Hallo zusammen,
ich arbeite gerade an einem Projekt, bei welchem ich einen Schalter
unterwasser von der Wasseroberfläche aus ansteuern möchte.
Grundsätzlich möchte ich einen Motor unterwasser an- bzw ausschalten. Im
Normalzustand soll der Motor aus sein (Energiequelle ist unterwasser
vorhanden). Dazu brauche ich auch kein Signal. Ich möchte nun mit
Betätigen einens Schalters an der Wasseroberfläche ein einziges Signal
an einen elktronischen Schalter senden, der dann den Stromkreis vom
Motor schließt.
An der Wasseroberfläche soll also ein Ultraschallsender mit einem
Kippschalter gekoppelt sein, so dass ich nach Betätigen des
Kippschalters den Ultraschallsender zum Senden bringe. Unterwasser soll
dann der Ultraschallempfänger das Signal empfangen und dadurch einen
elektronischen Schalter betätigen, der wiederum den Stromkreis für den
Motor schließt (Evtl. Klatschschalter). Wenn der Kippschalter wieder in
Ausstellung ist, sollte bestenfalls auch der elektronische Schalter den
Stromkreis beim Motor wieder öffnen.
Größtes Problem wird wohl die Entfernung sein. Ich bräuchte ca 150m
Entfernung zwischen Sender und Empfänger. Sowohl Sender als auch
Empfänger sind bereits im Wasser eingetaucht. Sender und Empfänger sind
im Wesentlichen zueinander ausgerichtet. Wäre so etwas möglich?
Gibt es da eventuell einfache Bastelmöglichkeiten, bzw. eventuell auch
schon fertige Bausätze? Welche Ultraschallbauteile wären nötig?
Ich habe schon einiges hier im Forum gelesen, aber für meine Problematik
habe ich nocht nicht wirklich eine Lösung gefunden, von daher wäre ich
für Hilfe dankbar.
Björn
Stefan M. schrieb:> Die wichtigste Information fehlt.> Wie tief ist der Empfänger im Wasser?> Oder meinst Du mit Entfernung die Tiefe?
Nur mal aus Neugier: Ist es wichtig, ob die Unterwasser-Entfernung
zwischen Sender und Empfänger senkrecht, waagerecht oder irgendwie
schräg verläuft?
Erwin D. schrieb:> Nur mal aus Neugier: Ist es wichtig, ob die Unterwasser-Entfernung> zwischen Sender und Empfänger senkrecht, waagerecht oder irgendwie> schräg verläuft?
Ja, natürlich.
Bei einer horizontalen Entfernung von 150m aber nur 1m Wassertiefe würde
ich die Aufgabe mit HF Sender unf Empfänger lösen.
Da könnte man z.B. eine billige 27MHz Spielzeugfernsteuerung verwenden.
Aber bei 150m Wassertiefe geht das nur noch mit Langwelle oder
tatsächlich mit Ultraschall.
Die Ultraschallvariante ist nämlich sicherlich die komplizierteste und
teuerste, wenn man nicht schon zufällig die richtigen Bauteile besitzt.
Stefan M. schrieb:> Erwin D. schrieb:>> Nur mal aus Neugier: Ist es wichtig, ob die Unterwasser-Entfernung>> zwischen Sender und Empfänger senkrecht, waagerecht oder irgendwie>> schräg verläuft?>> Ja, natürlich.> Bei einer horizontalen Entfernung von 150m aber nur 1m Wassertiefe würde> ich die Aufgabe mit HF Sender unf Empfänger lösen.> Da könnte man z.B. eine billige 27MHz Spielzeugfernsteuerung verwenden.> Aber bei 150m Wassertiefe geht das nur noch mit Langwelle oder> tatsächlich mit Ultraschall.> Die Ultraschallvariante ist nämlich sicherlich die komplizierteste und> teuerste, wenn man nicht schon zufällig die richtigen Bauteile besitzt.
Ach so meinst du das. Okay, da bin ich natürlich deiner Meinung.
Ich hatte dich so verstanden, daß es bei Ultraschall einen Unterschied
zwischen waagerecht und senkrecht macht.
