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Forum: HF, Funk und Felder Petition zur Mittelwelle


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von Stefan02 (Gast)


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Hallo,

frohes neues Jahr euch allen noch von mir :)

Ich hab hier eine Petition (bin nicht der Ersteller) bei der ichs gut 
fände, wenn ich hier ein paar Unterstützer finde.

Auch wenn man die Details ja in der Petition selber findet, möchte ich 
sie hier noch einmal kurz ausführen.

Es geht in der Petition um die Freigabe von 2 Mittelwellenfrequenzen für 
die Allgemeinheit mit einer Sendeleistung von 100mW - also wie in den 
USA bereits üblich.

Dabei geht es absolut nicht darum "Radio zu machen" - nein, dafür gäbe 
es ja z.b. eine art "broadcast Lizenz" mit der man für, ich meine es 
waren um die 160€ im Monat, als Privatpersion mit "GEMA OK" Internet 
Radio machen kann, sondern es geht darum, selbst ein paar Experimente 
(sendetechnisch) im Mittelwellenband machen zu können, vor allem aber, 
soll dieses Angebot genutzt werden, um Radiosammlern die Möglichkeit zu 
geben, selbst Radiogeräte im Haus verteilt mit einem eigenen 
Mittelwellenprogramm zu versorgen.

Es gibt bereits ja den ein oder anderen "privaten" Rundfunksender - in 
Museen. Allerdings ist das Verfahren hier absolut undurchschaubar. Ein 
Radiobetreiber, welcher unverständlicherweise ganze 1Watt lizensiert 
bekam, meinte, er hätte lange mit der BNETZA diskutieren müssen, bevor 
er die Frequenz bekam, wo anders (spätere Museumsfrequenz) stand in etwa 
drinnen "Wir haben einen Antrag bei der Bundesnetzagentur eingereicht, 
und ihn sofort genehmigt bekommen".

Ein Anruf bei der Bundesnetzagentur "in eigener Sache" mit der 
Hinterfragung, wie man denn "ein bisschen senden dürfte" wurde uns (ich 
bin nicht der einzige, der da gerne ein bisschen rumfunken würde) so 
beantwortet, das man ohne AFU Klasse A garkeine Chance hätte, eine 
Frequenz zu bekommen - und wenn man Klasse A hat, sollte man eine 
"Versuchsfrequenz" beantragen und selbst dann sei nicht sicher, ob man 
diese Frequenz bekäme, sie würde zudem Geld kosten und das Senden dort 
wäre von Strengen Reglementierungen begleitet. Daher frage ich mich, wie 
die Museums "funker" die ja genau das machen, was diese Petition für 
Radiosammler erreichen möchte hier scheinbar ohne große Verpflichtungen 
dies tun können.

Was die Petition erreichen will, ist die Freigabe der genannten 
Frequenzen oder ein Standartisiertes Formular, wo man einen Sender 
beantragen kann - gegen eigene Kostenübernahme - von der BNETZA 
ausmessen lassen kann, dann aber "im Normalfall" das OK bekommt, diesen 
zu betreiben.

In Nachbarländern gibt es (das nehm ich den Kritikern gerne schonmal 
vorweg) zum Teil viel strengere Regelungen - jedoch auch das krasse 
Gegenteil. In den Niederlanden wurde kurz nach der Abschaltung der 
offiziellen Sendern die möglichkeit geschaffen, als Privatperson eine MW 
Frequenz zu mieten, zu BEZAHLBAREN Preisen und mit astronomisch hohen 
Leistungen (bis zu 100Watt sind erlaubt!!!!).

Hier gibt es bis auf das "rumgefunzel" in der "legalen Grauzone" der 
Induktiven Übertragung leider nichts in der Art.

Es soll einfach eine Möglichkeit geschaffen werden, spielraum für 
Radiointeressierte zu schaffen. Es gibt sonst meines Wissens nach keinen 
Funkdienst / Anwendung wo man sich als Privatperson "so" austoben kann. 
Egal ob jetzt CB Funk, oder Amateurfunk überall heist es "keine 
Rundfunkähnlichen Ausstrahlungen".

