Forum: Platinen Lötkegel von bedrahteten Bauteilen abschleifen


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von Lutz H. (luhe)


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Ich möchte meine Leiterplatte zum Befestigen in das Gehäuse kleben.
Da einige bedrahtete Bauteile verlötet sind, möchte ich die Lötkegel auf 
der Leiterseite abschleifen, damit die Leiterplatte flach aufliegt. Der 
elektrische Kontakt wird in der Durchkontaktierung sichergestellt. Wurde 
so etwas schon gemacht und existieren Erfahrungen?

von npn (Gast)


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Lutz H. schrieb:
> Ich möchte meine Leiterplatte zum Befestigen in das Gehäuse
> kleben.
> Da einige bedrahtete Bauteile verlötet sind, möchte ich die Lötkegel auf
> der Leiterseite abschleifen, damit die Leiterplatte flach aufliegt. Der
> elektrische Kontakt wird in der Durchkontaktierung sichergestellt. Wurde
> so etwas schon gemacht und existieren Erfahrungen?

Pfusch!
Dafür nimmt man Abstandsröllchen (zum Beispiel).

von Stefan M. (derwisch)


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Und wenn es schon unbedingt geklebt werden muss, weil es mit voller 
Absicht ein "schnellpfusch Unikat" ist, dann mit einer oder mehr Lagen 
Spiegelklebeband. Das ist das doppelseitig klebende Band, mit dem mehr 
oder weniger dicken Schaumstoff zwischen den Klebeschichten.
Das überbrückt Unebenheiten, lässt sich gut wieder entfernen ( ausser 
evtl. nach 20 Jahren ) und es ist kälte-und hitzeresistent.

Das ist aber Plan C.
Ansonsten gilt nämlich was npn schrieb.

npn schrieb:
> Pfusch!
> Dafür nimmt man Abstandsröllchen (zum Beispiel).

von Andreas S. (Firma: Schweigstill IT) (schweigstill) Benutzerseite


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Lötzinn lässt sich nicht gut schleifen, da es ziemlich duktil ist und 
daher ggf. auf der Leiterplatte verschmiert. Ggf. besteht auch die 
Gefahr, dass man dabei die Leiterplatte verkratzt, was langfristig zu 
Rissen in Leiterbahnen führen kann (, sofern man den Lötstopplack 
durchdringt).

Mit einem wirklich hochwertigen Seitenschneider ohne Wate (z.B. 
Lindström Baureihe 80 mit Ultra-Flush-Schneide) kann man überstehende 
Anschlussdrähte und Lötkegel nahezu eben abschneiden.

http://www.lindstromtools.com/

von Sebastian V. (sebi_s)


Angehängte Dateien:

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Ich hab sowas schonmal in diesen billigen 105 Spiele in Eins Modulen für 
den Gameboy gesehen. Sieht allerdings nicht wie abgeschliffen aus, 
sondern wie Pins vor dem Löten soweit gekürzt das sie nicht über stehen 
und dann mit wenig Lötzinn verlötet.

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Lutz H. schrieb:
> Wurde so etwas schon gemacht und existieren Erfahrungen?

Runterfräsen geht ganz gut.  Mach' ich gelegentlich, wenn ich manuelle
Dukos unter einem SMD-Bauteil habe.

von Wühlhase (Gast)


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Wenn ich dir sowas abnehmen müßte, würde ich es dir um die Ohren hauen.

Ansonsten: Es kann sein daß du beim Abschleifen die DK losvibrierst. Da 
ist eine kleine Hülse drin und ich würde es durchaus für denkbar halten, 
daß die Verbindung DK (äußerer Rand) <> Leiterplatte beschädigt werden 
kann.

von hahaah (Gast)


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Lutz H. schrieb:
> Ich möchte meine Leiterplatte zum Befestigen in das Gehäuse kleben.

Dann nimm Silikon, Sicaflex oder irgendwas, was die Lücke auffüllt...

von Falk B. (falk)


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Das ist ein Kanditat für diesen Thread ;-)

Beitrag "Quick&dirty - schnelle Problemlösungen selbst gebaut"

von Lutz H. (luhe)


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Danke für die Antworten, ich werde es lassen und einen Schicht Klebeband 
als Abstandshalter. Die Anschlüsse werde ich nur kürzen wenn es gar 
nicht anders geht. Es scheint auch in der Industrie die absolute 
Ausnahme zu sein.

