Moin moin,
Ich weiß dieses Thema wurde schon oft auf technischer Ebene besprochen.
jedoch finde ich zur rein physikalischen Erklärung kaum Anhaltspunkte.
Wie der Basistrom den Bipolartransistor in der Emittterschaltung in
durchlassrichtung bringt habe ich schon verstanden.
Meine Frage ist jetzt woher diese Proportionalität zwischen Ic und Ib
herrührt und wie letztendlich ein kleiner Strom einen so großen Strom
steuert. Woher kommt dazu diese Energie (Die natürlich auch nicht
unendlich ist)
Und schließlich wieso sich die Kennlinien nicht wie bei normalen
pn-Dioden verhalten und einen Grenzwert erreichen.
Bin dankbar für jeden Hinweis
Lars
Leider erklären die angegeben Quellen jeweils nicht den Grund der
Verstärkung. Es wird lediglich gesagt, dass diese auftreten kann und wie
sie erreicht wird.
oszi40 schrieb:> Bei größeren Strömen wird> sie auch weniger.
Bei kleineren Kollektorströmen übrigens auch.
Die Stromverstärkung des BJT kommt zustande, weil die Basiszone sehr
viel döner ist, als die Emitter und Kollektorschichten.
Wird durch einen kleinen Basisstrom die BE-Strecke leitfähig gemacht, so
diffundiert die Raumladungszone von der BE-Sperrschicht bis in die
Kollektorschicht. Die Elektronen (im Falle des npn-Transistors)
"fliegen" meist bis in den Kollektor hinein. Nur wenige werden von der
Basis abgesaugt.
Darum ist der resultierende Kollektorstrom sehr viel größer, als der
Basisstrom.
Die Stromverstärkung wird vom Hersteller durch die geometrischen
Schichten und das Dotierungsprofil eingestellt.
THOR schrieb:> Dann empfehle ich dir, als Gasthörer die Elektronikvorlesung> deiner lokalen FH zu besuchen.
Leider hat man uns dieses Thema kaum erklärt. (ich studiere ET und
brauch das für eine Versuchsvorbereitung)
Die letzte Möglichkeit wäre dann noch den Prof zu fragen.
Wenn ich jetzt den Basistrom erhöhe entsteht eine Verstärkung, die
angegeben ist. nur woher kommen dann meine ganzen neuen Ladungsträger
her? Der Strom Ib ist dafür zu klein.
Hängt das eventuell mit der Emitter-kollektor Spannung zusammen?
Larso schrieb:> Die letzte Möglichkeit wäre dann noch den Prof zu fragen.
Dann frag Deinen Prof oder seine Helferlein, was er gern hörenn möchte.
Es könnte für die Prüfung nützlich sein.
Larso schrieb:> Wenn ich jetzt den Basistrom erhöhe entsteht eine Verstärkung, die> angegeben ist. nur woher kommen dann meine ganzen neuen Ladungsträger> her? Der Strom Ib ist dafür zu klein.
Was für ein unsinniges Kauderwelsch. Deine Behauptung aus dem
Eröffnungspost:
Larso schrieb:> Wie der Basistrom den Bipolartransistor in der Emittterschaltung in> durchlassrichtung bringt habe ich schon verstanden.
war offensichtlich eine glatte Lüge. Da du anscheinend an einer
Hochschule bist, hast du doch alle Möglichkeiten, dich zu informieren.
TrollHunter schrieb:> Die Stromverstärkung des BJT kommt zustande, weil die Basiszone sehr> viel döner ist, als die Emitter und Kollektorschichten.
Mit Knoblauchsoße bitte und scharf =8P
Icke ®. schrieb:> Mit Knoblauchsoße bitte und scharf =8P
LOL, ich merk schon, ich sollte Feierabend machen und für mein
leibliches Wohl sorgen ;-)
On-Topic:
Die Basis ist dünner als die Diffusionslänge der Elektronen und der
Emitter ist stärker dotiert. Das sind die konstruktiven Merkmalle, die
der Hersteller in seinem Fertigungsprozess einstellen muss.
Steuert man also die BE-Strecke auf, so überschwemmen die Elektronen
faktisch die Basiszone und die meisten dringen bis in den Kollektor vor,
da dort durch die positive Kollektorspannung ebenfalls ein
Elektronenmangel herrscht. Von dort werden sie durch die Spannungsquelle
abgesaugt und wieder zum Emitter zurückgeführt. Dieser Kollektorstrom
ist deutlich größer (Faktor 100+), als der Elektronen-Strom, der aus der
Basis abgeführt, um die BE-Sperrschicht abzubauen.
