Forum: Offtopic Unterschiedliche Drehmoment Kurve/ Benziner / E-Motor


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von Patrick F. (nuernie66)


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Hi,

habe mal eine grundsätzliche Frage zu:

Wieso hat der E-Motor ab der ersten Umdrehung sein volles Drehmoment 
(gehe jetzt nicht vom Asynchron-Motor aus) und der Otto/Dieselmotor erst 
ab einer bestimmten Nenndrehzahl??

Auch ist auffällig das bei beiden Motoren ab einer bestimmten Drehzahl 
die Leistung+Drehmoment drastisch abfällt was ich mir auf 
Magnetische/Mechanische Verluste erklären kann beim Otto/Dieselmotor 
erkläre ich mir das aufgrund der Mechanischen Verluste.

Ist die Annahme richtig das beide Motoren beim Höchsten Drehmoment im 
besten Wirkungsgrad laufen?.

MFG
Patrick :)

: Verschoben durch Moderator
von Lothar M. (lkmiller) (Moderator) Benutzerseite


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Patrick F. schrieb:
> Wieso hat der E-Motor ab der ersten Umdrehung sein volles Drehmoment
> (gehe jetzt nicht vom Asynchron-Motor aus)
Weil dort bei niedrigen Drehzahlen die gleichen magnetischen Fräfte 
wirken wie bei höherer Drehzahl. Das Moment ist bei niedriger Drehzahl 
sogar noch höher, weil die Gegen-EMK nicht so stark wirkt.

: Bearbeitet durch Moderator
von Patrick F. (nuernie66)


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okay danke :)
Und wieso hat der Verbrenner dann so eine komische Drehmoment-Drehzahl 
Kurve?

von Udo S. (urschmitt)


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Patrick F. schrieb:
> okay danke :)
> Und wieso hat der Verbrenner dann so eine komische Drehmoment-Drehzahl
> Kurve?

Weil ein Verbrenner deutlich komplexer ist.
Du hast das Frischgas, das angesaugt wird und das Abgas, das ausgestoßen 
wird. Da der Motor in 4 takten (meistens) arbeitet passiert das nicht 
kontinuierlich sondern Zyklisch. Die Masse muss dann aber beschleunigt 
werden, bzw. da das Gas kompressibel ist fängt das auch noch ggf. an zu 
schwingen.
Zusätzlich hast du das Problem daß die Verbrennung auch nicht in der 
Zeit 0 erfolgt und dein Brennraum alles andere als geometrisch optimal 
ist.

Das heisst du hast je nach Last, Gasstellung und Drehzahl fluid und 
thermodynamisch gesehen sehr unterschiedliche Systeme, und du kannst den 
Motor nur auf einen bestimmten Bereich hin optimieren.

von Matthias B. (dl4bm)


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9. Klasse Physik: Wieso benötigt ein 'E-Motor' keine Gangschaltung bzw. 
warum wird eine Gangschaltung bei Verbrennermotoren benötigt?
Die Antworten darauf beantworten gleichzeitig Deine Frage und klären 
zudem, warum die Zuliefererindustrie vor E-Mobility zittert.

von Pandur S. (jetztnicht)


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Eigentlich sollte klar sein, dass ein Benziner, oder allg. Verbrenner, 
nicht ab Drehzahl Null ein Drehmoment bringt.

Nein ? Was ist der Witz der Kupplung ?

Ein Asynchronmotot bringt genauso bei Drehzahl Null ein Drehmoment. 
Vielleicht sollte man nicht grad das volle Netz zuschalten, sondern eher 
eine FU verwenden.

: Bearbeitet durch User
von Stevko R. (stevko)


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@Patrick F. (nuernie66):
-------------------------
>okay danke :)
>Und wieso hat der Verbrenner dann so eine komische Drehmoment-Drehzahl
>Kurve?
--------------------

Hallo Patrick,

der Hauptgrund für die "komische Drehmoment-Drehzahl Kurve"
sind die "Fliehkräfte/Massenträgheit" der Kolben + Pleuel.
Natürlich spielen auch andere Faktoren eine Rolle, aber die lassen
wir für die rein mechanische Erklärung mal weg.