Lutz

von michael_ (Gast)


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Nimm gutes Klettband (3-M..).
Da hast du Abstand und ist wieder lösbar.

von Joachim B. (jar)


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Jörg W. schrieb:
> Runterfräsen geht ganz gut.

auf Sandpapier schleifen geht auch, danach Druckluft und 
Leiterplattenreiniger.

von Georg (Gast)


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Lutz H. schrieb:
> Die Anschlüsse werde ich nur kürzen wenn es gar
> nicht anders geht. Es scheint auch in der Industrie die absolute
> Ausnahme zu sein.

Früher - viel früher - gab es dafür Maschinen, die praktisch gleich 
arbeiteten wie Hobelmaschinen in der Schreinerei. Ein breite Walze mit 1 
oder 2 Hartmetallschneiden, die LP wurden drübergeschoben mit einem 
definierten Abstand.

Ich knipse überstehende THT-Drähte mit dem Seitenschneider ab, das artet 
aber leicht in Arbeit aus.

Georg

von Christian B. (luckyfu)


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Wühlhase schrieb:
> Ansonsten: Es kann sein daß du beim Abschleifen die DK losvibrierst. Da
> ist eine kleine Hülse drin und ich würde es durchaus für denkbar halten,
> daß die Verbindung DK (äußerer Rand) <> Leiterplatte beschädigt werden
> kann.

Das ist, mit Verlaub, Unsinn. Industriell gefertigte Leiterplatten haben 
keine "Hülse" drin, die ein eigenständiges Teil ist. Die Hülse entsteht 
durch galvanische Abscheidung und ist in der Platine mit den 
Glasfaserresten des Basismaterials, welches durchbohrt wurde, verzahnt. 
Das hält sehr fest. Durch bloßes abschleifen des Bauteilpins kann man 
das nicht demolieren.

von Joachim B. (jar)


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Georg schrieb:
> Ich knipse überstehende THT-Drähte mit dem Seitenschneider ab, das artet
> aber leicht in Arbeit aus.

ich auch

Wühlhase schrieb:
> Es kann sein daß du beim Abschleifen die DK losvibrierst.

nicht in Handarbeit auf Sandpapier

von Erwin D. (Gast)


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Georg schrieb:
> Ich knipse überstehende THT-Drähte mit dem Seitenschneider ab, das artet
> aber leicht in Arbeit aus.

Die Beinchen sollte man vor dem Löten abschneiden, nicht danach!
Zitat:
1
Vor dem Löten die Beinchen der Bauteile kürzen. Nach dem Löten
2
dürfen die Beinchen nicht mit dem Seitenschneider gekürzt werden,
3
denn dadurch entsteht eine Stoßwelle und feine Risse können
4
nach Monaten oder Jahren einen Wackelkontakt erzeugen.
http://www.elektronikbasteln.pl7.de/smd-u-bedrahtete-bauteile-loeten.html

Noch ein Zitat:
1
Außerdem ist auch im abgekühlten Zustand jegliche unnötige Belastung
2
zu vermeiden. Besonders die Drahtenden abschneiden sollte man
3
unbedingt vor dem Löten.
http://www.thestorff.de/richtig-loeten.php

Ich muss mal schauen, ob ich eine offizielle Quelle finde. Auf jeden 
Fall ist das bei uns in der Firma verboten ein Beinchen nach dem Löten 
zu kürzen. In diesem Falle muss die Lötstelle nachgelötet werden.

von Joachim B. (jar)


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Erwin D. schrieb:
> Die Beinchen sollte man vor dem Löten abschneiden, nicht danach!

na und, nach dem Schneiden kann man ja noch mal mit dem Lötkolben rauf, 
ist kein Problem, nur Arbeit!

Erwin D. schrieb:
> Stoßwelle

sorry hört sich esoterisch an, Stoßwelle im Lot?

aber es stimmt schon, es gibt einen mechanischen Einfluß und kann die 
Lötstelle "anreissen" deswegen nachlöten.

Erwin D. schrieb:
> In diesem Falle muss die Lötstelle nachgelötet werden.

da bin ich konform.

: Bearbeitet durch User
von Axel R. (Gast)


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Erwin D. schrieb:
>
> Die Beinchen sollte man vor dem Löten abschneiden, nicht danach!
>

DEM ist nichts hinzuzufügen!