Björn schrieb:> An der Wasseroberfläche soll also ein Ultraschallsender
Ist nicht mein Spezialgebiet, aber muss es denn Ultra sein? Nach meiner
Einschätzung ist die Reichweite von US im Wasser sehr begrenzt, während
Walgesänge hunderte km zu hören sind. Es ist also die Frage, was der
beste Frequenzbereich ist.
In jedem Fall wird man eine ziemlich hohe Sendeleistung brauchen.
Über das Thema wird ausgiebig diskutiert unter dem Stichwort Sprechfunk
für Taucher. Daraus kann man auch entnehmen, dass das keineswegs einfach
ist, und dabei unterhalten sich Taucher nicht über 150 m Entfernung.
Georg
Björn schrieb:> Es geht auch genau ums Tauchen :-)Björn schrieb:> Ich bräuchte es eben nur noch einfacher.
Thema Tauchen und Orientierung. Da stellen sich bei mir alle Nackenhaare
auf was das Thema Sicherheit betrifft. Das ist kein Bastelthema für
einen Anfänger.
Außerdem tauchen und 150m Tiefe? Das ist kein Sporttauchen mehr, nicht
mal mehr mit Nitrox oder Trimix.
Beim Apnoe-Tauchen dennoch interessant. Die "Standardeinsatztiefe" wäre
auch deutlich geringer, aber die Weltrekorde purzeln und sind bei 129m.
Ich bin auch dabei einen Prototypen zu entwickeln und bin schon in
Kontakt mit mehreren Tauchfirmen, um dann von der Bastellösung
wegzukommen.
Björn schrieb:> eim Apnoe-Tauchen dennoch interessant. Die "Standardeinsatztiefe" wäre> auch deutlich geringer, aber die Weltrekorde purzeln und sind bei 129m.
Für solche Events kann man sich auch die bestehende von der verlinkte
Lösung kaufen.
Was soll das, willst du damit Geld verdienen?
Ich denke die Einsatztiefe ist auf 50m reguliert, weil der Gerätekörper
einen größeren Druck nicht standhalten würde und nicht aufgrund der
Schallausbreitung. Vielleicht habe ich auch gerade einen Gedankenfehler,
aber ist es physikalisch nicht egal, ob ich Reichweite als Tiefe oder
als Entfernung (parallel Wasseroberfläche unter der Wasseroberfläche)
ansehe?
Björn schrieb:> Vielleicht habe ich auch gerade einen Gedankenfehler,> aber ist es physikalisch nicht egal, ob ich Reichweite als Tiefe oder> als Entfernung (parallel Wasseroberfläche unter der Wasseroberfläche)> ansehe?
Physikalisch sollte es egal sein.
Die Wasseroberfläche wirkt allerdings als Grenzfläche, und bewirkt eine
Totalreflexion des Schalls.
Bei Wellengang würde das "Schallsignal" ordentlich durchgemixt werden
und mit verschiedenen Laufzeiten evtl. mehrfach oder stark geschwächt am
Empfänger ankommen.
Komplexe Signale werden dadurch vielleicht unlesbar.
Das ist aber nur meine Theorie.
Und auch unterscheidliche Salzschichten reflektieren. Ich möchte aber ja
nur ein einfaches Signal, im Endeffekt nur eine 1, senden. Beim Echolot
geht es ja auch bis zu 200m, und bei mir müsste das Signal ja nicht mal
mehr zurück...
Peter II schrieb:> Stefan M. schrieb:>> Physikalisch sollte es egal sein.>> auch das nicht, auch Grenzflächen wo sie die Temperatur ändert> reflektieren.
Das wissen aber die UW-Telefone z.B. auf Forschungs-Ubooten nicht und
funktionieren trotzdem. :-)
Klar gibt es ein wenig Brechung und ein wenig Teilreflektion. Das ist
aber meilenweit entfernt von einer Totalreflektion.
Roderich schrieb:> Das wissen aber die UW-Telefone z.B. auf Forschungs-Ubooten nicht und> funktionieren trotzdem. :-)
arbeiten die denn mit Ultraschall?
Roderich schrieb:> Das wissen aber die UW-Telefone z.B. auf Forschungs-Ubooten nicht und> funktionieren trotzdem. :-)> Klar gibt es ein wenig Brechung und ein wenig Teilreflektion. Das ist> aber meilenweit entfernt von einer Totalreflektion.
