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Forum: Ausbildung, Studium & Beruf Realistische Gehaltsvorstellung bei Wechsel


Autor: J. Cobb (j_cobb)
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Hallo zusammen,

vielleicht kann mir hier der ein oder andere einen guten Rat geben.
Ich bin ein Hardware-Entwickler (Dipl.-Ing.(FH), Projektverantwortung, 
Steuerung externer Dienstleister, aber keine Personalverantwortung) mit 
10 Jahren Berufserfahrung und verdiene in NRW, in einer Gegend mit eher 
niedrigen Lebensunterhaltskosten, aktuell 61k pro Jahr bei 40h pro 
Woche. Das ist in der nicht tarifgebundenen Firma für mein Alter und in 
der Gegend ein recht gutes Gehalt.

Ich plane zum Herbst einen beruflichen Wechsel, wie auch einen 
regionalen Wechsel in Richtung Süden und bin ein bisschen unsicher mit 
welchem Wunschgehalt ich in die Bewerbungen gehen sollte. Ziel ist 
entweder grob der Raum Frankfurt oder der Raum Stuttgart.

Wenn man sich mal an den IGM Angaben orientiert, geben die für 
Ingenieure für Hessen/Rheinland-Pfalz ab April bei E10 bis zu 80k bei 
40h an. Bei BW wäre es schon bei E13 vergleichbar (E14 passender? Ich 
hatte mit ERA bisher nicht viel zu tun). Klar mit durchschnittlicher 
Leistungszulage gerechnet.
Sollte man mit solchen Vorstellungen in Verhandlungen mit nicht nach 
Tarif zahlenden Unternehmen gehen? Mir erscheint das für viele Firmen 
als eher unrealistisch. Das Thema finde ich eh sehr schwierig, da man 
teilweise Gehaltsvorstellungen vorab nennen soll, ohne die 
Rahmenbedingungen wirklich zu kennen.

Wenn ich mir unter anderem die Mietpreise in den Regionen und meinen 
etwas gestiegenen Platzbedarf anschaue, muss ich eigentlich mindestens 
10k Brutto mehr verdienen, um am Ende nicht schlechter dazustehen. 
Nehmen wir noch eine kleine Steigerung dazu, würde ich schon von 75k als 
Wunsch ausgehen. Hat da vielleicht jemand einen Rat, ob das so 
vernünftig ist? Oder würdet ihr anders oder höher herangehen?

Mit geht es nicht darum, plötzlich dick Kohle abzugreifen, sondern einen 
interessanten Job zu finden, der mich aber finanziell auch nicht 
schlechter stellt. Einerseits will ich natürlich nicht mit 
unrealistischen Summen eine direkte Absage kassieren, andererseits auch 
nicht von den Personalern abgezockt werden, indem ich aus Unkenntnis zu 
niedrig einsteige, wie es schon Kollegen recht böse passiert ist. 
Fairness scheint bei dem Thema leider selten zu sein…
Ich kenne leider niemanden, der den regionalen Wechsel mitgemacht hat 
und mir da realistische Vorstellungen aus erster Hand berichten kann, 
daher wäre ich für ernst gemeinte Meinungen dankbar.

Autor: TomTom (Gast)
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Servus,

also normalerweise kommt man als B.Eng. in 5-7 Jahren auf die EG15 bei 
ca. 15% Leistungszulage (LZ) bei 13,24 Gehältern und einer 35h/Woche, so 
ist es mal bei IGM-gebundenen Firmen in Süddeutschland.

Als M.Sc. braucht man für die EG15 nur ca. 3-4 Jahre.




Hab Kollegen mit B.A. Abschluss und B.Sc. sowie M.Sc. die auf der EG15 
sitzen. Bei einer 40h/Woche knacken die Jungs dieses Jahr mit der 2% 
Tariferhöhung die 88.000€ Marke - das macht Spaß 😊




Danach geht's als AußerTariflich bzw. ÜberTariflich weiter, aber ohne zu 
stempeln.
EG16 oder EG17 haben die wenigsten, denn die Idee ist wohl den Esel am 
Laufen zu halten und ihm die Karotte vor die Nase zu halten.
Wenn du z.B. der einzige Fachschweißingenieur mit 
Zertifizierungsgenehmigung im Unternehmen bist..... ja dann bekommst 
auch eine EG16 oder EG17 (Bad.Würt.)




https://www.igmetall.de/docs_20160712_2016_Flyer_E...




https://www.igmetall.de/metall-und-elektro-monatse...


