Wie funktioniert eine Ultraschallfernbedienung?

Gast #4905496
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Vielleicht kann mir jemand da helfen. Früher in den 70ern gab es 
Farbfernseher mit Ultraschallfernbedienung.  Ich denke mal Kanal, 
Lautstärke,  Helligkeit, Farbsättigung und an /aus konnte man 
fernbedienen. Vielleicht sogar Kontrast. Wie haben die das damals 
gemacht? Waren das verschiedene Frequenzen im 40kHz Bereich, oder irgend 
eine digitale Modulation? Ich würde mich über eine fundierte Antwort 
gern mit Schaltplan sehr freuen. Meine eigene googelei hat nichts 
handfestes ergeben...
#4905564
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Der Jochen schrieb:
> Früher in den 70ern gab es Farbfernseher mit Ultraschallfernbedienung.
> Wie haben die das damals gemacht? Waren das verschiedene Frequenzen im
> 40kHz Bereich, oder irgend eine digitale Modulation?

> Meine eigene googelei hat nichts handfestes ergeben...

Wenn man den englischen Begriff "ultrasonic remote control" googelt, 
dann findet man eine ganze Menge. Z.B. auch die IC LC219/220 als 
Encoder/Decoder
#4905582
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Bis Anfang der 80er Jahre hatten wir auch so einen US gesteuerten 
Fernseher.
Eines Tages kam meine Schwester ins Wohnzimmer und präsentierte stolz 
ihre Sammlung von 1 Pfennig Münzen in einem Socken.
Das Klimpergeräusch führte dazu, dass der Fernseher plötzlich auf ein 
anderes Progamm umschaltete.
Während alle so schauten als würde es spuken, hatte ich schon eine 
Ahnung, was da passiert war.
Allzu komplex kann der Code nicht gewesen sein...
Gast #4905606
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Teo D. schrieb:
> Ich vermisse die Dinger. Haben immer und überall funktioniert. Ob
> unterm
> Tisch, Bettdecke, Kissen, Nebenzimmer, Nachbars Wohnung bei geöffneten
> Fenster.... Da kommt selbst Bluetooth Heutzutage nicht mit :D

Hast du da auch ab und zu für Ruhe gesorgt beim Nachbarn? :-)
Gast #4906685
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HildeK schrieb:
> Ja, für jede Frequenz wurde ein abgestimmter Resonanzkreis im Empfänger
> aufgebaut. Anbei ein Auszug eines Fernsehgerätes um 1970.

Vielen Dank für den Schaltplan!
Der Ultraschallwandler ist also breitbandig. Quasi ein tönender 
Kondensator. Mit der Spannungsverdopplerschaltung, den Dioden  D1 und D2 
wird eine DC-Vorspannung erzeugt. Moderne US-Wandler mit Piezo sind wohl 
eher schmalbandig.
Gast #4906723
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hinz schrieb:
> An den MA40 von Muarata hat sich seit den '70ern nichts geändert.

Diese wurden auch nicht für US Fernbedienung verwendet. Laut Schaltplan 
werden 9 Frequenzen im Bereich von 28 bis 44kHz verwendet!

Die Datenblätter für LC219/220 finde ich nicht?!
#4906740
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HildeK schrieb:
> Anbei ein Auszug eines Fernsehgerätes um 1970.

Wo, was für ein Aufwand.

Ja, ich erinnere mich noch, welche Freude das war, wenn jemand beim 
Fernsehgucken seinen Schlüsselbund auf den Tisch warf, und der Fernseher 
munter rumspann weil er jede Menge Ultraschallfreqeunzen hörte.

Es gab aber auch SAA1024 und SAA1025/1030:

http://www.introni.it/pdf/ITT%20-%20Integrated%20Circuits%20for%20Consumer%20Applications%201977_1978.pdf

Ebenfalls frequenzanhängig, verwendeten aber durchaus so was wie MA40 
von Muarata in Sender und Empfänger (nur damals noch nicht Murata).
Gast #4906762
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HildeK schrieb:
> Ja, für jede Frequenz wurde ein abgestimmter Resonanzkreis im Empfänger
> aufgebaut.
Jou, SABA Telecommander - war ich als Lehrling mal dran. Am besten 
gefielen die Motoren und sich drehenden Knöpfe bzw. die rappelnde 
Programmumschaltung.

Mit den Motordrehpotis habe ich Jahre später gebastelt, die gab es mal 
bei Völkner.
Gast #4906798
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Uha das sind ja die allerersten drahtlosen FB. Mein Grundig hatte schon 
digital codierten Schall und an die 20 Tastenkommandos. Bis auf die 
Messingblech-Tasten schon sehr zuverlässig und komfortabel.
#4906912
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Der Jochen schrieb:

> Der Ultraschallwandler ist also breitbandig. Quasi ein tönender
> Kondensator.

Für gewöhnlich nennt man so etwas "Piezo-Lautsprecher"

> Moderne US-Wandler mit Piezo sind wohl eher schmalbandig.

