Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik ATmega Widerstand gegen GND im Power Off Zustand


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von Timo N. (tnn85)


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Siehe Betreff.

Was ist der Widerstand von einem ATmega (egal welcher, z.B. ATmega32) 
IO-Pin gegen GND, wenn er von der Versorgung getrennt ist.

Nach welchem Begriff muss ich im Datasheet schauen. Ich hab leider 
nichts gefunden. Vielleicht kann mir jemand helfen.

von Thomas E. (picalic)


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Das kommt auf die angelegte Spannung an - bei +/- ein paar Millivolt ist 
der Widerstand extrem hoch, bei höherer Spannung ist der I/O-Pin über 
seine interne Schutzdiode mit VDD verbunden und speist so den 
Mikrocontroller, der dann aber nicht mehr im "Off"-Zustand ist. U.U. (je 
nach Stromverbrauch der gesamten Schaltung) ist dieser Strom für die 
Klemmdiode auch zu hoch. Die maximal erlaubte Spannung des IO-Pins 
gegenüber VDD, sowie der maximale Strom durch die Klemmdioden stehen im 
Datenblatt.

: Bearbeitet durch User
von Jim M. (turboj)


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Timo N. schrieb:
> Was ist der Widerstand von einem ATmega (egal welcher, z.B. ATmega32)
> IO-Pin gegen GND, wenn er von der Versorgung getrennt ist.

Falsches Modell. Da ist kein Widerstand, sondern eine Diode zu 
Versorgungsspannung des µC drin. Sparsame µCs (siehe Stromsparmodi bei 
Atmega) können durchaus über die IO-Pins querversorgt werden.

Beim Atmega könnte die dabei aber durchbrennen und den Pin zerschießen. 
Deshalb steht im Datenblatt meistens sowas wie VCC+0.5 Volt als 
absolutes Maximum drin. Wenn also VCC=0V dann darf da auch keine 
Spannung >0.5 V am Pin dran sein.

von Ingo L. (corrtexx)


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Jim M. schrieb:
> Beim Atmega könnte die dabei aber durchbrennen und den Pin zerschießen.
Wenn der Strom den maximal zulässigen Strom überschreitet, sonst nicht

von Wolfgang (Gast)


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Ingo L. schrieb:
> Wenn der Strom den maximal zulässigen Strom überschreitet, sonst nicht

Und was steht in dem dir vorliegenden Datenblatt zum Maximalstrom der 
Dioden, z.B. bei einem ATmega328?

von Ingo L. (corrtexx)


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Guck mal in AVR182 App Note 
(http://www.atmel.com/images/atmel-2508-zero-cross-detector_applicationnote_avr182.pdf), 
dort wird 1mA als maximal zulässig angegeben.

von Wolfgang (Gast)


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Ingo L. schrieb:
> Guck mal in AVR182 App Note
> 
(http://www.atmel.com/images/atmel-2508-zero-cross-detector_applicationnote_avr182.pdf),
> dort wird 1mA als maximal zulässig angegeben.

Die kenne ich, aber "not recommended" ist deutlich etwas anderes als 
"Maximum Rating".

von Ingo L. (corrtexx)


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Wolfgang schrieb:
> Die kenne ich, aber "not recommended" ist deutlich etwas anderes als
> "Maximum Rating".
Und was ist deiner Meinung nach etwas Anderes, wenn der Hersteller sagt 
"Es wird nicht empfohlen..." als "Ab hier geht es kaputt"? Die 
ursprüngliche Frage des TE wird trotzdem beantwortet => nicht mehr als 
1mA.

von Dietrich L. (dietrichl)


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Wolfgang schrieb:
> Die kenne ich, aber "not recommended" ist deutlich etwas anderes als
> "Maximum Rating".

Dann musst Du schon richtig zitieren:

"It is not recommended that the clamping diodes are
conducting more than maximum 1mA"

Beachte das "more than". Im Umkehrschluss heißt das: <=1mA "is 
recommended".

von Axel S. (a-za-z0-9)


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Ingo L. schrieb:
> Wolfgang schrieb:
>> Die kenne ich, aber "not recommended" ist deutlich etwas anderes als
>> "Maximum Rating".
> Und was ist deiner Meinung nach etwas Anderes, wenn der Hersteller sagt
> "Es wird nicht empfohlen..." als "Ab hier geht es kaputt"?

Das eine ist eine belastbare Aussage. Das andere nicht.

Stell dir einfach mal vor, du würdest ein Gerät designen, das nachher in 
Millionenstückzahlen verkauft wird. Das Design wird deutlich einfacher / 
billiger, wenn du einen Strom über die Schutzdiode zuläßt. Wenn der µC 
dabei allerdings an Überstrom krepieren sollte, kann das zu großen 
Mengen an Rückläufern und entsprechenden Kosten führen.

Würdest du deinem Chef gegenüber deine Entscheidung für einen bestimmten 
Maximalstrom über die Schutzdiode jetzt lieber anhand eines Maximum 
Rating aus dem Datenblatt verargumentieren? Oder anhand einer Empfehlung 
aus einer Appnote?

: Bearbeitet durch User
von Timo N. (tnn85)


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Ok, danke. Meine Frage ist tatsächlich beantwortet.
D. h. dass die Schutzdiode nach VCC ab der Durchlassspannung Vf leitet 
und der Widerstand gegen 0 bzw. den Versorgungswiderstand des µC || 
Ausgangswiderstand des Spannungsregler geht.

Das macht es im Grunde doch unmöglich ein Bussystem mit mehreren 
Teilnehmern zu betreiben, wenn ein Teilnehmer (µC) von der Versorgung 
getrennt ist. Dieser würde dann über den Bus mitversorgt werden, wenn 
keine Außenbeschaltung dies verhindert (z.B. ein Bustreiber/Diode)?

von HildeK (Gast)


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Timo N. schrieb:
> Das macht es im Grunde doch unmöglich ein Bussystem mit mehreren
> Teilnehmern zu betreiben, wenn ein Teilnehmer (µC) von der Versorgung
> getrennt ist.
Korrekt!
> Dieser würde dann über den Bus mitversorgt werden ...
Bzw. den Bus in die Knie zwingen, so dass auch die anderen Teilnehmer 
keine brauchbaren Signale mehr sehen können.

von Jim M. (turboj)


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Timo N. schrieb:
> Das macht es im Grunde doch unmöglich ein Bussystem mit mehreren
> Teilnehmern zu betreiben, wenn ein Teilnehmer (µC) von der Versorgung
> getrennt ist.

Korrekt. Deshalb steht z.B. in alten I²C Specs auch drin, dass für die 
I²C Slaves diese Dioden nach VCC nicht in den Busleitungen drin sein 
dürfen. Allerdings hält sich da in der Praxis fast niemand dran - habe 
bisher nur NXP (ex Phillips) Parts mit dieser Eigenschaft gesehen.

An ander Stelle verwendet man daher (busversorgte) Optokoppler.

: Bearbeitet durch User

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