Ich bin profi-Elektroniker und Netzwerker, habe aber bisher keine praktische Erfahrung in LWL-Netzwerken. Bei einem Kunden wurde zwischen 2 Hallen ein OM4 Glasfaserkabel mit 12 Fasern und einer Länge von ca. 300m verlegt. (als Ersatz für eine Kupferstecke mit mehreren Hubs) Meine Aufgabe ist nun das in die vorhandene Kupfer-Infrastruktur zu integrieren (Backbone). Das gesamte Kupfer-Netz ist ein Gigabit-Netzwerk mit überwiegend Netgear Komponenten. Die vorhandenen Komponenten sollen alle erhalten bleiben !!! Daher bin ich auf der Suche nach Medienkonvertern. Die Angebotsvielfalt bei meinen Distributoren hat mit "erschlagen". Deshalb hier meine Frage : Wer kann solide Medienkonverter empfehlen ? Passend für OM4 Faser (ca. 300m), Gigabit tauglich, Industietauglich, zuverlässig ! Die Medienkonverter (max. 4 Stück zusammen) sollen auf einem 19" Tragblech 1HE installiert werden. Meine Standarddistributoren sind z.B. Sonepar, Reichelt, Conrad, u.s.w. Über etwas Hilfe würde ich mich freuen. Gruß Armin ------------------------------------------------------------ Es gibt 10 Sorten von Menschen, die einen verstehen Binärcode, die anderen nicht.
Armin G. schrieb: > Meine Standarddistributoren sind z.B. Sonepar, Reichelt, Conrad, u.s.w. Die Auswahl reduziert sich, wenn du statt bei Reichelt bei einem Profi-Distributor wie beispielsweise Bechtle suchst.
Armin G. schrieb: > Bei einem Kunden wurde zwischen 2 Hallen ein OM4 Glasfaserkabel mit 12 > Fasern und einer Länge von ca. 300m verlegt. (als Ersatz für eine > Kupferstecke mit mehreren Hubs) Dann solltest Du als erstes mal klären was für ein Steckertyp an den LWL-Patchpanels verwendet wurde. LC wäre gängig, es gibt aber auch einige andere Typen. > Das gesamte Kupfer-Netz ist ein Gigabit-Netzwerk mit überwiegend Netgear > Komponenten. Wenn das nicht gerade die unterste Klasse von Netgear-Switches ist, hast Du da doch normalerweise 2 oder 4 SFP-Slots drin. Da kaufst Du Dir jetzt passende SFP-Module für. Die kannst Du dann direkt in die Switches stecken und brauchst keine extra Medienkonverter mehr. Für Multimode und Gigabit dürfte 1000BASE-SX das richtige sein. Die SFP-Module haben normalerweise einen LC-Anschluss. Du brauchst dann Patchkabel entweder von LC auf LC oder eben von LC auf den vor Ort verwendeten Steckertyp.
Gerd E. schrieb: > Dann solltest Du als erstes mal klären was für ein Steckertyp an den > LWL-Patchpanels verwendet wurde. LC wäre gängig, es gibt aber auch > einige andere Typen. Bei Patchpanels kenne ich eher SC, während aktive Komponenten häufiger SFP/Mini-GBIC-Module mit LC verwenden. Bei Konvertern gibts beides, einerseits Modul-Slots für LC, andererseits aber auch direkt SC oder LC. Aber das ist sekundär, weil es nur das Patchkabel zwischen Patchpanel und Konverter betrifft und da kauft man eben das passende mit, also LC/LC oder SC/SC oder LC/SC. Ist ja nur die Steckerform, das Kabel ist gleich. Switches und Router verwenden meist Modul-Technik, weil Fiber-Anschlüsse über die Jahre eine gewisse Defektrate entwickeln, und weil dann auch Single-Mode möglich ist (bei 300m uninteressant). Reine Gbit-Medienkonverter sind aber Billigware, bei denen man deshalb auch direkte LC/SC-Anschlüsse findet. An Stelle des 20€-Moduls wechselt man dann eben den 50€-Konverter aus. Hässlich an einem Bündel Medienkonvertern an Stelle entsprechend ausgerüsteter Switches ist das unvermeidliche Sammelsurium an Wandwarzen im Rack. Rack-Switches haben ihre Netzteile drinnen, die Konverter nicht. Das kann sich in den PDUs des Racks unangenehm bemerkbar machen, beispielsweise wenn Kaltgerätedosen statt Schukodosen, oder wenn jede Wandwarze 2 Steckplätze frisst.