Kann man so oder so bauen. Die Scheibe selber ist schon breitbandig. 
Schmalbandigkeit kommt von dem Gehäuse drum herum (Helmholtz-Resonator). 
Das macht man im Tonfrequenzbereich, um hohen Schalldruck bei geringer 
Erregerleistung zu bekommen. Oder bei Sensoren, um die Empfindlichkeit 
zu erhöhen. Oder man baut kein Resonatorgehäuse, wenn es z.B. ein 
Hochton-Lautsprecher werden soll.
#4907416
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Hallo,

Matthias S. schrieb:
> Und es gab einige Hunde im Umkreis, die das gar nicht vertragen haben.

ich durfte mal die US-Fernbedienung mit Sensortasten von einem Kollegen 
irgendwie zusammenflicken.
Den TV dazu hatte er nicht mehr, seine Dackelhündin hatte aber an dem 
Fiepen gefallen gefunden und so holte sie sich die Fernbedienung immer 
in ihren Hundekorb und legte sich drauf...

PS: müßte dieer Typ gewesen sein:
http://www.radiomuseum.org/r/stern_stas_chromalux.html

Gruß aus Berlin
Michael
Gast #4908165
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Michael U. schrieb:
> ich durfte mal die US-Fernbedienung mit Sensortasten von einem Kollegen
> irgendwie zusammenflicken.
> Den TV dazu hatte er nicht mehr, seine Dackelhündin hatte aber an dem
> Fiepen gefallen gefunden und so holte sie sich die Fernbedienung immer
> in ihren Hundekorb und legte sich drauf...

YMMD :-)
Gast #4908390
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Dergute W. schrieb:
> Auch sehr clever: Die Glimmlampen fuer wirklich "High-Z" Tristate :-)

Ja, auch das habe ich in Erinnerung.
Ich hatte da mal einen echten Bug drin (naja, eher eine Fliege) an dem 
Kondensator, der die Ladung an dem FET-Gate hielt. So änderte sich immer 
selbsständig die Lautstärke im Laufe von Stunden oder bis zum nächsten 
Tag. Nach der 'Beerdigung' des toten Tieres ging es wieder :-).
Das sparte die teuren Motorpotis.
Gast #4909231
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Der Jochen schrieb:
> Es braucht doch so ein paar hundert Volt
> bis so   eine Glimmröhre zündet?!

Nein, nur so rund 100V. Und der MPSA42-Transistor hält ja 300V aus. Der 
Schaltplan enthält leider nicht die Spannungswerte, die an C1 oder C2 
anliegen.
Ich kenne auch eine Variante, bei der die hohe Spannung direkt aus dem 
Parallelkreis des US-Empfängers über die Glimmlampe auf einen FET + C 
gegeben wurden.
#4909272
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in einer alten Fernsehtruhe SW ('60er - '70er) war der Sender noch mit 
Klöppel der auf Metallstäbe schlug (Nordmende oder Saba? ich weiss es 
nicht mehr), das funktionierte auch mit einem klappernden Schlüsselbund.

Mein Philips K9 ärgerte mich immer, ich kam heim und manchmal war der TV 
an und ich suchte die Einbrecher.

Irgendwann fand ich die Lösung, der TV ging nur an wenn das Telefon auf 
dem Tisch stand, die Oberwellen von den Glocken (bei Anruf) schalteten 
den TV an, da aber das Telefon nicht immer auf dem Tisch stand war auch 
manchmal der TV wie erwartet aus, darauf muss man erst mal kommen!

Telefon auf dem Tisch -> kein Anruf TV blieb aus.
Telefon nicht auf dem Tisch -> Anruf TV blieb aus.

Telefon dem Tisch -> Anruf TV ging an.

Das hatte mich schon einige Zeit ins Grübeln gebracht.
Gast #4909373
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Meine Eltern hatten einen der ersten Farb-TV, einen Telefunken 
PalColor...
Von dem hatte ich sehr viel gelernt, er war häufig offen (auch wegen der 
besseren Kühlung), mit 5 Röhren: PL509 / PL519 + Treiber, PY500, 
V-Ablenkung weiß ich nicht mehr (PL508?), Bildröhre.
Die US-Fernsteuerung war ein gemischtes System: Lautstärke, Helligkeit, 
Kontrast waren 6 Frequenzen (einzelne Schwingkreise), Speicherung in 
Folien-Cs.

6+1 (AV?) Programmwahl aus war schon digital auf der 7. Frequenz: der 
erste Impuls machte einen Reset auf 1, weitere Pulse zählten das 
Programm um 1 rauf.
Anzeige war eine Nixie mit 7490 und 74141.
#4909541
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Stefan M. schrieb:
> Bis Anfang der 80er Jahre hatten wir auch so einen US gesteuerten
> Fernseher.
> Eines Tages kam meine Schwester ins Wohnzimmer und präsentierte stolz
> ihre Sammlung von 1 Pfennig Münzen in einem Socken.
> Das Klimpergeräusch führte dazu, dass der Fernseher plötzlich auf ein
> anderes Progamm umschaltete.
> Während alle so schauten als würde es spuken, hatte ich schon eine
> Ahnung, was da passiert war.
> Allzu komplex kann der Code nicht gewesen sein...

Unser Fernseher war damals mit dem Staubsauger befreundet ;-)

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