Forum: Offtopic Import aus den USA: DHL "vergisst" Verzollung trotz vollständiger Dokumentation


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von Peter M. (r2d3)


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Hallo Leute,

ich würde gerne wissen, ob DHL, nicht DHL-Express!, von mir aufgrund der 
Regelungen des Weltpostvereins? verpflichtet werden kann eine Sendung zu 
verzollen.

Folgender Fall:

Ich bestelle Drahtwiderstände in den USA für ca USD 100,-.
Der Verkäufer versendet die Ware als Einschreiben per US Postal Service.

Der Versender hat die Zollinhaltserklärung obendrauf geklebt und die 
Rechnung in einer Plastiktüte auf die Unterseite.

Im Feld "detaillierte Beschreibung" auf der Zollinhaltserklärung findet 
sich die Angabe "precision wire wound resistors" inklusive der 
zugehörigen HTSUS-Nummer.
Die Sendung enthält nur Widerstände, sonst nichts.

Nach meinem Verständnis und auch dem des Zollbeamten sind also alle 
Informationen vorhanden.

In Deutschland wird das Paket durch die Deutsche Post abgefertigt, 
vertreten durch DHL.

Trotzdem lädt mich DHL per Brief zur Abholung meiner Sendung beim Zoll 
ein.
Auf dem zweiten Blatt des Schreibens bietet DHL mir an, für EUR 28,50- 
die Verzollung für mich zu übernehmen - ein Schelm, wer böses dabei 
denkt!

Die 7-Tages-Abholfrist beginnt übrigens mit Versand des Schreibens zu 
laufen.

Gleichzeitig klebt auf dem Paket ein Aufkleber, dass die Sendung nur 
einem Zollamt zugestellt werden dürfe nebst Vermerk "Waren, die die 
Voraussetzungen des Artikel 9 und 10 des Vertrages zur Gründung der 
Europäischen Wirtschaftsgemeinschact nicht erfüllen".

Gerne würde ich DHL beim nächsten Mal zur kostenfreien Verzollung 
nötigen.
Habe ich eine Rechtsposition, die mir das erlaubt?

Oder muss ich wieder die Faust in der Tasche machen?

Angeblich habe DHL so viel zu tun, dass nur 70-80% der Pakete von ihnen 
kostenlos! verzollt werden könnten.
Aber für EUR 28,50- habe sie dann schon die nötigen Ressourcen für die 
Abwicklung.

: Bearbeitet durch User
Beitrag #4935949 wurde vom Autor gelöscht.
von Pandur S. (jetztnicht)


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Kostenlose Verzollung ... hihi. Wälz, lach. Wenn der Zoll etwas 
anschauen will, schaut er sich das an, und DHL muss die 
Zollvorzeigegebuehr abdruecken. Bei mir ist jedes Mal 
Zollvorzeigegebuehr drauf. Drueck die 30 Euro ab, und sei froh, nicht 
persoehnlich antanzen zu muessen.

von Maik .. (basteling)


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Früher kamen Sachen auch mal automatisch veruzollt bei mir an - in dne 
letzten Jahren musste ich fast immer zum Zollamt.

Hat sich da etwas grundsätzlich geändert?

von Joe F. (easylife)


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Für die Verzollung der von dir importierten Ware bist du selbst 
zuständig.
Genau wie für deine jährliche Steuererklärung. Die macht DHL auch nicht 
für dich.

von Old P. (Gast)


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Ich habe den genau anderen Fall: Ware aus Israel, DHL liefert auch bei 
mir ab und der DHL-Bote kommt mit der Nachricht: "bitte xyz,- Euro bar 
bezahlen".
Weder der Versender noch ich haben DHL mit der Zollabwicklung 
beauftragt.
Ärger hoch drei, da ich die xyz,- nicht bar im Hause hatte. DHL hatte es 
auch nicht nötig in den diversen Mails an mich darauf hinzuweisen.

Bei UPS völlig anders. Die fragen ob Zollabwicklung durch sie erfolgen 
soll und wenn ja, bekomm ich vorher schon mitgeteilt, was ich an Barem 
bereit halten muss.