Zunächst mal besten Dank für Eure schnellen Antworten. Die Patchpanel sind mit ST-Buchsen bestückt. Aber das ist, wie Gerd schon schrieb, ja sekundär und nur eine Frage der Patchkabel, das kriege ich locker geregelt. >An Stelle des 20€-Moduls wechselt man dann eben den 50€-Konverter aus. Genau das ist auch mein Gedanke :-) Da lege ich mir 2 Konverter hin und kann die an jeder Stelle unabhängig vom Switch austauschen. Ausserdem kommen einige Fasern nicht an Switches sondern andere Netzwerkkomponenten. Jaja, das mit den "Wandwarzen" im Schrank ist lästig, aber die Schränke sind dort sehr gross und ich habe reichlich hochwertige Steckdosenleisten auf den Rückseiten montiert und Platz und Steckplätze genug. Die externen Netzteile haben aber auch einen Vorteil : Man kann sie leicht austauschen, denn das Netzteil ist ja bekanntlicherweise eine häufige Fehlerquelle. Mittlerweile habe ich noch mit einigen Kollegen gesprochen und zwei Typen haben sich "herauskristallisiert" : http://www.tp-link.de/products/details/cat-43_MC200CM.html#overview Kostet ca. < 50 Eur. http://www.dlink.com/de/de/business-solutions/switching/network-and-switch-accessories/nic-cards-and-media-converters/dmc-700sc-1000baset-to-1000basesx-sc-multimode-media-converter Kostet ca. < 150 Eur. Hat jemand eine Meinung zu oder Erfahrung mit diesen Konvertern ? Gruß Armin ------------------------------------------------------------ Es gibt 10 Sorten von Menschen, die einen verstehen Binärcode, die anderen nicht.
Armin G. schrieb: > Die Patchpanel sind mit ST-Buchsen bestückt. Die mit Bajonett-Anschluss? Interessant. Die waren mir das letzte Mal anno OM1 begegnet, in der FDDI-Ära.
Armin G. schrieb: > Mittlerweile habe ich noch mit einigen Kollegen gesprochen und zwei > Typen haben sich "herauskristallisiert" : > > http://www.tp-link.de/products/details/cat-43_MC200CM.html#overview > > Kostet ca. < 50 Eur. > > http://www.dlink.com/de/de/business-solutions/switching/network-and-switch-accessories/nic-cards-and-media-converters/dmc-700sc-1000baset-to-1000basesx-sc-multimode-media-converter > > Kostet ca. < 150 Eur. > > Hat jemand eine Meinung zu oder Erfahrung mit diesen Konvertern ? Ich kenne beide Konverter nicht, würde aber von D-Link Abstand nehmen, da diese bei anderen Produkten durch eine sehr schlechte Sicherheit/Bugs aufgefallen sind. Da er auch noch 3mal so teuer ist würde er für mich rausfallen. A. K. schrieb: > Armin G. schrieb: >> Die Patchpanel sind mit ST-Buchsen bestückt. > > Die mit Bajonett-Anschluss? Interessant. Die waren mir das letzte Mal > anno OM1 begegnet, in der FDDI-Ära. ST bei Multimode ist nicht völlig unüblich, auch wenn ich den bisher auch nur an OM1 oder OM2 gesehen habe. Lustig ist ST auf Singlemode, das ist sehr unüblich, aber gibts trotzdem.
A. K. schrieb: > Armin G. schrieb: >> Die Patchpanel sind mit ST-Buchsen bestückt. > > Die mit Bajonett-Anschluss? Interessant. Die waren mir das letzte Mal > anno OM1 begegnet, in der FDDI-Ära. Tja, diese Steinzeit-Dinger werden schon noch verbaut. Oft von Elektrikern die im LWL-Bereich nicht so viel machen. Denn die kann man mit Klebetechnik montieren und braucht kein Fusionsspleißgerät. Wobei man sich letzteres natürlich auch leihen könnte wenn man wollte. Aber solange der Kunde nicht genau weiß was er will, bekommt er halt das alte Zeugs montiert.
Reinhard S. schrieb: > Ich kenne beide Konverter nicht, würde aber von D-Link Abstand nehmen, > da diese bei anderen Produkten durch eine sehr schlechte Sicherheit/Bugs > aufgefallen sind. Security ist bei Medienkonvertern zwar nicht wirklich ein Thema, denn die haben keine Eigenintelligenz. Aber Grund dafür, speziell D-Link einzusetzen, sehe ich auch nicht. Ich wär dafür einfach bei Bechtle rein und hätte den ersten passenden genommen.
Armin G. schrieb: > und kann die an jeder Stelle unabhängig > vom Switch austauschen. Die SFP-Module sind herstellerunabhängig normiert, die kannst Du in jeden Gigabit-Switch reinstecken. Es gibt ein paar Ausnahmen im Hochpreis-Segment, z.B. damit das Zeug in Ciscos läuft, muss man eine bestimmte Kennung ins EEPROM flashen. Aber bei Netgear und in vergleichbarer Preisklasse funktionieren die überall. Ich würde mir da nicht extra Teile hinlegen wollen, wenn der Switch sowieso schon die Slots hat.
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