Genügt es zur Einhaltung der EMV die Schaltung in ein Metallgehäuse zu packen?

Gast #4809608
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Meist gehen zusätzlich noch Taster, Anzeigen oder Anschlüsse durch das 
Gehäuse.

Batteriebetrieben und nur ein paar LEDs schauen raus? Dann bräuchte es 
keine Lüftungsschlitze. Also vermutlich: reicht nicht aber erleichtert 
vielleicht.
Gast #4809618
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Naja:

für Störfestigkeit Leitungs- und feldgebunden: eindeutig vielleicht.

für Störausstrahlung Leitungs- und feldgebunden: eindeutig vielleicht.

für ESD: kann schon sein.

Zur Einhaltung der restlichen Bestimmungen (u.a. Schutzklasse, 
Schutzart): eideutiges jein.

Ohne weiter Infos zum genauen "Gerät" kann die hier leider keiner 
helfen.
Gast #4809797
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Manno schrieb:
> Oder reicht das nicht?

NEIN.

EMV ist nicht ESD allein.
Es strahlt nicht nur die Leiterplatte sondern auch die Kabel. Und auch 
auf den Kabeln können Störungen eingetrahlt werden.
Kommt also darauf an wie Dein Gerät aussieht und welche EMV Standards Du 
erfüllen musst.

rgds
(Firma: www.harerod.de) Persönliche Seite #4810011
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Manno schrieb:
> Oder reicht das nicht?
Ja. ;)

Meine Empfehlung wäre, beim ersten EMV-gerechten Entwurf einen 
erfahreneren Entwickler draufschauen zu lassen.

Hauptargumente:
- Das kostet weniger, als zweimal ins EMV-Labor zu gehen.
- Die Entwicklung ist schneller verkaufsfähig.
- Die Gesamtfertigungskosten sind niedriger.

Grüße,
 marcus
Gast #4810087
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Manno schrieb:
> Genügt es zur Einhaltung der EMV die Schaltung in ein Metallgehäuse zu
> packen?

Ich finde es faszinierend wie detailliert die Fragestellung
ist, noch faszinierender finde ich es wie die Leute hier darauf
antworten. Immerhin wissen sie scheinbar wesentlich mehr als
der Fragesteller preisgegeben hat.

Ich erinnere an Fragen wie etwa die folgende schon öfters
gestellt wurde:

"Ich bräuchte einen hochgenauen 16-Bit A/D-Wandler, kann mir
bitte jemand einen empfehlen?"
#4810091
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> Genügt es zur Einhaltung der EMV die Schaltung in ein
> Metallgehäuse zu packen?

Nein, bringt praktisch gar nichts. Selbst ohne Lüftungsschlitze hat man 
meist ein eloxiertes Gehäuse, welches zwischen Deckel und Grundgehäuse 
keinen durchgehenden Kontakt macht und dadurch eine Schlitzantenne 
ergibt.

Bevor nun ein Gehäuse gesucht wird, welches HF Dicht ist und rundum 
zugeschweisst wird, ändert man sein Layout entsprechend und plant 
Ferrite vor Kabelanschlüssen ein. Wo entsprechende Treiberbausteine vor 
den Kabel sitzen, braucht es meist keine Ferrite, aber da weiss das 
Datenblatt oder die App-Note mehr dazu.
#4810129
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Arduinoquäler schrieb:
> Operator S. schrieb:
>> Nein, bringt praktisch gar nichts.
>
> Wofür genau soll das nichts bringen?

1. Klasse, Antwort auf Frage formulieren. Ich habe das immer langweilig 
gefunden, da man nur das Fragewort durch die Antwort ersetzt und den 
rest des Satzes nochmal schreiben muss. Dank copy&paste ist das 
heutzutage einfacher, daher extra für dich:

Nein, bringt praktisch gar nichts, zur Einhaltung der EMV die Schaltung 
in ein Metallgehäuse zu packen.
#4810134
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Einfache Antwort, nein, tun es nicht unbedingt.

Laengere Antwort. Ein Metallgehaeuse muss geerdet sein, und die 
Schaltung muesste leitend verbunden sein. Was mit einem Alugehaeuse 
nicht ganz einfach ist. Kabel die hineingehen, muessen einzeln entstoert 
werden.