Kein WENN oder AABER oderso.
In den Bestückrahmen, zuklappen. Mit dem watenfreien Saitenschneider 
alle Beinchen abknipsen. Dann verlöten.
Geht leider nur bei durchkontaktierten Platinen. Aber ist ja heute 
Standard, die Platinen sind eh idR. zweilagig.
Aber bitte: nicht im Nachgang da drauf rumfeilen, schleifen oder 
anderweitig Scherkräfte einbringen.


StromTuner

von Old P. (Gast)


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Axel R. schrieb:
>
> DEM ist nichts hinzuzufügen!
> Kein WENN oder AABER oderso.
> In den Bestückrahmen, zuklappen. Mit dem watenfreien Saitenschneider
> alle Beinchen abknipsen. Dann verlöten.
> Geht leider nur bei durchkontaktierten Platinen. Aber ist ja heute
> Standard, die Platinen sind eh idR. zweilagig.

Hmmm, ich kenn das Argument zwar auch, doch im wahren Leben knipse ich 
seit Ende der 60er Jahre meine Bauteildrähte nach dem Löten ab (machen 
wohl 99% der User weltweit so). Bisher ist nicht eine Schaltung deswegen 
ausgefallen. Wenn ich mir industrielle Schaltungen ansehe, wird das auch 
dort fast immer so gemacht. Klar, ich sah auch schon Chinaplatinen, da 
müssen die Drähte mit dem Messer abgehauen gewesen sein, dort gab es 
auch schonmal Probleme.
Nachträglich abschleifen/abfeilen ist allerdings keine gute lösung, doch 
habe ich sowas in Ausnahmefällen auch schon gemacht. Allerdings danach 
nochmal mit dem Lötkolben drüber.

Der TS hat ja sein Problem mit Spiegelklebeband gelöst, gute Sache.

Old-Papa

von René F. (therfd)


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Joachim B. schrieb:
> Erwin D. schrieb:
> Die Beinchen sollte man vor dem Löten abschneiden, nicht danach!
>
> na und, nach dem Schneiden kann man ja noch mal mit dem Lötkolben rauf,
> ist kein Problem, nur Arbeit!
>
> Erwin D. schrieb:
> Stoßwelle
>
> sorry hört sich esoterisch an, Stoßwelle im Lot?
>
> aber es stimmt schon, es gibt einen mechanischen Einfluß und kann die
> Lötstelle "anreissen" deswegen nachlöten.
>
> Erwin D. schrieb:
> In diesem Falle muss die Lötstelle nachgelötet werden.
>
> da bin ich konform.

Bringt nichts wenn ein Riss im FR4 bzw. einer Leiterbahn entsteht,

Aber bei Hobby Basteleien kann man die Einhaltung von irgendwelchen NASA 
Standards getrost ignorieren imo.

von Soul E. (souleye) Benutzerseite


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Old P. schrieb:

> Hmmm, ich kenn das Argument zwar auch, doch im wahren Leben knipse ich
> seit Ende der 60er Jahre meine Bauteildrähte nach dem Löten ab (machen
> wohl 99% der User weltweit so). Bisher ist nicht eine Schaltung deswegen
> ausgefallen.

Deine Heimwerkereien sind ja auch keinen nennenswerten Umweltbelastungen 
ausgesetzt. Mach mal die Testfälle K-01 bis K-16 aus der LV 124 (z.B. 
hier 
https://www.uvo.gov.sk/vyhladavanie-dokumentov/document/123213/profil/14873/Predmet/147563/guid/4046b60c-f535-4e38-b240-53ad20c2aacd/id/130743 
), dann merkst Du sehr schnell was für ein kritischer Prozess das Löten 
doch ist.

von Christian M. (Gast)


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Old P. schrieb:
> meine Bauteildrähte nach dem Löten ab (machen wohl 99% der User weltweit
> so)

Dann gehöre ich zu den 1%

Gruss Chregu

von Old P. (Gast)


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soul e. schrieb:
>
> Deine Heimwerkereien sind ja auch keinen nennenswerten Umweltbelastungen
> ausgesetzt. Mach mal die Testfälle K-01 bis K-16 aus der LV 124 (z.B.
> hier ... , dann merkst Du sehr schnell was für ein kritischer Prozess das Löten 
doch ist.

Ich habe auch nicht behauptet für die NASA oder Vulkanologen zu 
arbeiten.

