Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik Wellenwiderstand ddr3


von ddr3freund (Gast)


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Hallo,
Ich habe eine Frag zum Wellenwiderstand z.b. für einen DDR3 Speicher. 
Dieser sollte bei 50 Ohm liegen. Wie ist dieser Widerstand dann bei 
differentiellen Leitungen? Muss dieser Widerstand differenzmäßig bei 100 
Ohm dann liegen?
Oder anders gefragt, muss der Wellenwiderstand einzeln betrachtet bei 50 
liegen?

von HildeK (Gast)


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ddr3freund schrieb:
> Muss dieser Widerstand differenzmäßig bei 100
> Ohm dann liegen?
Ja.
> Oder anders gefragt, muss der Wellenwiderstand einzeln betrachtet bei 50
Nein. Zwei Leitungen mit Z=50Ω ergeben nicht automatisch eine 
differentielle Leitung mit 100Ω.

von Achim S. (Gast)


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üblicherweise ist für den differentiellen Leitungswiderstand ebenso 
einen Wert vorgegeben wie für den single-ended. Siehe z.B. Fig. 2 und 
Table 4 in:

http://www.intel.com/content/dam/www/public/us/en/documents/white-papers/x1000-ddr3-dual-rank-memory-down-board-layout-paper.pdf

Z0 = 50Ohm
Zdiff = 85Ohm

Gibt sicher auch ne Jedec-Pec dafür.

von ddr3freund (Gast)


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Danke sehr für die Informationen. Gibt es ein freies tool das zur 
BAschätzing der Wellenwiderstände mepfehlen kann?
Ich probiere gerade Wcalc aus, nur sind keine Formeln angegeben.

von Andi B. (andi_b2)


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Saturn PCB Designer (https://www.saturnpcb.com/pcb_toolkit.htm) schon 
mal angesehen? Rechnet meiner Erfahrung nach gut wenn man aufpasst, dass 
"Base Copper Weight" und "Plating Thickness" richtig eingestellt sind 
;-)

"Effektives" Er auf Außenlagen gibt z.B. Würth irgendwo in der HDI 
Rubrik an.

von Sascha (Gast)


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Hallo,
achte bei den Clocks auf die Laufzeit zu den Signalen, gleiche länge der 
Bahnen. Haben die verwendeten Chips interne Terminierung?

von Dergute W. (derguteweka)


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Moin,

ddr3freund schrieb:
> Gibt es ein freies tool das zur
> BAschätzing der Wellenwiderstände mepfehlen kann?

Bei KiCad ist ein PCB Calculator dabei, mit dem lassen sich verschiedene 
Geometrien fuer symmetrische und asymmetrische Leitungen berechnen. Hab' 
aber keinen Blassen, wie genau das dann ist und mit welchen Formeln da 
gearbeitet wird.

Gruss
WK

von Achim S. (Gast)


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hier noch ein entsprechendes Online-Tool, aber mir fehlt ebenfalls die 
Möglichkeit zu prüfen, wie genau die Ergebnisse passen. Offenbar werden 
einfach Näherungsformeln durchgerechnet, aber immerhin sind die Formeln 
und deren ungefährer Geltungsbereich angegeben:

http://www.mantaro.com/resources/impedance-calculator.htm#differential_microstrip2_impedance

von ddr3freund (Gast)


Angehängte Dateien:

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Hallo Achim S.
Vielen Dank für den Tip mit PCB-Toolkit von  Saturn.

>> Sascha
>> Hallo,
>> achte bei den Clocks auf die Laufzeit zu den Signalen, gleiche länge der
>> Bahnen. Haben die verwendeten Chips interne Terminierung?

Beide Chips haben ODT. Diese müssen im nachhinnein via Phy des 
Prozessors eingestellt werden.

Ich spiele gerade mit dem Tool etwas herum. Zum Beispiel gehe ich gerade 
davon aus; mit folgenden Einstellungen:
- Prepreg zwischen L1 und L2: 100µm
- Kupferdicke: 18+18 µm (Endkuper 35µm)
- Er = 4,3

Laut Datenblatt des Prozessors wird gefordert 50 Ohm - 75Ohm (+/- 5 Ohm) 
für Single Trace und 100 Ohm für differentiell

1. Wie breit muss eine einzelner Leiterzug sein?
    mit w=0,12mm und h=0,11mm
    Berechnet: Z0 -> 63 Ohm

2. Wie breit und welcher Abstand für differentielle Leitungen?
    mit w=0,1mm und h=0,11mm und s=0,1mm
    Berechnet: Z0 -> 63,18Ohm; Zdiff -> 101,018Ohm

Ist das soweit korrekt?
Muss ich darauf achten, dass Z0 bei single und differential möglichst 
gleich sind?

