Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik Störungen bei Verstärkung von Signalaufnahmen mit piezokeramischen Element


von fBayer (Gast)


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Hallo zusammen,

ich sitze gerade an der Entwicklung einer Schaltung mit der ich ein 
Signal von einem piezokeramischen Element 
(https://www.conrad.de/de/piezokeramisches-element-epz-serie-4400-hz-inhalt-1-st-710397.html) 
mithilfe einer externen Soundkarte aufnehme 
(https://www.thomann.de/de/behringer_ucontrol_uca_202.htm). Die maximale 
Signalstärke die der Piezo derzeit aufnimmt liegt bei 10 mV.
Ich wollte das Signal deswegen etwas verstärken (ca. 10fach), um auch 
kleinere Amplituden gut aufzeichnen zu können. Ich habe deswegen die 
angehängte Schaltung gelötet. Die Ausgänge zum Piezo und zur Soundkarte 
sind Klinkenkabel. Die 5V Stromversorgung erfolgt mithilfe eines Pi's, 
der auch die gemeinsame Masse liefert.

Beim Testen der Schaltung auf dem Schreibtisch läuft soweit auch alles 
gut (Messungen von über 3 Stunden Gesamtdauer). Wenn das ganze jedoch in 
einem anderen Raum anbringe, kommt es unregelmäßig zu Ausfällen des 
Systems. Das äußert sich wie im angehängten .wav File.
Die Ausfälle passieren ohne aktiven Auslöser. Ich habe jetzt 
herausgefunden, dass der Fehler auch auftritt, wenn der Piezo (bzw. der 
Klinkenstecker der zum Piezo führt) von der Schaltung getrennt wird.

Meine Annahme war jetzt, dass die irgendetwas mit dem Piezo bzw. den 
angelöteten Klinkekabeln nicht stimmt, deswegen habe ich nochmal das 
Kabel und den Piezo ausgetauscht, das Problem ist aber geblieben. Jetzt 
stellt sich mir die Frage, ob das Signal was der Piezo generiert 
vielleicht zu gering ist, um vom OPV verstärkt zu werden ?
Die Stromversorgung des Pi's bleibt stabil, das habe ich getestet. Und 
auch der DC/DC Wandler gibt konstant knapp +-12-13V ab.

Können ansonsten externe Störquellen den OPV aus dem Gleichgewicht 
bringen und das Signal so zerstören? Oder gibt es noch offensichtliche 
Probleme in der Schaltung die ich übersehen habe?

Vielen Dank für eure Hilfe!

von fBayer (Gast)


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von Matthias S. (Firma: matzetronics) (mschoeldgen)


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Mach da mal lieber von jeder Spannung einen Elko nach Masse anstatt nur 
einen über die +/-12V. Die kleinen DC/DCs sind auch ziemlich 'schmutzig' 
am Ausgang und deswegen sind auch 2 Drosseln in den 
Versorgungsspannungen gar nicht so dumm. Z.B. 220µH - 470µH wäre meine 
Wahl und dann eine Elko/Kerko Kombination, mit z.B. 220µF/100nF.
Habe ich richtig verstanden, das der RPi nur die 5V liefert? Ist das 
nicht ein wenig aufwendig für ein Netzteil?

von fBayer (Gast)


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Vielen Dank schonmal!

Matthias S. schrieb:
> Mach da mal lieber von jeder Spannung einen Elko nach Masse anstatt nur
> einen über die +/-12V. Die kleinen DC/DCs sind auch ziemlich 'schmutzig'
> am Ausgang und deswegen sind auch 2 Drosseln in den
> Versorgungsspannungen gar nicht so dumm. Z.B. 220µH - 470µH wäre meine
> Wahl

Ich hab das mal in meinem Schaltplan eingefügt. Ich hoffe das ist so 
korrekt. Was mir dann noch unklar ist, ist die Elko/Kerko Kombination 
die du ansprichst. Wo soll die eingefügt werden? In Reihe mit den Spulen 
?

Matthias S. schrieb:
> Habe ich richtig verstanden, das der RPi nur die 5V liefert? Ist das
> nicht ein wenig aufwendig für ein Netzteil?

Der Pi nutzt anschließend das Signal, was er von der Soundkarte bekommt 
um es zu analysieren. Der ist also leider nicht austauschbar, weil 
fester Bestandteil des endgültigen Systems, welches hinter der Schaltung 
hängt.

von Amateur (Gast)


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Ich kann mich nur Matthias anschließen.

Etwas mehr Aufwand mit der Stromversorgung.
Notfalls mit ein paar zusätzlichen, keramischen Kondensatoren und zwei, 
in Reihe geschalteten, Induktivitäten.

Ich hoffe der Wandler darf auch mit 220µF belastet werden.