Machen wir mal ein Gedankenexperiment:
----------------------------------------
Von einem Motor entfernen wir den Zylinderkopf(=keine Kompression)
und treiben ihn mit einem Elektromotor an = reine Drehbewegung.

Was passiert?
Du verwandelst eine Drehbewegung(Kurbelwelle=KW) in eine geradlinige
Bewegung der Kolben (Auf/Ab).
Alles ist fest verbunden, d.h. wer nicht mitspielt(KW oder Kolben)
bremst das System aus.

Die KW freut sich, Drehbewegung mein Metier, hier habe ich den
besten Wirkungsgrad.

Der Kolben kotzt aber ab:
--------------------------
Mann erst werde ich nach oben gejagdt(oberer Totpunkt) und gleich
wieder nach unten gerissen(alles fest verbunden).
Eigentlich wollte der Kolben auch in seiner Bewegungsrichtung
bleiben(Massenträgheit), doch die KW sagt: "Jetzt gehts abwärts".
Somit arbeitet der Kolben am Umkehrpunkt(en) gegen das System.

Erhöhst du die Drehzahl, sträubt sich der Kolben auf Grund der
Massenträgheit immer mehr.
-> Du musst auch mehr Leistung reinpumpen bei höheren Drehzahlen.
-> Diese Verlustleistung fehlt dir am Wirkungsgrad.
-> Je schneller der Motor dreht, um so mehr Verluste.
-> Deshalb fällt die Drehzahlkurve ab und bleibt nicht konstant
     zur Energiezufuhr.

Nun zur Kunst der Motorenentwickler:
---------------------------------------
MassenTrägheit = Masse(Kolben) x Beschleunigung.

Die Massenträgheit sollte klein sein, also 2 Faktoren wo man spielen
kann.
Den Rest kann sich jeder selbst ausrechnen...
Deshalb wurde von Graugußkolben -> Alukolben -> .... gewechselt.
Ansatzpunkt war die Masse vom Objekt.

Hoffe es etwas verständlich erklärt zu haben.

Gruß
  Stevko

von A. S. (achs)


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Matthias B. schrieb:
> 9. Klasse Physik: Wieso benötigt ein 'E-Motor' keine Gangschaltung bzw.
> warum wird eine Gangschaltung bei Verbrennermotoren benötigt?

Kupplung OK. Aber ein E-Auto ohne Gangschaltung wäre einem Verbrenner 
mit nur 2 Gängen noch deutlich unterlegen.

typisches Beispiel: Erster Gang mit 1/4 Übersetzung, Drehmomentkurve 
+70% ab 1/5 der Nenndrehzahl, dan Abfall im letzten drittel, 
Endgeschwindigkeit 200km/h

--> fast 7-fache Beschleunigung ab etwa 10km/h
--> 1.7 fache Beschleunigung ab 50km/h bis etwa 140
--> dann langsame Abfall auf die Leistung des E-Motors bis 200.

: Bearbeitet durch User
von Michael B. (laberkopp)


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Patrick F. schrieb:
> Ist die Annahme richtig das beide Motoren beim Höchsten Drehmoment im
> besten Wirkungsgrad laufen?.

Nein.


E-Motoren haben ein Drehmoment abhängig vom Magnetfeld, und das hängt 
vom Strom ab, und der dauerhaft maximale Strom vom Drahtwiderstand udn 
der Wärmeableitung. So lange die Spulen bei der Kommutierung gegen ihre 
Induktivität ausreichend schnell mit Strom beschickt werden, kann das 
Drehmoment gleich hoch bleiben. Wenn der Motor mit eigenem Lüfterrad 
sich kühlt geht aber bei geringerer Drehzahl nur weniger Dauerleistung.

Beim Verbrenner hängt es von der Verwirbelung und Ansaugung etc. ab, 
geht bei blöden Drehzahlen alles schlechter.

von J.-u. G. (juwe)


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Stevko R. schrieb:
> der Hauptgrund für die "komische Drehmoment-Drehzahl Kurve"
> sind die "Fliehkräfte/Massenträgheit" der Kolben + Pleuel.
Das sehe ich anders.

