Moin,
folgendes Szenario:
Ich verdiene als HW Entwickler mit 4 Jahren Erfahrung in BaWü aktuell
knapp 70k bei 35h mit Zeiterfassung. Über einen Headhunter hatte ich nun
ein zweites Vorstellungsgespräch. Im Vorfeld wurde mir gesagt, dass es
sich auch um 35h handelt. Also wurden meine Gehaltsvorstellungen von 70k
weitergegeben (Ich habe gar keinen großen Sprung verlangt). Im Gespräch
war nun plötzlich von 40 Stunden die Rede. Also habe ich sofort meine
Gehaltsvorstellungen prozentual hochgerechnet und kam auf 80k.
Letztendlich verlange ich ja kein bestimmtes Jahresgehalt, sondern einen
bestimmten Stundenlohn. So zumindest meine Vorstellung. Der Headhunter
sieht nun seinen Deal schon platzen und behauptet, dass man das nicht
einfach so hochrechnen könne, das sei unüblich. Ist meine Vorstellung
tatsächlich so unüblich? Was meint ihr?
Was für ein Dummschwätzer!
70k/35*40, dann noch 10-15% drauf, besser aufrunden, also 90k aufrufen,
die versuchen eh runter zu handeln.
Alles andere lohnt nicht.
Du denkst völlig richtig! Allerdings sollte in deiner Rechnung auch noch
enthalten sein, dass du ein Risiko (Probezeit) eingehen musst, wenn du
den Arbeitgeber wechselst, so dass du meiner Meinung nach vom
finanziellen Gesichtspunkt auch noch mehr verlangen könntest. Am Ende
kommt es aber auf das Gesamtpaket an, das dir der Wechsel verschafft.
Bernd schrieb:> Moin,> folgendes Szenario:> Ich verdiene als HW Entwickler mit 4 Jahren Erfahrung in BaWü aktuell> knapp 70k bei 35h mit Zeiterfassung. Über einen Headhunter hatte ich nun> ein zweites Vorstellungsgespräch. Im Vorfeld wurde mir gesagt, dass es> sich auch um 35h handelt. Also wurden meine Gehaltsvorstellungen von 70k> weitergegeben (Ich habe gar keinen großen Sprung verlangt). Im Gespräch> war nun plötzlich von 40 Stunden die Rede. Also habe ich sofort meine> Gehaltsvorstellungen prozentual hochgerechnet und kam auf 80k.> Letztendlich verlange ich ja kein bestimmtes Jahresgehalt, sondern einen> bestimmten Stundenlohn. So zumindest meine Vorstellung. Der Headhunter> sieht nun seinen Deal schon platzen und behauptet, dass man das nicht> einfach so hochrechnen könne, das sei unüblich. Ist meine Vorstellung> tatsächlich so unüblich? Was meint ihr?
70k nach 4 Jahren HW-Frickeln? Irgendwas mache ich falsch..
Bernd schrieb:> Der Headhunter> sieht nun seinen Deal schon platzen und behauptet, dass man das nicht> einfach so hochrechnen könne, das sei unüblich. Ist meine Vorstellung> tatsächlich so unüblich?
Da hat er schon Recht, wir leben schließlich in einer Marktwirtschaft.
Du verkaufst dein knappes Gut Zeit, und je mehr du davon verkaufst,
desto knapper (und damit teurer) sollte es werden. Die 36. bis 40.
Stunden sollten somit teurer sein als die vorherigen. Zusätzlich werden
diese Stunden durch das progressive Steuermodell am stärksten besteuert,
für dich zählt aber der Nettolohn, also musst du noch zusätzlich etwas
draufrechnen.
Soll heißen: er will dich völlig unbegründet runterhandeln, wobei deine
hochgerechneten 80k eigentlich zu wenige hochgerechnet sind (hier hat er
Recht, man kann das nicht einfach so hochrechnen). Ein äquivalentes
Gehalt wären daher eher die oben schon genannten 90k. Rein
wirtschaftlich betrachtet ist dein derzeitiger Job also lukrativer,
sofern du beim neuen Job nicht an die 90k bekommst.
Bernd schrieb:> Ist meine Vorstellung> tatsächlich so unüblich?
Ja!
> Was meint ihr?
Der Headhunter soll dem Auftraggeber "gut und günstig" liefern.
Nur dann wird der Kunde auch die Provision für den Headhunter abdrücken.