Old-Papa

von Helmut L. (helmi1)


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Im Industrielen Umfeld werden die Bauteile auch vorher vor dem 
Bestuecken geschnitten und abgewinkelt. Dafuer gibt es kleine Maschinen 
wo der Gurt eingelegt wird und hinten kommen die Bauteile exakt auf 
laenge geschnitten und abgewinkelt raus. Erst dann werden die in die 
Leiterkarte gesteckt.
Widerstaende mit der ganzen laenge der Draehte in die Karte stecken und 
dann umdrehen und abschneiden macht in der richtigen Produktion keiner.

von Erwin D. (Gast)


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Helmut L. schrieb:
> Widerstaende mit der ganzen laenge der Draehte in die Karte stecken und
> dann umdrehen und abschneiden macht in der richtigen Produktion keiner.

Wenn doch noch (kleine Stückzahlen) von Hand bestückt wird, wird es 
genauso gemacht. Platine in den Bestückungsrahmen klemmen, Bauteile 
reinstecken, Haltedeckel (in der Regel mit Schaumgumi) drauf, umdrehen, 
Bauelemente kürzen und als letzter Schritt kommt das Löten dran. Kenn 
ich gar nicht anders.
Nach dem Löten an der Lötstelle rumschnippeln ist überall verboten.

von Uhu U. (uhu)


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René F. schrieb:
> Bringt nichts wenn ein Riss im FR4 bzw. einer Leiterbahn entsteht,

Riss im FR4? Wer wird denn die Drähte mit der Planierraupe kürzen?

: Bearbeitet durch User
von Helmut L. (helmi1)


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Uhu U. schrieb:
> Wer wird denn die Drähre mit der Planierraupe kürzen?

Die werden rumgedreht und dann mit dem Rasenmaeher abgeschnitten. So 
wandern die Drahtreste auch direkt in den Fangkorb...

von Philip Morris (Gast)


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michael_ schrieb:
> Nimm gutes Klettband (3-M..).
> Da hast du Abstand und ist wieder lösbar.

3M ist nicht per se gut.
Die haben auch Müll im Sortiment.

Wer es nicht glaubt, kann gerne ein bisschen von dem Tesa haben, das 
beim Lidl als 3M-Gewebeband verkauft wurde.

von Wühlhase (Gast)


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Christian B. schrieb:
> Wühlhase schrieb:
>> Ansonsten: Es kann sein daß du beim Abschleifen die DK losvibrierst. Da
>> ist eine kleine Hülse drin und ich würde es durchaus für denkbar halten,
>> daß die Verbindung DK (äußerer Rand) <> Leiterplatte beschädigt werden
>> kann.
>
> Das ist, mit Verlaub, Unsinn. Industriell gefertigte Leiterplatten haben
> keine "Hülse" drin, die ein eigenständiges Teil ist. Die Hülse entsteht
> durch galvanische Abscheidung und ist in der Platine mit den
> Glasfaserresten des Basismaterials, welches durchbohrt wurde, verzahnt.
> Das hält sehr fest. Durch bloßes abschleifen des Bauteilpins kann man
> das nicht demolieren.

Das ist kein Unsinn, das ist Erfahrung. Und es ist keine Hülse, sondern 
eine Niete.

Ich hab vor ca. nem halben Jahr einen 2x10-Pfostenstecker von einer 
Platine austauschen müssen, da hab ich alle Lötaugen als DK ausgeführt. 
Habs allerdings nicht sauber ausgelötet bekommen und mußte die Nieten 
mit entfernen. Die hingen dann noch schön an den Pins des alten 
Steckers.

Die Platine wude übrigens hier in De gefertigt, von einem renomierten 
und recht bekannten Hersteller.

von Georg (Gast)


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Wühlhase schrieb:
> Die Platine wude übrigens hier in De gefertigt, von einem renomierten
> und recht bekannten Hersteller.

Und du glaubst im Ernst, der verwendet Nieten zum Durchkontaktieren? So 
was gibts höchstens in Asien, wo tausende Kinderarbeiter die Lagen der 
Multilayer für Handys mit winzigen Nieten verbinden und mit winzigen 
Hämmerchen die Nietenköpfchen flachklopfen.

