Mac-SSD ausgestiegen, Datenrettung schwierig.

OP (Firma: Q3) #4798229
Vor einigen Tagen wurde mitten in der Arbeit der Bildschirm meines 
Macbook Pro plötzlich weiss und nix ging mehr, auch kein Neustart. 
Nachdem ich den ersten Schreck überwunden hatte, fand ich schnell 
heraus, dass die eingebaute 255GB-Sandisk-SSD die Ursache war. Nach 
deren Austausch und dem Neuaufsetzen des Systems läuft das Macbook 
wieder.

Leider ist das letzte Backup schon 'ne ganze Weile her - Timemachine ist 
zwar eigentlich 'ne tolle Sache, nur über WLAN etwas "anstrengend" weil 
langwierig.

Also habe ich diverse Rettungsversuche unternommen, leider alle bisher 
vergeblich. Dazu habe ich die defekte SSD an einen USB-Sata-Adapter 
gestöpselt und zunächst mit dem hauseigenen Festplatten-Dienstprogramm 
einen Versuch unternommen. Allerdigs rödelt die Plattenerkennung ohne 
Ergebnis unendlich lange - zu irgend einem Rettungsversuch kommt es erst 
garnicht.

Dann habe ich die gängigen Mac-Tools wie DiskDrill, DiskWarrior u.ä. 
ausprobiert, mit ähnlichem Ergebnis: Es findet irgendwie keinerlei 
Zugriff statt, alle Programme hängen sich in einer Art Endlosschleife 
auf. Das finde ich allerdings schon etwas merkwürdig, denn ich dachte, 
gerade spezialisierte Rettugsprogramme sollten zumindest dagegen gefeit 
sein ...

Nachdem ich mich mit dem Verlust der Daten quasi schon abgefunden hatte, 
habe ich in meiner Verzweiflung die Platte mal an einen Windows-7-PC 
angeschlossen. Ich weiss, dass Windows kein HFS lesen kann, aber die 
Datenträgerverwaltung erkennt zumindest, dass da eine Platte ist. Es 
sieht die richtige Größe und drei Partitionen: EFI-Boot, die eigentliche 
Nutzpartition und den für die Wiederherstellung reservierten Bereich.

Die Frage ist nun, an welcher Stelle die Programme beim Zugriff wohl 
hängen bleiben. Ob es sich evtl. lohnt, die EFI-Boot-Partition neu zu 
formatieren? Vielleicht ist ja so noch was zu retten? Allerdings ist der 
Formatier-Befehl für diese Partition grau, wenn ich einen Rechtsklick 
mache.

Die Daten sind schon wichtig, aber nicht soo wichtig, dass ich dafür 
hunderte Euros bei einem prof. Rettungsdienst versenken würde. Nur um 
den Punkt mal auszuräumen.

Tips? Ideen? Danke. Welches Linux kann HFS+ ?
Das klingt nach dem klassischen SSD-Tod.
Man kann probieren mit einen nackten Linux oder deaktiveren Automount 
mit den hfsprogs bzw. hfsutils jenach Distri.
Wichtung ist das man denn nur Read-only mountet.
mit Testdisk oder photorec probieren.
Wenn das fehlschlägt.
Hilft nur noch Controller tauschen oder Speicherchips ablöten
und mittels eines Programmiergerät auslesen.
Dann braucht du aber ein paar Tools von den Russen die aus den Hexfiles 
deine Daten rausholen. Die kosten...

Also Versuche dein Glück mit Linux.
Wenns nicht geht. Sehe es als Lehrgeld für schlampige Datensicherung und 
lerne daraus.
Deine Rettungsstrategie ist ... unzweckmäßig. :)

Am sinnvollsten ist es, die SMART-Parameter auszulesen und die Platte 
auf low-lewel Ebene zu kopieren, sinnvollerweise als externe Platte 
unter Linux mit ddrescue.

Die Plattenkopie ist dann zumindest physisch intakt. Wenn bestimmte 
Sektoren nicht lesbar waren, ist die Platte zwar vielleicht logisch 
defekt (weil Daten oder Metastrukturen nicht ausgelesen werden konnten),
aber das Logfile zeigt Dir das Ausmaß und den Ort des Schadens an.

