NOT Gatter für LEDs gesucht

Gast #4900908
Lesenswert?

Hallo zusammen,

ich baue gerade einen Sternenhimmel mit Glasfasern. Dazu möchte ich 60 
LEDs einzeln dimmbar ansteuern mittels Arduino.

Problem: Habe nicht aufgepasst :-(. LEDs sind verlötet, verkabelt und 
hinter MDF Platten verbaut die ich nicht mehr abnehmen möchte. GND habe 
ich für alle 60 LEDs auf einem Kabel geführt, 60 Kabel für V+ an die 
einzelnen LEDs geführt.

Beim anschließen ans PWM Board dann die Erkenntnis, dass das Board die 
LEDs auf GND dimmt und nicht auf V+ :-(
Nun suche ich die beste Möglichkeit mit möglichst wenig Aufwand (d.h. 
ohne die Verkabelung der LEDs zu ändern) die trotzdem dimmen zu können.

Ich dachte an einen Inverter, also einfache NOT Gatter, die genug Kraft 
haben eine LED pro Kanal zu dimmen. Versorgungsspannung 5V, normale 20mA 
LEDs.

Gar nicht so einfach was zu finden. Habe nach langer Suche diesen IC 
gefunden: 74HC4049
http://www.nexperia.com/catcher/74HC4049.pdf
Zu kaufen bei Reichelt: 
https://www.reichelt.de/ICs-74HC40-DIL/74HC-4049/3/index.html?ACTION=3&LA=446&ARTICLE=3227&GROUPID=2933&artnr=74HC+4049

Löst das mein Problem, wenn ich davon 10 Stück verlöte für die 60 LEDs? 
Versorgungsspannung sollte passen, unsicher bin ich bei der Last: Im 
Datenblatt stehen zwar 20 mA, aber gilt das pro Ausgang?

Funktioniert meine Idee generell oder gibt es bessere Lösungen?

Ich danke Euch für Eure Ideen!

Viele Grüße
Pascal
#4900961
Lesenswert?

Pascal schrieb:
> Im Datenblatt stehen zwar 20 mA, aber gilt das pro Ausgang?

Also ich sehe im Datenblatt bloss
VI = VIH or VIL
IO = 20 A; VCC = 2.0 V 1.9 2.0 - 1.9 - 1.9 - V
IO = 20 A; VCC = 4.5 V 4.4 4.5 - 4.4 - 4.4 - V
IO = 20 A; VCC = 6.0 V 5.9 6.0 - 5.9 - 5.9 - V
IO = 4.0 mA; VCC = 4.5 V 3.98 - - 3.84 - 3.7 - V
IO = 5.2 mA; VCC = 6.0 V 5.48 - - 5.34 - 5.2 - V
also 4mA für 5V.

Ein UDN2981A bringt zwar viel Strom, 'frisst' aber 2 Volt und ist 
langsam.

Einzeltransistoren wie BCR523/DTA113 (oder baugleich anderer Hersteller) 
nehmen weniger Plastz weg als DIL-ICs.
Gast #4900976
Lesenswert?

Hi,

Danke für Eure Antworten.

Platzbedarf ist mir egal, im Gegenteil, wenn die Teile auf 2,54 
Lochraster zu verlöten sind ist das ein Vorteil..

Ja, ich hab 60 einzeln ansteuerbare PWM Kanäle (3x Adafruit 24-Channel 
12-bit PWM LED Driver).

UDN2981A ist langsam habe ich auch gelesen, für PWM wahrscheinlich also 
eher ungeschickt..?
Gast #4900986
Lesenswert?

Pascal schrieb:
> Beim anschließen ans PWM Board dann die Erkenntnis, dass das Board die
> LEDs auf GND dimmt und nicht auf V+ :-(
Heisst das, das sind Open-Collector-Ausgaenge? Wenn es Treiberstufen 
waeren, wuerde es ja reichen in der Software den Duty-Cycle zu 
invertieren.