Unterm Strich sieht es so aus, dass der Vermittelte die ganzen Kosten
trägt über einen geringeren Lohn!
Und noch was:
Der Markler will den schnellen Abshluß!
Er wird also immer versuchen die Leute zu vermitteln wie die Kunden die
Ware wünschen.
Die Ware hat dabei sich "ruhig" zu verhalten!
mit 70k bei 35h bist du schon recht am Limit was geht mit 4J BE als
reiner Entwickler. Für mehr müsstest du schon seeeehr gefragtes Know-How
haben, was ich bezweifle. Und natürlich ist 35h != 40h, das ist ja wohl
offensichtlich.
Abgesehen davon labert dein Headhunter Bullshit von wegen unüblich, er
will Kohle verdienen, sonst nichts.
Sei glücklich über den Goldtrog wo du grade bist, wenn du wirklich mehr
Kohle haben willst dann musst du dich Richtung Leitungsfunktion
entwickeln, dann wars das aber auch mit deiner 35h Woche oder du reißt
noch ein paar Jahre in deiner Butze ab Richtung Fachkarriere und
streichst noch an Zulagenprozenten ein was geht und versuchst nen
40h-Vertrag zu bekommen.
genervt schrieb im Beitrag #4751784:
>> Die Frage ist nicht ganz unberechtigt. 90k ist ohne Führungs- oder>> Budgetverantwortung eher schwer zu erreichen.>> IGM
Selbst IG Metall Baden-Württemberg ergibt mit EG17 und 15%
Leistungszulage keine 90k. Jedenfalls nicht bei einer 35h Woche.
Rick M. schrieb im Beitrag #4751779:
> genervt schrieb:> Warum sollte er für weniger wechseln?>> Mark B. schrieb:> Die Frage ist nicht ganz unberechtigt. 90k ist ohne Führungs- oder> Budgetverantwortung eher schwer zu erreichen.>> Super-Freaks können das erreichen, das aber eher im Bereich AT, also> ohne eine Stundenanzahl pro Woche und nicht nach erst 4 Jahren BE.> Nur die sind eher selten hier und stellen nicht solche Fragen.
Quatsch! Das wäre eine EG15 in BW mit 18% Leistungszulage, da is nix
Führung oder AT.
Mark B. schrieb:> genervt schrieb:> Die Frage ist nicht ganz unberechtigt. 90k ist ohne Führungs- oder> Budgetverantwortung eher schwer zu erreichen.>> IGM>> Selbst IG Metall Baden-Württemberg ergibt mit EG17 und 15%> Leistungszulage keine 90k. Jedenfalls nicht bei einer 35h Woche.
Wir debattieren hier 40 Stunden, danke fürs Gespräch!
genervt schrieb:> Quatsch! Das wäre eine EG15 in BW mit 18% Leistungszulage, da is nix> Führung oder AT.
Und wer kriegt bitte heutzutage noch EG17? Das sind Leute, die vor 20
Jahren eingestiegen sind. Nicht vor 4 Jahren.
18% Leistungszulage sind auch über Durchschnitt, das kann nicht einfach
jeder bekommen.
genervt schrieb:> Wir debattieren hier 40 Stunden, danke fürs Gespräch!
Auch die kriegt nicht einfach so jeder. Wie Du sicher weißt, sind 35h
die Regel und 40h die Ausnahme bei IG Metall.
Am wahrscheinlichsten ist, dass sie ihm hier das gleiche Gehalt bieten
bei mehr Arbeitszeit pro Woche ;-)
Und dann stellt sich natürlich schon die Frage, ob man dann überhaupt
wechseln sollte.
Mark B. schrieb:> genervt schrieb:> Quatsch! Das wäre eine EG15 in BW mit 18% Leistungszulage, da is nix> Führung oder AT.>> Und wer kriegt bitte heutzutage noch EG17? Das sind Leute, die vor 20> Jahren eingestiegen sind. Nicht vor 4 Jahren.> 18% Leistungszulage sind auch über Durchschnitt, das kann nicht einfach> jeder bekommen.
Ich hab EG15 geschrieben und nicht 17! Die Leistungszulage liegt im
Schnitt bei 15%, insofern sind die 18% nicht unüblich.
40 Stunden sind in der Entwicklung nicht ungewöhnlich, ich hab die ohne
Probleme bekommen.
genervt schrieb:> 40 Stunden sind in der Entwicklung nicht ungewöhnlich, ich hab die ohne> Probleme bekommen.
