Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik Antischall über Tieftöner im Auto


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von Dustin G. (basskatze)


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Hallo liebe Community :),


da ich mich sehr für Audio und Elektronik interessiere, habe ich mich 
für ein kleines Hobby-Projekt entschlossen. Da ich leider noch keine 
Erfahrung habe, bitte ich um eure Unterstützung.

Ich würde gerne mit den Tieftönern in den Fronttüren meines Autos einen 
Antischall erzeugen, um Fahrtgeräusche vor allem der Radkästen ein wenig 
zu minimieren.

Dafür nehme ich ein Mikrofon mit 12V Versorgungsspannung (hab eines 
gefunden mit 50 bis 12,5kHz, Empfindlichkeit 34dB) und verstärke nun das 
Signal. Es geht hierbei vor allem um schnelle Schaltzeiten. Denn um z.B. 
bei einer Frequenz von 10kHz noch 70% effektiven Antischall zu haben, 
müsste man auf etwa 5 Mikrosekunden genau sein; durch die Möglichkeit 
des freien Platzierens des Mikrofons innerhalb der Tür ließen sich durch 
den Gangunterschied allerdings auch bis zu 20µs bewältigen. Meint ihr, 
dass ist mit normalen Transistoren oder mit Mosfets möglich, vielleicht 
sogar mit einer schnellen Variante von OPVs?
Ich habe mir gedacht, dass ich das Signal aus dem Mikrofon (~0,5mV rms) 
um 0,7V verstärke, an die Basis einer Emitterschaltung klatsche (der das 
Signal invertiert), den verstärkten Output abgreife und wieder um ~9V 
senke, um den gedrehten, verstärkten Sinus dann an meine Tieftöner zu 
schießen. Kann man das in der Praxis so machen?
Ich hab schon ausgerechnet, dass ich um etwa 64dB Umgebungsschall (messe 
ich die Tage noch aus, wieviel das während der Fahrt wirklich sind!) 
auszugleichen etwa 100mV rms an meine Lautsprecher geben müsste. Klingt 
mir persönlich etwas wenig allerdings.
Das Mikrofon würde ich vom Tieftöner selber übrigens gut abdämmen, 
sodass der Antischall nicht meine eigene Musik zerstört. :)

Das ist alles nun nur ein theoretischer Ansatz und ich weiß überhaupt 
nicht, ob das so in der Praxis auch funktioniert. Wisst ihr, woran es 
scheitern könnte oder habt ihr Verbesserungsvorschläge? Meint ihr, das 
Vorhaben ist in der verlangten Genauigkeit überhaupt möglich, oder 
sollte man die Finger davon lassen? Namhafte Autohersteller haben Noise 
Canceling jedoch auch schon in ihre Autos bauen können.^^

Mit freundlichen Grüßen
Basskatze

ps: Über Sinn und Unsinn kann man streiten, ich will das Projekt erstmal 
bloß zum Experimentieren und des Spaßes wegen machen. Die Berechnungen 
habe ich erstmal weggelassen, will hier niemanden mit Mathematik 
verwirren. :D

von Kopfhörer (Gast)


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Tja, wenn dabei auch tatsächlich eine subjektiv wahrnehmbare Reduktion 
des Geräuschpegels durch Antischall rauskommen soll empfehle ich einen 
Noise-Cancelling Kopfhörer auseinander zu nehmen und nachzubauen. Aber 
die Lautsprecher müssen dummerweise wieder auf den Kopf zwecks 
definiertem Abstand zum Sinnesorgan, dessen Wahrnehmung "getäuscht" 
werden soll. Ein 3dimensionales Schallfeld, das im Bewegungsbereich des 
Kopfes des Fahrers allein, die anderen Insassen vergessen wir mal 
schnell, das schafft was du willst - das wird mir den Tür-Tröten nix 
werden.

von THOR (Gast)


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Das Vorhaben wird an der naiven Vorgehensweise, dem Mangel an 
elektronischen und vermutlich auch mathematisch/physikalischen 
Grundkenntnissen und den hohen Erwartungen an das Prinzip "Antischall im 
Auto" scheitern.

Ich würde das nicht allein und hobbymäßig versuchen solange "namhafte 
Hersteller" das in ihre Luxuslimousinen verbauen sondern erst dann, wenn 
das bei Lada zur Serienausstattung gehört, in die Technik wurden sicher 
diverse Mannjahre Entwicklungsarbeit gesteckt. Nur weil ich weiss wie 
eine Rakete gebaut wird, kann ich noch lange keinen Mann auf die ISS 
bringen, geschweige denn auf den Mond und wieder zurück.

von Dustin G. (basskatze)


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Danke fürs Feedback!

Ich weiß natürlich, dass ich kugelförmig in jede Richtung einen 
Lautsprecher haben müsste, um perfektes Noise Canceling nachzuahmen. Die 
meisten Geräusche kommen aber vorne aus den Radhäusern und vom Motor 
(der wär aber eher was für die Hochtöner :b), und daher glaube ich an 
das Konzept. :D
Ich fahre zu 99% alleine, mit Insassen würde ich das System dann 
natürlich abstellen. Und ich denke, wegen pontenzieller Insassen ist das 
Konzept noch nicht massentauglich, nicht weil es technisch zu 
anspruchsvoll oder teuer wäre, und deshalb wurde es bisher kaum 
umgesetzt.

THOR schrieb:
> Nur weil ich weiss wie
> eine Rakete gebaut wird, kann ich noch lange keinen Mann auf die ISS
> bringen,

Mein Vorteil gegenüber Raketen ist allerdings, dass ich testen kann wie 
es mir beliebt, ich hab nicht nur einen Versuch. Damit werde ich meine 
Naivität ausbügeln. xD

Nachdem ich die Fahrtgeräusche am Auto vermessen hab, werde ich nochmal 
beurteilen, inwiefern das klappen wird!

lg

von Cosmo Cray (Gast)


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@basskatze - Gibt es Neuigkeiten?

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