Allerdings sollten diese Gesetze - auf die Petition bezogen - angepasst 
werden. Die BNETZA soll ihr OK geben, die Rechtliche Seite (gema und co) 
ist ja dann Aufgabe des Endnutzers. Er kann ja beispielsweise auch nur 
ein Wortprogramm mit selbst gestaltelten Berichten oder Geschichten 
senden.

Natürlich gibt es m.E. keinen ökonomischen oder finanziellen Grund diese 
Frequenzen freizugeben, aber man kann auch argumentieren, 
Briefmarkensammeln macht keinen Sinn usw usv...

Die Radiosammler sind mit excellenten Gerätschaften versorgt, es gibt 
sehr viele, qualitativ hochwertige, Bausätze die ein schwaches MW Signal 
bereit stellen würde, fehlt nurnoch die Erlaubniss...

Wenn Ihr dem gegenüber kritisch steht, lest euch gern auch die 
Kommentare in der Petition durch, um das Anliegen der "Röhrenradio 
Community" besser zu verstehen.

Hier geht´s zur Petition:

https://www.openpetition.de/petition/online/freigabe-der-mittelwellenfrequenzen-auf-846khz-und-999khz

von Funker (Gast)


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Stefan02 schrieb:
> Ein Anruf bei der Bundesnetzagentur "in eigener Sache" mit der
> Hinterfragung, wie man denn "ein bisschen senden dürfte" wurde uns (ich
> bin nicht der einzige, der da gerne ein bisschen rumfunken würde) so
> beantwortet, das man ohne AFU Klasse A garkeine Chance hätte

Damit ist doch die Sache klar. Damit du ein "bisschen rumsenden" darfst, 
verlangt die Bundesnetzagentur, dass du in geeigneter Form zumindest ein 
bisschen technische Grundkenntnisse in Elektronik, HF-Technik und 
gesetzlichen Vorschriften nachweist. Das ist doch fair.

Zur freien Nutzung gibt es genug ISM-Zuteilungen.

von Falk B. (falk)


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@Stefan02 (Gast)

>Es geht in der Petition um die Freigabe von 2 Mittelwellenfrequenzen für
>die Allgemeinheit mit einer Sendeleistung von 100mW - also wie in den
>USA bereits üblich.

Was macht man mit 100mW auf Mittelwelle?

>Radio machen kann, sondern es geht darum, selbst ein paar Experimente
>(sendetechnisch) im Mittelwellenband machen zu können,

Interssiert eine verschwindend geringe Anzahl von Leuten.

> vor allem aber,
>soll dieses Angebot genutzt werden, um Radiosammlern die Möglichkeit zu
>geben, selbst Radiogeräte im Haus verteilt mit einem eigenen
>Mittelwellenprogramm zu versorgen.

Das sind noch weniger.

Luxusprobleme^3.

>beantwortet, das man ohne AFU Klasse A garkeine Chance hätte, eine
>Frequenz zu bekommen

also macht derjenige, der das meint tun zu müssen die Lizenz und fertig.

>die Museums "funker" die ja genau das machen, was diese Petition für
>Radiosammler erreichen möchte hier scheinbar ohne große Verpflichtungen
>dies tun können.

Mein Gott, pack einen Boototh/WLAN/whatever Empfänger in dein 
Antennennachbildung und steck das Ding an dein Musemusradio.

>Radiointeressierte zu schaffen. Es gibt sonst meines Wissens nach keinen
>Funkdienst / Anwendung wo man sich als Privatperson "so" austoben kann.

Dann ist das halt so. Es gibt genu andere Hobbies und last but not least 
Afu-Lizenzen.

von Mauritius (Gast)


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Stefan02 schrieb:
> man kann auch argumentieren,
> Briefmarkensammeln macht keinen Sinn usw usf...

