Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik Schwingkreis aus OpAmp speisen?


von Timmy (Gast)


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Hallo,

ich möchte gerne einen passiven LC Schwingkreis hoher Güte mit einem 
OpAmp speisen. Die Ausgangsspannung Vpp beträgt 100mV. Nun kann ich 
nicht einfach den Ausgang des OpAmps an den Schwingkreis klemmen, da er 
die rücklaufende Schwingung einfach ableiten würde.

Wie macht man das normalerweise?

Eine Diode würde bei einem Ausgangspegel von 100mV nicht funktionieren.

Ein Widerstand würde wiederum die Güte ruinieren.

von Joe F. (easylife)


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Ohne Stromlaufplan schwer zu verstehen.
Wenn der Schwingkreis passiv ist, ist er doch vermutlich ein Teil eines 
Filters und wird durch das Signal gespeist.
Wenn er dauerhaft schwingen soll, spricht vermutlich nichts dagegen 
einen aktiven Schwingkreis unter Einbeziehung des OpAmps daraus zu 
machen.

: Bearbeitet durch User
von Timmy (Gast)


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Es ist eher eine Grundlagenfrage, ob man überhaupt irgendwie den Ausgang 
eines OpAmps an einen Schwingkreis koppeln kann, ohne dass der 
Schwingkreis wiederum auf den OpAmp rückkoppelt. Wahrscheinlich geht das 
nur mit InAmps?

von Possetitjel (Gast)


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Timmy schrieb:

> Wie macht man das normalerweise?

Man zapft den Schwingkreis an.

von Helmut L. (helmi1)


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Timmy schrieb:
> Wie macht man das normalerweise?

Anpassen des Schwingkreises wird normalereweise durch eine Anzapfung des 
Schwingkreises hergestellt. Man teilt einweder die induktivitaet oder 
die kapazitaet auf.

                 +--------+
                 |        |
                 C2       |
                 |        |
vom OP ---R------+        L
                 |        |
                C1        |
                 |        |
                 GND      GND

Gesammtkapazitaet:     Cges = C1*C2/(C1+C2)

Resonanzfrequenz:      F = 1/(sqrt(L*Cges)  2  PI)

Bedaempfung des Schwinkreises durch den R

Rsch = R * (1+C1/C2)^2

Der Ausgangswiderstand R wird durch das Verhaeltnis von (1+C1/C2)^2 
hochtransformiert.

z.B.   R = 100 Ohm    C1=100pf C2 = 100pf

ergibt 1+100/100 = 2  zum Quadrat = 4

Also belastet der R den Schwingkreis nur noch mit 400Ohm
Dadurch steigt dann die Guete des Kreise an.

Genauso kann man auch L aufteilen
Die Spannung am Kreis ist dabei dann groesser.

von Helmut L. (helmi1)


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Die andere Methode ist durch ein kleines C einzukoppeln.


OP----R-----C1-------+-------+
                     |       |
                     C2      L
                     |       |
                     GND     GND

Wobei dann C1 << C2 sein muss.

Zur belastung kann man dann die Reihenschaltung aus R + C1 in eine 
aequivalente Parallelschaltung umrechnen.
Das dabei berechnente Cp veraendert die Resonanzfrequenz des Kreises und 
das babei berechnte Rp bedaempft den Kreis. Je kleiner C1 dabei wird 
umso hochohmiger wird dabei dann Rp.

von Timmy (Gast)


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Danke. Ich probier die Sachen mal aus.

von Bernd K. (prof7bit)


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Ein Parrallelschwinkreis ist hochohmig
Ein OpAmp-Ausgang ist niederohmig weil er eine Spanungsquelle ist.

Du musst also die Impedanz anpassen.

Du könntest z.B mit dem OpAmp eine Schaltung bauen die als Stromquelle 
fungiert, eine Stromquelle ist per Definition extrem hochohmig, daran 
könntest Du den Schwingreis direkt anschließen ohne Gefahr zu laufen ihn 
zu bedämpfen und damit Güte zu verlieren.

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