Bei den NF-Übertragern wird meist auf Leistung geschielt und die
erfordert entsprechend Kernmasse, damit Ausdehnung des Systems und
bedingt Streuungen, die den HF-Anteil dämpfen und die Kennlinie
verbiegen.
Kleinleistungsübertrager, die nur ein paar mA abkönnen, dafür aber supi
klein gebaut sind und ein entsprechendes Kernmaterial besitzen, sind da
durchaus prächtig im Frequenzgang. Ich war mal in einer Firma tätig, die
sich mit solchen Materialien befasste und habe Übertrager vermessen:
Eines Tages fiel mir ein Miniaturübertrager für messtechnische Zwecke in
die Hände, der die in der Audiotechnik verbreiteten Haufe-Übertragern um
Längen geschlagen hat und sich sowohl für die Eingänge von Mischpulten,
als auch den Ausgängen von Mikrofonen, bei denen man sich ja irgendwann
mal von den Trafos verabschiedet hatte, geeignet hätte.
Leider war der Bereichsleiter nicht dazu zu bewegen, in die Richtung zu
denken und das Geschäftsfeld dahingehend zu erweitern. Die Dinger - gfs
mit einer nichtmagnetischen Abschirmung - hätten prima rauschfreie
Impedanzwandler ermöglicht. Die waren bis jenseits der 50kHz linear und
hatten einen sehr linearen Phasengang, genau das Richtige für die
aufkommende 96kHz-Audiotechnik.