Moin!
Ich bin gerade am überlegen, mir eine neue Lötstation zuzulegen. Da mir
sowohl JBC zu teuer ist und auch die Compact Line mir physikalisch nicht
zusagt, als auch andere Firmen meine Anforderungen teilweise nicht
erfüllen, werde ich wohl bei Weller bleiben. Da Weller anscheinend
letztes Jahr eine komplett neue WT-Serie heraus gebracht hat und es nur
schwer Erfahrungsberichte finden lassen, wollte ich einmal nachfragen,
ob jemand damit Erfahrungen gemacht hat. Mir scheint die Serie "nur"
eine neu designte PUD-81 in anderem Gehäuse und größerem Display zu
sein?
Schöne Grüße
hallo,
Auch ich wäre an Erfahrungsberichten der WT-1 interessiert.
Ich habe mir im Sommer eine neue JBC CD2E060 gekauft,und ich weiss was
mein Vorredner mit ,,physikalisch nicht zusagt,, meint.
Die Station hat 400€ gekostet und steht jetzt nur rum,denn auch ich
finde das Handling der JBC überhaupt nicht gut.
Am meisten stört mich dieser Knubbel(Heizung)vorne an der Lötkartusche.
Naja löte inzwischen wieder mit meiner alten Weller.
Hallo,
Ich habe mir vor einigen Monaten das Set Weller WT1010H (die 150W
Variante der WT1 plus Lötkolben WP120) zugelegt und seit dem intensiv
verwendet. Hier mal ein paar unsortierte Eindrücke und Vergleiche.
1) Das Anschlusskabel des Lötkolbens ist SUPER-flexibel. Das macht den
Lötkolben "gefühlt" leichter und das KAbel bleibt auch nicht ständig
irgendwo hängen. Bei meiner JBC - CD-2BE sieht das schon anders aus.
Hier ist das Anschlusskabel zwar dünner, aber auch bei Weitem nicht so
flexibel. Nachdem ich den Lötkolben aus der Orignalverpackung genommen
habe, musste ich ihn erstmal 1 Woche neben der Heizung aufhängen und die
Knickstellen rauszubekommen.
2) Das Display der Weller WT1H ist leicht nach oben gewinkelt. Damit
lässt es sicher super ablesen, wenn das Gerät vor einem auf dem Tisch
steht - aber auch, wenn es auf einer etwas erhöhten Ablage über der
Tischplatte steht.
Auch hier unterliegt die JBC Lötstation. Das Display ist eher komplett
nach oben ausgerichtet als nach vorn. Das ergibt für mich überhaupt
keinen Sinn. Hier kann man das Display nichtmal bei normalem
Tischbetrieb vernünftig lesen, ohne den Kopf Richtung Lötstation zu
recken. Völliger Blödsinn.
3) Aufheizzeit
Vor der Weller WT1H hatte ich eine Ersa Analog 60. Die brauchte ca. 4
Minuten um auf Temperatur zu kommen.
Die WT1 braucht gerade mal 3 Sekunden. Das macht schon richtig Spaß.
Das ist bei der JBC Lötstation übrigens vergleichbar - vielleicht sogar
noch etwas schneller.
4) Standby Funktion
Die WT1 geht in Standby, wenn Sie eine bestimmte (einstellbare) Zeit
nicht benutzt wurde. Zum Aufwecken muss man allerdings eine Tastenkombi
an der Station drücken. Um von der Standby-Temperatur (ebenfalls
einstellbar) auf die Betriebstemperatur zu kommen, benötigt die Weller
bei Standardeinstellungen ca. 1.5 Sekunden. (180 => 380 Grad)
Das verringert den Stromverbrauch und erhöht die Standzeit der
Lötspitzen.
Die JBC kriegt diesmal mehr Punkte, da der Standby Modus beendet wird,
sobald man den Lötkolben aus der Halterung nimmt.
5) Leistung
Ursprünglicher Kaufgrund war, dass ich bei meiner Ersa Analog 60 immer
Probleme hatte, an großen Masseflächen zu löten. Oder auch beim Einlöten
(und insbesondere Auslöten) von SMA Buchsen.