Für viele Postverwaltungen macht das Hobby Briefmarkensammeln durchaus
Sinn! Sie fördern es nach Kräften, denn so können sie fleissig Marken 
verkaufen, ohne dafür eine Gegenleistung erbringen zu müssen.

PS  Auch Philatelisten können häufig bei aufgeschlossenen Frauen mit
einer interessanten Sammlung punkten: "Ich zeig dir meine..." :-)

von Radiofreund (Gast)


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Hallo

"Mein Gott, pack einen Boototh/WLAN/whatever Empfänger in dein
Antennennachbildung und steck das Ding an dein Musemusradio."

-Mein Gott, pack einen MP3Player in deinen Schallplattenspieler leg eine 
Dummyschallplatte auf den Teller und lass deine Musik erklingen...

Merkst du was?!

Bezüglich Amateurfunk:

Das ist zwar die Lösung für den technisch Interessierten, und dort gibt 
es tatsächlich auch schon ein sehr schmales Frequenzband kurz vor der 
klassischen Mittelwelle (und auch ein noch schmaleres LW Band), aber aus 
guten Grund sind dort Rundfunkausstrahlungen, sowohl was den Inhalt als 
auch die Dauer betrifft verboten.
Die Gefahr das Jemand auf einer allgemein zugelassenen MW Frequenz 
seinen privaten ganz speziellen "Großdeutschen Reichsrundfunk" 
entsprechender Gesinnung oder ähnlichen illegales ausstrahlt sehe ich 
schon alleine aus technischen Gründen (mit 100mW braucht man schon eine 
sehr gute Antenne und eine wirklich freie Frequenz um spät in der Nacht 
eventuell mal kurzzeitig und unzuverlässig eine größere Reichweite 
mittels den doch recht Breitbandigen AM zu machen) nicht.

Also warum den nicht - dann gehört die Mittelwelle wenigsten nicht 
alleine den schlecht entstörten Schaltnetzteilen.

Radiofreund

von Günter Lenz (Gast)


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Wer möchte, das seine AM-Radios noch mal Lebenszeichen
von sich geben, kann das jeden Sonntag von 11:00 - 12:00 Uhr
auf 6070kHz in Deutsch. Wenn es ein Mittelwellenradio ist,
einen Konverter bauen der die Frequenz auf Mittelwelle
runter mischt. Oder einen Sender mit wenigen mW bauen, aber
keine Antenne anschließen sondern per Kabel direkt zum
Antennenanschluß.

von Radiofreund (Gast)


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Das ist wie ein Modellauto auf dem Boden herum schieben.
Gib den Leuten doch wenigsten die Möglichkeit mit den Pedelec etwas vom 
echten Motorischen Fortbewegung zu erfahren.

Als Vergleich für "Richtiger Rundfunk mit 10kW<" (Rennauto) und der 
Petition zur MW Nutzung (Pedelec).

Radiofreund

von Bernd W. (berndwiebus) Benutzerseite


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Hallo Stefan.

Stefan02 schrieb:

> Es geht in der Petition um die Freigabe von 2 Mittelwellenfrequenzen für
> die Allgemeinheit mit einer Sendeleistung von 100mW - also wie in den
> USA bereits üblich.

Da dort nicht mehr ganz so viel los ist, könnte man das so machen.

>
> Dabei geht es absolut nicht darum "Radio zu machen" - nein, dafür gäbe
> es ja z.b. eine art "broadcast Lizenz" mit der man für, ich meine es
> waren um die 160€ im Monat, als Privatpersion mit "GEMA OK" Internet
> Radio machen kann,

Eine Lizenz für kommerzielles Radio auf Mittelwelle sollte entsprechend 
den gesetzlichen Auflage (Gema, Medienrechtliches) und technisch kein 
Problem sein. Geht auf UKW ja auch. Es macht nur halt keiner.

> sondern es geht darum, selbst ein paar Experimente
> (sendetechnisch) im Mittelwellenband machen zu können,

Dafür gibt es Amateurfunklizenzen.