Und hier hast du eine Warteschlange bis nach Timbuktu, bis man an der
Reihe ist. (Quote soll halt nicht überschritten werden)
D. I. schrieb:> genervt schrieb:> 40 Stunden sind in der Entwicklung nicht ungewöhnlich, ich hab die ohne> Probleme bekommen.>> Und hier hast du eine Warteschlange bis nach Timbuktu, bis man an der> Reihe ist. (Quote soll halt nicht überschritten werden)
Mit 40 Stunden Eingestiegen.
Die 80k sind natürlich richtig und üblich. Wenn der HH das anders sieht,
mangelt es ihm am Dreisatz oder der Stelle an Zeiterfassung. 40h ist
dann Synonym für "solange sie halt dafür brauchen".
Nicht falsch verstehen aber ......
Hahahahahahaha......
70k @ 35h mit 4jahren berufserfahrung.
Na glückwunsch. Es sollte 80% der suchenden ingenieure geben, die dieses
gehalt auch mit doppelter berufserfahrung und 40h akzeptieren.
Es wird nie so sein dass man aus dem team in dem man arbeitet, gross
herausragt. Weder fachlich noch gehaltstechnisch.
Schließlich sollten die ähnliche aufgaben bearbeiten und ähnliche
anforderungen haben.
Die arbeitsmarktsituation die ich kenne ist die das ingenieure jobs
annehmen die ca. 400 km von ihrer familie entfernt sind und
wochenendpendeln.
Nicht weil das so toll ist sondern weil es nicht einfach ist auf dem
arbeitsmarkt.
Also verlangen kannste was dir vorschwebt.
Nur, du bist nicht der einzige traumtänzer auf der welt und der
heathunter wird nicht den teuersten nehmen sondern den billigsten, der
den andorderungen entspricht und mit 4 jahren berufserfahrung gibt es
wechselwillige wie sand am meer.
Aber hey, sag bescheid wenns geklappt hat.
Bernd schrieb:> Ich verdiene als HW Entwickler mit 4 Jahren Erfahrung in BaWü aktuell> knapp 70kBernd schrieb:> Also wurden meine Gehaltsvorstellungen von 70k> weitergegeben
Du verdienst (knapp) 70k, und willst nach Jobwechsel wieder 70k???
Wenn man ambitioes ist, und das sollte man unter 45 sein, muss man nach
einem Wechsel mehr Lohn haben. Oberhalb 45 kann man sich ueberlegen,
auslaufen zu lassen. Oberhalb 55 gibt es eh nicht mehr mehr Lohn, dann
muss man auslaufen lassen, langsam gegen Null gehen lassen. Ausser man
moechte laenger arbeiten.
Wenn man auf auf 80% oder weniger geht zeigt das, dass die Ambitionen
weg sind, und man deshalb bei Lohnsteigerungen und Befoerderungen nicht
mehr dabei ist. Man laesst quasi auslaufen.
Mehr Stunden muessen natuerlich ueberpropertional abgegolten werden.
D. I. schrieb:> Und hier hast du eine Warteschlange bis nach Timbuktu, bis man an der> Reihe ist. (Quote soll halt nicht überschritten werden)
40 Stunden sind auch gar nicht so begehrt, wie so mancher hier denkt.
Die meisten sind mit den 35 glücklicher.
Bei einem Bosch Standort hieß es bereits im Bewerbungsgespräch, dass 40h
Verträge Kontingent sei schon aufgebraucht (habe nicht einmal explizit
danach gefragt :D).
37.5h wöchler schrieb:> Bei einem Bosch Standort hieß es bereits im Bewerbungsgespräch,> dass 40h> Verträge Kontingent sei schon aufgebraucht (habe nicht einmal explizit> danach gefragt :D).
Bei Robert Bosch GmbH ist bei einer Stelle mit mindestens
EG14(Zielstufe) frei wählbar(bis 40 Stunden) wie viele Stunden man pro
Woche arbeiten will.
Zumindest seit Anfang 2015 gilt die Regelung...
Peter J. schrieb:> Du verdienst (knapp) 70k, und willst nach Jobwechsel wieder 70k???
Das ist ein taktischer Kardinalfehler. :)
Das löst beim Makler reflexartig den Wunsch nach mehr aus: Wenn er schon
- völlig unüblich - nicht mehr Gehalt will, dann kann man ihn durch eine
Arbeitszeitverlängerung zusätzlich ausnutzen. ;)
So macht man´s nicht!
