Potentialausgleich/Erdung

Gast #4829159
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Hallo,

zwar bin ich Stromer, jedoch in einem anderen Fachbereich und nicht in 
der Hausinstallation.

Ich hatte heute eine Diskussion darüber wie heute der Potentialausgleich 
in Hausinstallationen ausgeführt wird. Der Elektriker mit dem ich 
darüber gesprochen hatte, war sich auch nicht so sicher.

Ich lernte mal vor gefühlten Jahrhunderten während meiner Ausbildung:

Fundamenterder oder Ringerder in der Bodenplatte wird mit der 
Hauptpotetialschiene verdunden. Daran kommt auch der PEN. Alle 
Wasserrohre, Heizungsrohre usw. werden damit verbunden.

Nun ist das ganze komplex an Heizungsrohren erfahrungsgemäß im Keller 
einmal mit dem Hauptpoti verbunden - bis zum Heizkörper sind dann 
irgendwelche Fittinge, Verschraubungen, Ausbesserungen mit Materialmix 
an Kunsstoff, Hanf zwischen den Gewinden usw.... Was kommt dann noch von 
der Erdung am Heizkörper welcher in der Wohnung hängt überhaupt noch an 
(nach 15 Stockwerken!!!)
Das gleiche gilt auch für das Trinkwassersystem!

Müsste man dann nicht eigentlich eine PE-Leitung direkt mit dem 
Heizkörper verbinden? Zumindestens eine Erdungsschelle am letzten 
Rohrstück (Unterputz) bevor es an den Heizkörper geht - und selbst dann 
ist noch das Ventil mit Hanf/Teflonband dazwischen?!

Wollte jetzt nicht irgendwelche Normen wälzen welche ich sowieso nicht 
habe - und der Elektriker von heute sicherlich auch nicht xD
Das ist wieder ein typischer Fall zwischen Theorie und Praxis.

Gruß Uli
Gast #4830275
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Thomas F. schrieb:
> Da drin entsteht doch
> keine gefährliche Spannung. Genausowenig am Wasserhahn.

So ganz unberechtigt ist die Frage/Überlegung nicht. Gelegentlich gab es 
verschleppte Spannungen, die ganz woanders verursacht werden, aber 3 
Zimmer weiter noch an der Heizung anliegen könnten.
#4830296
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Paul B. schrieb:
> Lies mal hier weiter:
>
> http://www.bosy-online.de/Elektrotechnik.htm#Potentialausgleich

Ich zitiere mal von der Seite:

"(da ich kein E-Techniker bin, freue ich mich über jede Hilfestellung)"

weiter:
"Arbeiten an und in elektrotechnischen Anlagen dürfen nur von 
Installateurverzeichnis durchgeführt werden, die in das 
Installateurverzeichnis eines Energieversorgersunternehmens (EVU) bzw. 
Verteilungsnetzbetreibers (VNB) eingetragen sind."

Die Seite ist irgendwie keine Referenz für mich.
#4830407
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Dass im Heizkörper keine Steckdosen sind ist jedem klar! Aber beim 
Potentialausgleich geht es auch nicht darum! Wie der Name schon sagt, 
ist es ein Potentialausgleich und in dem Sinn kein Schutzleiter. Er ist 
dazu da, mögliche Potentialunterschiede zwischen zB PE von der Steckdose 
und Heizkôrper auszugleichen, so dass keine gefährliche Spannung 
entstehen kann. Spannungsunterschiede könnten viele Gründe haben, zB 
Induktion. Zum Thema Plastikrohre, Fittings, ... die Rohre sind mit 
Wasser gefüllt und das ist bekanntlich ja ein guter Leiter. Und bevor 
einer kommt: "Wasser leitet aber nicht!", Richtig, es sind die 
Mineralien im Wasser.

Zum Thema Ring- und Fundamenterder! Was jetzt kommt gilt bei uns in der 
Gegend, und hängt auch etwas vom EVU ab! Im normalfall wird aus VA 
Rundstahl ein Ring ums oder unters Fundament ins Erdreich gelegt. Dieser 
wird an den vier Ecken (je nach Größe auch mehr) mit Kreuzverbindern und 
VA Rundstahl mit dem Fundamenterder verbunden. Der Fundamenterder ist 
Rund oder Flachstahl und wird ca 0,5m (da gibts genaue Masse, weiss ich 
aber nicht auswendig) vom Rand im Baustahl verlegt plus evtl zusätzliche 
Verbindung von Seite zu Seite falls die max Maschengröße überschritten 
wird. Zur Häufigkeit der Befestigung mit dem Baustahl und ob evtl noch 
eine zusätzliche Masche nötig ist gibt es auch genaue Vorschriften! Zu 
letzt wird die Anschlussfahne für die Schiene am Fundamenerder befestigt 
und am passenden Ort nach oben rausstehen lassen! Dieser muss entweder 
aus VA oder isoliert sein!