Dann ist es wohl nicht so dramatisch wie ich dachte.
Aber ein sehr einfaches Signal für "on" ist im simpelsten Falle ein
"Klick" auf einer bestimmten Frequenz.
Das kann dann auch von anderen Schallquellen zufällig erzeugt werden.
Irgendwas sehr eindeutiges ( komplexeres ) sollte man da lieber schon
senden.
Ich weiß die Antwort nicht, aber ich würde mich an der Stelle fragen, ob
nicht die Schallweiterleitung in Wasser vom Druck abhängt und die
Reichweite bei gegebenem Schalldruck bei höherem Druck geringer ist,
weil man mehr Energie braucht um das Wasser zu bewegen.
Der Druck wirkt ja nicht aug Flüssigkeiten, sondern auf Gase.
Flüssigkeiten sind nicht und feste Materialien sind ja nicht
komprimierbar. Deshalb sollten sich meines Erachtens nach die
Schallwellen im Wasser druckunabhängig ausbreiten.
Peter II schrieb:> Roderich schrieb:>> Das wissen aber die UW-Telefone z.B. auf Forschungs-Ubooten nicht und>> funktionieren trotzdem. :-)>> arbeiten die denn mit Ultraschall?
Klar. Für die Verbindung zum "Mutterschiff" auf jeden Fall.
Es gibt natürlich auch welche, die eine schwimmende Sonde an der
Wasseroberfläche haben und von der aus dann über Mobilfunk oder Satellit
kommunizieren. Die Verbindung zwischen Uboot und Sonde kann auch über US
gemacht werden, häufiger aber per Kabel. Die Sonde darf ja nicht
abtreiben, daher hängen die sowieso meist an einem Seil (wo dann das
Kabel mit drin ist).
Björn schrieb:> Der Druck wirkt ja nicht aug Flüssigkeiten, sondern auf Gase.> Flüssigkeiten sind nicht und feste Materialien sind ja nicht> komprimierbar.
Das habe ich auch so gelernt. Richtig.
> Deshalb sollten sich meines Erachtens nach die> Schallwellen im Wasser druckunabhängig ausbreiten.
Aber wenn auch die Schall-Weiterleitung sicher nicht auf
Kompression/Entspannung beruht, so beruht sie, - soweit ich mich nicht
irre -, doch darauf dass die Moleküle vom Sender bewegt werden und diese
wiederum andere Moleküle bewegen. Richtig?
In dem Fall, - und weil der Druck nach allen Seiten gleich wirkt -,
müsste der Sender die Moleküle doch genau gegen diesen Druck (und mit
dem Druck) bewegen und dazu braucht es Energie.
Unter diesem Gesichtspunkt: Wie siehst Du (Ihr) das? Ist diese
Überlegung korrekt oder wo hakt sie?
Ich hab ein paar Jahre bei Rittmeyer.com in der Entwicklung gearbeitet:
US-Durchflussmesser. (Laufzeitdifferenzverfahren, seit Jahrzehnte in
Produkte mehreren Hersteller etabliert)
Für offene Kanäle werden da Frequenzen von 500kHz oder gar 200kHz
eingesetzt und schaffen Kanäle von über 100m Breite im 30..45 Grad
Winkel --> 150m.
Die Sensoren (plane Membran m. Piezo-Erreger/Detektor) haben bei diesen
f schon mehr als Handtellergrösse, (bei 1 resp. 2 MHz dann Münzengrösse,
wiederum aber deutlich geringere Reichweite)
Benötigte el. Leistung weiss ich nicht mehr (das NT der gesamten
Messeinrichtung ist im Bereich von max. 50...80W, wovon der
Prozessrechner ca <10W zieht).
Wenig unter der Wasseroberfläche gilt es auch die Fresnelzone zu
berücksichtigen, d.h. zu wenig Eintauchtiefe ...ist dann zuwenig;
Wellengang verschlimmert die Sache nochmals. (ditto zu nahe beim Grund)
Die dort gebauten US-Sensoren haben ausgesprochene Richtcharakteristik
und müssen bei der Installation ziemlich genau aufeinander ausgerichtet
werden, sonst "sehen" sie einander nicht.
Die Distanz ist also nicht das größte Problem, allenfalls wenige Watt
mehr Sendeleistung geben dann auch die nötige Reserve.
