Sascha_ schrieb:
> Das muss kein Elko sein, nein. Und auch kein low ESR, es sei denn
> der zu
> erwartende Strom würde den Kondensator stark erwärmen.
Darum geht es hier überhaupt nicht, es gibt allerdings einen triftigen
Grund an dieser Stelle einen Elko zu nehmen und keinen MLCC. Der
LC-Eingangsfilter bildet bekanntlich einen Schwingkreis, und der
Gütefaktor dieses Kreises wird massgeblich vom ESR der
Stützkondensatoren bestimmt. Mit dem besonders niedrigen ESR von MLCCs,
in Verbindung mit vergleichsweise kleinen Kapazitäten, ergeben relativ
hohe Resonanzfrequenzen mit höheren Kreisgüten.
Die Folgen können fatal sein: Wenn der nachgeschaltete Wandler einen
abrupten Lastwechsel durchläuft, regt dies den LC Schwingkreis an und es
können Überspannungen entstehen, die zur Zerstörung des Wandlers führen.
Dagegen stimmt der Elko mit seiner größeren Kapazität den Kreis auf eine
tiefere Resonanz ab, wo schon aufgrund des Drahtwiderstandes der Drossel
der Gütefaktor nicht durch die Decke gehen kann. Dazu kommt der ESR des
Elkos.
Andererseits spricht nichts dagegen, dem Elko einen MLCC deutlich
kleinerer Kapazität parallel zu schalten, da in diesem Falle die
Kreisgüte vom Elko bestimmt wird.
All dies habe ich mir nicht theoretisch aus den Fingern gesogen, sondern
war das Ergebnis der Untersuchung von zunächst rätselhaften Ausfällen
eines point-of-load-Reglers, der eine CPU mit starken Lastwechseln zu
versorgen hatte.
Selbstverständlich läßt sich dieser Effekt auch in Spice wunderbar
simulieren.