> vor allem aber,
> soll dieses Angebot genutzt werden, um Radiosammlern die Möglichkeit zu
> geben, selbst Radiogeräte im Haus verteilt mit einem eigenen
> Mittelwellenprogramm zu versorgen.
>
> Es gibt bereits ja den ein oder anderen "privaten" Rundfunksender - in
> Museen. Allerdings ist das Verfahren hier absolut undurchschaubar. Ein
> Radiobetreiber, welcher unverständlicherweise ganze 1Watt lizensiert
> bekam, meinte, er hätte lange mit der BNETZA diskutieren müssen, bevor
> er die Frequenz bekam, wo anders (spätere Museumsfrequenz) stand in etwa
> drinnen "Wir haben einen Antrag bei der Bundesnetzagentur eingereicht,
> und ihn sofort genehmigt bekommen".

Soviel ich weiss, geht das problemlos für ganz geringe Leistung. Das 
"Programm" wird dann im Haus per Induktionsschleife verteilt. Gema muss 
trozdem gezahlt werden.

1 Watt ist ja unter den Umständen schon ein Hammer. Kein Wunder, dass er 
mit der BNETZA diskutieren musste. ;O)

Für einzelne, zeitlich befristete Veranstaltungen ginge auch ein 
Veranstaltungsradio.https://de.wikipedia.org/wiki/Veranstaltungsradio

> Daher frage ich mich, wie
> die Museums "funker" die ja genau das machen, was diese Petition für
> Radiosammler erreichen möchte hier scheinbar ohne große Verpflichtungen
> dies tun können.

Als Radiosammler darfst Du einen kleinen Messender betreiben und in das 
Radio einspeisen. Zum Vorführen und Testen langt das. Du darfst den 
Messender natürlich auch modulieren.

>
> Was die Petition erreichen will, ist die Freigabe der genannten
> Frequenzen oder ein Standartisiertes Formular, wo man einen Sender
> beantragen kann - gegen eigene Kostenübernahme - von der BNETZA
> ausmessen lassen kann, dann aber "im Normalfall" das OK bekommt, diesen
> zu betreiben.

Die Kosten dürften dann das Problem werden....

> In den Niederlanden wurde kurz nach der Abschaltung der
> offiziellen Sendern die möglichkeit geschaffen, als Privatperson eine MW
> Frequenz zu mieten, zu BEZAHLBAREN Preisen und mit astronomisch hohen
> Leistungen (bis zu 100Watt sind erlaubt!!!!).

Es gibt mehrere Klassen in verschiedenen Leistungen, und mit den 
Leistungen ist verbunden, dass diese genehmigte Frequenz im Umkreis von 
X Kilometern niemand anders benutzen darf.
Aber "billig" ist das ganze nicht.

> Hier gibt es bis auf das "rumgefunzel" in der "legalen Grauzone" der
> Induktiven Übertragung leider nichts in der Art.

Das ist in einem Gebäude oder auf einem Grundstück auch absolut 
ausreichend.

> Es soll einfach eine Möglichkeit geschaffen werden, spielraum für
> Radiointeressierte zu schaffen. Es gibt sonst meines Wissens nach keinen
> Funkdienst / Anwendung wo man sich als Privatperson "so" austoben kann.

Ja. Freiräume zum Austoben fehlen oft in unserer Gesellschaft. Selbst in 
Irrenanstalten gibt es ja keine Gummizellen mehr. Sogar stillgelegte 
Truppenübungsplätze werden in Naturschutzgebiete konvertiert, und nicht 
in Austobzonen verwandelt. Für sowas sehe ich tatsächlich Bedarf.

> Egal ob jetzt CB Funk, oder Amateurfunk überall heist es "keine
> Rundfunkähnlichen Ausstrahlungen".

Mit gutem politischem Grund: Ich sehe schon die Pegiden und AfDler mit 
gierigem Blick und scharrenden Füssen auf Propagandamöglichkeiten 
hecheln.

> Er kann ja beispielsweise auch nur
> ein Wortprogramm mit selbst gestaltelten Berichten oder Geschichten
> senden.

Das klingt schon ein bisschen nach Propaganda machen wollen.

