Hallo,
ich möchte mir nach dem originalen therwave Schaltplan ein Theremin
nachbauen. Meine Frage ist nun, dass die Beschaffung der Spulen, bzw.
Ersatztypen etwas schwierig sein könnte.
Ich kann Schaltungen aufbauen, kenne mich mit Spulen jedoch so gar nicht
aus. Diese variablen Spulen hat z.B. Reichelt und Conrad gar nicht im
Programm. Bei Mouser bekomme ich zwar welche, aber nicht die geforderten
Werte.
Das ist wahrscheinlich wieder eine Glaskugelfrage, aber was für Spulen
kämen hier denn in Frage? Muss ich exakt die 47mH verwenden? Was ist mit
der Eigenfragenz und Q der Spule? Und was ist mit dem Widerstand, kann
diese einfach in Serie zu beabsichtigten Typ angepasst werden?
Aber auch die Spulen vor den Antennen stellen mir vor ein Rästel. Bei
den Widerständen, Kondensatoren und Transistoren kann man ja nicht viel
falsch machen, leider sind hier aber wohl die Spulen das tragende
Element.
Kann mir jemand mit Tips weiterhelfen?
Bis dann!
Witzig, hat dich meine Antwort zu Pascals Frage dazu animiert?
Die ganze Schaltung ist schwierig, weil die Frequenzen der Oszillatoren
gegeneinander und auf die Antennen abgestimmt werden müssen. Die
angegebenen Werte sind nur grobe Anhaltspunkte. Stelle dich darauf ein,
dass du die Spulen nach dem Aufbau noch mehrmals verändern musst.
Die Spulen musst du selbst herstellen. Leider gibt es nur noch wenige
Händler, wo man Spulenkörper kaufen kann. Notfalls nimmst du eine
Papprolle als Kern für die kleinen Werte oder einen Ferrit-Stab aus
einem MW-Radioempfänger für die größeren Werte.
Stefan U. schrieb:> Sieht mir nach Holzstäbchen aus.
Die Koppelspulen für die Antennen? Da würde ich eher auf Widerstände
tippen. Macht man gerne auch für die Drosselspule am NF-Verstärker
Ausgang. Ab ein paar 100 Ohm verändert der Widerstand die Charakteristik
der Spule kaum noch. Gleichzeitig wird die Eigenresonanz der Spule
gedämpft.
Diese Festinduktivitäten zum Ankoppeln der Antennen sind von ihrem Wert
allerdings unkritisch. Die sollen im wesentlichen bloß verhindern, daß
das Theremin die Umgebung mit Störstrahlung verseucht.
Wichtig für die Funktion sind die kleinen silbernen Becher. L5, L6 und
L11 im Schaltbild. Mit 47µH eigentlich ein Standardwert. Über den Daumen
gepeilt arbeiten die Oszillatoren bei 300kHz. Filterspulen bzw. Kern-
bausätze für 455kHz AM-ZF wären also geeignet. Notfalls ausschlachten
(Mittelwellenradios haben ohnehin keine Daseinsberechtigung mehr).
Sonst gäbe es bei Pollin noch das "Sortiment Bandfilter, 25-teilig" -
Bestellnummer 800 426 für €1,50. Da ist fast sicher ein passender Kern
dabei. Eventuell sogar eine passende Spule.
Bei Mouser kann ich ja noch einzelne bestellen, z.B. 1, 15 oder 100 mH.
Hauptsache der feste und variable Oszillator haben die gleiche Frequnz
oder täusche ich mich da?
Es sollte doch kein Problem sein, wenn die statt 300 mit 100 oder 500khz
schwingen oder?
Nils schrieb:> Bei Mouser kann ich ja noch einzelne bestellen, z.B. 1, 15 oder 100 mH.> Hauptsache der feste und variable Oszillator haben die gleiche Frequnz> oder täusche ich mich da?
Für die Schwingfrequenz der beiden Oszillatoren sind die genauen Werte
von L1..L4 und L7..L10 unerheblich. Dafür sind wie bereits gesagt L5 und
L6 zuständig und die sind aus gutem Grund abgleichbar.
Es gibt zwei Gründe, warum L1..L4 und L7..L10 jeweils als
Reihenschaltung ausgeführt sind:
1. 10mH sind leichter beschaffbar als 40mH
2. die parasitäre Kapazität ist bei einer 10mH Spule geringer und wird
durch die Reihenschaltung von 4 Spulen noch weiter verringert. Beachte
auch, daß die Spulen offensichtlich kapazitätsarm gewickelt sind.
Besteht evtl. die Möglichkeit für L5, L6 und L11 eine feste Induktivität
einzusetzen von ca. 50-100mH und statt dessen den parallelen Kondensator
um einen trimmbaren Kondensator zu erweitern?