Ansonsten wuerde ich tendenziell diskrete Transistoren verwenden. Das 
kann man sogar recht leicht auf Lochraster aufbauen, wenn man nicht 
extra ne Platine fertigen moechte.
#4901464
Lesenswert?

Pascal schrieb:
> Ich dachte an einen Inverter, also einfache NOT Gatter, die genug Kraft
> haben eine LED pro Kanal zu dimmen. Versorgungsspannung 5V, normale 20mA
> LEDs.
>
> Gar nicht so einfach was zu finden. Habe nach langer Suche diesen IC
> gefunden: 74HC4049

Wie oben schon geschrieben, ist HC zu schwach.

Von den Logikfamilien, die es als DIP gibt, bleibt eigentlich nur noch 
AC übrig (kann 24 mA bei 5 V). (SN74AC240N oder CD74AC240E; die gibt es 
bei den großen Händlern wie Mouser/HBE-Shop/Digikey.) Allerdings wollen 
AC-Chips an ihren Eingängen auch schnelle Signale sehen, mit einem 
Open-Collector-Ausgang schaffst du das nicht.

Also bleibt anscheinend nur noch die Lösung mit 60 PNP-Transistoren.
Moderator #4901508
Lesenswert?

Tom schrieb:
> Einfach wären 60 PNP-Transistoren und 60 Vorwiderstände. Die
> Basiswiderstände kann man weglassen und den TLC5947 auf der
> Adafrucht-Platine auf den passenden Basisstrom einstellen.

Evtl. sollte man noch jeweils einen Widerstand zwischen Basis und
Emitter vorsehen, damit die Transistoren trotz der Leckströme des
TLC5947 sauber sperren und die LEDs in ausgeschaltetem Zustand nicht
weiterglimmen. Wenn das Glimmen nicht sichtbar ist oder nicht stört,
kann man diese Widerstände aber auch weglassen.

Bei den bis zu 180 zusätzlichen Bauteilen würde ich aber noch einmal
nachrechnen, ob es nicht doch schneller geht, die LEDs neu zu verlöten.
Das wäre auf jeden Fall die sauberere Lösung, allein schon wegen der
echten Konstantstromquellen für die LEDs, die der TLC5947 bietet.
Gast #4901743
Lesenswert?

Hallo zusammen,

vielen Dank für Eure rege Teilnahme.

Die Variante mit PNP Transistoren klingt erstmal nicht schlecht, vielen 
Dank für die Idee. Muss für mich dann nochmal abwägen, ob es den Aufwand 
wert ist oder doch Neuverlöten sinnvoller ist..

Welche Transistoren bräuchte ich denn da, reicht da sowas?
https://www.reichelt.de/BC-BCY-Transistoren/BC-557B/3/index.html?ACTION=3&GROUPID=2881&ARTICLE=35845

Plus Vorwiderstände und Basiswiderstände (welche Größen brauche ich da 
jeweils?). Wäre schon auch ein Haufen Lötarbeit... :-(
#4901889
Lesenswert?

Was spricht dagegen, das ganze per Software zu Lösen?
Statt:

PWM1 = x;

einfach:

PWM1 = 0x0FFF - x;

schrieben? Nimmt der Code-Overhead zu oder wird das ganze zu langsam? 
Dann vielleicht an der Logik arbeiten, dass die Funktionen für heller 
und Dunkler getauscht werden.

[EDIT]Zeig am Ende bitte mal ein paar Bilder vom ganzen.
#4902622
Lesenswert?

Ich habe alles verstanden!!

Und eben diese Ausgänge treibt er im Moment per PWM, nur das eben Hell 
und Dunkel vertauscht sind. Also sollte man da ansetzen und nicht noch 
irgendwelche Transistoren dazubasteln.

