Forum: Mechanik, Gehäuse, Werkzeug Suche Erfahrungen zur Weller WT1 Station


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von foobar (Gast)


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Moin!

Ich bin gerade am überlegen, mir eine neue Lötstation zuzulegen. Da mir 
sowohl JBC zu teuer ist und auch die Compact Line mir physikalisch nicht 
zusagt, als auch andere Firmen meine Anforderungen teilweise nicht 
erfüllen, werde ich wohl bei Weller bleiben. Da Weller anscheinend 
letztes Jahr eine komplett neue WT-Serie heraus gebracht hat und es nur 
schwer Erfahrungsberichte finden lassen, wollte ich einmal nachfragen, 
ob jemand damit Erfahrungen gemacht hat. Mir scheint die Serie "nur" 
eine neu designte PUD-81 in anderem Gehäuse und größerem Display zu 
sein?

Schöne Grüße

von Ewald J. (avrtech49)


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hallo,

Auch ich wäre an Erfahrungsberichten der WT-1 interessiert.

Ich habe mir im Sommer eine neue JBC CD2E060 gekauft,und ich weiss was
mein Vorredner mit ,,physikalisch nicht zusagt,, meint.

Die Station hat 400€ gekostet und steht jetzt nur rum,denn auch ich
finde das Handling der JBC überhaupt nicht gut.
Am meisten stört mich dieser Knubbel(Heizung)vorne an der Lötkartusche.

Naja löte inzwischen wieder mit meiner alten Weller.

: Bearbeitet durch User
von Ricky B. (Gast)


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Hallo,

Ich habe mir vor einigen Monaten das Set Weller WT1010H (die 150W 
Variante der WT1 plus Lötkolben WP120) zugelegt und seit dem intensiv 
verwendet. Hier mal ein paar unsortierte Eindrücke und Vergleiche.


1) Das Anschlusskabel des Lötkolbens ist SUPER-flexibel. Das macht den 
Lötkolben "gefühlt" leichter und das KAbel bleibt auch nicht ständig 
irgendwo hängen. Bei meiner JBC - CD-2BE sieht das schon anders aus. 
Hier ist das Anschlusskabel zwar dünner, aber auch bei Weitem nicht so 
flexibel. Nachdem ich den Lötkolben aus der Orignalverpackung genommen 
habe, musste ich ihn erstmal 1 Woche neben der Heizung aufhängen und die 
Knickstellen rauszubekommen.


2) Das Display der Weller WT1H ist leicht nach oben gewinkelt. Damit 
lässt es sicher super ablesen, wenn das Gerät vor einem auf dem Tisch 
steht - aber auch, wenn es auf einer etwas erhöhten Ablage über der 
Tischplatte steht.

Auch hier unterliegt die JBC Lötstation. Das Display ist eher komplett 
nach oben ausgerichtet als nach vorn. Das ergibt für mich überhaupt 
keinen Sinn. Hier kann man das Display nichtmal bei normalem 
Tischbetrieb vernünftig lesen, ohne den Kopf Richtung Lötstation zu 
recken. Völliger Blödsinn.


3) Aufheizzeit
Vor der Weller WT1H hatte ich eine Ersa Analog 60. Die brauchte ca. 4 
Minuten um auf Temperatur zu kommen.
Die WT1 braucht gerade mal 3 Sekunden. Das macht schon richtig Spaß.
Das ist bei der JBC Lötstation übrigens vergleichbar - vielleicht sogar 
noch etwas schneller.

4) Standby Funktion
Die WT1 geht in Standby, wenn Sie eine bestimmte (einstellbare) Zeit 
nicht benutzt wurde. Zum Aufwecken muss man allerdings eine Tastenkombi 
an der Station drücken. Um von der Standby-Temperatur (ebenfalls 
einstellbar) auf die Betriebstemperatur zu kommen, benötigt die Weller 
bei Standardeinstellungen ca. 1.5 Sekunden. (180 => 380 Grad)
Das verringert den Stromverbrauch und erhöht die Standzeit der 
Lötspitzen.

Die JBC kriegt diesmal mehr Punkte, da der Standby Modus beendet wird, 
sobald man den Lötkolben aus der Halterung nimmt.


