Warum piepst Morsen? Ist doch unmoduliert.

Gast #4935340
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Hallo,
warum höre ich eine morsende Station als piepesn?

Ich dachte Morsen ist ein unmodulierter Träger der getastet wird.
Somit müsste ich doch auf der gegenseite in AM oder SSB nichts hören.
(Tut man aber)

Das piepesn sollte doch erst enstehen wenn ich in der Betriebsart CW den 
träger mit dem Signal des BFO der 800Hz höher oder tiefer liegt mische.

Danke
Beitrag #4935751 wurde von einem Moderator gelöscht.
Persönliche Seite #4935842
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Hallo Kabelsalatfunke.

Kabelsalatfunke schrieb:

> Ich dachte Morsen ist ein unmodulierter Träger der getastet wird.
> Somit müsste ich doch auf der gegenseite in AM oder SSB nichts hören.
> (Tut man aber)

In AM hörst Du auch nicht viel ausser einem rythmischen stummen Träger, 
durch den sich das Rauschen verändert, und der eventuell noch fehlerhaft 
mit irgendeinem Mist, z.B. 60 oder 100Hz Brummen moduliert ist. 
Letzteres kann durchaus auch noch im Empfänger passieren.

In SSB hörst Du tatsächlich einen rythmischen Pfeifton, weil

> Das piepesn sollte doch erst enstehen wenn ich in der Betriebsart CW den
> träger mit dem Signal des BFO der 800Hz höher oder tiefer liegt mische.

genau das passiert.

Der Unterschied zwischen CW und SSB ist eigentlich nur die Filterbreite, 
und dass bei SSB die Lage der BFO Frequenz wegen der Frage oberes oder 
unteres Seitenband zusätzlich wichtig wird. Letzteres ist für CW wieder 
egal.

Mit freundlichem Gruß: Bernd Wiebus alias dl1eic
http://www.l02.de
Gast #4935892
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Kabelsalatfunke schrieb:
> Somit müsste ich doch auf der gegenseite in AM oder SSB nichts hören.

An Stelle des BFO kommen auch andere Quellen in Frage, die den BFO 
eretzen können und zu hörbarem Pfeifen führen.
Das können z.B. andere Träger sein, oder deren Oberwellen, wenn sie sich 
nur wenig von der Nutzfrequenz unterscheiden.

Bei einem AM-Radio und Rundfunksendern führte oft eine schlechte 
Spiegelfrequenzunterdrückung zu Pfeifstörungen, deren Tonhöhe sich mit 
dem Abstimmknopf verändern ließ.
Beispiel:
Bekanntlich sind die Frequenzen der Mittelwellensender in einem 
9kHz-Raster vergeben. Ganz grob reicht das Mittelwellenband von 550kHz 
bis 1600kHz.
Die ZF deines Radios sei 465 kHz.
Wenn du nun einen Sender bei 603 kHz (67*9) empfangen willst, stellst du 
den Oszillator (LO) deines Empfängers idealer Weise auf 603+465 = 1068 
kHz ein.
Falls nun im Bereich der Spiegelfrequenz (1068+465 =1533) ein starker 
Rundfunksender auf 1530kHz (170*9) arbeitet, so wird dessen Träger von 
deinem LO auf 462 kHz heruntergemischt und überlagert sich dort mit dem 
Träger des ersten Senders. Im Demodulator ergibt das dann ein 
permanentes Pfeifen mit 3kHz.
Die Tonhöhe dieses Pfeiftons reagiert sehr empfindlich auf Änderungen 
der Abstimmung, weil sich dabei die Mischfrequenzen in entgegengesetzter 
Weise verschieben. Schon eine Fehlabstimmung von 500 Hz reicht aus um 
diesen Pfeifton auf  2kHz oder 4kHz zu verschieben.

Weitere Quellen für Pfeifstörungen, also das, was du zum Empfang von CW 
brauchst, können z.B. durch Oszillatoroberwellen oder Nichtlinearitäten 
der Eingangsstufe entstehen.
Gast #4937158
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Hp M. schrieb:
> Das beantwortet aber nicht die Frage, weshalb man CW gelegentlich auch
> mit einem AM Radio brauchbar empfangen kann.

Aber das:

Nachtmix schrieb:
> An Stelle des BFO kommen auch andere Quellen in Frage, die den BFO
> eretzen können und zu hörbarem Pfeifen führen.
> Das können z.B. andere Träger sein, oder deren Oberwellen, wenn sie sich
> nur wenig von der Nutzfrequenz unterscheiden.
> [...]
> Weitere Quellen für Pfeifstörungen, also das, was du zum Empfang von CW
> brauchst, können z.B. durch Oszillatoroberwellen oder Nichtlinearitäten
> der Eingangsstufe entstehen.
Persönliche Seite #4937407
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Hallo Christoph.

Christoph K. schrieb:
> Ich meine, Marconis erste Transatlantikverbindung war auch tonlos.
> https://de.wikipedia.org/wiki/Guglielmo_Marconi#Transatlantische_Funkverbindung
>
> http://www.ieee.ca/millennium/radio/radio_differences.html
> Abschnitt Receiver Technology
> mit einem Kohärer empfangen

Weil man damals nicht akustisch "mithörte" sondern nur indirekt über den 
Kohäer auf einen Papierstreifen aufschrieb. ;O)
Eine Frequenzaufteilung kannte man noch nicht, die damaligen 
Knallfunkensender belegten komplette Frequenzbereiche.

Hätte man sie aber AM demoduliert, so hätte man ein im Rythmus der 
Morsezeichen auftauchendes knarrendes Geräusch gehört.

Insofern waren sie nicht "Tonlos". ;O)

Mit freundlichem Gruß: Bernd Wiebus alias dl1eic
http://www.l02.de

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