Ein Stück Technisches Zeichnen Vergangenheit

OP #4763987
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Ich fand kürzlich in einem Gebrauchtwarengeschäft diese interessante 
Beschriftungsschablone von KE & Esser. Das waren noch Zeiten...
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Gast #4764531
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Sowas gab es auch zum Fräsen. Da hatte man so zweilagige 
Kunststoffplatten, von denen die obere Schicht abgefräst wurde. Die 
Kulissenführung für die Schriftzeichen war ähnlich aufgebaut. So hatten 
wir in meiner letzten Firma alle möglichen Anlagenteile beschriftet.

Dann kam der Brother p-Touch.
Gast #4764637
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Joe G. schrieb:
> Zu dieser Zeit nannten sich eBooks auch noch Bücher und Handys
> Telephone. Gerechnet wurde mit dem Rechschieber und Überschlag erfolgte
> im Kopf

Und gekackt wurde übern Hof aufm Plumpsklo. Im Winter bei minus zwanzig 
Grad. Im Nachthemd.

Wird das jetzt der nächste "früher war alles besser und wir waren noch 
echte Männer" Jammerthread?
OP #4764653
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Timm T. schrieb:
> Wird das jetzt der nächste "früher war alles besser und wir waren noch
> echte Männer" Jammerthread?

Das finde ich etwas hart:-)

Vielleicht muß man das nicht unbedingt so sehen. Es ist doch ganz in 
Ordnung wenn man erwähnt wie man es früher machen mußte, weil es damals 
unsere moderneren Möglichkeiten noch nicht gab.

Um 1973 sparte ich mir das Lehrlingsgehalt von sechs Monaten um sofort 
wie ich konnte mir einen SR-50 Kalkulator zu erstehen. Keine Sekunde 
blickte ich auf den Rechenschieber zurück welcher bis dann mein Leben 
beherrschte;-)

Ich glaube nicht, daß ich da eine Ausnahme war. Den HP-35 konnte ich mir 
damals noch weniger leisten.

Gruesse,
Gerhard
#4764654
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Timm T. schrieb:
> Und gekackt wurde übern Hof aufm Plumpsklo. Im Winter bei minus zwanzig
> Grad. Im Nachthemd.
>
> Wird das jetzt der nächste "früher war alles besser und wir waren noch
> echte Männer" Jammerthread?

Ich glaube, fuer mich, das dieses Ansicht nicht beabsichtigt war.
Aber hinweis auf die gedruckten Ausgaben (sprich Buecher) finde
ich nicht verkehrt.

Gruss Asko
Gast #4765061
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Warum so bissig?
Es ist doch schön, dass solche Dinge den Container überleben. Klar wird 
man damit heute kaum noch pinseln, doch als Objekt der Technikgeschichte 
gehört das aufgehoben und gelegentlich man daran erinnert.
Ich habe auch noch technische Bücher aus etwa 1700-1930 aufgehoben, die 
ich mal bei einer Dachbodenberäumung gefunden habe.
Es ist schon erstaunlich wie unsere Ur- und Großväter die Grundlagen für 
heutige Handys und Google gelegt haben. Ob unsere Enkel und Urenkel von 
uns (manchmal arroganten) Googlern so was auch mal sagen können, sehe 
ich im Moment nicht.

Old-Papa
#4767026
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Timm T. schrieb:
> Wird das jetzt der nächste "früher war alles besser und wir waren noch
> echte Männer" Jammerthread?
Bis zu Deinem Post hatte in diesem Thread noch niemand gejammert, an 
dieser Stelle fingsts Du damit an.