5) Leistung
Ursprünglicher Kaufgrund war, dass ich bei meiner Ersa Analog 60 immer 
Probleme hatte, an großen Masseflächen zu löten. Oder auch beim Einlöten 
(und insbesondere Auslöten) von SMA Buchsen.
Die Weller WT1 meistert das problemlos. Ich war echt beeindruckt und 
habe es sofort bereut, so lange mit dem Kauf einer modernen Lötstation 
gewartet zu haben. Dicke Kupferleitungen von Trafos, SMA Buchsen, 
Anlöten an Messingplatten oder Zingehäusen, Abschirmplatten.... alles 
kein Problem mehr.
Das dürfte aber auch dem 120W Lötkolben geschuldet sein. Die WT1 gibt es 
ja auch mit 90W und einem kleineren Lötkolben.
Die JBC kommt mit ihren 75W zwar auch schonmal weit über die Leistung 
der Ersa Analog 60 hinaus, kann aber nicht mit der Weller mithalten. 
Hier fällt die Temperatur schonmal etwas, wenn man die SMA Buchse 
verlötet.


6) Apropos kleiner Lötkolben.
Der WP120 ist leicht wie eine Feder und man kann ziemlich ermüdungsfrei 
arbeiten. 4 von 5 Punkten.
Der JBC Lötkolben (T245-A) kriegt von mir nur 3 von 5 Punkten. Zwar ist 
die Lötspitze näher an den Fingerspitzen, wodurch man etwas weniger 
zittrig ist (ich zumindest), aber dafür ist die Zugentlastung am anderen 
Ende des Lötkolbens so lang (fast 10cm), dass der starre Teil wiederum 
viel zuweit über den Handrücken hinausragt.
Dadurch finde ich den JBC Lötkolben im Vergleich zum Weller WP120 
wesentlich schwerer zu führen - das steifere Anschlusskabel beim JBC 
kommt noch hinzu. Aus meiner Sicht ein zweiter Designfehler.


7) Lötspitzen
Hier bin ich mit dem Weller WP120 leider nicht so glücklich.
Die Lötspitzen der XT-Serie sind allesamt eher grob.
Zugegeben - wer SMD löten will, wird sich vermutlich keinen 120W 
Lötkolben kaufen. Aber ich hatte gehofft, hier etwas universeller zu 
sein.
Mit den spitzeren Lötspitzen von Weller KANN man SMD löten - aber man 
muss schon gut aufpassen.

Bei dem Weller Lötkolben werden die Lötspitzen übrigens auf das 
Heizelement gesteckt. Dadurch geht etwas Wärmeleistung an dieser Stelle 
verloren. Dafür kosten die Spitzen auch nur 5 Euro...


Bei dem JBC Lötkolben funktioniert das schon ganz anders. Die Auswahl an 
Lötspitzen, -meißeln und Sonderformen ist enorm. Außerdem ist das 
Heizelement direkt in der Lötspitze verbaut. Dadurch sind die zwar 
teurer (20-25EUR), haben aber eine effizientere Wärmeleistung.
Für diese Idee und das Lötspitzenangebot würde ich 5 von 5 Sternchen 
setzen.



8) Die Basisstation
Die Weller Station ist schön klein, der Schalter ist vorn, das Display 
von vorne lesbar, der Anschluss für den Lötkolben ist vorn... wertig 
gebaut, schickes Gehäuse. Tip Tip!

Das Design der JBC Basis geht mir nicht in den Kopf.
Display zeigt nach oben, Ein/Aus Schalter ist an der Gehäuserückseite, 
der Anschluss für den Lötkolben ist ebenfalls an der Gehäuserückseite, 
der Lötkolbenhalter ist fest mit der Basisstation verbunden...

Den Kauf der JBC bereue ich etwas. Zum SMD löten ganz ok, aber 
Gehäusetechnisch absolut nicht für meine Werkbank und meine 
Arbeitsposition geeignet.
Stattdessen hätte ich mir besser eine WX2 Station von Weller gekauft und 
dann einen Lötkolben für's Grobe - einen für's Feine ;)

Naja - irgendwann mal.


Also mein Fazit:
Die reine Lötstation WT1 bzw. WT1H ist der JBC ein ganzes Stück voraus. 
Kleiner, leichter, besser bedienbar, größere Anzeige. Die steht also auf 
dem Siegertreppchen ganz oben...
Bei PK-Elektronik gibt es gute Angebote, finde ich.

Bei der Auswahl des Lötkolbens sollte man sich evtl. vorher überlegen, 
was man hauptsächlich löten will. Für die meisten Anwendungen ist die XT 
Serie ausreichend, aber wenn man hauptsächlich SMD lötet, wäre ein 
anderer Lötkolben vielleicht angebracht.