Übrigens gibt es tatsächlich eine kleine Abhängigkeit des
Kollektorstromes von der CE-Spannung bei konstant eingeprägtem
Basisstrom. Das ist aber eher ein unerwünschter Dreckeffekt, da durch
die Kollektorspanung die Weite der BC-Sperrschicht und somit auch die
weite der Basis verändert wird. Bei höherer Kollektorspannung ist die
Elektronenkonzentration im Kollektorgebiet geringer (weil mehr abgesaugt
werden), die resultierende BC-Sperrchicht weiter ausgedehnt und somit
die effektive Basisweite dünner. Es driften also noch mehr Elektronen in
den Kollektor ab, die Stromverstärkung nimmt leicht zu. Stichwort:
Early-Effekt.
Axel S. schrieb:> offensichtlich eine glatte Lüge.
Mal ganz sachte hier :D
Axel S. schrieb:> Was für ein unsinniges Kauderwelsch.
Jain. Beide Aussagen im Zusammenhang sind sicher Quatsch. Da lag wohl
ein Missverständnis vor und ich hätte mich besser ausdrücken sollen.
Was ich meinte war die Verstärkung des Kollektorstromes, nachdem der
Transistor geschaltet hat. Im Klartext: Wie kommt mein Kennlinienfeld im
Transistor zustande?
Der Prof hat nach der Vorlesung leider nicht viel gesagt (wollte wohl
auch nicht mehr sagen, war ihm wohl zu spät). Nur , dass man sich dann
den Transistor wie ein Ventil vorstellen soll. Dies erklärt leider immer
noch nicht die unterschiedlichen Kollektorströme bei verschiedenen
Basisströmen.
Larso schrieb:> Was ich meinte war die Verstärkung des Kollektorstromes, nachdem der> Transistor geschaltet hat.
Das ist immer noch Blödsinn. Der Transistor verstärkt den Basisstrom
nicht erst "nachdem er geschaltet hat" (was immer das bedeuten soll),
sondern immer. OK, nicht ganz immer. Eine passende Kollektor-Emitter
Spannung muß schon noch anliegen.
Wenn bei konstantem Basisstrom die Kollektor-Emitter Spannung verändert
wird, dann ändert sich der Kollektorstrom auch ein bißchen. Das ist ein
eigentlich unterwünschter Dreckeffekt. Ein Vorposter nannte den Namen
schon: Early-Effekt.
Wenn die Kollektor-Emitter-Spannung klein wird (Größenordnung 1V), dann
fällt der Kollektorstrom rapide. Der Transistor ist dann
schaltungstechnisch im Sättigungsbereich.
Axel S. schrieb:> Der Transistor verstärkt den Basisstrom> nicht erst "nachdem er geschaltet hat"
Damit meinte ich das Aufheben der E-B Sperrschicht und das Abfließen der
meisten freien Ladungsträger über den Kollektor .
Doch wie erklärt man das Kennlinienfeld?
(Im Bild sieht man den Kollektorstrom aufgetragen zur Kollektor -
Emitter Spannung bei verschiedenen Basisströmen)
Woher kommt diese näherungsweise Proportionalität zwischen Ic und Ib?
Larso schrieb:> Woher kommt diese näherungsweise Proportionalität zwischen Ic und Ib?
Das ist Die Stromverstärkung.
Die Gründe dafür wurden hier schon diverse Male genannt:
* Hoch dotierter Emitter
* Dünne Basisschicht
* Aureichend hohe Kollektorspannung
Fazit: Die meisten Elektronen diffundieren vom Emitter bis in den
Kollektor durch. Nur z.B. jedes hundertste wird über die Basis
abgesaugt. Das ist dann die Stromverstärkung von 100 bäm
Das Kennlinienfeld kommt nicht auf einmal zustande, sondern wird
nacheinander durchgefahren mit I_B als festen Parameter.
Tut mir leid, wenn ich das hier so aufbrösele. Will das unbedingt bis
in die Tiefe verstehen.
Also vielleicht bin ich einfach zu blöd :D
Ist die Folge unterschiedlicher Verstärkungen eine höhere
Wärmeumsetzung?
Larso schrieb:> Ist die Folge unterschiedlicher Verstärkungen eine höhere> Wärmeumsetzung?
Auch. Wenn deine Verstärkung geringer ist, musst du bei nem
Bipolartransistor mehr Basisstrom für den gleichen Kollektorstrom
reinschieben. Das ist nach P = U*I natürlich Verlustleistung.
