Viele-LAN-Switches im Netz: Geht das??

Gast #4777893
In einer Halle ca. 60m x 60m steht ein zentraler Switch, der etwa 30 
Kabelmeter von der Internet-einspeisenden Fritzbox entfernt ist. Der 
Switch speist etwa 20 LAN Kabel, die bis zu 60 Meter lang sind, um 
verschiedene Orte in der Halle anzubinden. Am Ende der Kabel befinden 
sich teilweise noch einmal kleine "Insel"-Switches mit bis zu acht 
Ports, um Computer, Drucker und VOIP Telefone über wenige Meter lange 
Kabel anzuschließen. Jedes Gerät im Netz hat eigene Spannungsversorgung. 
Alle Kabel, Dosen und Switches sind CAT6 bzw. Gigabit spezifiziert.

Nachdem über die Jahre immer mehr von den kleinen Switches ins Netz 
gekommen sind, kann es nach Tagen bis Wochen zu einem Zusammenbruch des 
Netzes kommen. Das bedeutet, dass zunächst einer und dann immer mehr 
Geräte eine extrem langsame oder gar keine Internet Verbindung mehr 
haben. Betroffene Geräte laufen dann wieder, wenn man den zugeordneten 
kleinen Switch wegnimmt und die ankommende Leitung vom zentralen Switch 
direkt in eines der Geräte steckt. Nimmt man dann den zentralen Switch 
für einen Moment vom Stromnetz, läuft nach ein paar Minuten wieder 
alles.

Daher die Frage: Was muss man beachten, wenn man wie hier Switches 
sternförmig schachtelt? Wie verhindert man den beschriebenen Kollaps? 
Was sollte ich lesen, um initiativ werden zu können?
Gast
Ralf P. schrieb:
> Daher die Frage: Was muss man beachten, wenn man wie hier Switches
> sternförmig schachtelt? Wie verhindert man den beschriebenen Kollaps?
> Was sollte ich lesen, um initiativ werden zu können?

es gibt kein Limit. Das Problem sind mehr die PCs ( oder Geräte). Wenn 
jedes gerät Broadcast/Unicast sendet hat man einen sehr hohen Grund- 
traffic.

Dann kommt als nächsten das Limit, das einige Switch nur eine begrenzte 
Anzahl von MACs speichern können - aber das sollte immer über 8000 sein.

Wie viele Geräte sind in dem Netz?
Ralf P. schrieb:
> Nimmt man dann den zentralen Switch
> für einen Moment vom Stromnetz, läuft nach ein paar Minuten wieder
> alles.

Was ist das für ein Switch?

Ist auch ein WLAN mit im Spiel? Das vom Fritz oder ein anderes.

Tritt der gleiche Effekt auf, wenn man die Fritzbox rebootet? Wenn ja, 
dann gehen Fritz die Ressourcen aus und es wäre ein besserer Router 
angesagt.

> Daher die Frage: Was muss man beachten, wenn man wie hier Switches
> sternförmig schachtelt?

Diese Topologie ist völlig in Ordnung.
Hauptsache, es kommt kein Schlauberger auf die Idee, mit einem langen 
Netzwerkkabel 2 Inseln miteinander zu verbinden.

Die Fritzbox ist für Heimanwendungen das nonplusultra. Aber in Netzen 
mit vielen Clients stößt die an ihre Grenzen. Also, wenn was nicht geht, 
da mal schauen und einen anderen Router einsetzen.
Gast
Mann kann ja mal testen ob die Problem Rechner noch andere Ziele pingen 
kann oder ob man auf einen Fileserver/Nas (nicht das von der 
Fritzbox)zugreifen kann. Wenn das geht und nur das Internet nicht wird 
es wohl am zu schwachen Router liegen.
Gast
Ralf P. schrieb:
> Daher die Frage: Was muss man beachten, wenn man wie hier Switches
> sternförmig schachtelt? Wie verhindert man den beschriebenen Kollaps?
> Was sollte ich lesen, um initiativ werden zu können?

Indem man...
1. Switche mit ausreichend Speicher für die Routing Tabellen verwendet.
2. bei einem managed-Switch die Firmwareupdates installiert
3. nur EINEN DHCP-Server betreibt!!!
4. gelegentlich die Routing-Tabellen bereinigt. Bei den besseren 
Managed-Switches gibts dazu entsprechende Funtionen, bei billigen 
Switchen hilft hier nur eine Zeitschaltuhr am Netzteil
Gast
Schreiber schrieb:
> 1. Switche mit ausreichend Speicher für die Routing Tabellen verwendet.
ein Switch arbeitet auf Layer2 - das gibt es keine Routing Tabelle

> 3. nur EINEN DHCP-Server betreibt!!!
wo bleibt da die Redundanz - wir haben auch mehre

> 4. gelegentlich die Routing-Tabellen bereinigt.
welche Routing-Tabellen?
Gast
Peter II schrieb:
>> 4. gelegentlich die Routing-Tabellen bereinigt.
> welche Routing-Tabellen?

Die Tabelle in der Steht welches Gerät mit welcher MAC-Adresse an 
welchem Port angeschlossen ist.
Besagte Tabelle wird vom Switch automatisch angelegt und wird irgendwann 
fehlerhaft.