Vielleicht hilft euch mein Eindruck ja bei der Auswahl ;)

von Andrew T. (marsufant)


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Ricky B. schrieb:
> Stattdessen hätte ich mir besser eine WX2 Station von Weller gekauft und
> dann einen Lötkolben für's Grobe - einen für's Feine ;)
>
> Naja - irgendwann mal.

Auch wenn der Original-Post schon etwas älter ist, vielleicht doch von 
Interesse:

Obige Eindrücke von Ricky kann ich bestätigen an der WT1010H kann ich 
positiv bestätigen.
Ich bin dann auf die WX2 mit 2 Lötgriffeln übergegangen, weil doch 
häufig Fein/Mittelgrob Lötungen zu erledigen.
Sofern das der Arbeitsumfang und das Budget hergeben, sicher die bessere 
Variante die WX2.
Überschaubarer in der Ausgabe und für weniger seriennahe Lötungen klar 
die WT1010H

Die WX2 dürfte sowieso eher selten hier eingesetzt werden, da die Zahl 
derjenigen eher klein ist, die  mal eben den vierstelligen Betrag 
ausgeben möchten.

von Ricky B. (Gast)


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Hallo  Andrew ,

darf ich fragen, welchen Lötkolben Du für Deine feineren Arbeiten 
verwendest?

Nachdem ich meinen Beitrag oben geschrieben habe und so auch für mich 
nochmal zusammengefasst habe, dass die hypegesteuerte JBC Anschaffung 
eine grandiose Fehlinvestionen war, überlege ich nun doch, das Teil 
wieder zu verkaufen und eine WX2 anzuschaffen. Dann vermutlich mit einem 
sehr feinen Lötkolben und einem Entlötkolben.
Fragt sich nur, welchen "feinen"... WXMP?

LG, Rick

von Andrew T. (marsufant)


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Hallo Rick,

ich habe benutzt (findest Du auf der Webseite von Weller):
T0052920499N  für feine Arbeiten.
T0054461299N   dito.
sowie
T0052920199N WXP120  für viel gröbere Arbeiten.

> dass die hypegesteuerte JBC Anschaffung
> eine grandiose Fehlinvestionen war..

Ich fand JBC nicht soo schlecht, aber natürlich muß man sich 
"persönlich" damit wohlfühlen (oder nicht). einem "Hype" zu folgen ist 
eh nicht ratsam, Ausprobieren und dann behalten /rücksenden eher. Tip 
was Du vorab klären kannst: Die guten Distributoren bieten meist eine 
Woche/10 Tage Probe-Nutzung an, wenn man da Teil dann kauft ist das für 
alle Beteiligten gut gelaufen.

Die JBC TE Precison Heißluft-Rework Station empfand ich als deutlich 
angenehmer als die ähnliche Weller Rework Station - wenn sie (die JBC) 
denn funktionierte. Leider war das Teil nach 4 Wochen defekt, mußte zum 
Hersteller (der irgendwo in Spanien eine zentrale Reparaturstelle hatte) 
und war für knappe 3 Wochen nicht nutzbar. Danach läuft das Teil 
(bisher) gut. Der Service war zwar kostenfrei für mich, aber es ist 
schon unangenehm wenn man so lange eine benötigte Station nicht hat.

: Bearbeitet durch User
von Ricky B. (Gast)


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Hi Andrew,

vielen Dank für den Tip. Ich schaue mir die Sachen an.

Technisch finde ich die JBC Station ja auch gut. Aufheizzeit, 
Standby-Funktion, Parameter und Einstellungen, das Prinzip mit der 
Lötspitze inkl. Heizelement... alles super.

Nur das Gehäusedesign ist für meinen Arbeitsplatz einfach völlig 
ungeeignet.
Es gibt von JBC ja auch die Premium Line, z.B. das Set JBC DIR-2D.
Da ist der Anschluss für den Lötkolben zwar immernoch hinten, aber 
immerhin ist das Display nach vorne ausgerichtet und die Lötkolbenablage 
ist separat.
Das wäre dann schonmal wesentlich besser für den Arbeitsplatz geeignet.

Na mal schauen. Ich denke aber, ich werde mittelfristig die WX2 
anpeilen.
Die habe ich zwar auch nicht ausprobiert, die Produktvideos, Abmessungen 
und Flexibilität sind aber sehr vielversprechend.

LG, Rick

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