mal aus einem 
Digitalgerät, möglicherweise Spielautomat. Er hat also Wicklungen wie 
5/5/12/12V, schwerpunktmäßig 5V, was die alten TTL-Schaltungen am 
liebsten fressen, insgesamt um die 100 Watt. Für Beleuchtung leider 
ziemlich untauglich.

Kann es bzgl. Energieeffizienz überhaupt noch Sinn machen, sowas zu 
betreiben oder wäre da in aller Regel ein Schaltnetzteil vorzuziehen?
#4744761
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batman schrieb:
> Kann es bzgl. Energieeffizienz überhaupt noch Sinn machen, sowas zu
> betreiben oder wäre da in aller Regel ein Schaltnetzteil vorzuziehen?

Aus energetischen Gesichtspunkten wohl nicht. Schaltnetzteile arbeiten 
mit höherem Wirkungsgrad, sterben allerdings auch oft beizeiten, während 
ein normal belasteter Trafo ewig lebt. Die von Schaltnetzteilen 
gelieferte Spannung ist außerdem mit allerlei elektrischem "Schmutz" 
(hochfrequente Spikes/Ripple) belastet, daher sind für empfindliche 
Schaltungen (z.B. Audio) Transformatoren besser geeignet.
Gast #4744762
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Eisenkern-Trafos sind, wenn sie richtig konstruiert sind, vom 
Wirkungsgrad her nicht schlechter als Schaltnetzteile. Eisenkern-Trafos 
sind nur eben größer, schwerer und langlebiger (alles Nachteile aus 
Sicht des Verkäufers).

>Für Beleuchtung leider ziemlich untauglich.

Sehe ich nicht so, 5V-Wicklungen in Reihe schalten (so dass sich die 
Spannungen addieren!) , gleichrichten und glätten und du hast (10 V 
*sqrt(2))-2*0,7 V = 12,8 V Ausgangsspannung. Damit kann man super 
LED-Ketten betreiben wo drei (evtl. vier) blaue bzw. weisse LED (+ 
einzelner Vorwiderstand) in Reihe geschaltet sind.

LEler
Gast #4744776
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batman schrieb:
> Kann es bzgl. Energieeffizienz überhaupt noch Sinn machen, sowas zu
> betreiben oder wäre da in aller Regel ein Schaltnetzteil vorzuziehen?

Für Digitaltechnik sollte man ein Schaltnetzteil verwenden. Der Trafo 
ist zwar effektiv, aber die nachfolgende Regelung, die +/-10% 
Netzspannungsschwankungen und -20% Elkoripple ausgleichen muss, ist als 
Linearregler ineffektiv

Den Trafo sollte man dennoch nicht wegwerfen, es gibt genügend 
Anwendungen bei denen man eine mit der Netzspannung schwankende 
Wechselspannung gebrauchen kann. Ob TRIAC-gesteuerte Heizung eines 
temperaturgeregelten Lötkolbens, ob nachfolgende Senkundärschaltregler, 
ob ein Styroporschneider oder ein 24V Synchronmotor.

Auch wenn man wirklich langzeitrobuste Netzteile bauen will, ist man mit 
Schaltnetzteilen, die schon beim ersten Überspannungsimpuls platzen, 
nicht gut bedient.
Gast #4744790
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LEler schrieb:
> Eisenkern-Trafos sind, wenn sie richtig konstruiert sind, vom
> Wirkungsgrad her nicht schlechter als Schaltnetzteile.
Hier stimme ich Dir zu - speziell Ringkerntrafos erreichen sehr gute 
Wirkungsgrade.

Gerade bei älteren Trafos (220 V) macht es Sinn, mal den Ruhestrom bei 
250 V Netzspannung zu messen. Auch beim Ringkern gibt es Drahtsparer, 
die wenig Reserve nach oben haben oder sich auf eine permanente 
Grundlast verlassen (Halogenleuchten).

> Eisenkern-Trafos
> sind nur eben größer, schwerer und langlebiger (alles Nachteile aus
> Sicht des Verkäufers).
Langlebiger!
Gast #4745020
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Der Andere schrieb:
> Johnny B. schrieb:
>> schmeiss den
>> Ringkerntrafo in den Elektroschrott.
> Schreibt offensichtlich ein Jungspund, der noch nicht alt genug ist um
> seine Schaltnetzteile der Reihe nach abrauchen zu sehen. :-)
Und jemand, der noch keinen Ärger mit Funkstörungen und Rauschen hatte.

Ach ja: Einschalten nicht linearer Lasten am Schaltnetzteil geistert 
doch hier auch ständig durch die Foren.

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