Bei diesen alten Zeichenutensilien fallen mir alte Bleistifminenschärfer 
ein, die ich an zwei Stellen gesehen habe: zum einen bei uns zuhause 
(mein Vater war technischer Zeichner), zum anderen in der TV-Serie 
Raumpatrouille, wo sie als Bedienelemente der Orion dienten.

http://images.google.de/imgres?imgurl=https%3A%2F%2Fupload.wikimedia.org%2Fwikipedia%2Fcommons%2F2%2F23%2FDahle322.jpg&imgrefurl=https%3A%2F%2Fde.wikipedia.org%2Fwiki%2FRaumpatrouille_%25E2%2580%2593_Die_phantastischen_Abenteuer_des_Raumschiffes_Orion&h=454&w=500&tbnid=5H0iUR0aNirsHM%3A&docid=0ms7v2nuUVrQYM&ei=LSYOWOuLA8iZsgH8obiwAg&tbm=isch&client=firefox-b&iact=rc&uact=3&dur=1911&page=0&start=0&ndsp=56&ved=0ahUKEwir1pOw3vPPAhXIjCwKHfwQDiYQMwgdKAEwAQ&bih=1060&biw=1920
#4767216
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Manchmal muss man daran erinnern :)

Das ging "früher" mindestens genauso gut. Aber halt nicht digital,
sondern mit Mechanik oder von Hand.

Wo kommt die heutige Technik her?

Ich finde es Klasse, die damalige Technik zu bewahren.

Wo kämen wir hin, wenn wir alles wegwerfen, das dem heutigen
Stand der Technik nicht mehr entspricht?

Alte mechanische Technik ist oft richtig spannend und unglaublich
intelligent konstruiert.

Grüße Bernd
#4767251
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Ich habe vor 30 Jahren mal für einen Kunden das erste Diktiergerät
der Welt restauriert.
http://images.google.de/imgres?imgurl=http%3A%2F%2Fmedia.liveauctiongroup.net%2Fi%2F14295%2F14447408_1m.jpg%3Fv%3D8CFA1F875012560&imgrefurl=http%3A%2F%2Fwww.icollector.com%2FDictophone-made-by-EDISON-Diktierger-t-von-EDISON_i14447408&h=250&w=250&tbnid=r-za6IVOxHE1OM%3A&docid=N4vUQL0seLAnVM&itg=1&ei=0z8OWOS4NoH_sQH78ZPIAQ&tbm=isch&client=firefox-b-ab&iact=rc&uact=3&dur=864&page=0&start=0&ndsp=25&ved=0ahUKEwik7rvr9vPPAhWBfywKHfv4BBkQMwgfKAEwAQ&bih=707&biw=1024

( Erstes Bild)
Und das Teil war noch älter.

da kriegst du massig Respekt. Die Tonqualität ist recht gut.
( Einige Experimente wegen der Wachsmischung für die Walze waren nötig)

Leider war mein Geldbeutel zu schmal, um den Kunden zum Verkauf zu über-
reden ):

Grüße Bernd
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Gast #4767411
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Bernd F. schrieb:
> Alte mechanische Technik ist oft richtig spannend und unglaublich
> intelligent konstruiert.

Ich arbeite regelmäßig an mechanischen Analogrechnern. Die Teile sind 
älter als ich.

Der Witz ist, die rudimentär vorhandene Elektronik ist inzwischen 
unbrauchbar. Der Mechanik läuft und kann auch gern noch weitere 20 Jahre 
laufen.
#4767688
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Richard H. schrieb:
> Timm T. schrieb:
>> wir waren noch echte Männer
>
> Und trotzdem hatten wir mehr Lametta.


Aber Echtes!

Mit dem konnte über den Weihnachstbaum dann der Fernsehkanal
auch optimiert oder auch gestört werden...