Die Weller WT1 meistert das problemlos. Ich war echt beeindruckt und
habe es sofort bereut, so lange mit dem Kauf einer modernen Lötstation
gewartet zu haben. Dicke Kupferleitungen von Trafos, SMA Buchsen,
Anlöten an Messingplatten oder Zingehäusen, Abschirmplatten.... alles
kein Problem mehr.
Das dürfte aber auch dem 120W Lötkolben geschuldet sein. Die WT1 gibt es
ja auch mit 90W und einem kleineren Lötkolben.
Die JBC kommt mit ihren 75W zwar auch schonmal weit über die Leistung
der Ersa Analog 60 hinaus, kann aber nicht mit der Weller mithalten.
Hier fällt die Temperatur schonmal etwas, wenn man die SMA Buchse
verlötet.
6) Apropos kleiner Lötkolben.
Der WP120 ist leicht wie eine Feder und man kann ziemlich ermüdungsfrei
arbeiten. 4 von 5 Punkten.
Der JBC Lötkolben (T245-A) kriegt von mir nur 3 von 5 Punkten. Zwar ist
die Lötspitze näher an den Fingerspitzen, wodurch man etwas weniger
zittrig ist (ich zumindest), aber dafür ist die Zugentlastung am anderen
Ende des Lötkolbens so lang (fast 10cm), dass der starre Teil wiederum
viel zuweit über den Handrücken hinausragt.
Dadurch finde ich den JBC Lötkolben im Vergleich zum Weller WP120
wesentlich schwerer zu führen - das steifere Anschlusskabel beim JBC
kommt noch hinzu. Aus meiner Sicht ein zweiter Designfehler.
7) Lötspitzen
Hier bin ich mit dem Weller WP120 leider nicht so glücklich.
Die Lötspitzen der XT-Serie sind allesamt eher grob.
Zugegeben - wer SMD löten will, wird sich vermutlich keinen 120W
Lötkolben kaufen. Aber ich hatte gehofft, hier etwas universeller zu
sein.
Mit den spitzeren Lötspitzen von Weller KANN man SMD löten - aber man
muss schon gut aufpassen.
Bei dem Weller Lötkolben werden die Lötspitzen übrigens auf das
Heizelement gesteckt. Dadurch geht etwas Wärmeleistung an dieser Stelle
verloren. Dafür kosten die Spitzen auch nur 5 Euro...
Bei dem JBC Lötkolben funktioniert das schon ganz anders. Die Auswahl an
Lötspitzen, -meißeln und Sonderformen ist enorm. Außerdem ist das
Heizelement direkt in der Lötspitze verbaut. Dadurch sind die zwar
teurer (20-25EUR), haben aber eine effizientere Wärmeleistung.
Für diese Idee und das Lötspitzenangebot würde ich 5 von 5 Sternchen
setzen.
8) Die Basisstation
Die Weller Station ist schön klein, der Schalter ist vorn, das Display
von vorne lesbar, der Anschluss für den Lötkolben ist vorn... wertig
gebaut, schickes Gehäuse. Tip Tip!
Das Design der JBC Basis geht mir nicht in den Kopf.
Display zeigt nach oben, Ein/Aus Schalter ist an der Gehäuserückseite,
der Anschluss für den Lötkolben ist ebenfalls an der Gehäuserückseite,
der Lötkolbenhalter ist fest mit der Basisstation verbunden...
Den Kauf der JBC bereue ich etwas. Zum SMD löten ganz ok, aber
Gehäusetechnisch absolut nicht für meine Werkbank und meine
Arbeitsposition geeignet.
Stattdessen hätte ich mir besser eine WX2 Station von Weller gekauft und
dann einen Lötkolben für's Grobe - einen für's Feine ;)
Naja - irgendwann mal.
Also mein Fazit:
Die reine Lötstation WT1 bzw. WT1H ist der JBC ein ganzes Stück voraus.
Kleiner, leichter, besser bedienbar, größere Anzeige. Die steht also auf
dem Siegertreppchen ganz oben...
Bei PK-Elektronik gibt es gute Angebote, finde ich.
Bei der Auswahl des Lötkolbens sollte man sich evtl. vorher überlegen,
was man hauptsächlich löten will. Für die meisten Anwendungen ist die XT
Serie ausreichend, aber wenn man hauptsächlich SMD lötet, wäre ein
anderer Lötkolben vielleicht angebracht.