> Von einem Motor entfernen wir den Zylinderkopf
Moment mal, man kann doch nicht ein entscheidendes Bauteil von 
Verbrennungsmotoren weglassen. Schließlich saugen sie ihr Gasgemisch 
durch die Einlassventile des Zylinderkopfes an. Je höher die Drehzahl, 
desto weniger Zeit steht für den Ansaugvorgang zur Verfügung. Aufgrund 
der Strömungswiderstände kann der Zylinder ab einer gewissen Drehzahl 
nicht mehr hinreichend mit dem Gasgemisch gefüllt werden und die 
abgegebene Leistung nimmt ab.

Ein beliebtes Mittel zur Leistungssteigerung ist es deshalb, sogenannte 
"scharfe" Nockenwellen einzusetzen. Diese führen zu schnelleren 
Öffnungs- und Schließvorgängen der Ventile, ermöglichen also eine 
längere effektive Ventilöffnungsdauer.

von A. S. (achs)


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Stevko R. schrieb:
> Erhöhst du die Drehzahl, sträubt sich der Kolben auf Grund der
> Massenträgheit immer mehr.

Naja, das Prinzip an sich sträubt sich nicht irgendwie, auch nicht bei 
höheren Geschwindigkeiten. Im Gegensatz z.B. zu einem Pendel, den man 
verlustfrei nicht schneller als mit seiner Pendelfrequenz antreiben 
kann, hat ein System aus Kurbelwelle und Kolben keine 
Vorzugsgeschwindigkeit oder einen Energieverlust.  Abgesehen von der 
Reibung an Lauffläche und Kugellager.

: Bearbeitet durch User
von Patrick F. (nuernie66)


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Okay
Beim E-motor ist es mir klar aber da so viele unterschiedliche antworten 
zum verbrenner kamen
Bin ich jetzt verwirrt.

von Robert L. (lrlr)


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J.-u. G. schrieb:
> Stevko R. schrieb:
>> der Hauptgrund für die "komische Drehmoment-Drehzahl Kurve"
>> sind die "Fliehkräfte/Massenträgheit" der Kolben + Pleuel.
> Das sehe ich anders.
>
>> Von einem Motor entfernen wir den Zylinderkopf
> Moment mal, man kann doch nicht ein entscheidendes Bauteil von
> Verbrennungsmotoren weglassen.

doch natürlich
und wenn man in diesem Gedankenexperiment noch ein zweites Teil weg 
lässt, nämlich die Reibung..

Frag ich mich grad, wo die Energie denn hin verschwindet..??

;-)

von Pandur S. (jetztnicht)


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Die obere Drehzahl bei einem Verbrenner ist auch gegeben durch die 
Explosion des Gemisches. Die Flammenfront hat eine endliche 
Geschwindigkeit.

von Winfried J. (Firma: Nisch-Aufzüge) (winne) Benutzerseite


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und die ist sogar druckabhängig.

Namaste

von Lothar M. (lkmiller) (Moderator) Benutzerseite


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Achim S. schrieb:
> Aber ein E-Auto ohne Gangschaltung wäre einem Verbrenner mit nur 2
> Gängen noch deutlich unterlegen.
Auf welchen Motorleistungen und Drehmomenten beruht diese Annahme?

> Aber ein E-Auto ohne Gangschaltung wäre einem Verbrenner mit nur 2
> Gängen noch deutlich unterlegen.
> typisches Beispiel
Also enwickelt sich die Autoindustrie mit ihren 6 und mehr Ganggetrieben 
vollkommen in die falsche Richtung.

Achim S. schrieb:
> hat ein System aus Kurbelwelle und Kolben keine Vorzugsgeschwindigkeit
> oder einen Energieverlust.
Mach in einem Gedankenexperiment den Kolben einfach mal 1 Tonne schwer. 
Und dann bewege ihn mehr oder weniger schnell auf&ab.
Und zum selben Thema eine Frage: warum wird versucht, einen 
"Leichtbaukolben" herzustellen?
http://www.schule-bw.de/schularten/berufliche_schulen/berufsschule/gewerblich_technische_berufe/giesserei/fortbildung/2008_guss_und_auto/2008_03_12_Kamp_Neue_Kolbentechnologie_Guss_und_Auto.pdf