>Beim anschließen ans PWM Board dann die Erkenntnis, dass das Board die
>LEDs auf GND dimmt und nicht auf V+ :-(

und

>Ja, ich hab 60 einzeln ansteuerbare PWM Kanäle (3x Adafruit 24-Channel
>12-bit PWM LED Driver).

deuten für mich darauf hin, das er per PWM steuert, also sollte man hier 
schon ansetzen.
Verstehe ich hier was falsch?
Moderator #4902629
Lesenswert?

Chris L. schrieb:
> Wo ist das Problem, er steuert die dinger per Arduino, wenn ich den
> ersten Beitrag richtig verstanden habe. Also existiert definitiv eine
> Software. Die muss er nur kurz umschreiben!

Du meinst also, man kann aus den KonstantstromSENKEN im TLC5947 per
Softwareänderung KonstantstromQUELLEN machen? Mit Software geht zwar
viel, aber das definitiv nicht.

Edit: Zu spät, da dir das Licht bereits aufgegangen ist :)
#4902864
Lesenswert?

Wenn die Vorwiderstände nicht auch schon hinter den MDF Platten verbaut 
sind, könntest du die LEDs auch einfach mit deinem vorhandenen 
Treiberboard "kurzschließen". Im AUS Zustand fließt dann halt trotzdem 
weiterhin Strom durch den Vorwiderstand (20mA), also insgesamt 1.2A für 
den ganzen Himmel -> verschmerzbar.
Zusätzlich kann man natürlich die Versorgungsspannung ganz ausschalten 
(für alle LEDs auf GND Seite), für den Zustand, dass der ganze Himmel 
komplett aus sein soll.
Das ganze erfordert dann nur minimale Zusatzhardware (den FET zum 
Abschalten des gesamten Himmels).
Angehängte Dateien:
#4902967
Lesenswert?

Kleiner Denkfehler noch:
da die Vorwiderstände ja auf 20mA bei in Serie geschalteter LED 
dimensioniert sind, fließt beim Überbrücken der LED natürlich mehr 
Strom. Je nach Vf der LED u.U. doppelt so viel.
Musst halt gucken, ob deine 5V Versorgung für den dann maximal 
auftretenden Strom ausgelegt ist. Je nachdem welchem Aufwand man treiben 
möchte, könnte man vor die Treiberstufe noch Dioden setzen (Vf < 
Vf_LED), um etwas Strom einzusparen.
(Firma: TU Darmstadt) #4902988
Lesenswert?

Pascal schrieb:
...
> Ich dachte an einen Inverter, also einfache NOT Gatter, die genug Kraft
> haben eine LED pro Kanal zu dimmen. Versorgungsspannung 5V, normale 20mA
> LEDs.
>
> Gar nicht so einfach was zu finden. Habe nach langer Suche diesen IC
> gefunden: 74HC4049
> http://www.nexperia.com/catcher/74HC4049.pdf
> Zu kaufen bei Reichelt:
> 
https://www.reichelt.de/ICs-74HC40-DIL/74HC-4049/3/index.html?ACTION=3&LA=446&ARTICLE=3227&GROUPID=2933&artnr=74HC+4049
>
> Löst das mein Problem, wenn ich davon 10 Stück verlöte für die 60 LEDs?
> Versorgungsspannung sollte passen, unsicher bin ich bei der Last: Im
> Datenblatt stehen zwar 20 mA, aber gilt das pro Ausgang?
>

74HC hat Probleme mit 20 mA. 74AC wie Reichelt 74AC 14 hat deutlich mehr 
Wumps...
Gast #4903221
Lesenswert?

Danke nach wie vor für Eure rege Teilnahme!

Arduino F. schrieb:
> Umrüsten auf PCA9685.
> Vorwiderstände nicht vergessen.

Ich glaube, dass ist wirklich die beste Idee. Wenn ich das richtig sehe, 
dimmt der über V+. Hat zwar nur 16 Ausgänge, aber egal. Brauch ich halt 
4 davon.