Es steckt sonst viel KnowHow in diversen Details. Es gelten alle
Grundsätze der Drahtlosen Nachrichtentechnik.
Das angedachte ist aber kein "Holzweg" vom Prinzip her.
Also Fish Finder arbeiten mit 50kHz und können damit bis ca. 200m
Wassertiefe arbeiten. Diese nutzen eine Sende-/Empfangseinheit. Mit
einem ähnlichem Aufbau, nur dass Sende und Empfangseinheit eben nicht in
einem Element vorhanden sind, sonder zwei getrennte Einheiten sind,
sollte es doch eigentlich irgendwie klappen oder?
Um vielleicht den Kontext meiner Beiträge etwas klarer zu machen:
Ich bezweifele keinesfalls, - spätestens, jetzt nicht mehr -, dass das
mit den 150m Tiefe funktioniert. OK. 50W oder so. Nicht gerade wenig,
aber das kann man schon aufwenden, wenn man will.
Mir ging es vor allem um die prinzipielle Frage, ob der Druck (also die
Wassertiefe) die Menge der nötigen Energie beeinflusst. Zu meiner
theoretischen Betrachtung hätte ich da ganz gerne einen Kommentar
gehabt.
Zugegeben weicht das ein wenig von der Fragestellung ab und ist eher
eine Frage die mich interessiert, aber es hängt doch damit zusammen.
Ich werde aber auch nicht auf einer Antwort beharren. Hat mich nur
interessiert.
Alsp physikalisch gesehen, weiß ich nicht, ob du Recht hast. Aber ich
habe gerade mal Wikipedia konsultiert und hier ist neben den bereits
erwähnten Einflüssen auf die Schallgeschwindigkeit auch die Wassertiefe
als Faktor mit aufgeführt, wenn auch nur als geringer Faktor.
https://de.wikipedia.org/wiki/Echolot
Casanove Adventures (sehr seriöser Name):
Specifications
Nominal Range 50 to 500 Meters Depending On Sea Conditions And Noise
Levels.
Transmission Type Ultrasound using upper single sideband (USB)
Transmit Output Power 1/2 Watt PEP
https://www.casanovasadventures.com/catalog/dive/p4088a.htm#.WH96Hp3btoY
Björn schrieb:> Also Fish Finder arbeiten mit 50kHz und können damit bis ca. 200m> Wassertiefe arbeiten. Diese nutzen eine Sende-/Empfangseinheit. Mit> einem ähnlichem Aufbau, nur dass Sende und Empfangseinheit eben nicht in> einem Element vorhanden sind, sonder zwei getrennte Einheiten sind,> sollte es doch eigentlich irgendwie klappen oder?
Musst halt eine geeignete "Kennung" senden ...
Willst Du die Kamera ein- / ausschalten?
So, mal was zum Basteln:
Du brauchst ja US Sender (dicht an der Oberfläche) und Empfänger (mit
Druck)
Keine Angabe wie zuverlässig das sein soll....
Mit je 2 555 und NE567 habe ich mal zu Schulzeiten eine US
Fernbedienungsempfänger gebastelt.
Prinzip Fernbedienung: das US (statt IR) Signal wird moduliert
Wenn der (Piezo) US sensor nicht schmalbandig ist, dann wäre ein 567
schon mal der Filter. Der zweite detektiert den Ton.
Bei 150m ist aber die Anforderung an die Empfängerempfindlichkeit
'etwas' höher. Also schau Dir mal LW/ VLF Empfänger an :)
Wenn die Übertragungsrate (Baudrate) eher langsam sein darf: Per µC eine
MLS (fixe zufällige Bitfolge) jeweils direkt oder invertiert senden und
im Empfäner dann mit Korrelation arbeiten.
Extrembeispiel: In der Bohrtechnik werden zum intelligenten Bohrkopf die
Daten hin und zurück 'getrommelt' und zwar uber mehrere 100m! über die
Druckschwankungen der Bohrflüssigkeit.Achja natürlich im Betrieb :),
Such mal nach "Elektronik für den Tauchsport" Ist zwar alt aber darin
sind wenn ich mich recht erinnere genau die Pinger und Peilempfänger
beschrieben (analog, aber mit Schaltplan etc)