> Abgesehen von der Reibung an Lauffläche und Kugellager.
Nur mal angenommen, ich drehe an der Welle eines Verbrennermotors ganz 
ohne Kraftstoffzufuhr und Zündung. Die dafür nötige Kraft, Leistung und 
Energie geht auf jeden Fall im Normalbetrieb "flöten". Und dann drehe 
ich an der Welle eines Elektromotors. Ich spüre einen Unterschied...

von (prx) A. K. (prx)


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J.-u. G. schrieb:
>> Von einem Motor entfernen wir den Zylinderkopf
> Moment mal, man kann doch nicht ein entscheidendes Bauteil von
> Verbrennungsmotoren weglassen.

Doch. Man kann: 
https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/b/b8/Opposite_piston_engine_anim.gif

: Bearbeitet durch User
von Winfried J. (Firma: Nisch-Aufzüge) (winne) Benutzerseite


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Und da gab's doch noch die Kreiskolbenverbrenner waren die nicht auch 
völlig kopflos? ;)

Namaste

von Robert L. (lrlr)


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Lothar M. schrieb:
> Mach in einem Gedankenexperiment den Kolben einfach mal 1 Tonne schwer.
> Und dann bewege ihn mehr oder weniger schnell auf&ab.

als Gedankenexperiment zeigt das was?

wo geht die Energie hin?

von (prx) A. K. (prx)


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Lothar M. schrieb:
> Mach in einem Gedankenexperiment den Kolben einfach mal 1 Tonne schwer.

MAN Schiffsdiesel: Ich weiss zwar nicht wie schwer Kolben und Pleuel 
sind, aber bei einer Zylinderbohrung von 1m Durchmesser und 2,7m Hub 
kommt schon etwas Masse zusammen. Besonders wenn man alle 14 Zylinder 
zusammenzählt.

: Bearbeitet durch User
von Icke ®. (49636b65)


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A. K. schrieb:
> MAN Schiffsdiesel: Ich weiss zwar nicht wie schwer Kolben und Pleuel
> sind, aber bei einer Zylinderbohrung von 1m Durchmesser und 2,7m Hub
> kommt schon etwas Masse zusammen.

Hmm, der dreht aber auch nur mit knapp 100 rpm.

von Lothar M. (lkmiller) (Moderator) Benutzerseite


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Robert L. schrieb:
> als Gedankenexperiment zeigt das was?
Dass du den Kolben nur begrenzt schnell hin- und herschleudern.

> wo geht die Energie hin?
Da habe ich übersteuert, vergiss das mit der Energie. Beim Wenden des 
Kolbens steht der (im Idealfall) still und seine Energie wurde in die 
Nockenwelle abgegeben.

von Robert L. (lrlr)


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>Dass du den Kolben nur begrenzt schnell hin- und herschleudern.

ja, maximal mit e

von Winfried J. (Firma: Nisch-Aufzüge) (winne) Benutzerseite


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Lothar M. schrieb:
> Nockenwelle

Lothar M. schrieb:
> seine Energie wurde in die
> Nockenwelle abgegeben.

Du solltest mal 'ne Runde an der Matratze horchen?

Namaste

: Bearbeitet durch User
von A. S. (achs)


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Lothar M. schrieb:
> Dass du den Kolben nur begrenzt schnell hin- und herschleudern.

Hallo Lothar, mir ist nicht klar, worauf Du hinaus willst. Das eine hohe 
Schwungmasse nicht schön ist, weil große Kräfte wirken und viel Energie 
gespeichert wird, d'acord. Und das Materialeigenschaften endlich sind, 
auch.

Aber ob ein Kolben eine Tonne wiegt oder 10, ob er 1000 rpm macht oder 
10.000, solange es nicht relativistisch wird spielt es keine Rolle. 
Das ganze bleibt eine harmonische Bewegung, ohne Reibung läuft sie 
unendlich lange.

Oder habe ich Dich irgendwie missverstanden?

von A. S. (achs)


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Dieses Thema gerne getrennt:

Lothar M. schrieb:
> Achim S. schrieb:
>> Aber ein E-Auto ohne Gangschaltung wäre einem Verbrenner mit nur 2
>> Gängen noch deutlich unterlegen.
> Auf welchen Motorleistungen und Drehmomenten beruht diese Annahme?