So, dass ich den Schingkreis über den Trimmer und nicht die variable
Induktivität abgleiche? Die bekomme ich immerhin noch überall zu kaufen.
Nur bei L11 wäre ich mir nicht sicher, wie ich das ersetzen könnte. Kann
man hierfür normale Festinduktivitäten nehmen (axial, radial)?
Nils schrieb:> Besteht evtl. die Möglichkeit für L5, L6 und L11 eine feste Induktivität> einzusetzen von ca. 50-100mH
Du liegst Faktor 1000 daneben. L5, L6 und L11 haben den Nennwert 47µH.
> und statt dessen den parallelen Kondensator> um einen trimmbaren Kondensator zu erweitern?
Trimmkondensatoren sind nur bis einige 10pF Endwert handelsüblich. Der
Schwingkreiskondensator zu L5 und L6 hat aber 3.3nF. Mit einem Trimmer
kriegst du keinen ausreichenden Abgleich hin. Und bevor du fragst: nein,
du kannst das L/C Verhältnis dieser Schwinkgreise nicht nach Belieben
verändern, weil der Hauptoszillator ja kapazitiv verstimmt werden soll.
Die ganze Abstimmung aus Antennenkapazität und Tonfrequenzumfang geht
dann den Bach runter.
> Nur bei L11 wäre ich mir nicht sicher, wie ich das ersetzen könnte. Kann> man hierfür normale Festinduktivitäten nehmen (axial, radial)?
So wie es aussieht, scheint der genaue Wert von L11 in der Tat
unkritisch zu sein. Ich verstehe diesen Teil der Schaltung nicht so
recht. Aber es sieht so aus, als würde im Lautstärke-Zweig das
Oszillatorsignal nur kapazitiv gedämpft werden. Dann hat die
Schwingfrequenz nur Einfluß auf die Ansprechcharakteristik.
Andererseits kann man passende Spulen durchaus noch kaufen. Eine Suche
mit Google nach "AM ZF Filter 47µH" lieferte u.a.
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http://picclick.de/10-St%C3%BCck-AM-Miniatur-Filter-Spulen-HF-Bausatz-Bandfilter-ZF-Filter-291912726483.html
Hier muß man selber wickeln. Ca. 55 Windungen Kupferlackdraht für 47µH.
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http://www.ebay.de/itm/Hochwertige-Miniatur-Filter-spulen-im-Kupfergehaeuse-Miniature-filter-coil-/170994152812
Typ 3814 ist nah genug dran um direkt verwendet zu werden. Eventuell die
Reiheninduktivitäten L12 und L13 auf 22µH verkleinern.
Ok, dann muss das so gemacht werden. Jedoch entnehme ich der
Leiterplatte, dass die in Reihe geschalteten Spulen ähnliche Typen sind
wie L1-L4 und L7-L10.
Soll ich hierfür einfach auch variable Spulen nehmen? Oder normale Wald
und WIesen Festinduktivität? Oder muss ich da auch was gewickeltes mit
Kern nehmen (siehe Bild der leiterplatte)?
Nils schrieb:> Ok, dann muss das so gemacht werden. Jedoch entnehme ich der> Leiterplatte, dass die in Reihe geschalteten Spulen ähnliche Typen sind> wie L1-L4 und L7-L10.
Welche "in Reihe geschalteten Spulen"? L12/13/14? Nein. Das Bild von der
Platine ist zwar reichlich unscharf, aber L14 sitzt im grünen Kleidchen
unterhalb der Din-Buchse und hat offensichtlich eine axiale Bauform
ähnlich wie ein Widerstand. L12 und L13 sind sicher ähnlich. L5, L6, L11
sind wie gesagt die silbernen Töpfe mit den schwarzen Löchern, in denen
man den Ferritkern für den Abgleich sieht.
> Soll ich hierfür einfach auch variable Spulen nehmen? Oder normale Wald> und WIesen Festinduktivität?
Diese Festinduktivitäten sind da, um den Abgleichbereich von L5/6/11 zu
begrenzen. Ähnlich wie man einen Festwiderstand in Reihe mit einem
Trimmpoti schaltet. Bzw. bei L12 dürfte der Grund darin liegen, daß man
so für L5/6/11 den gleichen Wert respektive das gleiche Bauelement
verwenden kann. Beschaffung, Lagerhaltung. Wissenschon.
Wenn du damit leben kannst, daß der Abgleich etwas hakeliger wird,
kannst du auch 100µH abgleichbare Spulen für alle 3 nehmen ohne
irgendwelche Reihenschaltungen.
Ich gehe davon aus, daß L5/6/11 umgewidmete AM-Filterspulen sind.
Standardbauelemente aus dem Radio-Bereich.