Georg

von Dussel (Gast)


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Wühlhase schrieb:
> Christian B. schrieb:
>> Wühlhase schrieb:
>>> Ansonsten: Es kann sein daß du beim Abschleifen die DK losvibrierst. Da
>>> ist eine kleine Hülse drin und ich würde es durchaus für denkbar halten,
>>> daß die Verbindung DK (äußerer Rand) <> Leiterplatte beschädigt werden
>>> kann.
>>
>> Das ist, mit Verlaub, Unsinn. Industriell gefertigte Leiterplatten haben
>> keine "Hülse" drin, die ein eigenständiges Teil ist. Die Hülse entsteht
>> durch galvanische Abscheidung und ist in der Platine mit den
>> Glasfaserresten des Basismaterials, welches durchbohrt wurde, verzahnt.
>> Das hält sehr fest. Durch bloßes abschleifen des Bauteilpins kann man
>> das nicht demolieren.
>
> Das ist kein Unsinn, das ist Erfahrung. Und es ist keine Hülse, sondern
> eine Niete.
>
> Die Platine wude übrigens hier in De gefertigt, von einem renomierten
> und recht bekannten Hersteller.
Das halte ich auch für unwahrscheinlich. Ich habe für den 
professionellen (massen-)Bereich noch nie was von Durchkontaktiernieten 
gehört. Ich habe bei "einem renomierten und recht bekannten Hersteller" 
in Deutschland gearbeitet und da kamen die Platinen nach dem Bohren ins 
Durchkontaktierbad (bzw. mehrere Bäder).
Natürlich kann ich nicht ausschließen, dass Nieten als Spezialanwendung 
oder von irgendwelchen Herstellern eingesetzt werden, aber grundsätzlich 
ist das sicher nicht.
Ansonsten würde mich mal eine Quelle interessieren.
(Durchkontaktiernieten kenne ich für Einzelstücke)

von Falk B. (falk)


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@Wühlhase (Gast)

>> Das ist, mit Verlaub, Unsinn. Industriell gefertigte Leiterplatten haben
>> keine "Hülse" drin, die ein eigenständiges Teil ist. Die Hülse entsteht
>> durch galvanische Abscheidung und ist in der Platine mit den
>> Glasfaserresten des Basismaterials, welches durchbohrt wurde, verzahnt.
>> Das hält sehr fest. Durch bloßes abschleifen des Bauteilpins kann man
>> das nicht demolieren.

>Das ist kein Unsinn, das ist Erfahrung. Und es ist keine Hülse, sondern
>eine Niete.

>Ich hab vor ca. nem halben Jahr einen 2x10-Pfostenstecker von einer
>Platine austauschen müssen, da hab ich alle Lötaugen als DK ausgeführt.
>Habs allerdings nicht sauber ausgelötet bekommen und mußte die Nieten
>mit entfernen. Die hingen dann noch schön an den Pins des alten
>Steckers.

>Die Platine wude übrigens hier in De gefertigt, von einem renomierten
>und recht bekannten Hersteller.

Das war trotzdem keine Niete sondern die Kupferhülse. Die hab ich auch 
schon bei einigen Steckern rausgerissen, wenn man es mit dem Rumbraten 
und Ziehen übertreibt ;-)

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Falk B. schrieb:
> Das war trotzdem keine Niete sondern die Kupferhülse. Die hab ich auch
> schon bei einigen Steckern rausgerissen, wenn man es mit dem Rumbraten
> und Ziehen übertreibt ;-)

Liegt natürlich auch einfach daran, dass das Epox durch die
Erwärmung ziemlich weich wird und dann nachgibt.  Kann man mit
dem Herumwerkeln an der Lötstelle bei Zimmertemperatur überhaupt
nicht vergleichen.  Das soll nicht heißen, dass deshalb bei
Zimmertemperatur gar nichts passieren kann, aber die Wirkung einer
mechanischen Belastung ist bei höherer Temperatur viel drastischer.

von michael_ (Gast)


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Philip Morris schrieb:
> michael_ schrieb:
>> Nimm gutes Klettband (3-M..).
>> Da hast du Abstand und ist wieder lösbar.
>
> 3M ist nicht per se gut.
> Die haben auch Müll im Sortiment.

Die ewigen Mißtrauensmenschen!

Wir haben da dran ganz andere Sachen aufgehangen als ein Platinchen im 
Gehäuse.
Meist wurde damals bei RS gekauft.

Natürlich ist auch Tesa gut.

Aber natürlich nicht Konsumerware vom Kistenschieber.

Obwohl ich jetzt paar solche Klettbandstreifen bei Aldi gekauft habe.
Bin aber mit der Qualität zufrieden.

von Christian B. (luckyfu)


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Wühlhase schrieb:
> Das ist kein Unsinn, das ist Erfahrung. Und es ist keine Hülse, sondern
> eine Niete.
>
> Ich hab vor ca. nem halben Jahr einen 2x10-Pfostenstecker von einer
> Platine austauschen müssen, da hab ich alle Lötaugen als DK ausgeführt.
> Habs allerdings nicht sauber ausgelötet bekommen und mußte die Nieten
> mit entfernen. Die hingen dann noch schön an den Pins des alten
> Steckers.