Ebenso ist bei uns im privaten Bereich ein TT Netz vorgeschrieben. Das 
heisst, der PEN vom EVU wird zum N in der Anlage und der PE kommt von 
der Potentialschiene. PEN/N und PE werden NICHT verbunden!

Ich hoffe, ich konnte etwas helfen! Und für genaue Masse oÄ kann ich die 
Homepage von DEHN empfehlen, da gibt es recht viele Infos!

Gruß
Gast #4830602
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Josef T. schrieb:
> Zum Thema Plastikrohre, Fittings, ... die Rohre sind mit
> Wasser gefüllt und das ist bekanntlich ja ein guter Leiter. Und bevor
> einer kommt: "Wasser leitet aber nicht!", Richtig, es sind die
> Mineralien im Wasser.

auch das stimmt nicht wirklich. Wasser leitet auch mit Mineralen kaum 
Strom. Sonst würden Blankdraht Durchlauferhitzer nicht funktionieren.

Der Widerstand würde so hoch sein, das er für einen Potentialausgleich 
nicht geeignet ist.

Heizungsrohre zu erden, ist bei Verbundrohren nicht mehr notwendig oder 
sinnvoll.
#4830847
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oszi40 schrieb:
> Peter II schrieb:
>> Heizungsrohre zu erden, ist bei Verbundrohren nicht mehr notwendig oder
>> sinnvoll.
>
> So weit würde ich mich jetzt nicht aus dem Fenster lehnen, wenn ich die
> örtlichen Gegebenheiten nicht kenne! Es sollte sich besser der Fachmann
> vor Ort Gedanken machen.

Der Fachmann in Netz sagt:

https://www.elektrofachkraft.de/expertenbeitraege/elektroinstallationen-in-baderaeumen#axzz4SytXiqkW

Zitat:
... Ist es jedoch ein Alu-Verbundrohr, braucht weder der Heizkörper [in 
Badezimmern] noch das (nicht anschließbare) Alu-Verbundrohr [in den 
Schutzpotentialausgleich] einbezogen werden.


Quelle: 
https://www.elektrofachkraft.de/expertenbeitraege/elektroinstallationen-in-baderaeumen#ixzz4T03Q71a8

Das gilt für:  im Sinne der VDE 0100-701:2008-10 "Errichten von 
Niederspannungsanlagen - Teil 7-701: Anforderungen für Betriebsstätten, 
Räume und Anlagen besonderer Art – Räume mit Badewanne oder Dusche" - 
also Räume mit erhöhter Anforderung an den Potentialausgleich. Für 
normale Wohnräume finde ich keine Anforderung an einen 
Potentialausgleich an Heizkörpern in der VDE.
Gast #5390618
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Bei mir wurden während Renovierungsarbeiten kurzzeitig alle Verbindungen 
von der Potentialausgleichschiene entfernt. Interessehalber habe ich mal 
zwischen der nun unbelegten Schiene und einer Wasserleitung im Haus 
gemessen (Multimeter mit Durchgangsprüfer), und tatsächlich eine 
Verbindung gehabt. Jemand eine Idee worüber da noch eine Verbindung 
zustande kam? Wie gesagt, an der Erdungsschiene war nur noch der 
Flachstahl zum Fundamenterder dran, aber die sonst üblichen Leitungen 
zum PE/Zähler, Wasser- und Heizungsrohre alle weg. Trotzdem hat das 
Multimeter gepiepst.
#5391361
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Die Hersteller der sehr verbreiteten Durchlauferhitzer mit 
Blankdraht-Heizsystem gehen von einem Widerstand von mindestens 900 Ohm 
pro Zentimenter Wasserstrecke aus.

Bei einigen Metern, die da zu überbrücken wären, hilft für eine 
funktionierende Erdung die Leitfähigkeit des Wasser bestimmt nicht 
weiter.

Vielleicht überbrückt eine zentral geerdete Antennenleitung noch ein 
Stückchen oder sonst irgendwelche Signalleitungen?
Gast #5393305
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● J-A V. schrieb:
> Wasser leitet bekanntlich den Strom.
> und jetzt schaun mer mal, welchen Innen-Querschnitt ein Rohr hat.
>
> da dürfte also auch bei einem Kunststoff-Rohr
> so einiges an Elektronen durchkommen.

Trinkwasser ist nicht besonders Leitfähig (max 0,28 S/m). Da kommen 
schon bei einem Meter Rohr mit 13mm Innendurchmesser fast 30kOhm 
zusammen.

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