Peter II schrieb:
>> 3. nur EINEN DHCP-Server betreibt!!!
> wo bleibt da die Redundanz - wir haben auch mehre

Korrekt, das geht, aber mit einer Fritzbox kommt man da nicht weit.
Gast
Schreiber schrieb:
> Die Tabelle in der Steht welches Gerät mit welcher MAC-Adresse an
> welchem Port angeschlossen ist.
> Besagte Tabelle wird vom Switch automatisch angelegt und wird irgendwann
> fehlerhaft.

das sind aber keine Routing Tabellen, das sind einfach MAC Listen.
Peter II schrieb:
> das sind aber keine Routing Tabellen, das sind einfach MAC Listen.

"Routing Tabellen" ist natürlich der falsche Begriff. Aber es sind auch 
nicht nur MAC-Listen, sondern Tabellen, die dem Switch den Weg zum 
richtigen Port weisen. Nur nennt man das im Ethernet eben switchen und 
nicht routen. In Token Ring hiess es allerdings ganz offiziell Routing.

Wer es gerne noch komplizierter hat: L3 Switches switchen L3 statt zu 
routen, allerdings anhand von Routing Tabellen, obwohl das der gleiche 
Vorgang wie in Routern ist, die L3 nicht switchen sondern routen. Wer 
also auf Nummer Sicher gehen will, der nennt L2 und L3 dazu und scheisst 
auf den Unterschied zwischen switchen und routen.
Gast
Ralf P. schrieb:
> steht ein zentraler Switch,

Entweder entstand der Flaschenhals durch mehr Last. Dann sollte es zum 
Feierabend evtl. besser funktionieren oder es ist eine kranke Komponente 
im Netz? Dann beginnt die große Sucherei.

Random .. schrieb:
> Kenne eine Firma, die hat mit Switches eine Verkabelung mit nur einem
> Strang aufgebaut :-)
> Also: ankommendes Kabel, abgehendes zum nächsten Switch, und abgehendes
> zum PC.

Das ist kein Unsinn sondern "Segmentverlängerung" (mit der 
"Zuverlässigkeit" einer Weihnachtsbaumbeleuchtung wenn der 1. Switch 
ausfällt)!
Ralf P. schrieb:
> Betroffene Geräte laufen dann wieder, wenn man den zugeordneten
> kleinen Switch wegnimmt und die ankommende Leitung vom zentralen Switch
> direkt in eines der Geräte steckt. Nimmt man dann den zentralen Switch
> für einen Moment vom Stromnetz, läuft nach ein paar Minuten wieder
> alles.

Hilft es auch, wenn Du nur den kleinen Switch vor Ort beim betroffenen 
Gerät kurz stromlos machst und dann wieder einsteckst?
Gast
Ich habe noch einen alten Netgear 8 Port Switch, davon 4 Port mit POE.
Der hat auch irgendwie einen Schuss. Wenn der mit am Netz hängt, in 
einem ähnlichen Aufbau wie beim TS, bricht nach wenigen Stunden das Netz 
auch zusammen. Auch Rechner die nicht an diesem Switch hängen haben dann 
Netzwerkprobleme.
Nach dieser und auch schon anderen Problemen in der Vergangenheit kommen 
mit jetzt keine Netgear oder Dlink Produkte mehr ins Haus/Netz.
Poster schrieb:
> Nach dieser und auch schon anderen Problemen in der Vergangenheit kommen
> mit jetzt keine Netgear oder Dlink Produkte mehr ins Haus/Netz.

Die Beschreibung oben riecht nach einer 3stelligen Anzahl Geräte im 
Netz. In dieser Dimension würde ich nicht in die unterste Schublade 
greifen. Unter jenen Geräten, mit denen ich Erfahrung gesammelt habe, 
käme beispielsweise HP in Frage. Vorzugsweise mit Spanning Tree, damit 
es nicht scheppert, wenn jemand mal versehentlich das falsche Kabel 
erwischt und Switches quer verbindet.
Gast
Unger schrieb:
> Warum soll es an der Anzahl der Switches liegen? Gibt es dafür
> konkrete
> Hinweise? Oder ist das einfach nur eine Vermutung?

einfach mal auf den link in dem 4. Beitrag gehen, da steht alles drin!

Die 5-4-3 Regel hat scheinbar immer noch ihre Berechtigung...
RAc schrieb:
> Die 5-4-3 Regel hat scheinbar immer noch ihre Berechtigung...

Diese Regel bezieht sich auf Netze mit Repeatern und deren Folgen für 
das Netz. Repeater gibts heute nicht mehr.

Die Beschreibung des TO entspricht überdies dem im Link empfohlenen Netz 
mit "star pattern", nur ohne Redundanz.
Von der Fehlerbeschreibung wäre beides möglich:

Entweder eine Tabelle auf dem "core" Switch läuft voll oder aber die 
Verbindungs (NAT) Tabelle auf der Fritzbox.

Beides kann durch die Reduzierung der Geräteanzahl durch wegnehmen eines 
kleinen Switches oder durch abschalten des großen Switches bereinigt 
werden.

Wieviele Geräte sind denn insgesamt so angschlossen? Wie groß ist euer 
lokales Subnetz? Also /24 oder /16?

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