Vielleicht hilft euch mein Eindruck ja bei der Auswahl ;)
Ricky B. schrieb:> Stattdessen hätte ich mir besser eine WX2 Station von Weller gekauft und> dann einen Lötkolben für's Grobe - einen für's Feine ;)>> Naja - irgendwann mal.
Auch wenn der Original-Post schon etwas älter ist, vielleicht doch von
Interesse:
Obige Eindrücke von Ricky kann ich bestätigen an der WT1010H kann ich
positiv bestätigen.
Ich bin dann auf die WX2 mit 2 Lötgriffeln übergegangen, weil doch
häufig Fein/Mittelgrob Lötungen zu erledigen.
Sofern das der Arbeitsumfang und das Budget hergeben, sicher die bessere
Variante die WX2.
Überschaubarer in der Ausgabe und für weniger seriennahe Lötungen klar
die WT1010H
Die WX2 dürfte sowieso eher selten hier eingesetzt werden, da die Zahl
derjenigen eher klein ist, die mal eben den vierstelligen Betrag
ausgeben möchten.
Hallo Andrew ,
darf ich fragen, welchen Lötkolben Du für Deine feineren Arbeiten
verwendest?
Nachdem ich meinen Beitrag oben geschrieben habe und so auch für mich
nochmal zusammengefasst habe, dass die hypegesteuerte JBC Anschaffung
eine grandiose Fehlinvestionen war, überlege ich nun doch, das Teil
wieder zu verkaufen und eine WX2 anzuschaffen. Dann vermutlich mit einem
sehr feinen Lötkolben und einem Entlötkolben.
Fragt sich nur, welchen "feinen"... WXMP?
LG, Rick
Hallo Rick,
ich habe benutzt (findest Du auf der Webseite von Weller):
T0052920499N für feine Arbeiten.
T0054461299N dito.
sowie
T0052920199N WXP120 für viel gröbere Arbeiten.
> dass die hypegesteuerte JBC Anschaffung> eine grandiose Fehlinvestionen war..
Ich fand JBC nicht soo schlecht, aber natürlich muß man sich
"persönlich" damit wohlfühlen (oder nicht). einem "Hype" zu folgen ist
eh nicht ratsam, Ausprobieren und dann behalten /rücksenden eher. Tip
was Du vorab klären kannst: Die guten Distributoren bieten meist eine
Woche/10 Tage Probe-Nutzung an, wenn man da Teil dann kauft ist das für
alle Beteiligten gut gelaufen.
Die JBC TE Precison Heißluft-Rework Station empfand ich als deutlich
angenehmer als die ähnliche Weller Rework Station - wenn sie (die JBC)
denn funktionierte. Leider war das Teil nach 4 Wochen defekt, mußte zum
Hersteller (der irgendwo in Spanien eine zentrale Reparaturstelle hatte)
und war für knappe 3 Wochen nicht nutzbar. Danach läuft das Teil
(bisher) gut. Der Service war zwar kostenfrei für mich, aber es ist
schon unangenehm wenn man so lange eine benötigte Station nicht hat.
Hi Andrew,
vielen Dank für den Tip. Ich schaue mir die Sachen an.
Technisch finde ich die JBC Station ja auch gut. Aufheizzeit,
Standby-Funktion, Parameter und Einstellungen, das Prinzip mit der
Lötspitze inkl. Heizelement... alles super.
Nur das Gehäusedesign ist für meinen Arbeitsplatz einfach völlig
ungeeignet.
Es gibt von JBC ja auch die Premium Line, z.B. das Set JBC DIR-2D.
Da ist der Anschluss für den Lötkolben zwar immernoch hinten, aber
immerhin ist das Display nach vorne ausgerichtet und die Lötkolbenablage
ist separat.
Das wäre dann schonmal wesentlich besser für den Arbeitsplatz geeignet.
Na mal schauen. Ich denke aber, ich werde mittelfristig die WX2
anpeilen.
Die habe ich zwar auch nicht ausprobiert, die Produktvideos, Abmessungen
und Flexibilität sind aber sehr vielversprechend.
LG, Rick