Aber der Basissstrom ist größenordnungstechnisch üblicherweise im
niedrigen Prozentbereich angesiedelt. Das macht sehr wenig aus. (Denn Ib
ist ja Ic/Bn und Bn ist 30..500 je nach Transistor und Anwendung)
Die Haupt-Verlustleistung kommt durch P = Uce * Ic, wird also vom
Laststrom verursacht. Und die versucht man klein zu halten, indem man
immer genug Basisstrom reinschiebt dass Uce klein wird (Schalterbetrieb,
siehe ganz linken Bereich im Ausgangskennlinienfeld des BJT).
Leute, das ist Schulwissen.
http://www.leifiphysik.de/elektronik/transistor
oder Google: Transistor Physik
Im Studium wird dieses Wissen vorausgesetzt. Vielleicht liegt es schon
zu lange zurück (9. Klasse ist schon ein Weilchen her), um es präsent zu
haben. Aber an dieser Grundwissenfrage im ET-Studium zu scheitern ist
peinlich, echt jetzt.
oszi40 schrieb:> DanVet schrieb:>> Im Studium wird dieses Wissen vorausgesetzt.
Uns wurde das in Elektronik detailreich erklärt und es gab Klausurfragen
dazu.
In der Schule hatte ich davon vorher noch nie was gehört, da war
Newtonsche Mechanik.
Auch Felder waren mir eher unbekannt.
Also von mir ein ganz klares: Nein, wird nicht vorausgesetzt.
Larso schrieb:> Tut mir leid, wenn ich das hier so aufbrösele. Will das unbedingt bis> in die Tiefe verstehen.
Dann geh in die Unibibliothek und suche nach Büchern mit eiinem Titel
ähnlich zu
"Grundlagen der Halbleiter-Elektronik" und arbeite die durch.
Oder suche nach den Veröffentlichungen von John Bardeen und William
Shockley.
Auf jeden Fall ist "in die Tiefe verstehen" zu viel für ein
Forumsbeitrag, dazu musst du mehrere 100 Seiten lesen.
Volle Zustimmung meinerseits zum letzten Beitrag (von "Der Andere").
Ergänzung: Du kannst auch Deinen Prof. bzw. dessen Leibeigene (Assis und
Hiwis) nach Literaturempfehlungen fragen. (Gibt es kein Skript, in dem
sich solche schon befinden? Wie sich die Zeiten ändern.)
Natürlich wird man sicher auch im www fündig. U.a. gibt es viele
Skripte.
THOR schrieb:>> DanVet schrieb:>>> Im Studium wird dieses Wissen vorausgesetzt.>> Uns wurde das in Elektronik detailreich erklärt und es gab Klausurfragen> dazu.> In der Schule hatte ich davon vorher noch nie was gehört, da war> Newtonsche Mechanik.>> Auch Felder waren mir eher unbekannt.>> Also von mir ein ganz klares: Nein, wird nicht vorausgesetzt.
Tut mir Leid, mein obiger Link sagt was anderes. Und auch dieser hier
http://www.frustfrei-lernen.de/physik/physik-klasse-9.html
Vielleicht wurde jetzt nicht alles bis ins kleinste Detail behandelt,
aber so unwissend zu sein wie der TO ist schon ungewöhnlich als
ET-Student.
DanVet schrieb:> Vielleicht wurde jetzt nicht alles bis ins kleinste Detail behandelt,> aber so unwissend zu sein wie der TO ist schon ungewöhnlich als> ET-Student
Ursprünglich ging es darum den Transistor in einem Versuch
kennenzulernen. Da ich und meine Kommilitonen aber es genau verstehen
wollten habe ich hier nachgefragt.
Wahrscheinlich war meine Frage einfach blöd gestellt. Bis jetzt haben
die Erklärungen nur gezeigt, dass der Transistor quasi wie ein Schalter
funktioniert und nicht woher diese Proportionalität herkommt.
Larso schrieb:> is jetzt haben> die Erklärungen nur gezeigt, dass der Transistor quasi wie ein Schalter> funktioniert und nicht woher diese Proportionalität herkommt.
Das die Kennlinie so aussieht wie sie aussieht hat vor allem mit vielen
Jahren technischer Entwicklung und Know How bzgl. dem genauen
mechanischen Aufbau und den Fertigungsverfahren zu tun.
Das kann man nicht mit einem Satz oder Absatz erklären.
Sorry, die reale Welt ist leider etws komplexer als "ja" oder "nein"
oder "weiss" oder "schwarz".
Geh in die Unibibliothek und lerne die Halbleitergrundlagen, wenn du
wirklich meinst das so im Detail verstehen zu wollen.
Larso schrieb:> Bis jetzt haben die Erklärungen nur gezeigt, dass der Transistor> quasi wie ein Schalter funktioniert
Tut er nicht. Keine Ahnung woher du dieses "Wissen" hast.