Wie oben schon beschrieben, wird nach Datenblatt 50 bis 75 gefordert. 
würdet ihr den Mittelwert oder eher 50 Ohm vorziehen?

Im anhang sind die screenschots des Rechners

von Andi B. (andi_b2)


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Wie oben schon geschrieben, vergleiche es mit dem was z.B. Würth angibt. 
Jetzt hab ich auch noch den Link - 
http://www.we-online.de/web/de/leiterplatten/produkte_/signalintegritaet/Signalintegritaet.php

Dort findest du dann auch, dass die ganze Rechnerei offensichtlich nicht 
so genau ist, wie die Tools das vorgeben. Auch sollte man die Toleranzen 
der Cu-dicken auf den Außenlagen nicht ganz vernachlässigen und die 
tatsächliche Leiterbahnbreite ist ja auch eine oft gravierend andere als 
das was du so im Layoutprogramm einstellst. Darum schätzen mit solchen 
Rechnern und den Wunschlagenaufbau festlegen, dann mit den 
Leiterplattenhersteller reden und von dem (Nach)rechnen lassen. Oder 
gleich dem Leiterplattenhersteller die Impedanzen auf den diversen Lagen 
vorschreiben und schaun welchen Aufbau und welche Breiten/Abstände er 
vorgibt.

Btw. machen Hersteller geben 50R für die single-ended Leitungen an. Dass 
passt dann oft auch besser zu den 100R Differenzleitugen.

von Andreas S. (Firma: Schweigstill IT) (schweigstill) Benutzerseite


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Sehr viele dieser Impedanzrechner vergessen den Lötstopplack. Bei 
Single-Ended-Leitungen mit hinreichendem Abstand zu benachbarten 
Kupferstrukturen sind die Abweichungen meist vernachlässigbar, aber bei 
differentiellen Signalen mit typischen Abständen von 0,1mm bis 0,15mm 
spielt der Lack eine sehr wichtige Rolle, insbesondere weil auf Grund 
der Oberflächenspannung zwischen den beiden Leiterbahnen mehr Lack 
vorhanden ist als auf flächigen Strukturen.

Für die meisten Lötstopplacke kann man daher mit einem epsilon_r und 
einer Schichtdicke der halben Leiterbahndicke rechnen.

Ebenfalls nicht ganz unwichtig sind bei durchkontaktierten Leiterplatten 
die Dickenschwankungen der Außenlagen, da das Kupfer beim 
Durchkontaktieren nicht nur in den Bohrlöchern, sondern auch auf den 
Leiterplatten abgeschieden wird. Verwendet man zudem Plugging auf den 
Außenlagen, kommt auch noch ein weiterer Ätzschritt hinzu, der zu 
weiteren Dickentoleranzen führt.

Aus den o.a. Gründen weisen Innenlagen (ohne Burried Vias o.ä.) 
heutzutage häufig bessere Toleranzen auf als die Außenlagen.

Soll das ganze einigermaßen kontrolliert gefertigt werden, setzt man 
sog. Impedanztestcoupons ein, d.h. Teststrukturen innerhalb des 
Leiterplattennutzens, die dann während bzw. nach der 
Leiterplattenfertigung mittels eines geeigneten TDR oder VNA vermessen 
werden. Das Risiko für dabei aufgetretenen Ausschuss trägt dann der 
Leiterplattenhersteller.

von Georg (Gast)


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Andreas S. schrieb:
> aber bei
> differentiellen Signalen mit typischen Abständen von 0,1mm bis 0,15mm
> spielt der Lack eine sehr wichtige Rolle

Ein Grund mehr, den Abstand nicht allzu klein zu wählen, nicht der 
einzige: die Abweichung der Impedanzen von Zdiff = 2 x Zodd ist umso 
grösser, je enger die Leiterbahnen beieinander liegen. Die hier immer 
wieder ausgesprochene Empfehlung, die Leiterbahnen so nahe zu verlegen 
wie das der Hersteller gerade noch zulässt, ist daher irreführend, 
besonders bei den heutigen Fertigungsmöglichkeiten. Ein etwas grösserer 
Abstand ergibt eine bessere Robustheit gegenüber Fertigungstoleranzen.

Das ist unter Fachleuten seit Jahren bekannt, aber es ist wohl trotzdem 
ziemlich wirkungslos das hier zu posten, liebe Gewohnheiten gibt halt 
niemand auf.

Georg

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