Andererseits: 90% aller Lieferungen kommen ohne irgendeine Verzollung an 
(auch höherwertige) und wenn doch, muss ich zum Zollamt (25km Luftlinie)
Bis auf alle paar Jahre mal diese DHL-Eigenmächtigkeit (Dienstleistung 
ohne Auftrag)

Old-Papa

von Philipp C. (e61_phil) Benutzerseite


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Old P. schrieb:
> Bei UPS völlig anders. Die fragen ob Zollabwicklung durch sie erfolgen
> soll und wenn ja, bekomm ich vorher schon mitgeteilt, was ich an Barem
> bereit halten muss.

Das habe ich genau anders erlebt. Ich hätte es da auch gerne vom Zoll 
abgeholt, weil dies arbeitstechnisch viel praktischer gewesen wäre. War 
mit UPS da aber nicht möglich.
Wie viel es kosten wird usw war aber auch da vorher bekannt. (Gab noch 
ein wenig hin und her, weil ich es vorab überwiesen habe, aber lief dann 
alles).

von ● Des I. (Firma: FULL PALATINSK) (desinfector) Benutzerseite


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Old P. schrieb:
> DHL hatte es
> auch nicht nötig in den diversen Mails an mich darauf hinzuweisen.

dann könnte man -wenn man damit rechnen kann- auch selbst mal 
nachfragen:

hallo, wie is'?

von Old P. (Gast)


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● J-A V. schrieb:

> dann könnte man -wenn man damit rechnen kann- auch selbst mal
> nachfragen:
>
> hallo, wie is'?

Ja, wenn man damit rechnen kann! Konnte ich aber nicht. Hunderte 
andere DHL-Lieferungen kamen so (oder ich musste zum Zoll).

Old-papa

von ● Des I. (Firma: FULL PALATINSK) (desinfector) Benutzerseite


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gabs denn wenigstens einen erkennbaren Grund,
warum das eine nun anders gehändelt wurde?

oder generelle Änderung ab bestimmten Datums?

von Soul E. (souleye) Benutzerseite


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Old P. schrieb:

> Ich habe den genau anderen Fall: Ware aus Israel, DHL liefert auch bei
> mir ab und der DHL-Bote kommt mit der Nachricht: "bitte xyz,- Euro bar
> bezahlen".

Und das war wirklich DHL (Deutsche Bundespost Paketdienst), nicht DHL 
Express? Bei letzterem ist das üblich, der verzollt öfters ungefragt und 
lässt sich das ordentlich vergüten.


Deutsche Post DHL und DHL Express haben zwar ähnliche Buchstaben im 
Namen, sind aber weitgehend unabhängige Organisationen.

von Old P. (Gast)


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soul e. schrieb:
>
> Deutsche Post DHL und DHL Express haben zwar ähnliche Buchstaben im
> Namen, sind aber weitgehend unabhängige Organisationen.

Zumindest stand der gleich Bote wie immer am Gartentor.

Old-Papa

von Martin H. (martin_h185)


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Also ich war in den ganzen Jahren kein einziges Mal beim Zoll und hab da 
irgendwas abgeholt.

Das haben die einmal probiert und dann hab ich ihnen gesagt das ich kaum 
30 km wegen dem Kram durch die Gegend fahre, entweder es gibt eine 
Möglichkeit das per Telefon/E-Mail zu regeln oder sie schicken es 
meinetwegen zurück.
Von da an ging das dann recht einfach per E-Mail. Stell sich einer vor 
man fährt da hin und stellt dann mit dem Zollbeamten zusammen fest das 
die Zollabgaben unter die Kleinbetragsregelung fallen ... nenene

Problematisch sind Sendungen die nicht erst bis zum Zoll kommen sondern 
von irgendwelchen "Dienstleistern" abgefangen werden und die gegen 
Gebühr die Zollabwicklung übernehmen würden (das können auch mehr als 
28€ sein).
Aber normalerweise bieten die einem an das man sich selber drum kümmern 
kann, dann muss man die Zollabwicklung selber machen, das ist beim 
ersten Mal noch Hexenwerk danach gehts aber.