Dabei ist zu beachten, dass eine 3cm lange Schlaufe bei 3GHz schon eine 
ordentliche Antenne bildet. Die EMV Normen gehen zur Zeit bis 3GHz. Zu 
ueberlegen ist, dass das Mobilfunkgeraet bei 1.8GHz, das WLAN bei 2.5GHz 
arbeitet, und ueber einen einzelnen Draht ins Gehaeuse einkoppeln kann. 
Im Gehaeuse koennen sich Resonanzen bilden, die die Elektronik dann 
empfindlich erscheinen laesst, auch wenn sie's alleine auf dem Tisch 
nicht waere.

Fehlfunktionen koennen zB durch eingekoppelte Digitalsignale entstehen. 
Koppeln solche Frequenzen auf analoge Elektronik ein, auch wenn die 
nicht fuer diese Frequenzen gebaut noch spezifiziert ist, koennen sich 
am Eingang eines langsamen OpAmps durch gleichrichtung Offsetspannungen 
erzeugen, die ein Fehlverhalten hevorrufen.
Gast #4810407
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Okay, also ich erläutere dann mal meine Frage genauer.

Eigentlich geht es um Hobbyprojekte, also Geräte für dies und das 
(konkretes habe ich da momentan nicht) und für ein Hobbyprojekt ist es 
ja recht teuer, eine EMV Prüfung durchführen zu lassen.
Zumal ich auch nicht weiß, ob man das müsste, aber ich gehe mal davon 
aus, dass man das muss, wenn man das Gerät dann betreibt.

Würde ein Metallgehäuse so als Rundumschlag helfen, dann wäre die Sache 
sehr einfach, weil ich dann die Geräte einfach immer in ein 
Metallgehäuse stecken müsste.
Und ja, natürlich würden da auch noch Schalter, Drehknöpfe, Displays 
etc. herausragen, die habe ich vergessen zu erwähnen.

Da ihr aber nun sagt, dass das nicht reicht, würde ich gerne wissen, was 
man da als Hobbyinteressierter dann machen kann? Ich habe Elektronik 
nicht studiert.
Aber für Ratschläge zu dem Thema bin ich ganz Ohr.
#4810426
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Was soll man da raten ...

-der Einfachheit halber bleibt man Netz fern. Tu ich als Profi zumindest 
so.
-solange man bei Lowpower bleibt, ist man noch nicht so exponiert.
 Bedeutet Schaltnetzteile, PWM Endstufen fuer Motore usw sind kritisch.
-solange man die Finger von Kommunikationsgeschichten laesst ist man 
auch auf der besseren Seite.

Mit einem Oszilloskop sieht man schon sehr viel, sofern es genuegend 
Bandbreite hat. Da muss man wissen worauf zu schauen.

Nicht entmutigen lassen ... aber das Eis ist duenn.
Gast #4810613
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Manno schrieb:
> Aber für Ratschläge zu dem Thema bin ich ganz Ohr.

1.Erst mal überlegen WAS in die Kiste soll.
2.Das Forum hat eine Suchfunktion wo Du hunderte hilfreiche Beiträge zu 
diesm Thema finden wirst.
3.Kiste ringsum VOLLFLÄCHIG zulöten, keine Löcher, keine Drähte hilft.
#4810626
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Manno schrieb:
> Da ihr aber nun sagt, dass das nicht reicht, würde ich gerne wissen, was
> man da als Hobbyinteressierter dann machen kann?

Das Ganze nicht so verbissen sehen.

Mit was für Hochspannungs-, Hochfrequenz- und Hochleistungsschaltungen 
gedenkst du denn zu basteln? Mit einem Arduino und einer LED-Kette 
bringst du weder den Herzschrittmacher deines Nachbarn zum rotieren, 
noch die ISS zum Absturz.
#4823142
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Thomas E. schrieb:
> Manno schrieb:
>> Da ihr aber nun sagt, dass das nicht reicht, würde ich gerne wissen, was
>> man da als Hobbyinteressierter dann machen kann?
>
> Das Ganze nicht so verbissen sehen.
>

Das würde ich aber auch sagen! Da es sich um Hobbyprojekte handelt, 
würde ich den Focus erst einmal darauf legen, dass die Schaltung 
zuverlässig funktioniert. EMV wäre wahrscheinlich das Letzte, worüber 
ich mir Gedanken machen würde - es sei denn, spezielle EMV-Maßnahmen 
wären für die Funktionalität meiner Schaltung unabdinglich.

Gruß!

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