Chapeau Mega328PB: Du bist ein Überlebenskünstler!

Gast #4936585
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Blöderweise 12V->RV->LED->PIND3 angeschlossen und die Leuchtdiode 
leuchtet trotz Inputmode grell auf (geplant ist am Pin zusätzlich 
Masseerkennung eines externen Signals über internen Pullup und eben 
dieser LED-Anzeige). Nachgemessen: ca. 10V am Pin anliegend. Mist. Oder 
auch nicht: Der AVR arbeitet nach Fehlerbeseitigung (hab nen BS170 
zwischengeklemmt) fröhlich weiter und selbst der Pin D3 funktioniert 
tadellos. Das nenn ich robuste Technik!
Gast #4936649
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Rainer schrieb:

> (...) Der AVR arbeitet nach Fehlerbeseitigung (hab nen BS170
> zwischengeklemmt) fröhlich weiter und selbst der Pin D3 funktioniert
> tadellos. Das nenn ich robuste Technik!

Solange Du den spezifizierten Injection Current durch die ESD-Diode 
nicht überschreitest, ist das ein zulässiger Betriebsfall.

Wenn Du den erlaubten Injection Current moderat überschreitest, leidet 
die Genauigkeit des AD-Wandlers. Danach fallen einzelne Peripherieblöcke 
im Bereich des betroffenen Pins aus. Der Zustand ist reversibel, die 
ESD-Diode kann jedoch geschädigt werden. In diesem Fall zieht der 
betroffene Pin mehr Leckstrom.

Wenn Du den erlaubten Injection Current deutlich überschreitest, brennt 
die ESD-Diode durch. Danach ist entweder der Pin oder der ganze 
Controller hinüber.
Gast #4936654
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Praktiker schrieb:
> Weit oberhalb der Spezifikation - also doch eine schöne Leistung wenn
> tatsächlich alles heil geblieben ist.

Das ist normal.
Grund ist ESD Schutzbeschaltung.

Solange das Ding thermisch nicht überlastet wird (dass das nicht 
passiert, dafür sorgt RV), wird gar nichts passieren. Das kannst du mit 
einem beliebiegen modernen Logikgatter überprüfen.

Was der µC in einem solchen Fall dann genau tut, steht auf einem anderen 
Blatt. Das ist dann der Unteschied zwischen recommendet operating 
conditions <> maximum Ratings.
Gast #4936680
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Ich habe so ähnlich einen 328 gekillt. Habe eine Verbindung auf dem 
Breadboard falsch gesteckt. Da ich einen 0-10V Ausgang aufgebaut hatte, 
liefen dann 12V an einem Pin auf. Weiß nicht mehr, ob der Pin, oder der 
Controller tot war. Blöderweise so ein ganz kleiner, fest aufgelöteter 
Controller auf einem UNO R3
Gast #4936746
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Ich hab hier noch nen Mega8 rumliegen dem ich auf die Weise einen der 
Programmierpins zerstört habe.

Er macht 10kHz PWM sobald an einem Pin Spannung anliegt. Habs mit nem 
Zettel draufgeschrieben falls ich genau diese Funktionalität mal 
benötigen sollte.
#4936756
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soul e. schrieb:
> Solange Du den spezifizierten Injection Current durch die ESD-Diode
> nicht überschreitest, ist das ein zulässiger Betriebsfall.

Nur wenn die ESD-Schaltung gegen eine separate interne Klemmschaltung 
läuft, wie es bei 3V-µCs mit TTL kompatiblen Eingängen sein kann. Nicht 
so ganz aber, wenn die Diode ganz normal gegen Vcc ableitet und der µC 
angesichts gemessener 10V am Pin mit >9V arbeitet.
Gast #4936816
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A. K. schrieb:

> soul e. schrieb:
>> Solange Du den spezifizierten Injection Current durch die ESD-Diode
>> nicht überschreitest, ist das ein zulässiger Betriebsfall.
>
> Nur wenn die ESD-Schaltung gegen eine separate interne Klemmschaltung
> läuft, wie es bei 3V-µCs mit TTL kompatiblen Eingängen sein kann. Nicht
> so ganz aber, wenn die Diode ganz normal gegen Vcc ableitet und der µC
> angesichts gemessener 10V am Pin mit >9V arbeitet.

Ich habe noch keinen Controller gesehen, bei dem der Hersteller in 
seinem Datenblatt Ströme durch die ESD-Dioden zulässt, die größer sind 
als die Stromaufnahme des Controllers an der VDD im Normalbetrieb. 
Insofern dürfte dieser Fall eher akademischer Natur sein.

In der Regel kannst Du davon ausgehen: wenn ein Injection Current in der 
Lage ist, die VDD des Controllers anzuheben, dann liegt er oberhalb des 
spezifiziert zulässigen Bereiches.


Ein paar Hausnummern für einen Renesas R8C:

Zulässiger Strom vom Portpin in die VDD
a) ohne Beeinflussung des ADC: 200 µA
b) bei einem zusätzlichen Wandlungsfehler von 0,4%: 2 mA

Zerstörung der ESD-Diode tritt ein irgendwo über 50 mA

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