>
> Natürlich gibt es m.E. keinen ökonomischen oder finanziellen Grund diese
> Frequenzen freizugeben, aber man kann auch argumentieren,
> Briefmarkensammeln macht keinen Sinn usw usv...

Brifmarkensammeln hat unter kulturellen und kontemplativen 
Gesichtspunkten durchaus Sinn. Radiosammeln auch, zudem dient es der 
technischen Selbstbildung.

>
> Die Radiosammler sind mit excellenten Gerätschaften versorgt, es gibt
> sehr viele, qualitativ hochwertige, Bausätze die ein schwaches MW Signal
> bereit stellen würde, fehlt nurnoch die Erlaubniss...

Induktionsschleife?

>
> Wenn Ihr dem gegenüber kritisch steht, lest euch gern auch die
> Kommentare in der Petition durch, um das Anliegen der "Röhrenradio
> Community" besser zu verstehen.

Ich kenne jede Menge Radiosammler, die Dein geschildertes Problem nicht 
haben.
Noch ein Tipp: Radiolizenzen für das Ausland als Zielgebiet sind in 
Deutschland einfacher zu bekommen, und die Gema hat auch wenig damit zu 
tun. Das heisst, wenn Du auf Englisch oder Französisch moderieren 
kannst, hast Du es einfacher. Aber es soll ja auch ein deutschsprachiges 
Ausland geben.

Mit der Stillegung der Mittelwellensender habe ich ein anderes Problem:
Irgendwie sollte immer noch eine Landes/Bundes/Europaweite 
Rundfunkmöglichkeit in einem Basisbandverfahren existieren. Rein für 
alle Eventualitäten und Notfälle.
Echter Rundfunk auf Mittelwelle läge mir also schon am Herzen.

Aber in der Tat, warum nicht 100mW freigeben? Der Betreiber sollte dann 
einen belibigen öffentlich-rechtlichen für 2 mal am Tag vier Stunden 
übertragen. Damit wäre das Medienrechtliche erledigt.

Am Rande: Auf 695kHz höre ich nachts schwach immer noch BBC 5. Und 
irgendwer überträgt gelegentlich den DLF auf Mittelwelle 1422kHz (Die 
alte Heusweiler Frequenz?). Der kann aber nicht allzuweit weg sein, weil 
ich das tagsüber hören kann.
Vermutlich würde ich noch mehr hören, wenn die Schaltnetzteile nicht 
alles zudonnern würden.

Thema Gema: Was ist mit C3S? 
https://de.wikipedia.org/wiki/Cultural_Commons_Collecting_Society

Mit freundlichem Gruß: Bernd Wiebus alias dl1eic
http://www.l02.de

von W.S. (Gast)


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Falk B. schrieb:
>>Radio machen kann, sondern es geht darum, selbst ein paar Experimente
>>(sendetechnisch) im Mittelwellenband machen zu können,
>
> Interssiert eine verschwindend geringe Anzahl von Leuten.

Hältst du dies für ein gültiges Argument? Ich nicht.

Im Grunde ist die Verwaistheit der Mittelwelle ein Ärgernis der 
prinzipiellen Art. Da ist ein Frequenzbereich vorgesehen für Rundfunk, 
doch er wird einfach nicht mehr bedient. Aber ihn für die Allgemeinheit 
freigeben, das will unsere Obrigkeit auch nicht.

Mir ist schon klar, daß im Zeitalter der allgegenwärtigen Mobiltelefone 
sowohl öffentliche Telefonzellen als eben auch LMK-Rundfunk die meisten 
Leute nicht mehr interessiert. Eigentlich sollte man daraus ableiten, 
die Telefonzellen an Bastler zu verkaufen und den mittlerweile nur noch 
von Schaltnetzteilen genutzten Rundfunkbereich der Öffentlichkeit in 
sinnvoller Weise zugänglich zu machen. Beim CB-Funk geht das ja auch. 
Aber wie wohl immer muß sowas offensichtlich erstritten werden, weil 
unsere Politiker und Beamten meinen, daß Frequenzbereiche ihr 
persönliches Eigentum seien.

