Hallo miteinander,
Für eine DIY-Scheibenwischersteuerung möchte ich Regentropfen auf der
Windschutzscheibe erkennen und möglichst auch die Intensität grob messen
können.
Der Nachbau der optischen Lösung, die im Automobilbereich sonst genutzt
wird, erscheint mir aber zu aufwändig (Sowohl Optik, als auch
Auswerteelektronik).
Daher die Idee, das Wasser kapazitiv durch die Scheibe hindurch zu
messen.
Ich weiß nun aber nicht, wie ich abschätzen kann ob und wie stark
Wassertropfen in mehreren mm Entfernung von den Leiterbahnen des Sensors
eine Kapazitätsänderung verursachen.
Beispiel für einen solchen Sensor: http://www.ebay.de/itm/272273726598
lg, cr
cr schrieb:> Ich weiß nun aber nicht, wie ich abschätzen kann ob und wie stark> Wassertropfen in mehreren mm Entfernung von den Leiterbahnen des Sensors> eine Kapazitätsänderung verursachen.
Also grundsätzlich funktioniert sowas dadurch, daß Wasser eine
Dielektrizitätskonstante von etwa 80 hat, Luft von 1. Es werden also
Feldlinien ins Wasser gesaugt.
Das Problem ist, wenn Du da ein paar Millimeter Glas vorpackst, daß
dieses Kurzschließen(des E-Feldes, nicht des Stroms) im entscheidenden
Teil direkt zwischen den Bahnen nicht mehr funktioniert.
Die Feldlinien werden nur dann den Umweg durch die Scheibe und durchs
Wasser machen, wenn der Weg elektrisch gesehen eine Abkürzung ist. Wenn
der Abstand zwischen den Bahnen aber auch nur wenige Millimeter ist,
dann kann es sich ja gar nicht lohnen, erst durchs Glas ein paar
Millimeter zu gehen, auf der Feldlinien-Autobahnm durchs Wasser und dann
wieder ein paar Millimeter durchs Glas zurück. Dann kann man als so eine
Feldlinie auch gleich unter dem Glas den direkten Weg nehmen.
Damit das funktionieren kann, muß der Abstand der Bahnen zueinander groß
sein im Vergleich zur Glasdicke, also etwa einen Faktor 10. Wenn Du 5mm
Glas hast, müssen die Bahnen 50mm auseinandersein. Allerdings ist dann
die Kapazität eben wegen der großen Distanz an sich schon recht klein,
und das wird schwierig zu messen.
Das ist jedenfalls so mein Verständnis von der Sache.
Du könntest natürlich den Feldlinien die Bequemlichkeit austreiben,
indem Du an geeigneter Stelle außen am Fahrzeug das Ding anbringst, oder
etwas Vergleichbares.
Danke für deine Antwort und die anschauliche Erklärung.
Außen anbringen ist leider nicht sinnvoll, denn der Sensor muss ja im
Bereich der Scheibe liegen, die vom Scheibenwischer erfasst wird.
lg, cr
Theoretisch geht deine Idee.Kalkuliere mal mit ein paar pikofarad für
den trockenen Sensor und evtl.ein paar Femtofarad für die Regentropfen.
Warum glaubst du,verwenden die Autohersteller lieber optische Sensoren?
Kapazitive Sensoren durch Glas gehen gut.
Kapazitive Sensoren driften aber wie Hund, sind sehr empfänglich für
elektrische Felder und die Schaltschwelle des 'nicht aktiven' Zustands
muss permanent nachgeführt werden.
Nun hält Regen aber oft über Stunden an und dabei ändert sich die
Temperatur.
Deine Entscheidungsfindung ob der Regen stärker geworden ist oder nur
der Sensor weiter verstimmt ist wird spannend.
Geht ganz bestimmt auch kapazitiv aber Du wirst lange forschen müssen
bis das zuverlässig in allen Lebenslagen über Jahre funktioniert.
Schutz, Schnee, Blätter etc. machen Dir das Leben da nicht einfacher
zumal die Sensorfläche nur sehr klein am Rand der Scheibe sein darf.
cr schrieb:> Für eine DIY-Scheibenwischersteuerung
Kannst gerne meine von meinem Golf haben wenn du sie ohne Schaden
anzurichten ausbauen kannst :-)
Völliger Mist, funktioniert mal und mal nicht, in Dunkelheit bei
Streulicht durch Gegenverkehr ziemlich zuverlässig nicht.
Ein einstellbarer Intervallschalter wäre mir 10 mal lieber.
Aber du kriegst das bestimmt besser hin als die VAG/Bosch Ings :-)
Ich stelle mir die optische Lösung nicht schwer vor. In der Mitte ein
Lichtsender und kreisförmig drumrum Fototransistoren. Wenn nun ein
Regentropfen geflogen kommt :oD reflektiert der das ausgesandte Licht
auf einen der Fototransistoren. Das sollte (so meine Überlegung) Impulse
geben, anhand deren Anzahl man die Regendichte abschätzen kann. Ja
wollte ich schon lange mal ausprobieren. Und natürlich nicht einfach nur
Licht: moduliert, evtl. IR, ......
Crazy H. schrieb:> Ich stelle mir die optische Lösung nicht schwer vor
Unter den Bedingungen, die du beschreibst, vielleicht, aber bei
Nieselregen oder durch Nebel feuchte Scheibe bestimmt nicht. Aber da
funktioniert die kapazitive Messung des TO noch viel weniger. Man könnte
natürlich die Scheibenwaschanlage bemühen, um den Regensensor
auszulösen...
Georg
Wieso kaufst du nicht in der Bucht nen Sensor von nem gängigen
Hersteller. Eben mal geschaut, die Kosten zwischen 10 und 50€ neu. Oder
Geh zum Schrottplatz, aber warte noch 2-3 Monate, dann haben die wieder
mehr Auswahl :-)
Der Andere schrieb:> Kannst gerne meine von meinem Golf haben wenn du sie ohne Schaden> anzurichten ausbauen kannst :-)> Völliger Mist, funktioniert mal und mal nicht, in Dunkelheit bei> Streulicht durch Gegenverkehr ziemlich zuverlässig nicht.
Hmm, meine Steuerung im Peugeot307 hat in 90% der Fälle gut
funktioniert. In meinem neuen 2008 mit Festintervall habe ich
eine solche Steuerung jedenfalls schon schmerzlich vermisst.
Die mit dem gleichen Sensor arbeitende Fahrlichtsteuerung
war dagegen eher unzuverlässig.
udo schrieb:> Warum glaubst du,verwenden die Autohersteller lieber optische Sensoren?
Sicher aus einem guten Grund, die haben aber auch die technischen
Möglichkeiten sowas zu bauen. Ich nicht.
> Kapazitive Sensoren driften aber wie Hund
Hab ich auch grad an einem Testaufbau festgestellt. Schade :/
>Und natürlich nicht einfach nur Licht: moduliert, evtl. IR, ......
Das für mich nicht lösbare Problem dabei ist, die winzigen Unterschiede
auszuwerten die ein IR LED gegen die Sonne aufbringen kann.
>Wieso kaufst du nicht in der Bucht nen Sensor
Schau ich mir mal an, auch wenns nicht ganz dem DIY Gedanken entspricht,
aber danke :)
lg, cr