Piezo-Wandler sind zwar recht nett, was die Ausgangsspannung betrifft, 
aber sehr unwirsch in Bezug auf den Innenwiderstand.
Also Zuleitungen ordentlich verdrillen und die zu hohen Frequenzen 
kurzschließen (kleine Kondensatoren und ev. Induktivitäten).

von Günter Lenz (Gast)


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Am +Eingang des Operationsverstärker fehlt ein Widerstand nach Masse.

von Amateur (Gast)


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Ein bisschen Symmetrie kann auch nicht schaden.

1 Kondensator vor der Spule und
1 Kondensator hinter der Spule...

Jeweils ein keramischer Kondensator parallel zu den 220µF-Kondensatoren 
kann auch nicht schaden.

von HildeK (Gast)


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Da Problem liegt möglicherweise an anderer Stelle.
Im dargestellten Schaltplan fehlt mir ein DC-Pfad zu GND.
Ein Piezosensor ist im Wesentlichen ein Kondensator. Daher kann der 
Pegel am -E des OPAs keinen definierten Wert einnehmen und fängt sich 
vermutlich irgendwas ein.

Lege mal einen 1MΩ-Widerstand von Pin 3 auf GND.
Problem ist hier nur, dass einerseits 1MΩ schon recht hoch ist für den 
OPA, andererseits fast zu niedrig für den Piezo und verursacht dadurch 
ein Hochpassverhalten der Schaltung.
Letzteres kann man durch einen parallel zum Piezo liegenden weiteren C 
(Größenordnung 10nF, je nach Piezo) verringern, verliert aber dadurch 
Pegel.

von Matthias S. (Firma: matzetronics) (mschoeldgen)


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HildeK schrieb:
> Letzteres kann man durch einen parallel zum Piezo liegenden weiteren C
> (Größenordnung 10nF, je nach Piezo) verringern, verliert aber dadurch
> Pegel.

Denkbar wäre auch ein kleiner C (22pF - 100pF) parallel zu R1, um dem 
entgegenzuwirken.
Das mit dem 1 MOhm parallel zum Piezo wird vermutlich das grundlegende 
Problem lösen, nämlich, das der OPA an eine Betriebsspannungsgrenze 
fährt.

von Reiner W. (reiner_w)


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HildeK schrieb:
> Im dargestellten Schaltplan fehlt mir ein DC-Pfad zu GND.
> Ein Piezosensor ist im Wesentlichen ein Kondensator.

Genauso ist es. Ich benutze 10MOhm parallel. Die Begrenzung mit den 
Dioden ist auch recht sinnvoll, da die Piezodinger recht hohe Spannungen 
erzeugen können, wenn sie berührt/erschüttert werden.
In meinem Fall triggere ich zwar die abgegebene Spannung, aber bei 
analoger Erfassung sollte sinngemäß das Gleiche gelten.

von Pandur S. (jetztnicht)


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Die verstaerkungsbestimmenden Widerstaende scheinen mir 10 mal zu gross. 
Hat aber nur Einfluss auf das Rauschen.
Allenfalls waere das Layout, resp der Aufbau anzuschauen. Mit welchen 
Kabeln wird das Signal transportiert. Koax waere schlecht, da zu 
kapazitiv. Koax wuerde das Signal abschwaechen. Der Sensor sollte 
eigentlich moeglichst kurz angeschlossen werden, da er sehr hochohmig 
ist. Von welcher Frequenz reden wir ? Allenfall waere ein 100pF ueber 
dem +Eingang..GND sinnvoll. Und der 10Meg auf der Seite des Piezos, dass 
sich der Piezo nicht aufladen kann.

von fBayer (Gast)


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Hallo zusammen,

danke für die ganzen Rückmeldungen. Ich habe als ersten Versuch mal 
folgendes probiert.

HildeK schrieb:
> Lege mal einen 1MΩ-Widerstand von Pin 3 auf GND.
> Problem ist hier nur, dass einerseits 1MΩ schon recht hoch ist für den
> OPA, andererseits fast zu niedrig für den Piezo und verursacht dadurch
> ein Hochpassverhalten der Schaltung.
> Letzteres kann man durch einen parallel zum Piezo liegenden weiteren C
> (Größenordnung 10nF, je nach Piezo) verringern, verliert aber dadurch
> Pegel.

Dadurch ist jetzt bei einer Stunde Testlauf keine weitere Störung 
aufgetreten und auch ein Entfernen des Piezos führt nicht mehr zu diesem 
Fehler. Ist ja auch irgendwie klar, wenn man es sich mal vor Augen 
führt. Ich werde die anderen Vorschläge die gegeben wurden nach und nach 
einbauen, um den SNR und die Robustheit der Schaltung zu verbessern.
Vielen Dank für die konstruktive Hilfe!

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