Was meinst Du mit Vorwiderständen bei der Umrüstung? Meine LEDs haben 
die Vorwiderstände bereits alle mit unter der MDF Platte verlötet (daher 
kommt Joe F. Lösung leider auch nicht in Frage).

Bei Umrüstung auf PCA9685 brauch ich sonst dann doch eigentlich gar 
nichts weiter beachten, oder?
http://arduinolearning.com/code/arduino-pca9685-example.php <- sieht gut 
aus, Anode an PWM, Kathode an GND, so wie es bei mir verlötet ist 
(Vorwiderstände jeweils an Anode, aber das spielt ja keine Rolle).
Gast #4903241
Lesenswert?

Joe, nein, Platten nochmal runter ist echt wahnsinning aufwändig.
Ich hoffe daher auch, dass meine LEDs sehr lange leben :-)

Ich hab jetzt ein PCA9685 bestellt und teste das dann mal, sobald er da 
ist. Sieht aber ja alles gut aus. Vielen Dank nochmal für den Hinweis 
ufuf!

Halte Euch gerne noch auf dem Laufenden, kann dann auch mal Fotos 
anhängen wenn der Sternenhimmel komplett fertig ist.
Gast #4903276
Lesenswert?

Joe F. schrieb:
> Das reicht für deine 20 mA nicht.
10mA sind meist auch schon recht hell..

Da sind ja Widerstände unter der Decke, plus die Angstwiderstände auf 
dem Board.

Muss man mal ausrechnen.....

Bin ich von ausgegangen, dass man das Datenblatt dazu befragt, und die 
Vorwiderstände passend auswählt, bzw. zusätzliche einbaut.
Moderator #4903283
Lesenswert?

Beachte, dass der PCA9685 nur jeweils 10mA an den Ausgängen liefert:

1
Each LED output can be off or on (no PWM control), or set at its
2
individual PWM controller value. The LED output driver is programmed to
3
be either open-drain with a 25 mA current sink capability at 5 V or
4
totem pole with a 25 mA sink, 10 mA source capability at 5 V.

Die LEDs werden also nicht mit ihrer maximalen Helligkeit leuchten, was
aber wahrscheinlich nicht so schlimm ist.

Der tatsächlich fließende Strom hängt aber auch von der Flussspannung
der LEDs und den bereits verbauten Vorwiderständen ab. Wenn du das hier

  http://arduinolearning.com/code/arduino-pca9685-example.php

beschriebene fertige Modul verwenden möchtest, solltest du zudem
beachten, dass dieses bereits 220Ω-Vorwiderstände eingebaut hat, die
sich zu deinen eigenen Widerständen addieren. Das reduziert den Strom
weiter, wenn du Pech hast, auf etwa 5mA.

Egal für welche Lösung du dich letztendlich entscheidest, würde ich an
deiner Stelle das Ganze erst einmal nur für einige wenige LEDs aufbauen
und testen, ob alles funktioniert und die LEDs hell genug leuchten.

Pascal schrieb:
> Ich hoffe daher auch, dass meine LEDs sehr lange leben :-)

Ja, dann ist es vielleicht ganz vorteilhaft, wenn du sie deutlich unter
ihrem Maximalstrom betreibst :)

Edit: Ok, Joe und Arduino waren schneller :)
Gast #4903297
Lesenswert?

Ok. Danke für Eure Infos.

Ich werde es ausprobieren. Die Sterne sind bei 100% viel zu hell, in 
einem anderen Sternenhimmelprojekt in meinem Heimkino betreibe ich die 
LEDs in der Regel bei 10% für eine angenehme Helligkeit und 
realistischen Look.

Sieht für mich also ach wie vor nach einer brauchbaren Lösung aus :-)

Ich halte Euch auf dem Laufenden, hoffe das Päckchen kommt am Freitag..

Antwort schreiben

Bitte melde dich an, um einen Beitrag zu schreiben.

oder

Mit Google-Account einloggen

Die Registrierung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.

Jetzt registrieren