Ringkerne Stacken - Ändert sich nur die Flussdichte?

Gast #4899199
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Hi Sonntagsgenießer,

ich habe da mal eine Frage! Wenn ich zwei Ringkerne (gleichen Typs) vor 
dem Bewickeln zusammen Klebe (per Epoxy) - also so, das der durchmesser 
gleich bleibt, aber die höhe sich verdoppelt, welche Eigenschaften des 
neuen Kerns ist den dann anders? Meine Vermutung ist, das der AL gleich 
bleibt, aber sich die maximale Flussdichte Verdoppelt. - Liege ich da 
richtig?
Gast #4899239
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Fragender schrieb:
> Warum macht man das dann?
>
> Ich brauche Gerade einen Kern der 300mT verkraftet, habe aber nur
> 200mT-Verkraftende Kerne da.
>
> Geht also nicht ;-(

Dann bräuchtest Du ein Kernmaterial, welches einen höheren 
Sättigungsfluss aufweist, sonst produzierst Du nur noch Wärme.
Wenn es um Leistungsanwendungen geht, dann versuche z.B. N97
https://en.tdk.eu/download/528886/5cb0e8368066f3d9bc0ba515774ad1bd/pdf-n97.pdf
Gast #4899240
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Fragender schrieb:
> sich die maximale Flussdichte Verdoppelt.

Nein, die maximale Flussdichte bleibt gleich, schließlich ändert sich 
das Material nicht.

Fragender schrieb:
> der AL gleich bleibt

Nein, der Al-Wert verdoppelt sich, schließlich ist er der Kehrwert des 
magnetischen Widerstands. Und der halbiert sich wegen des verdoppelten 
Querschnitts.

Insgesamt ergibt sich die doppelte Induktivität bei gleicher 
Strombelastbarkeit.
#4899588
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Fragender schrieb:
> Ich brauche Gerade einen Kern der 300mT verkraftet, habe aber nur
> 200mT-Verkraftende Kerne da.

Ist das nicht ein verdrehter Ansatz. Wozu braucht man im Kern eine 
konstante Flussdichte? In der Regel ist es doch so, dass man eine 
Leistung hat für die man einen entsprechenden Kern benötigt. Die 
Flussdichte soll dabei einen gewissen Wert nicht übersteigen. Tut sie es 
doch, dann nimmt man ein anderes Kernmaterial mit einem höheren Limit 
oder eben einfach einen grösseren Kern.

http://schmidt-walter-schaltnetzteile.de/
mfg klaus
Gast #4899613
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Der AL Wert verdoppelt sich, und dadurch kann man mit weniger (70%) 
Windungen die gleiche Induktivität erreichen und bekommt so bei gleichem 
Strom auch weniger Magnetisierung im Kern. Statt der 300 mT halt nur 
etwa 210 mT.
Gast #4899618
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Klaus R. schrieb:
> Flussdichte soll dabei einen gewissen Wert nicht übersteigen. Tut sie es
> doch, dann nimmt man ein anderes Kernmaterial mit einem höheren Limit
> oder eben einfach einen grösseren Kern.
Ich habe in mehreren AC Filter Anwendungen in netzgeführten 
Wechselrichtern und DC/DC Wandlern Drosseln gesehen, bei denen mehrere 
Kerne gestapelt wurden.
Gast #4899664
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Klaus R. schrieb:
> Die
> Flussdichte soll dabei einen gewissen Wert nicht übersteigen. Tut sie es
> doch, dann nimmt man ein anderes Kernmaterial mit einem höheren Limit
> oder eben einfach einen grösseren Kern.

Schon, nur habe ich was anderes passenderes gerade nicht da... Ich werde 
mir mal ein paar andere ordern!
Gast #4899745
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Fragender schrieb:

>Warum macht man das dann?
Damit die Maximale zulässige Flussdichte nicht überschritten wird.

>Ich brauche Gerade einen Kern der 300mT verkraftet, habe aber nur
>200mT-Verkraftende Kerne da.
Warum diese Forderung? Normalerweise ist bei einer Anwendung
die Induktivität vorgegeben und das der Kern nicht in die
Sättigung kommt, also die Maximal zulässige Flussdichte nicht
überschritten wird. Also die Kerne Stapeln, dann sind weniger
Windungen für die gleiche Induktivität nötig und die Sättigung
wird nicht erreicht.


>Geht also nicht ;-(
Geht also doch.
Gast #4901553
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Sodele,

ich habe mal etwas recherchiert. Meine Anwendungen belaufen sich auf 
Speicherinduktivitäten für Buck/Boost/SEPIC Wandler im Bereich von 80kHz 
bis max. 250kHz sowie auch Impulsübertrager bei gleicher Frequenz.

Ich denke, einfaches Eisenpulver-Ringe scheiden da so langsam aus. 
Einzig das Material -52 von Micrometals/Anrnold scheint mir hier 
brauchbar zu sein, wird aber schnell recht teuer und schwerer zu 
bekommen als z.B. -26 ist es auch.

Aber was ist von den Sendust und Molypermalloy (MPP) zu halten? Das 
scheint in dem Bereich durchaus brauchbar zu sein. Liege ich da falsch?

Aktuell habe ich halt einige Ferrit-Ringe mit 3C90 und 3F3 von 
Ferroxcube neben ein paar -26 (physikalisch zu kleinen) 
Eisenpulverkernen.
#4901623
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Fragender schrieb:
> Meine Anwendungen belaufen sich auf
> Speicherinduktivitäten für Buck/Boost/SEPIC Wandler im Bereich von 80kHz
> bis max. 250kHz sowie auch Impulsübertrager bei gleicher Frequenz.

>  was ist von den Sendust und Molypermalloy (MPP) zu halten? Das
> scheint in dem Bereich durchaus brauchbar zu sein.

MPP nehme ich auch gern. Es hat den Vorteil, daß es höhere Flußdichten 
verkraftet und generell weniger Verluste hat. Aber jenseits von 100kHz 
dürfte Ferrit die bessere Wahl sein. Für Impulsübertrager immer Ferrit.

> Aktuell habe ich halt einige Ferrit-Ringe mit 3C90 und 3F3 von
> Ferroxcube neben ein paar -26 (physikalisch zu kleinen)
> Eisenpulverkernen.

-26 (weiß/gelb) hat oberhalb ~30kHz zuviel Verluste

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