Es gilt für jeden Wagen, der mit Leistung X die Endgeschwindigkeit 
200km/h hat. Also bei dem die Leistung X dem Fahrtwiderstand bei 200km/h 
entspricht und das Getriebe so ausgelegt ist, dass bei maximaler 
Leistung (= maximale Drehzahl) genau 200 gefahren werden.

>> Aber ein E-Auto ohne Gangschaltung wäre einem Verbrenner mit nur 2
>> Gängen noch deutlich unterlegen.
>> typisches Beispiel
> Also enwickelt sich die Autoindustrie mit ihren 6 und mehr Ganggetrieben
> vollkommen in die falsche Richtung.

Nein, eben nicht. Das es mehr Gänge werden zeigt, dass ein Elektroauto 
bei gleicher Motorleistung auch Gänge braucht. Das dort meist ein 
Planetengetriebe reicht und alles viel kleiner sein kann, geschenkt.

Ein E-Auto ohne Gangschaltung, dass 200 fahren soll und (als Beispiel) 
100kW hat, hat bei 20km/h halt nur 10kW. Das macht wenig Spaß und ist 
bei Steigungen beispielsweise nicht akzeptabel.

von U. B. (pasewalker)


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> Ein E-Auto ohne Gangschaltung, dass 200 fahren soll und (als Beispiel)
> 100kW hat, hat bei 20km/h halt nur 10kW.
Nein.
Man fängt bei halber Höchstgeschwindkeit (oder früher) mit der 
Feldschwächung an, dann wären es im Beispiel 20kW bei 20km/h (oder 
mehr).

von Michael B. (laberkopp)


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Achim S. schrieb:
>>> Aber ein E-Auto ohne Gangschaltung wäre einem Verbrenner mit nur 2
>>> Gängen noch deutlich unterlegen.
>> Auf welchen Motorleistungen und Drehmomenten beruht diese Annahme?
>
> Es gilt für jeden Wagen, der mit Leistung X die Endgeschwindigkeit
> 200km/h hat

Na ja.

Richtig ist, daß ein Getriebe das Drehmoment bei geringer 
Geschwindigkeit steigert, während wir ja wissen, daß der Elektromotor 
eher nur konstantes Drehmoment abgibt.

Um also als Elektromotor bei geringer Drehzahl schon das Drehmoment 
aufbringen zu können (und damit die Beschleunigung des Wagens erreichen 
zu können) die ein Verbrennungsmotor mit Getriebe erreicht, muss er 
deutlich mehr Nennleistung haben (Nennleistung wäre ja die Leistung bei 
hoher Drehzahl, da Drehmoment konstant steigt Leistung direkt mit 
Drehzahl und ist bei geringer Drehzahl also niedrig.).

ABER: Ein Elektromotor bringt seine Nennleistung bei Dauerlast. Niemand 
beschleunigt dauernd. In der kurzzeitigen Beschleunigungsphase kann man 
einem Elektromotor dank thermischer Trägheit deutlich mehr Leistung 
abverlangen und Strom durchschicken. Wie viel mehr, ist Auslegungssache 
(vor allem der ansteuernden Elektronik, wie viel Strom die bringt), und 
die Autohersteller (Tesla, bekannt für gute Beschleunigung) 
dimensionieren so, daß die (kurzzeitige Beschleunigungs-)leistung des 
Elektromotors auch ohne Getriebe dem Verbrenner mit Getriebe in nichts 
nachsteht. Um dann mit geringem Tempo, z.B. 50km/h, nach der 
Beschleunigung weiter zu fahren, reicht problemlos 25% der Nennleistung 
bei 200km/h, also dasselbe Drehmoment wie bei 200 nur mit 1/4 der 
Drehzahl, so daß der Motor auch nicht überhitzt. Die 
(Elektro-)autohersteller bauen eine gute Überwachung um jederzeit zu 
wissen, wie viel Leistung sie dem Motor abverlangen können, je nach dem 
ob dauerhaft, kurzzeitig, ob nach einer Phase hoher Leistung wenn er 
warm ist, oder kurz zum Bremsen, und moderne Elektromotoren im Auto 
arbeiten mit Wasserkühlung und anderen Tricks, um hohe Leistung bei 
kleinem Gewicht zu erbringen.