> und nicht woher diese Proportionalität herkommt.
Die ist das normale Transistorverhalten im sogenannten Linearbetrieb
(im Gegensatz zum Schaltbetrieb). Und Schaltbetrieb bedeutet am Ende
auch bloß, daß man den Transistor massiv übersteuert.
DanVet schrieb:> THOR schrieb:>>> DanVet schrieb:>>>> Im Studium wird dieses Wissen vorausgesetzt.>>>> Uns wurde das in Elektronik detailreich erklärt und es gab Klausurfragen>> dazu.>> In der Schule hatte ich davon vorher noch nie was gehört, da war>> Newtonsche Mechanik.>>>> Auch Felder waren mir eher unbekannt.>>>> Also von mir ein ganz klares: Nein, wird nicht vorausgesetzt.>> Tut mir Leid, mein obiger Link sagt was anderes. Und auch dieser hier> http://www.frustfrei-lernen.de/physik/physik-klasse-9.html>> Vielleicht wurde jetzt nicht alles bis ins kleinste Detail behandelt,> aber so unwissend zu sein wie der TO ist schon ungewöhnlich als> ET-Student.
Texte lesen und verstehen: "Hinweis: Die Lehrpläne variieren von
Bundesland zu Bundesland"
Ergo: Wenn du das im Jahre x in Bundesland y beigebracht bekommen hast,
muss das keinesfalls heissen dass der TE oder ich in Bundesland z und
Jahr B das auch beigebracht bekommen hätten müssen.
Ob du das jetzt hören willst oder nicht: Im ET Studium ist die Kenntnis
eines Transistors weder Pflicht noch vorausgesetzt oder auch nur
erwartet. Und so wurde uns das auch kommuniziert.
Axel S. schrieb:> Larso schrieb:>> Bis jetzt haben die Erklärungen nur gezeigt, dass der Transistor>> quasi wie ein Schalter funktioniert>> Tut er nicht. Keine Ahnung woher du dieses "Wissen" hast
Reisch: Halbleiterbauelemente. Springer Verlag, 2004, S. 151 - 153
Auch wenn das nicht die einzige Anwendung ist.
Axel S. schrieb:> Die ist das normale Transistorverhalten im sogenannten Linearbetrieb
Erklärt immer noch nicht warum ich einen höheren Kollektorstrom habe,
wenn ich den Basistrom vergrößere.
Als Grundlage mußt du nicht nach Transistor suchen, sondern nach
PN-Übergang.
Ich glaube, dass hatten wir damals mehrere Wochen.
In einer Stunde ist das nicht erklärt.
Larso schrieb:> Axel S. schrieb:>> Die ist das normale Transistorverhalten im sogenannten Linearbetrieb>> Erklärt immer noch nicht warum ich einen höheren Kollektorstrom habe,> wenn ich den Basistrom vergrößere.
Ich gebs auf mit dir. Stirbst du halt dumm.
Weil für jedes Loch, das von der Basis in den Emitter eindringt, 101
Elektronen in die Basis fluten. Eins der Elektrönchen wird über den
Basisanschlus abgeführt und bildet den Basisstrom, die anderen 100
driften weiter in den Kollektor und bilden den Kollektorstrom, der somit
100 mal größer ist, als der verursachende Basisstrom.
Daran ändert sich auch nichts, wenn du am Basisstrom wackelst. Ziehst du
aus dem Basisanschluss 5 Elektronen ab, springen 5 Löcher in den Emitter
und es stürmen 505 Elektronen in die Basis, wovon 500 weiter bis in den
Kollektor driften.
Warum? Weil die Ladungsträgerdichte (Dotierung) im Emitter sehr viel
höher ist (sagen wir hier einfach mal Faktor 100, aber ich glaub, es
geht logarithmisch), als in der Basis.
Hallo,
vielleicht helfen Dir folgende Bücher weiter:
Rudolf Muller Grundlagen der Halbleiter-Elektronik
Rudolf Muller Bauelemente der Halbleiter-Elektronik
Frank Thuselt Physik der Halbleiterbauelemente
MfG
egonotto
Axel S. schrieb:> Larso schrieb:>> Axel S. schrieb:>>> Die ist das normale Transistorverhalten im sogenannten Linearbetrieb>>>> Erklärt immer noch nicht warum ich einen höheren Kollektorstrom habe,>> wenn ich den Basistrom vergrößere.>> Ich gebs auf mit dir. Stirbst du halt dumm.
Deine Unfähigkeit, die Frage des TO zu verstehen, erlaubt dir nicht, den
TO für dumm zu halten.