W.S.

von Funker (Gast)


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W.S. schrieb:
> Aber wie wohl immer muß sowas offensichtlich erstritten werden, weil
> unsere Politiker und Beamten meinen, daß Frequenzbereiche ihr
> persönliches Eigentum seien.

Immerhin lässt sich damit der Haushalt in 100Mrd€ Größenordnung 
aufpeppen, wie die Verschacherung der UMTS-Lizenzen gezeigt hat.
https://de.wikipedia.org/wiki/Versteigerung_der_UMTS-Lizenzen_in_Deutschland

von ● J-A V. (Firma: FULL PALATINSK) (desinfector) Benutzerseite


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Stefan02 schrieb:
> um Radiosammlern die Möglichkeit zu
> geben, selbst Radiogeräte im Haus verteilt mit einem eigenen
> Mittelwellenprogramm zu versorgen.

Wieviel Radiosammler gibts denn so auf der Welt?

MW kann ich abends aus genügenden Ländern hören,
da muss man sich nicht selbst noch nen Sender aufstellen.
Und das geht schon nur mit dem kleinen Stummelferrit im Uhrenradio.

klappt das mit gesammelten Radios etwa nicht?

von W.S. (Gast)


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● J-A V. schrieb:
> klappt das mit gesammelten Radios etwa nicht?

Es ist nicht die Frage, ob es klappt, sondern die Frage betrifft das 
Verhältnis des Staates zu seinen Bürgern, hier insbesondere bei einem 
Frequenzbereich, der eigentlich für die Bürger reserviert ist (eben 
Rundfunk), aber gewolltermaßen leergeräumt wurde, sodaß kein Bürger mehr 
was davon hat - und ihn auch nicht selbst benutzen darf, trotz 
Leerstand.

Ich geb mal ein Beispiel aus der Kurzwelle: Da ist auf 40m ein ganzes 
Stück dem AFU-Band zugeschlagen worden. Wenn etwas ähnliches auf MW 
passierte, also AFU zumindest als Sekundärnutzer und/oder sowas wie ein 
CB-Bereich noch dazu, dann wäre das in Ordnung. Aber leer lassen und 
trotzdem allen den Zugang verbieten, ist eben NICHT in Ordnung.

W.S.

von ● J-A V. (Firma: FULL PALATINSK) (desinfector) Benutzerseite


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W.S. schrieb:
> Es ist nicht die Frage, ob es klappt, sondern die Frage betrifft das
> Verhältnis des Staates zu seinen Bürgern, hier insbesondere bei einem
> Frequenzbereich, der eigentlich für die Bürger reserviert ist (eben
> Rundfunk), aber gewolltermaßen leergeräumt wurde, sodaß kein Bürger mehr
> was davon hat - und ihn auch nicht selbst benutzen darf, trotz
> Leerstand.

Leerstand ist gewiss ein Punkt.

nur wenn z.B. im Verhältnis zum Alter der Mittelwellentechnik
gerade eben eingeführtes DVBT auch schon wieder abgeschaltet wird?
da quakt irgendwie keiner.

wie ist denn da das Verhältnis Staat<->Bürger einzuordnen?
wohl doch eher so:

> Sieh zu dass Du den neuen Scheiss endlich kaufs' und halt'n Sabbel.

-Ach Du muckst nich, dann können wir ja auch andere Dinge abklemm'

bin mal gespannt wann UKW dran ist.

BTW wir sind ja alles mündige Bürger und haben das so gewählt.

na? wer merkt es?

von Stefan02 (Gast)


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Hallo,

ich melde mich mal wieder zu Wort.

In der Petition ist ein Fehler drinnen, ich hoffe der Author kann diese 
noch ändern.

Dort wird nach einer Freigabe der Mittelwelle mit 100mW EIRP gefragt, 
und das ist meinem Verständniss nach ja die Leistung, die von der 
Antenne abgestrahlt wird...