Also: Auch wenn die Theorie sagt, ein Getriebe bringt mehr Drehmoment, 
ist es bei Elektromotoren verzichtbar.

: Bearbeitet durch User
von A. S. (achs)


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Michael B. schrieb:
> Niemand
> beschleunigt dauernd. In der kurzzeitigen Beschleunigungsphase kann man
> einem Elektromotor dank thermischer Trägheit deutlich mehr Leistung
> abverlangen und Strom durchschicken.

Das ist richtig. Aber dann muss man das auch sagen, für die Leute die 
Drehmoment und Leistung verwechseln. Also im Klartext:

Wenn man aussagt, das Drehmoment eines Elektromotors ist über die 
Drehzahl konstant (z.B. weil die Ströme nicht höher werden dürfen), dann 
ist die Fahrleistung ohne Getriebe bescheiden. Akzeptabel ist sie nur, 
wenn das Drehmoment eben überhaupt nicht konstant ist.

von Matthias X. (current_user)


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Der Luftwiderstand geht doch quadratisch ein. D.h. Wenn ein Auto 200km/h 
schafft, dann wird bei 50km/h nur 1/16 der Leistung benötigt. Diese muss 
dafür 4mal so lange bereit gestellt werden.

von A. S. (achs)


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Matthias x. schrieb:
> Der Luftwiderstand geht doch quadratisch ein. D.h. Wenn ein Auto 200km/h
schafft, dann wird bei 50km/h nur 1/16 der Leistung benötigt

Das ist wieder eine ganz andere Baustelle, hat mit der Motorkennlinie 
nichts zu tun, betrifft die Beschleunigung nur indirekt, ist in 
"unserem" Fahrempfinden schon eingefunden und gilt z.B. nicht für 
bergauf / Gegenwind.

: Bearbeitet durch User
von Winfried J. (Firma: Nisch-Aufzüge) (winne) Benutzerseite


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Gefühlte Daten?
oder alternative
s.c.n.r.

Namaste

von Axel L. (axel_5)


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Ein Elektromotor dreht wesentlich höher.

Ein aktueller Diesel hat aufgrund der Zündverzögerung eine maximale 
Drehzahl im Bereich 5000 U/Min, der Teslamotor dreht bis zu 18.000 
U/Min.

Dadurch ist der E-Motor von Haus aus drei-vier mal starker untersetzt 
und hat entsprechend bei niedrigeren Geschwindigkeiten mehr Drehzahl und 
Drehmoment. Der E-Motor läuft prakisch immer im ersten Gang, nur dass 
der eben bis 200 geht.

Dazu kommt noch, dass der aus dem Stand heraus Drehmoment liefert.

Gruss
Axel

von Patrick F. (nuernie66)


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Ist ja lustig was hier alles verbreitet wird :)

Das ist keine erklärung für mich, das ist nur daher geschmarrtes 
halbwissen.

von Robert L. (lrlr)


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von Winfried J. (Firma: Nisch-Aufzüge) (winne) Benutzerseite


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Patrick F. schrieb:
> Ist ja lustig was hier alles verbreitet wird :)
>
> Das ist keine erklärung für mich, das ist nur daher geschmarrtes
> halbwissen.

Da du Recht hast hier die Kurzform:

E-Motor

Das Lorenzsche Prinzip(motorprinzip) ist wirkt Feldabhängig
der Emotor ist je nach Polkonstruktion und Commutatorkonstruktion einem 
nahe zu Konstanten Moment des Feldes ausgesetzt. Überlappende 
Stromflussphasen

Bei rotierenden Elektromaschinen kann die Drehzahl deshalb von 0 bis zur 
strukturellen Belastbarkeit gehen.


der Verbrenner arbeitet hingegen Taktzyklisch

Die Kontinuität des Kraftflusses wird erst durch die Schwungmasse 
möglich. Deren Energie ist drehzahlabhängig.