Ich hatte so um 1980 im Prüfgerätebau noch viele Aluschilder,
Einschubfrontplatten graviert und mit Farbe ausgelegt - sah echt
immer gut aus...
#4768783
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Bernd F. schrieb:
> Ich habe vor 30 Jahren mal für einen Kunden das erste Diktiergerät
> der Welt restauriert.
> 
http://images.google.de/imgres?imgurl=http%3A%2F%2Fmedia.liveauctiongroup.net%2Fi%2F14295%2F14447408_1m.jpg%3Fv%3D8CFA1F875012560&imgrefurl=http%3A%2F%2Fwww.icollector.com%2FDictophone-made-by-EDISON-Diktierger-t-von-EDISON_i14447408&h=250&w=250&tbnid=r-za6IVOxHE1OM%3A&docid=N4vUQL0seLAnVM&itg=1&ei=0z8OWOS4NoH_sQH78ZPIAQ&tbm=isch&client=firefox-b-ab&iact=rc&uact=3&dur=864&page=0&start=0&ndsp=25&ved=0ahUKEwik7rvr9vPPAhWBfywKHfv4BBkQMwgfKAEwAQ&bih=707&biw=1024
>
> ( Erstes Bild)
> Und das Teil war noch älter.
>
> da kriegst du massig Respekt. Die Tonqualität ist recht gut.
> ( Einige Experimente wegen der Wachsmischung für die Walze waren nötig)
>
> Leider war mein Geldbeutel zu schmal, um den Kunden zum Verkauf zu über-
> reden ):
>
Ein wenig zur Technik: Ein starkes Uhrwerk mit Fliehkraftbremse dreht
die Wachswalze mit konstanter Geschwindigkeit.

Dann kommt der "Löschkopf", eine Art Rasierklinge wird, angetrieben über
ein Feingewinde, längs der Walze bewegt, und sorgt für eine makellose
Oberfläche.

Nun wird diktiert. Der Sprechkopf ( ca.50 mm Durchmesser) hat einen
Trichter, dann ein Membrane und eine Diamantnadel.
Auch dieses Teil wird über das Feingewinde zwangsgeführt und hinterlässt
eine Rille (ähnlich Schallplatte).

Nun kommt die Wiedergabe:
Ein Wiedergabekopf ( ca. 40 mm Durchmesser ) Gummischlauch, T- Stück,
zwei Öhrstöpsel und fertig.
Der Wiedergabekopf läuft automatisch der Rille hinterher.

Dreimal kann man sich das Diktat anhören, dann wird die Tonqualität
zu schlecht.

Nun wieder die Klinge. Fertig für die nächste Aufnahme.
Zehnmal lässt sich die Walze so beschreiben.

Faszinierend.

Grüße Bernd
#4769379
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Timm T. schrieb:
> Wird das jetzt der nächste "früher war alles besser und wir waren noch
> echte Männer" Jammerthread?

Jochen Malmsheimer hat es schön gesagt: "früher war nicht alles besser, 
aber es war vieles gut! Und es wäre auch heute noch gut wenn man die 
Finger davon gelassen hätte!" :-)

Ich finde die alte Technik faszinierend, eben weil da noch keine µComs 
drinstecken die bald jeder Affe Programmieren kann. (OK, auf 
verschiedenem Niveau, aber es gibt ja auch verschiedene Affen... ;-) )
Gast #4769530
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Bernd T. schrieb:
> Ich finde die alte Technik faszinierend, eben weil da noch keine µComs
> drinstecken die bald jeder Affe Programmieren kann.

Du musst jetzt sehr tapfer sein: Genau das mache ich in den alten 
Analogrechnern, uCs einbauen. Hat schon seine Vorteile, wenn man 
dutzende Dekatrons, Zählwerke, Relais durch bißchen Silizium ersetzen 
kann.

Allerdings haben die uCs hier nur die Aufgabe der Ansteuerung der 
Antriebe und Schaltfunktionen. Die Berechnungen erfolgen nach wie vor 
mechanisch.
OP #4769756
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Timm T. schrieb:
> Allerdings haben die uCs hier nur die Aufgabe der Ansteuerung der
> Antriebe und Schaltfunktionen. Die Berechnungen erfolgen nach wie vor
> mechanisch.

Timm,
Hast Du diese faszinierende Anlage irgendwo publiziert? Mich würden 
nähere Einzelheiten (Bilder, Beschreibungen) sehr interessieren.

Das vorgestellte Gerät in der Link ist wahrscheinlich artverwandt.
http://www.tatjavanvark.nl/harmonium/harmonium.html

Gerhard
#4775502
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Gerhard O. schrieb:
> Timm T. schrieb:
>> Wird das jetzt der nächste "früher war alles besser und wir waren noch
>> echte Männer" Jammerthread?
>
> Das finde ich etwas hart:-)
Eben. Eine Lockheed SR-71 wurde mit solchen Hilfsmitteln berechnet.