Die Fälle das ein Dienstleister vor der Tür steht und Geld möchte hatte 
ich auch schon. Da muss man dann halt abwägen ob einem die Ware wichtig 
genug ist um das zu zahlen.
Aber man hat normalerweise da auch die Möglichkeit zu sagen das man die 
Sendung nicht annimmt und sie die doch bitte zurück mit ins Lager nehmen 
sollen (NICHT sagen das sies zurück schicken sollen),
dann muss man sich halt per Telefon drum kümmern das man die 
Zollanmeldung selber machen möchte und dann geht das normalerweise zum 
zuständigen Zollamt und dann kann man da seine Zollanmeldung machen (ob 
man dann hin fährt oder das schriftlich macht muss man sich halt dann 
wieder überlegen). Hier besteht aber immer das Risiko das die Sendung 
irgendwie verschwindet oder doch ganz zurück geht.

Prinzipell glaube ich nicht das du DHL zu einer kostenlosen Abwicklung 
nötigen kannst, ich glaube aber auch nicht das DHL überhaupt 
irgendwelche Sendungen kostenlos abwickelt.
Weil weder FedEx noch UPS noch sonst irgendwer macht das kostenlos, also 
warum sollte das DHL machen?

: Bearbeitet durch User
von Peter M. (r2d3)


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Old P. schrieb:
> Ich habe den genau anderen Fall: Ware aus Israel, DHL liefert auch bei
> mir ab und der DHL-Bote kommt mit der Nachricht: "bitte xyz,- Euro bar
> bezahlen".
> Weder der Versender noch ich haben DHL mit der Zollabwicklung
> beauftragt.
> Ärger hoch drei, da ich die xyz,- nicht bar im Hause hatte. DHL hatte es
> auch nicht nötig in den diversen Mails an mich darauf hinzuweisen.

Ich sehe da kein Problem. Im Zweifelsfall muss der DHL-Bote wieder 
abrücken und Du holst Deine Sendung beim nächsten Postamt ab.
Das ist in meinem Fall viel näher als der Zoll.

>
> Bei UPS völlig anders. Die fragen ob Zollabwicklung durch sie erfolgen
> soll und wenn ja, bekomm ich vorher schon mitgeteilt, was ich an Barem
> bereit halten muss.

Das ist mit Verstand gemacht. Allerdings ist UPS auch ein Spediteur.

>
> Andererseits: 90% aller Lieferungen kommen ohne irgendeine Verzollung an

:)

> (auch höherwertige) und wenn doch, muss ich zum Zollamt (25km Luftlinie)
> Bis auf alle paar Jahre mal diese DHL-Eigenmächtigkeit (Dienstleistung
> ohne Auftrag)

Solange Du dafür nicht bezahlen musst, sparst Du Dir doch die Tour zum 
Zoll?!

Philipp C. schrieb:
> Das habe ich genau anders erlebt. Ich hätte es da auch gerne vom Zoll
> abgeholt, weil dies arbeitstechnisch viel praktischer gewesen wäre. War
> mit UPS da aber nicht möglich.
> Wie viel es kosten wird usw war aber auch da vorher bekannt. (Gab noch
> ein wenig hin und her, weil ich es vorab überwiesen habe, aber lief dann
> alles).

Ich frag' die Truppe bei der nächsten Abholung. Vielleicht kann man das 
erzwingen.

Martin H. schrieb:
> Also ich war in den ganzen Jahren kein einziges Mal beim Zoll und hab da
> irgendwas abgeholt.
>
> Das haben die einmal probiert und dann hab ich ihnen gesagt das ich kaum
> 30 km wegen dem Kram durch die Gegend fahre, entweder es gibt eine
> Möglichkeit das per Telefon/E-Mail zu regeln oder sie schicken es
> meinetwegen zurück.
> Von da an ging das dann recht einfach per E-Mail. Stell sich einer vor
> man fährt da hin und stellt dann mit dem Zollbeamten zusammen fest das
> die Zollabgaben unter die Kleinbetragsregelung fallen ... nenene

Verzollst Du elektronisch?
Wartet Deine Sendung so lange beim Zoll?

Martin H. schrieb:
> wieder überlegen). Hier besteht aber immer das Risiko das die Sendung
> irgendwie verschwindet oder doch ganz zurück geht.

Ja, siehe Fristsetzung durch DHL/Zoll in meinem Ausgangsbeitrag.

Martin H. schrieb:
> Prinzipell glaube ich nicht das du DHL zu einer kostenlosen Abwicklung
> nötigen kannst, ich glaube aber auch nicht das DHL überhaupt
> irgendwelche Sendungen kostenlos abwickelt.
> Weil weder FedEx noch UPS noch sonst irgendwer macht das kostenlos, also
> warum sollte das DHL machen?