Es gab früher (bis ca. in die 80-er) noch nicht die Möglichkeit, mit 
Chemie eine leitfähige Verbindung zwischen den einzelnen Kupferlagen 
herzustellen (heute scheidet man entweder Kupfer chemisch ab (nicht so 
stabil) oder nutzt einen chemischen Prozess, welcher das Epoxydharz 
verkohlt). Damals nutzte man tatsächlich Nietverbindungen, bzw. waren 
das kleine Einsätze die schraubenförmig waren. Heute werden 
Nietverbindungen im professionellen Bereich gar nicht mehr verwendet. 
Allenfalls findet man sie auf selbst geätzten Prototypen. Überhaupt ist 
deren Verwendung Systembedingt auf 2 lagige Platinen begrenzt. (Bei 
mehrlagigen Platinen kannst du mit Nietverbindungen die Innenliegenden 
Lagen nicht kontaktieren.)

Weitergehende Lektüre z.B.: 
https://de.wikipedia.org/wiki/Durchkontaktierung

von MaWin (Gast)


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Sebastian V. schrieb:
> Ich hab sowas schonmal in diesen billigen 105 Spiele in Eins Modulen für
> den Gameboy gesehen.

Ich habe ein Mal eine kommerzielle Leiterplatte gesehen bei der die THT 
Lötungen nach dem Verlöten heruntergeschliffen surden, allerdings nicht 
auf 0 sondern plan bis ca. 2mm über die Kupferfläche: War ein KFZ 
Zeitrelais.

michael_ schrieb:
> Nimm gutes Klettband (3-M..).
> Da hast du Abstand und ist wieder lösbar.

Genau. 3M hat ja auch nur 1 Klebeband. Herr wirf Hirn.

von Andreas S. (Firma: Schweigstill IT) (schweigstill) Benutzerseite


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Die Kupferhülsen von Durchkontaktierungen werden zwar nicht nachträglich 
auf mechanischem Wege eingebracht, sondern galavanisch hergestellt. 
Trotzdem gibt es dabei die folgenden Schwachstellen, die immer wieder zu 
Qualitätsproblemen führen können:

1. Ablösung der Kupferhülse durch kombinierte thermische und mechanische 
Belastung, z.B. beim händischen Löten

2. langsam entstehende Haarrisse bei Temperaturwechseln, da bei den 
meisten Leiterplattenmaterialien der Wärmeausdehnungskoeffizient in 
vertikaler Richtung deutlich größer ist als bei Kupfer

3. Versatz zwischen Bohrung und Pad, insbesondere in den Bereichen, in 
denen dünne Leiterbahnen an das Pad geführt werden

4. oberer und unterer Rand der Hülsen, an denen bei späteren 
Ätzschritten ggf. wieder zu viel Material abgetragen wird

Möglichkeiten, die obigen Probleme zu reduzieren, sehen wie folgt aus:

1./2. Auswahl spezieller zyklenfester Materialien mit möglichst 
niedrigem Parameter CTE in Z-Richtung. Die Wärmeausdehnung nimmt beim 
Erreichen oder Überschreiten der Glasübergangstemperatur Tg schlagartig 
zu. Beispiel Panasonic R-1566:

CTE in X/Y-Richtung bei < Tg: 11-15 ppm/°C
CTE in Z-Richtung bei < Tg: 40 ppm/°C
CTE in Z-Richtung bei > Tg: 180 ppm/°C

3. Verwendung von sog. Teardrops an gebohrten Pads/Vias

4. Inspektion der Bohrlochränder bei gelieferten Leiterplatten. Bei 
einem ordentlichem Ätzvorgang ist keine Stufe am Bohrlochrand zu 
erkennen, bei angeätzten Kupferhülsen jedoch schon.

von michael_ (Gast)


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MaWin schrieb:
> michael_ schrieb:
>> Nimm gutes Klettband (3-M..).
>> Da hast du Abstand und ist wieder lösbar.
>
> Genau. 3M hat ja auch nur 1 Klebeband. Herr wirf Hirn.

Wenn du mal dein Hirn in einen Katalog werfen würdest, könntest du es ja 
mal selbst herausfinden.

Ich hab aber mal was herausgesucht.

ebay 321138035016

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