Phase-locked T. schrieb:>> einfach so hochrechnen könne, das sei unüblich. Ist meine Vorstellung>> tatsächlich so unüblich? Was meint ihr?>> 70k nach 4 Jahren HW-Frickeln? Irgendwas mache ich falsch..
Nicht nur du :D bin schon bei 10 Jahren BE, aber noch nicht die magische
Zahl erreicht :P
♪Geist schrieb:> Phase-locked T. schrieb:>>> einfach so hochrechnen könne, das sei unüblich. Ist meine Vorstellung>>> tatsächlich so unüblich? Was meint ihr?>>>> 70k nach 4 Jahren HW-Frickeln? Irgendwas mache ich falsch..>> Nicht nur du :D bin schon bei 10 Jahren BE, aber noch nicht die magische> Zahl erreicht :P
Irgendwie habe ich auch was falsch gemacht, diese 70k werde ich
vermutlich auch nicht so schnell (vielleicht nie) knacken könen, ein
komilitone hat das aber schon. Jedenfalls weiß ich jetzt, was ich meinem
Kind für Ratschläge mitgeben kann, was mir meine Eltern nicht mitgeben
konnten, da sie nie in diese Welt hineinschnuppern konnten.
70k bekommt man in NRW bei IGM EG13 (von 14) bei 35h und guter
Leistungsbewertung.
So sind bei uns viele HW Entwickler, auch junge, eingestuft. Die alten
Hasen sind fast alle in EG14.
DINK schrieb:> 70k bekommt man in NRW bei IGM EG13 (von 14) bei 35h und guter> Leistungsbewertung.>> So sind bei uns viele HW Entwickler, auch junge, eingestuft. Die alten> Hasen sind fast alle in EG14.Wurzelpeter schrieb:> 70k bekommt bei uns (Bayern) der Facharbeiter im TechSupport oder in der> IT der Admin/Supporter/Trainer.> Entwickler sind da schon noch etwas höher.
Und wie kommt man an solche Stellen, wenn man keine Beziehungen hat, und
erst bei Berufseintritt feststellt, wie es läuft, weil man aus einer
Bildungsfehrnen schicht kommt, und erstmal dachte, dass (laut Presse) so
gut wie jeder Ing so bezahlt wird, aber man dann nach dem Studium
erkennt, dass das nur ein kleiner Bruchteil ist, und die meisten mit
viel weniger abgespeist werden?
Wurzelpeter schrieb:> 70k bekommt bei uns (Bayern) der Facharbeiter im TechSupport oder in der> IT der Admin/Supporter/Trainer.
Wo in Bayern?
Konzern München oder KMU in der Fränkischen Schweiz?
tzres schrieb:> Und wie kommt man an solche Stellen, wenn man keine Beziehungen hat
Dann hat man es schon schwerer. Im Idealfall sollte man sich halt vor
dem Studium schon Gedanken machen. Leider ist sowas heute ja nicht mehr
In, es wird zwar nach dem Abitur erstmal 1 jahr gereist, weil man hat ja
jetzt so viel geleistet, aber einen Plan haben dann die wenigsten.
Auch während des Studiums kann man Beziehungen aufbauen. Wir haben hier
immer Praktika oder suchen einen Werkstudenten. Darauf aufbauend kann
man sich schon Chancen auf eine Stelle machen. Es wird auch immer erst
versucht jemanden internen zu finden.
Das hat auch nix mit bildungsferne Schichten zu tun.
Rick M. schrieb:> Wo in Bayern?> Konzern München oder KMU in der Fränkischen Schweiz?
Die Frage kann man sich ja fast alleine beantworten?
Man muss mehr, als die 8/7 fordern, da sich das für die Firma ja lohnt.
Alle Fixkosten hat sie nur einmal und bekommt 14% mehr Leistung.
Hier ist eine Tabelle:
Beitrag "Mehr Stunden gleich mehr Verdienst?"
Markus W. schrieb:> Man muss mehr, als die 8/7 fordern, da sich das für die Firma ja lohnt.> Alle Fixkosten hat sie nur einmal und bekommt 14% mehr Leistung.
Als Festangestellter? Vergiss es. Der Tarifvertrag sieht das schlicht
und ergreifend nicht vor.