Viele Grüße :-)

Autor: dunno.. (Gast)
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der süden ist teuer..

also ich glaube nicht dass du ein schlechtes gewissen haben musst wenn 
du mit 75vb ins rennen gehst..

Autor: TomTom (Gast)
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Wieviele MA hat denn das Unternehmen circa?
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass viele Firmen (>700MA), auch wenn 
sie nicht im IGM-Tarif sind, trotzdem sich daran orientieren und 
entsprechende (Einstiegs-)Gehälter zahlen. Ansonsten würden sie ohne 
Ingenieure dastehen.

Wichtig ist auch noch, dass geklärt sein sollte was mit den Überstunden 
passiert. Denn ich kenne einige Unternehmen die am Monatsende die 
Überstunden welche z.B. 20h überschreiten abschneiden und somit 
verfallen lassen. Zusätzlich kann man dann vllt. nur einen 1/2 Tag pro 
Monat Überstunden abgleiten, wodurch am Ende des Monats einige Stunden 
10-20h der Firma geschenkt werden.
--> Das sollte nicht sein, denn da wären wir wieder bei der Vorstellung 
der HR-Abteilung: Jemanden für 35h/Woche einzukaufen und ihn allerdings 
40h/Woche arbeiten lassen.

Ach was ich noch vergessen habe......
Frag direkt beim Vorstellungsgespräch (sofern die Firma tarifgebunden 
ist), mit welcher EG-Stufe und Ziel-EG-Stufe diese Stelle ausgeschrieben 
ist. Diese Information müssen Sie dir geben. Ansonsten kann hier auch 
der Betriebsrat in der Firma dir eine Auskunft dazu geben. ;-)

Autor: TomTom (Gast)
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dunno.. schrieb:
> der süden ist teuer..
>
> also ich glaube nicht dass du ein schlechtes gewissen haben musst wenn
> du mit 75vb ins rennen gehst..

Beziehst du dich auf eine 35h/Woche oder 40h/Woche?

Autor: Cyblord ---- (cyblord)
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TomTom schrieb:
> Ach was ich noch vergessen habe......
> Frag direkt beim Vorstellungsgespräch (sofern die Firma tarifgebunden
> ist), mit welcher EG-Stufe und Ziel-EG-Stufe diese Stelle ausgeschrieben
> ist. Diese Information müssen Sie dir geben. Ansonsten kann hier auch
> der Betriebsrat in der Firma dir eine Auskunft dazu geben. ;-)

Nicht jede IGM Firma hat überhaupt so was wie Zieleinstufungen. Der 
Begriff taucht auch (z.B. für BW) weder im Dokument mit den 
Gehaltstabellen, noch im Manteltarifvertrag überhaupt auf.

: Bearbeitet durch User
Autor: genervt (Gast)
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J. C. schrieb:
> Nehmen wir noch eine kleine Steigerung dazu, würde ich schon von 75k als
> Wunsch ausgehen. Hat da vielleicht jemand einen Rat, ob das so
> vernünftig ist? Oder würdet ihr anders oder höher herangehen?

Zu wenig. Unter 85 würde ich da mit (echten) 10 Jahren BE nicht ran 
gehen, wenn es auf 40h und IGM geht.

Problem: Stellen für diese Liga sind rar.

Autor: Qwertz (Gast)
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genervt schrieb:
> Zu wenig. Unter 85 würde ich da mit (echten) 10 Jahren BE nicht ran
> gehen, wenn es auf 40h und IGM geht.
>
> Problem: Stellen für diese Liga sind rar.

Ich würde die 85k für 35h fordern.

Autor: genervt (Gast)
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Qwertz schrieb:
> genervt schrieb:
> Zu wenig. Unter 85 würde ich da mit (echten) 10 Jahren BE nicht ran
> gehen, wenn es auf 40h und IGM geht.
> Problem: Stellen für diese Liga sind rar.
>
> Ich würde die 85k für 35h fordern.

Das ist EG17 mit 15% Lz. Sowas kriegst du in München, aber nicht in 
Stuttgart angeboten.

Autor: Beobachter (Gast)
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J. C. schrieb:
> Ich bin ein Hardware-Entwickler (Dipl.-Ing.(FH), Projektverantwortung,
> Steuerung externer Dienstleister, aber keine Personalverantwortung) mit
> 10 Jahren Berufserfahrung und verdiene in NRW, in einer Gegend mit eher
> niedrigen Lebensunterhaltskosten, aktuell 61k pro Jahr bei 40h pro
> Woche.

