Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik Digitale Glitch Enterner Schaltung / Glitch Eater / Glitch removal circuit


von Frank Bockwurst (Gast)


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In dem Patent US 4760279 A ist eine Schaltung beschrieben (figure 3), 
die Glitches sowol an fallender als auch steigender Falanke aus einem 
digitalen / seriellem Datenstrom entfernt.

Frage: gibt es so eine Schaltung als fertiges logik IC? Gibt es bessere 
Schaltungen? Ich hätte gerne möglichst wenig Delay und Asymmetrie? 
Bitrate ca. 2 bis 5 Mbit/s...

von HildeK (Gast)


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Frank Bockwurst schrieb:
> Glitches sowol an fallender als auch steigender Falanke aus einem
> digitalen / seriellem Datenstrom entfernt.
>
> Frage: gibt es so eine Schaltung als fertiges logik IC?

Mir ist keines bekannt - aber: warum hast du Glitches in einem 
Datenstrom?
Ist da nicht was ganz anderes faul?

von c-hater (Gast)


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Frank Bockwurst schrieb:

> In dem Patent US 4760279 A ist eine Schaltung beschrieben (figure 3),
> die Glitches sowol an fallender als auch steigender Falanke aus einem
> digitalen / seriellem Datenstrom entfernt.

Das tun tun alle drei gezeigten Schaltungen, nicht nur die aus figure 3.

> Frage: gibt es so eine Schaltung als fertiges logik IC?

Nö, nicht als einen, jedenfalls soweit ich weiss. Aber man kann die 
Schaltung natürlich z.B. aus Standard-Gatter-ICs (und ggf. ein paar 
Kondensatoren und Widerständen) zusammenbauen.

> Gibt es bessere
> Schaltungen?

Soviel dürfte mal sicher sein.

> Ich hätte gerne möglichst wenig Delay und Asymmetrie?

Die Schaltung gehorcht den gleichen Gesetzen, denen Filterschaltungen 
generell gehorchen. Der besondere Trick ist hier nicht, dass es mit 
digitalen Standardgattern irgendwelche besonders guten Ergebnisse geben 
würde, sondern nur der reine Sachverhalt, eben solche zu diesem Zweck zu 
verwenden.

Tatsächlich kann man diese Gatter auch als zwar recht schnelle, aber 
ansonsten in jeder Beziehung ziemlich lausige Operationsverstärker 
betrachten. Das mag vor 30 Jahren noch halbwegs attraktiv gewesen sein, 
aber heute ist es das sicher nicht mehr. Denn heute gibt es gute und 
gleichzeitig schnelle OVs.

von Lothar M. (Firma: Titel) (lkmiller) (Moderator) Benutzerseite


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HildeK schrieb:
> Ist da nicht was ganz anderes faul?
Vermutlich schon.
Falsche Leitungsimpedanz, falscher Abschlusswiderstand und ungünstige 
Masseführung bringen Klingeln mit sich...

Siehe dazu auch den Beitrag "Re: Signalproblem bei langem Kabel" 
und natürlich den Beitrag "Re: Serienwiderstand bei Hochfrequenz"

von Dänk (Gast)


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Der Ausdruck "Glitch" wird oft nicht so eindeutig benutzt.
1) Überschwinger
2) Starke Überschwinger auf benachbarten Leitungen, die
   in das Signal überkoppeln
3) Durch Gatterlaufzeiten verursachte kurzfristige logische
   Zwischenzustände.

Da du von seriellen Daten redest, sind es wohl
(1) Überschwinger.
Gegenmaßnahme: Leitungsabschluss mit dem Wellenwiderstand!
Oder Dämpfung durch einen seriellen Widerstand (etwa
Wellenwiderstand) vor dem Empfänger.

Gegen (2) hilft Schirmung, oder symmetrische Übertragung.

Gegen (3) hift kluges Design (Gatter-Laufzeiten vor-
kompensieren...)

Oder ein Tiefpass, der das Soll-Signal durchlässt, aber
die Störungen sperrt. Das DELAY im Patent macht es auch kaum
besser. - Hilft aber nur, wenn die Störung deutlich kürzer,
als die minimale Signalpulsbreite ist...

von Frank Bockwurst (Gast)


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Ja hatte schon befürchtet, daß es Ratschläge gibt die Glitches im 
Datensignal zu eliminieren. Das ist nicht die Frage.

Es handelt sich vielmehr um einen Versuchsaufbau um Systemgrenzen von 
Feldbussystemen zu untersuchen. Diese Glitches sind im Datenstrom drin 
und sollen in dieser Aufgabenstellung einfach mal als gegeben 
hingenommen werden.

Ich habe eine Signalmanipulationsschaltung konstruiert, die den 
Datenstrom asymmetriert und verzögert, da dies zum Test des 
Kommunikationscontrollers und der Systemgrenzen erforderlich ist. Genau 
diese Manipulationsschaltung "verschluckt" sich jedoch an Glitches / 
Ringing wenn der Flankenwechslen zwischen 5 und 10ns liegt. Daher will 
ich diese entfernen.

Dem reellen Kommunikationscontroller machen diese Glitches gar nichts 
aus.

Das ganze ist also vielmehr ein Experiment uns nichts was später 
produziert werden soll. Trotzdem schonmal Danke für die Rückmeldungen!

von Lothar M. (Firma: Titel) (lkmiller) (Moderator) Benutzerseite


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Frank Bockwurst schrieb:
> Genau diese Manipulationsschaltung "verschluckt" sich jedoch an
> Glitches / Ringing wenn der Flankenwechslen zwischen 5 und 10ns liegt.
> Daher will ich diese entfernen.
Ich würde ein FPGA nehmen, mit z.B. 100MHz takten und dort dann die 
Glitches filtern. Das hat den Vorteil, dass die Logik pfeilschnell 
geändert werden kann, und der Jitter ist mit +-5ns bei 2..5 MBit/s noch 
sehr überschaubar. Weil die "Glitchentfernungelogik" garantiert nur 
klein ist (mehr oder weniger nur ein Schieberegister, siehe 
http://www.lothar-miller.de/s9y/archives/18-Flinke-Flankenerkennung.html), 
könnte man den Takt z.B. in einem MachXO2 auch auf 200MHz erhöhen und 
käme ohne nenneswerten Aufwand und umprogrammierbar auf +-2,5ns Jitter.

Und die Größe so eines Bauteils ist bei einem 32 QFN mit 5x5mm² oder 
einem 25-Ball-BGA mit 2,5x2,5mm² auch sehr überschaubar:
http://www.latticesemi.com/en/Products/FPGAandCPLD/MachXO2.aspx

von Frank Bockwurst (Gast)


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Ja, das ganze sollte auf die Schnelle gehen ;-) Die Überlegung ist 
sowieso die gesamte Manupulationsschaltung ebenfalls in einem FPGA 
anzulegen (ist momentan diskret und gewisse digitale Delay Lines 
verschlucken sich eben)... Mal sehen wie ich das jetzt bis heute 
nachmittag hinbekomme. Mit einem FPGA sicher nicht...

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