Na, weil DHL dafür von USPS beauftragt wird.
Hast Du noch nie Einfuhrumsatzsteuer/Zoll kostenfrei bei der Post 
nachgezahlt?
FedEx und UPS kannst Du mit DHL nicht vergleichen. Die ersteren beiden 
sind Spediteure.

von ● Des I. (Firma: FULL PALATINSK) (desinfector) Benutzerseite


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für meine Heimadresse müsste ich auch 30km zum zuständigen  Zollamt 
fahren.
für die Arbeit (ein anderer Kreis) liegt das aber 500m um die Ecke.

-wo lasse ich den Kram wohl hin schicken...?

Ich gebe als Adresse halt nicht die Firma mit an,
so sieht es dann so aus als wohnte ich da.

gut, in einer 100Mann-Firma kannst das natürlich
eher mal machen als im Konzern.
klappt, es ist bisher immer alles angekommen.

Heisst aber auch:
so intellent sind "die Systeme" also noch nicht.
Ich erwarte aber jedes mal dass es heisst:

"Nee wieso dort sind Sie doch garnicht gemeldet"

: Bearbeitet durch User
von Martin H. (martin_h185)


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Peter M. schrieb:
> Verzollst Du elektronisch?
> Wartet Deine Sendung so lange beim Zoll?

Jein, wird online ausgefüllt und dann ausgedruckt zum Zollamt geschickt.
Ja, aber du musst dem Dienstleister mitteilen das du selber verzollen 
möchtest (dann geben die die Sendung an den Zoll weiter)

Peter M. schrieb:
> Ja, siehe Fristsetzung durch DHL/Zoll in meinem Ausgangsbeitrag.

Wobei ich eigentlich den Prozess beim Dienstleister meinte, weil wenn 
der Fahrer schon "nixsprechedeutsch" dann kanns dir halt passieren das 
die Sendung schon aufm Weg zurück zum Absender und nicht ins Lager bzw. 
zum Zoll

Peter M. schrieb:
> Na, weil DHL dafür von USPS beauftragt wird.
> Hast Du noch nie Einfuhrumsatzsteuer/Zoll kostenfrei bei der Post
> nachgezahlt?
> FedEx und UPS kannst Du mit DHL nicht vergleichen. Die ersteren beiden
> sind Spediteure.

Doch, aber das waren nie DHL Sendungen, sondern Brief/Post Sendungen.
Und bei denen Sachen weiß ich nicht genau wer den Zollwert bestimmt, ich 
denke eher der Zoll als die Post (die treibt das ja nur ein). Weil da 
sind ja Postmitarbeiter und Zöllner gemeinsam beteiligt (Postler ist ja 
nur dazu da um die Sendung zu öffnen, das darf der Zöllner ja nicht)

: Bearbeitet durch User
von Uhu U. (uhu)


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● J-A V. schrieb:
> so intellent sind "die Systeme" also noch nicht.

Was erwartest du von einem Zollamt???

von ● Des I. (Firma: FULL PALATINSK) (desinfector) Benutzerseite


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ich erwarte in beiden Richtungen die selbe Vernetztheit.

wenn "das Amt" aber mal was von Dir will,
sieht das plötzlich ganz anders aus, wetten?

von Harald W. (wilhelms)


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Peter M. schrieb:

> ich würde gerne wissen, ob DHL, nicht DHL-Express!, von mir aufgrund der
> Regelungen des Weltpostvereins? verpflichtet werden kann eine Sendung zu
> verzollen...

Leicht OT: Kann man bei solchen Sendungen nicht gleich die Postadresse
des zuständigen Zollamts als Versandadresse angeben? Für mich wäre die
Abholung beim Zollamt nicht aufwändiger als die Abholung bei der Post.

von Uhu U. (uhu)


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● J-A V. schrieb:
> wenn "das Amt" aber mal was von Dir will,
> sieht das plötzlich ganz anders aus, wetten?

Quod licet Iovi, non licet bovi

von Anja Zoe C. (zoe)


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Warum schreibt Ihr bei der Adresse nicht einfach mit dazu: 
"SELBSTVERZOLLER".

Damit ist klar, daß weder DHL, UPS noch sonstwer den Auftrag hat, für 
Euch die Verzollung durchzuführen.

Zoe

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