Das ist natürlich völlig falsch, wie manche Funkamateure hier sicher 
wissen, ist es nicht gerade einfach, Leistung auf so tiefen Frequenzen 
mit verhältnissmäsig kleinen Antenne gut abzustrahlen, und die Regelung, 
das man bei den Frequenzen um 470Khz nur 1W Abstrahlen darf kommen ja 
auch nicht von irgendwoher.

Eher wollte der Author erreichen, das bei uns ähnliche Bedingungen - 
wenigstens auf 2 Frequenzen - erlaubt werden wie in den USA.

Dort gilt:

Die der Endstufe zugeführte Leistung beträgt 100mW, also kann die 
Sendeleistung bei einem Wirkungsgrad der Endstufe von 100mW maximal 
100mW sein...

Die Antenne UND das "Erdungskabel" dürfen zusammen nur eine Gesamtlänge 
von 3 Metern haben.

Ich habe mich mit Gesetzen und dem Thema "selber Senden" wirklich lange 
auseinandergesetzt, und entsprechende Seiten bzw. Informationsquellen zu 
dem Thema über die Jahre verfolgt und Informationen eingeholt.

Vermutlich rührt das Gesetz in den USA von den "Record Player with AM 
transmitter" her, denn dort wurden schon in den 40er Jahren? 
Plattenspieler verkauft, welche über einen eingebauten 
Mittelwellensender verfügten. Manche Modelle konnte man scheinbar ins 
Auto mitnehmen, aber der Hintergedanke war damals der, das man die 
Plattenspieler einfach mit einem Radio verbinden konnte. Da es ggf 
unterschiedliche Pegel gab (Phono Eingang) baute man einfach einen 
genormten Sender ein, der dann bei allen Radios funktionierte.

In Amerika scheint Mittelwelle nach wie vor normal genutzt zu werden. 
Schaue diverse Videos von dort, von Leuten die Alte Radios und Fernseher 
reparieren, und wenn dann Tagsüber ein Bandscan gemacht wird, kommen 
zahlreiche Englischsprachige Stationen in sehr guter Qualität herrein, 
auch wenn dort bereits angefangen wurde, die Sender weiterzuverkaufen, 
und sich zwischen die Lokalprogramme viele Spanische Sender mischen...

Im Jahr 2000 wars glaube ich kam sogar ein Spielzeug raus "Wild Planet 
Radio DJ" - ein KAssettenrecorder, mit Mikrofon, Soundeffekten, 
Mischpult usw usv, der auf 1610? Khz Quarzgesteuert sendet, mit einer 
Antenne drann und 30Fuss - also 10m - offizieller Reichweite.

Dort ist es so, das es Part15 approoved Geräte gibt, die man quasi 
fertig kaufen kann, und dann auch betreiben darf (so ähnlich wie bei uns 
ISM Funkkopfhörer Sender). Die senden dann auf Mittelwelle, und können 
je nach Gerät richtig viel kosten (750 Dollar und mehr, dafür bekommt 
man aber ein Luxus Gerät das sich in einen Schrank einfügt, wie ein DvD 
Player und viel Comfort hat).

Bei Selbstbau kann man halt einhalten "ok, ich gebe nur 10mW Leistung 
auf die Enstufe, mit Modulationsspitzen sinds 50mW - wird wohl Part 15 
sein".

Aber ich schweife schon wieder zu viel ab.

Sinn dieses Gesetzes oder der Freigabe sollte es sein, das man einen 
Bereich hat in dem man bewusst "in kleinem Rahmen" Rundfunkähnliche 
Ausstrahlungen betreiben kann, und diese auch tatsächlich über eine 
(kleine) Antenne abgestrahlt werden. Die höchste Reichweite, die man mit 
einem Part 15 Sender scheinbar erzielen kann, ist 1/4 m;ile also ca 
400Meter aber da wurden dann die Gesetze schon bis zum äußerten 
ausgenutzt. Oftmals haben diese Sender eine Reichweite von "die eigene 
Wohnung" (Wenn man Masse mit Heizungsrohr verbindet) sowie 30-50m 
ausserhalb der Wohnung. Sicher kann man mit eine externen Loop Antenne, 
einem super empfindlichen Weltempfänger und co dann vielleicht 200-250m 
rauskitzeln, aber das sind dann Extrembedingungen, die im Normalfall 
nicht zutreffen.