Alle weiteren Rettungsversuche kannst Du dann mit Deiner Kopie oder 
besser noch der Kopie Deiner Kopie unternehmen.

Einfach auf Verdacht hin auf einer vielleicht schon vorgeschädigten 
Festplatte/SSD zu formatieren halte ich ohne Diagnose für eine schlechte 
Idee.
Gast
> Leider ist das letzte Backup schon 'ne ganze Weile her - Timemachine ist
> zwar eigentlich 'ne tolle Sache, nur über WLAN etwas "anstrengend" weil
> langwierig.

Tja... und wir landen bei den Binsenweisheiten:
- vorbeugen ist besser als heilen;
- wer Funk kennt, nimmt Kabel;
- teu(r)er ist nicht immer besser;
- ist nicht alles Gold, was glänzt;
- auch der Apfel strauchelt;
- klicken reicht nicht für seriöser EDV-Betrieb;

Auch wenn dies leider keine Hilfe für den TE hergibt, so soll es 
wenigstens den 2nd-Hand-Leser als verdeutlichtes Warnmal dienen.
Der Kluge gibt nach, der Esel bleibt... im Bach schrieb im Beitrag 
#4798305:
> Tja... und wir landen bei den Binsenweisheiten:
> - vorbeugen ist besser als heilen;
> - wer Funk kennt, nimmt Kabel;
> - teu(r)er ist nicht immer besser;
> - ist nicht alles Gold, was glänzt;
> - auch der Apfel strauchelt;
> - klicken reicht nicht für seriöser EDV-Betrieb;
>
> Auch wenn dies leider keine Hilfe für den TE hergibt, so soll es
> wenigstens den 2nd-Hand-Leser als verdeutlichtes Warnmal dienen.

Oh Herr, wirf einen Löschadmin vom Himmel!
Einige scheinen sich am Unglück Dritter noch zu delektieren.
Ich kann mich hier Peter M. nur anschliessen, das Sinnvollste wäre eine 
1:1 kopie mit ddrescue. Das sollte immer das erste sein, was man tut, 
wenn ein Datenträger ausfallerscheinungen zeigt. Daten auf einem 
defekten Datenträger gehen nur noch mehr kaputt, wenn man diese versucht 
zu reparieren oder auch einfach nur lesend auf die Daten zugreift.
Gast
kein backup machen rächt sich halt.
du hast schon mal angefangen welche zu machen, hasts schleifen lassen, 
und jetzt wieder eine auffrischungskur für deine motivation bekommen :)

btw… bei 5GHz WLAN komme ich auf ~20MB/s, wenns denn unbedingt funk sein 
muss. gehen beim "mac" keine externen datenträger? usb?
Gast
c.m. schrieb:
> btw… bei 5GHz WLAN komme ich auf ~20MB/s, wenns denn unbedingt funk sein
> muss. gehen beim "mac" keine externen datenträger? usb?

Leider ist das nicht ganz so schnell, TimeMachine braucht immer eine 
Weile bis es wirklich loslegt und arbeitet auch sonst sehr, sehr 
gemütlich. Dafür ist es halt ein richtiges inkrementelles Backup mit 
eingebauter "Versionsverwaltng".

Externe Datenträger (USB/Firewire) werden unterstützt. Mit einer 
externen Festplatte (USB2) komme ich auf etwa 1-2Mbyte/Sekunde, bei 
häufigen Backups müssen aber nur wenige Mbyte gesichert werden. Wenn man 
die Kiste also Täglich an die externe Festplatte hängt dauert das Backup 
etwa 5 Minuten.
Wenn man das mal einige Wochen vergessen hat, kann das Backup durchaus 
einige Stunden dauern.
Also ich arbeite mit Timemachine seit es sie gibt. Da hängen 3 macs 
dran, 2x Funk und 1x Kabel. Die erste Sicherung mach ich über Kabel, 
weil das lange dauert. Ist aber wurscht, da es nur notwendig ist wenn 
ein neuer Computer ins Haus kommt ober bei Problemen. Aber dann läuft 
das Ding vollautomatisch und problemlos. Datenverlust hatte ich bis 
jetzt noch nie.

Walta

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