Untere Grenze ist jene, bei der der Motor das System über den gesamten 
Kreisprozess am laufen halten kann.
Obere ist jene bei der die Reibungswiderstände die Motorleistung 
aufzehren bzw. die Verbrennungsgeschwindigkeit von der 
Kolbengeschwindigkeit eingeholt wird läuft der Kolben schneller als die 
Flammfront drosselt der Motor sich selbst (Schiebebetrieb/ Motorbremse). 
Dies entspricht dem Generatorbetrieb einer rotierende E-maschine und ist 
abhängig vom Erregerfeld.

: Bearbeitet durch User
von U. B. (pasewalker)


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@Achim S.
> Wenn man aussagt, das Drehmoment eines Elektromotors ist über die
> Drehzahl konstant (z.B. weil die Ströme nicht höher werden dürfen), ...

Nochmal, zum Mitschreiben:
Oberhalb der üblicherweise genutzen Feldschwächung ist die LEISTUNG 
konstant ...
Andersherum betrachtet ist, bezogen auf die Höchstgeschwindigkeit, das 
Drehmoment bei kleiner Geschwindigkeit höher (ja, und konstant).

von Jan H. (j_hansen)


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Achim S. schrieb:
> Ein E-Auto ohne Gangschaltung, dass 200 fahren soll und (als Beispiel)
> 100kW hat, hat bei 20km/h halt nur 10kW. Das macht wenig Spaß und ist
> bei Steigungen beispielsweise nicht akzeptabel.

Wenn man das annimmt, was wie oben beschrieben ja nicht die ganze 
Wahrheit ist, dann ist zumindest ein Zweiganggetriebe den Fahrleistungen 
durchaus zuträglich, keine Frage.
Aber 10kW bei 20km/h sind auch keine Kleinigkeit. Wenn man nicht gerade 
einen Sportwagen hat, oder sich für einen Rennfahrer hält, dann kommt 
man damit schon ganz schön flott voran.

von Gu. F. (mitleser)


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Achim S. schrieb:
> Aber ob ein Kolben eine Tonne wiegt oder 10, ob er 1000 rpm macht oder
> 10.000, solange es nicht relativistisch wird spielt es keine Rolle.
> Das ganze bleibt eine harmonische Bewegung, ohne Reibung läuft sie
> unendlich lange.

Ähm...
Um die Richtung der Kolbenmasse umzukehren muss ich doch Energie 
aufwenden.
Irgendwie steh ich jetzt aufm Schlauch.

von (prx) A. K. (prx)


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Gu. F. schrieb:
> Um die Richtung der Kolbenmasse umzukehren muss ich doch Energie
> aufwenden. Irgendwie steh ich jetzt aufm Schlauch.

Ohne Betrachtung der Kurbelwelle ist das tatsächlich schwer zu 
verstehen.

von Icke ®. (49636b65)


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Gu. F. schrieb:
> Um die Richtung der Kolbenmasse umzukehren muss ich doch Energie
> aufwenden.

Rate mal, warum Verbrennungsmotoren eine Schwungmasse besitzen.

von (prx) A. K. (prx)


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Passt nicht 100% zur Frage, geht aber in die Richtung und hat hübsch 
animierte Bilder: http://www.brucewilles.de/massenausgleich.html

: Bearbeitet durch User
von Lothar M. (lkmiller) (Moderator) Benutzerseite


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Gu. F. schrieb:
> Um die Richtung der Kolbenmasse umzukehren muss ich doch Energie
> aufwenden. Irgendwie steh ich jetzt aufm Schlauch.
Mit ein wenig Nachdenken bin ich auch auf den Dreh gekommen: die 
Richtung des Kolbens wird nicht "ruckartig" umgekehrt. Denn der Kolben 
bewegt sich zum "Umkehrzeitpunkt ja schon gar nicht mehr, sondern er hat 
seine gesamte Bewegungsenergie in die Kurbelwelle abgegeben.
Und ab dem Umkehrzeitpunkt verlagert die Kurbelwelle wieder Energie in 
den Kolben, die der bald danach wieder in die Kurbelwelle abgibt. Usw...

: Bearbeitet durch Moderator
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