Das mit Radio Pegida und co hab ich schon öfter gehört, auch in anderen 
Foren. Ich frage mich echt, was diese Aussage bezwecken soll. Ich 
respektiere die Meinung anderer, und lasse mich auch gerne anregen, wenn 
ich eine schlechte Idee habe, an dieser zu arbeiten. Jedoch ist die 
Aussage mit irgendwelchen Minisendern die Propaganda senden sollen 
einfach nur an den Haaren herbeigezogen.

Mal angenommen so ein Mittelwellensender besäse eine Reichweite von 
100m, da er ideal aufgestellt wurde, die Gesetze auch eingehalten 
werden, aber in 100m ist er noch angerauscht - aber Sprache gut 
verständlich - mit einem besseren Taschenradio zu empfangen. Dort liefen 
also besagte Propaganda Nachrichten... wer soll die dann hören? Selbst 
wenn es einen Info zettel gäbe, das auf der Frequenz im Umkreis von 100m 
was zu empfangen wäre, wie viele Leute würden das wahrnehmen?

Wenn ich Propaganda für was auch immer machen wollen würde, dann tu ich 
dies üebr Flyer, Werbung oder Soziale Netzwerke, aber doch nicht über 
einen Mittelwellensender... Das wäre nur interessant, würde man den 
Channel 292 Sender mieten, und hätte dann aber tausende Kilometer 
Reichweite...

Ein anderer Ansatz wäre die Verwendung von Minisendern. Ich habe beim 
"Browsen" das mal gesehen, da hat jemand einen 50nW UKW Sender an die 
Autoantenne angeschlossen, und sendete ein Werbeprogramm, das man 5-10m 
um das Auto empfangen konnte. Er hat den Sender professionell an die 
Antenne angepasst, und mit einem Spektrum Analyzer herausgemessen, das 
er die 50nW EIRP einhält - so könnte man eher Propaganda machen, wenn es 
schon über Radio sein soll, den hat man ja Gegenebenfalls im Smart Phone 
dabei.

von modulierterfurtz (Gast)


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Warum braucht Ihr eine offizielle Genehmigung?
Um es anderen zu verbieten!
Die jetzige Situation ist eigentlich optimal.
Solange sich niemand beschwert kannst Du senden.
Mit der Petition wird das ein Ende haben.
Wenn ich schon sehe aus welchen Foren die Unterstützer
kommen, kriege ich einen Brechreiz.

von Brösel (Gast)


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modulierterfurtz schrieb:
> Warum braucht Ihr eine offizielle Genehmigung?

Der Ansicht bin ich auch.

Ein bunter Samstagnachmittag mit Musik und Redebeiträgen ist schnell 
zusammengestellt. Den Rest besorgt ein Modul im zweistelligen 
Wattbereich.

Hat jemand in letzter Zeit Piraten aus Holland oder Skandinavien gehört?

von ● J-A V. (Firma: FULL PALATINSK) (desinfector) Benutzerseite


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man wird einfach damit leben müssen, dass "da oben" noch jemand sitzt,
der über Eure Köpfe etwas entscheidet.
mir passt man die Strasse ja auch nicht breiter an,
wenn ich mit meinem Fahrzeug nicht durchkomme.
-Muss ich mir 'ne andere Lösung suchen.

wenn man sich aber über "Leerstand" aufregt...
tiuist Du das auch bei all den Fabrikruinen
und Kasernen die überall so ungenutzt rumstehen?

Wenn man die ganzen Flächen zusammenlegen könnte,
kämen Gebiete dabei heraus, die grösser als gewisse Kleinstaaten wären.

Das sieht man wieder nicht, da hat man ja nix mit zu tun.

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