Dafür würde ich nicht aufstehen.

Autor: Kire L. (Firma: HTW) (sachse88)
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TomTom schrieb:
> Wichtig ist auch noch, dass geklärt sein sollte was mit den Überstunden
> passiert. Denn ich kenne einige Unternehmen die am Monatsende die
> Überstunden welche z.B. 20h überschreiten abschneiden und somit
> verfallen lassen. Zusätzlich kann man dann vllt. nur einen 1/2 Tag pro
> Monat Überstunden abgleiten, wodurch am Ende des Monats einige Stunden
> 10-20h der Firma geschenkt werden.
> --> Das sollte nicht sein, denn da wären wir wieder bei der Vorstellung
> der HR-Abteilung: Jemanden für 35h/Woche einzukaufen und ihn allerdings
> 40h/Woche arbeiten lassen.

Abschneiden des Gleitzeitkontos ist rechtlich nur in Ordnung, wenn die 
Stunden dabei ausgezahlt werden. War bei meiner letzten Firma so, dass 
alles über 20h auf dem Gleitzeitkonto am Monatsende gekappt wurde ohne 
Auszahlung, und man konnte nur 1 GZ-Tag im Monat nehmen. Die in 3 Jahren 
"verfallenen" Stunden habe ich nach der Kündigung dazu genutzt, mich mit 
Resturlaub zusammen sofort freistellen zu lassen. Alternative 3 Monate 
weiter arbeiten und auszahlen zu lassen war meinerseits nicht 
angestrebt.

Siehe zB. 
http://www.bund-verlag.de/zeitschriften/arbeitsrec...

Autor: Qwertz (Gast)
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genervt schrieb:
> Qwertz schrieb:
>> Ich würde die 85k für 35h fordern.
>
> Das ist EG17 mit 15% Lz. Sowas kriegst du in München, aber nicht in
> Stuttgart angeboten.

Nun, man möchte sich bei einem Wechsel ja vom Gehalt her nicht unbedingt 
verschlechtern. München muss es allerdings nicht gerade sein, da sehr 
hohe Lebenshaltungskosten. Zum Glück gibt es im gleichen Bundesland auch 
günstigere Regionen, die trotzdem so viel bezahlen (ERA EG12).

Autor: genervt (Gast)
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Qwertz schrieb:
> genervt schrieb:
>> Qwertz schrieb:
>>> Ich würde die 85k für 35h fordern.
>>
>> Das ist EG17 mit 15% Lz. Sowas kriegst du in München, aber nicht in
>> Stuttgart angeboten.
>
> Nun, man möchte sich bei einem Wechsel ja vom Gehalt her nicht unbedingt
> verschlechtern. München muss es allerdings nicht gerade sein, da sehr
> hohe Lebenshaltungskosten. Zum Glück gibt es im gleichen Bundesland auch
> günstigere Regionen, die trotzdem so viel bezahlen (ERA EG12).

Das ist halt das Pech, wenn man so viel verdient, dass keiner mehr 
zahlen will.

Bleibt nur die Selbständigkeit.

Autor: Qwertz (Gast)
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genervt schrieb:
> Das ist halt das Pech, wenn man so viel verdient, dass keiner mehr
> zahlen will.

Ich bin mir nicht sicher, ob man das wirklich als "Pech" bezeichnen 
sollte... ;-)

> Bleibt nur die Selbständigkeit.

Selbständigkeit ist nicht mein Ding. Darüber ginge natürlich noch AT, 
aber da ist der Aufgabenbereich schon deutlich anders und muss einem 
auch liegen, z.B. Flatrate-Arbeiten und meist mit diszplinarischer 
Personalverantwortung.

Man kann aber auch an einem bestimmten Punkt einfach mit dem Erreichten 
zufrieden sein und nicht weiter nach Höherem streben. Das ist in erster 
Linie nur eine Frage der inneren Einstellung zum Thema Karriere und 
Vergleich mit Anderen.

Autor: Klapperstorch (Gast)
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80 kEuro bei 40 h ist realistisch und durchaus möglich. Alles darunter 
würde ich ablehnen. Dann lieber noch ein halbes Jahr länger Bewerbungen 
verschicken. Es lohnt sich!

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