Forum: Offtopic Osram Ausverkauf: sollte man regulierend eingreifen?


von Jemin K. (jkam)


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Da Osram vor dem Verkauf an einen chinesischen Konzern steht, stellt 
sich die Frage, ob man hier nicht etwas regulierend eingreifen sollte. 
Die Kuka-Geschichte, Aixtron und jetzt Osram sind ja alles wirklich 
wichtige Konzerne, auf die somit die chinesische Regierung Zugriff 
erhält. Wäre es nicht sinnvoller Übernahmen aus Ländern zu verbieten, in 
denen man ebenfalls nicht ungehemmt übernehmen darf, und in denen der 
Staat undemokratische Kontrolle über die einkaufenden Unternehmen 
ausübt?
Gerade durch die aktuelle Geldschwemme kann ja wirklich jeder jeden 
übernehmen...

von Christoph Z. (rayelec)


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Das mit den Übernahmen hatten wir alles schon mal in den 80ern. Da haben 
die Japaner alles aufgekauft, was sie kriegen konnten. Das Geschrei war 
entsprechend. Und auch in Japan ist es für fremde Investoren sehr 
schwierig, Erfolg zu haben, demensprechend war das auch damals eine 
Einbahnstrasse.
Nun, heute geht es den Japanern eher bescheiden und viele der 
Aquisitionen sind wieder verkauft, selbständig oder eingegangen.
Ich sehe da nicht so eng. V.a. wenn kleinere Spezialisten von grossen 
Konzernen aufgekauft werden, ist es vorbei mit Flexibilität und 
Kundennähe. Das ebnet das Terrain für neue Spezialisten. Wer  hätte 
damals mit Google, Facebook, Netflix gerechnent. Oder dass Motorola an 
die Wand gefahren wird? Oder das ARM dermassen erfolgreich wird?
Die Bäume wachsen auch in China nicht in den Himmel. Man sollte den 
Dingen ihren lauf lassen!

von D. I. (Gast)


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Christoph Z. schrieb:
> Man sollte den
> Dingen ihren lauf lassen!

Richtig.

von Reinhard S. (rezz)


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Ist ja nicht so, das Osram alternativlos ist.

von Mike B. (mike_b97) Benutzerseite


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in D wird derzeit alles an die Chinesem verkauft was nich niet und 
nagelfest ist

Deutschland verkauft sich als ehemaliges hightech-Produktionsland selbst 
an die Komkurrenz.

wie aufgezählt z.B. KuKa
aber auch sowas wie der Transrapid und Schiffbau

Die Dummheit der Nicht-Regulierung wächst über alle Maßen.
Normal wäre es die Pflicht der Regierung, wie in allen anderen Ländern 
auch, hier die Zukunft des Landes als Standort industrieller Produktion 
zu sichern und eben nicht dem Konkurrenten Zugriff auf ein wesentliches 
Standbein der Volkswirtschaft zu gewähren.

Aber D scheint es zu reichen, Gewhere, Panzer, Kanonen und UBoote zu 
produzieren und an jeden anklopfenden freundlich lächelnden Herrn mit 
dickem schwarzen Koffer zu liefern.

und Autos (noch)

von Pandur S. (jetztnicht)


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Das ist einer der Nachteile des Kapitalismus. Er verkauft sich selbst an 
die Konkurrenz. Wenn man das (den Kapitalismus) so will ...
Im Gegenzug will der Kommunismus etwas selbst machen, das er anderswo 
guenstiger beziehen koennte. Wenn man das (den Kommunismus)so will ...

Jede Volkswirtschaft enthalt Beides. Was als strategisches Gut angesehen 
wird wird auf alle Faelle, zu jedem Preis, selbst gemacht. Ueberall.

Zu Osram. Es ist ja nicht so, dass die Chinesen, Osram klauen, nein, die 
Besitzer wollen an sie verkaufen. Es steht jedem frei, die Chinesen zu 
ueberbieten...

von Thorsten O. (Firma: mechapro GmbH) (ostermann) Benutzerseite


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Aixtron ist ein tragischer Fall von schlechtem Management und zu viel 
Geld von schlecht informierten Investoren. Die Firma war Marktführer in 
ihrem Bereich, hat sich dann aber auf ihrem Erfolg ausgeruht (z.T. 
ausgelöst durch ein Chinesisches Subventionsprogramm für MOCVD-Anlagen) 
und die Kunden z.T. am ausgestreckten Arm verhungern lassen. Dazu hat 
man sich gegenüber den Aktionären für die Einführung von SAP selbst 
beweihräuchert, statt Entwicklungs-Prozesse zu definieren oder die 
Kundenanforderungen im Sinne der eigenen Produktroadmap zu priorisieren. 
Zumindest bis vor wenigen Jahren ist die Firma geführt worden wie eine 
zu große Garagenfirma, hat sich nach außen aber den Anstrich eines 
Weltkonzerns gegeben. Ganz zu schweigen davon, dass nach jeder 
Entlassungsrunde das Verhältnis von gut bis sehr gut bezahlten 
Departmentmanagern, Senior Department Managern, Directors, Senior 
Directors usw. in Bezug auf normale Angestellte immer schlechter 
geworden ist. Das das auf Dauer nicht funktioniert versteht man auch 
ohne BWL-Studium.

Was ich an der Sache so merkwürdig finde: Sanaan Opto ist die Firma, mit 
der Aixtron vor zwei Jahren den größten Deal der Firmengeschichte 
einfädeln wollte. Den Auftrag haben die Chinesen dann platzen lassen, 
nachdem schon ein Teil der Anlagen gebaut war. Und die gleiche Firma 
will jetzt Osram übernehmen, während ein anderer chinesischer Investor 
die angeschlagene Aixtron übernehmen will. Ob und wie weit diese 
chinesischen Firmen untereinander vernetzt sind oder direktem oder 
indirektem staatlichen Einfluss unterliegen, kann ja hier auch niemand 
beurteilen...

Mit freundlichen Grüßen
Thorsten Ostermann

von Paul B. (paul_baumann)


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Thorsten O. schrieb:
> Das das auf Dauer nicht funktioniert versteht man auch
> ohne BWL-Studium.

...aber mit nicht.

MfG Paul

von Carl D. (jcw2)


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> as das auf Dauer nicht funktioniert versteht man auch ohne BWL-Studium.

Oder vielleicht sogar "nur ohne"!

von Hannes J. (pnuebergang)


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Thorsten O. schrieb:
> Was ich an der Sache so merkwürdig finde: Sanaan Opto ist die Firma, mit
> der Aixtron vor zwei Jahren den größten Deal der Firmengeschichte
> einfädeln wollte. Den Auftrag haben die Chinesen dann platzen lassen,
> nachdem schon ein Teil der Anlagen gebaut war. Und die gleiche Firma
> will jetzt Osram übernehmen, während ein anderer chinesischer Investor
> die angeschlagene Aixtron übernehmen will. Ob und wie weit diese
> chinesischen Firmen untereinander vernetzt sind oder direktem oder
> indirektem staatlichen Einfluss unterliegen, kann ja hier auch niemand
> beurteilen...

Die Zusammenhänge gibt es

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/aixtron-investor-liu-zhendong-spricht-erstmals-ueber-plaene-a-1115032.html

hat aber natürlich gar nichts miteinander zu tun <hust>.

Wobei, um Osram traure ich nicht. Die haben uns Normalbürger gef**** 
denn sie waren einer der Lobbyisten für das Glühlampenverbot. Sollen die 
Chinesen die ruhig mal gut durchbürsten.

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