> Keine Sekunde
> blickte ich auf den Rechenschieber zurück welcher bis dann mein Leben
> beherrschte;-)

Dachte ich auch, bis die Rettungsbootsmann Prüfung anstand.
Alle Prüfungshilfsmittel zur stellaren Navigation mussten den Test : "10 
min Untertauchen in Seewasser" bestehen.

Als der Prüfer wirklich mit Eimer auftauchte, waren die HPs ganz schnell 
weg vom Tisch.

Also: Sekstant, Bleistift, Messer, Zirkel, 2 Dreiecke und 
trigonometrischer Rechenschieber. Bis heute ist das die Grundausstattung 
in meinem Rettungsboot.
Gast #4775570
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Sebastian L. schrieb:
> bis die Rettungsbootsmann Prüfung anstand.
> Sekstant...

Die Prüfung hast Du dann aber nicht bestanden, oder?

Meine Große schaute letztens auch etwas ungläubig, als ich ihr statt des 
Navis die Karte in die Hand drückte: Sag mir mal den Weg an. Und das hat 
sie problemlos hinbekommen. Das Eine nutzen heißt doch nicht, das Andere 
nicht mehr beherrschen.

Sebastian L. schrieb:
> Eine Lockheed SR-71 wurde mit solchen Hilfsmitteln berechnet.

Naja, nix worauf man stolz sein muß.

Aber wie Du oben siehst, weiß ich alte Technik durchaus zu schätzen und 
versuche sie zu erhalten, nicht nur fürs Museum, sondern für 
tatsächliche Nutzung.

Nur suche ich mir dazu das Werkzeug, welches mir möglichst effiziente 
Arbeit bietet. Da ziehe ich dann den Taschenrechner dem Rechenstab vor, 
und das Navi leitet mich zuverlässiger zum Kunden als wenn ich erst den 
Stadtplan besorgen muß.
#4775804
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soul e. schrieb:
> Dann kam der Brother p-Touch.

Ich kenne beides, Gravograph und Dymo/Brother.

Aber die richtigen Schilder graviere ich immer noch, sei es für 
Möller-Schalter, die jetzt Eaton heißen oder für andere Beschriftungen.
Das sieht gleich viel besser aus als einfach lieblos so ein 
beschriftetes Plastikband irgend wo hin zu kleben.
Und es hat den unschlagbaren Vorteil, das man es selbst an nem 
Schaltschrank der mit dem Gesicht nach Süden irgend wo draussen hängt, 
in 25 Jahren noch lesen kann, während man das Plastikband im Extremfall 
schon mal jährlich wechseln muss.
#4777838
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Mani W. schrieb:
> Und Sextanten sind dann mehrere...
Sextanten bekommen trotzdem weder Kinder noch Geschlechtskrankheiten. 
scnr.

Tschuldigung - das x ist mir im Eksil (Exil) verloren gegangen. ;-)

Und ja zum Rettungsbootsmann gehörte auch Untertauchen des Probanten, 
alternativ Vorlage des "Freischwimmer" oder für die jüngeren "Deutsches 
Schwimmabzeichen Bronze".
#4778252
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Sebastian L. schrieb:
> Und ja zum Rettungsbootsmann gehörte auch Untertauchen des Probanten,
> alternativ Vorlage des "Freischwimmer" oder für die jüngeren "Deutsches
> Schwimmabzeichen Bronze".

Hhmmm, es kann sein, das ich grundsaetzlich irre.
Aber mein Onkel "zwang" mich eine 3/4 Stunde im Wasser zu bleiben.
So, bei ca. 16°C Wassertemperatur.
Nannte sich damals wohl "Fahrtenschwimmer".
Also, ich habs geschafft, aber (ehrlich gesagt) mehr schlecht als Recht.

Datt war so Kaalt....(und lang).

Gruss Asko

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