Hallo,
> Robin S. schrieb:
> al wieder eine kurze Frage zum leidigen Thema Isolation:
> Ich habe ein Installationsgehäuse mit Hutschiene (quasi wie ein
> Sicherungskasten, nur ohne Klappdeckel, sondern eben geschlossen). Auf
> der Schiene befinden sich ein Netzteil (230V -> 24V) und ein kleines
Das Netzteil muß erstmal gewährleisten, dass die 24V als Kleinspannung
sicher ist. Das muß deshalb aber nicht Schutzklasse III haben.
Auch Schutzklasse I (dann natürlich mit ordnungsgemäß angeschlossenem
Schutzleiter) oder SK II sind ok.
Wenn das NT SELV hat, umso besser, aber das ist nicht überall zwingend.
> Hutschienengehäuse wie
>
https://www.reichelt.de/Hutschienengehaeuse/HUT-4-C/3/index.html?ACTION=3&LA=446&ARTICLE=44867&GROUPID=7718&artnr=HUT+4-C,
> in dem eine AVR-Steuereinheit sitzt.
> Ich will von dieser nun CAN und RS232 so herausführen, dass man sich
> dabei nicht grillen kann. Nach meiner Recherche ist es aber nicht so
> leicht, der Schutzklasse III zu entsprechen,
Wo steht denn, dass du SK III haben must?
> denn die doppelte Isolation
> ist ja nicht vorhanden: Außerhalb des Hutschienengehäuses (Anschluss
> über Schraubklemmen) befinden sich ja CAN-, RS232- und
> Netzspannungsverdrahtung in einem Raum.
Da muß zuverlässig gewährleistet sein, dass alle Leitungen der
Sekundärseite mit doppelter Basisisolierung von allen Stromkreisen der
Primärseite sicher getrennt sind.
> Nach meiner Einschätzung führt zwar z.B. die Verwendung von H07V-K -
> Leitung für diese Bussysteme dazu, dass eine ausreichend geprüfte
> Isolation vorhanden ist, dass es sich um Funktionskleinspannung handelt.
> Nicht aber um Schutzkleinspannung, sprich, im Fehlerfall kann man sich
> immer noch grillen, mangels doppelter Isolation.
Sicher ist die Kleinspannung dann, wenn ein einfacher Fehlerfall nicht
zu unzulässigen Spannungen an berührbaren Teilen führt.
bei SK1 wird das durch die Basisisolierung, den PE-Anschluss und die
notwendige Spannungsfestigkeit für SK I gewährleistet.
Bei SK II eben durch die doppelte Basisisolierung und die entsprechdn
höhere Spannungsfestigkeit.
> Auch der Einsatz z.B.
> von isolationsgeprüfter KNX-Leitung für diese Busse würde das Problem
> nicht umgehen, da diese am Hutschienengehäuse über Schraubklemmen
> angeschlossen wird und dazu ja auch ein Stück abisoliert sein muss.
> Sprich, da ist auch die doppelte Isolation wieder dahin.
So eng muß man das nicht betrachten.
Auch konstruktive Massnahmen, welche zuverlässig verhindern, dass z.B.
Sekundärleitungen an Stellen mit gefährlicher Spannung kommen, lösen das
Problem auf. Dass sind z.B. getrennte Kabelkanäle, isolierende
Absperrplatten oder Abdeckungen.
Wenn z.B. ein abgerissenes Kabel nur max. 10cm lang ist, aber jede
berühbare Stelle mit gefährlicher Spannung mind. 20cm weit weg ist, ist
das auch eine Sicherheitsbetrachtung.
Überhaupt, wird neben dem reinen Buchstaben des Gesetzes oft auch eine
vernünftige Risikobetrachtung notwendig sein, um überhaupt technisch
praktikable Lösungen herbei zu führen.
> Weiß jemand, wie sowas im professionellen Bereich umgesetzt wird? Ich
> denke z.B. an SPS mit USB/RS232, die ja auch irgendwo mit
> Netzspannungskomponenten in einen Verteiler kommen, genauso bei KNX.
Für die Betrachtung innerhalb eines Gehäuses siehe meine Meinung oben.
dazu kommt normal, dass elektrotechnischen Laien der direkte Zugriff in
den Kasten verwehrt wird. Dazu ist es notwendig, dass der Kasten nur mit
Werkzeug zu öffnen ist.
Falls auch Laien hinein dürfen, muß noch einiges mehr betrachtet werden
> Nach ewiger Googelei komme ich da aber auf keinen grünen Zweig. Also:
> Wie macht man das richtig?
Das muß man auch mal die realen Elektronormen lesen! Die gibt es aber
nicht frei im Netz, sondern nur gegen Bares vom Verlag.
Dann muß man aber auch noch einige Erfahrungen mit der Auslegung haben.
In einer Fa. sind die Normen bereitzustellen. Sonst kannst du deinen Job
nicht richtig machen. Ansonsten ist Hilfe bei einem Dienstleister zu
holen, aber der entbindet den Hersteller nicht von allen Pflichten.