Umrüstung Säge und Fräse von 380 auf 220

OP #4951994
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Grüßgott die Damen und Herren,

brauche Eure Hilfe.

Hab eine Säge günstig bekommen, leider läuft die derzeit mit 380V.
Auf dem Typenschild geht hervor, dass man die auch mit 230V betreiben 
kann.

Hab das schon mal gemacht mit dem Plättchen bei einem anderen Motor,das 
war eindeutig.
Hier ist es nicht so ersichtlich wo ich ranfahren muss mit dem 
Wechselstrom und was ich überbrücken soll. und genau hier brauche ich 
kurze Anweisung.
Als Anlage ein Bild.

Leistungsminderung ist mir egal.
Risiken und Gefahren sind bekannt usw.

Gruss und Dank im voraus
Sepp
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#4951999
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Andre M. schrieb:
> Hab eine Säge günstig bekommen, leider läuft die derzeit mit 380V.
> Auf dem Typenschild geht hervor, dass man die auch mit 230V betreiben
> kann.

Durch umstellen von Stern auf Dreieck ist es möglich diese Säge am 
amerikanischen Drehstromnetz zu betreiben, das bedeutet nicht das Du sie 
am deutschen 230v~ Netz einphasig betreiben kannst. Leg Dir Drehstrom in 
die Werkstatt oder kauf Dir einen Umrichter der 230v~ 1ph in 230V~ 3ph 
umsetzt dann kannst Du den Motor.
#4952004
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Andre M. schrieb:

> Hab eine Säge günstig bekommen, leider läuft die derzeit mit 380V.
> Auf dem Typenschild geht hervor, dass man die auch mit 230V betreiben
> kann.

Zeig mal das Typenschild.
Normalerweise sind da dann 230V Drehstrom gemeint. Die beste Lösung
wäre dann ein Freqenzumrichter. Theoretisch ginge auch ein Konden-
sator, aber gerade bei technischen Maschinen ist der starke Lei-
stungsverlust sehr störend.
Gast #4952007
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Andre M. schrieb:
> Grüßgott die Damen und Herren,
>
> brauche Eure Hilfe.
>
> Hab eine Säge günstig bekommen, leider läuft die derzeit mit 380V.
> Auf dem Typenschild geht hervor, dass man die auch mit 230V betreiben
> kann.

Ja, doch es ist ein weit verbreiteter Irrglaube, das 230V "Lichtstrom" 
damit gemeint ist. Es geht dabei um 230V Drehstrom! In old-Germany wohl 
nirgends mehr anzutreffen.

> Hab das schon mal gemacht mit dem Plättchen bei einem anderen Motor,das
> war eindeutig.

Um Himmels Willen, lass das!

> Hier ist es nicht so ersichtlich wo ich ranfahren muss mit dem
> Wechselstrom und was ich überbrücken soll. und genau hier brauche ich
> kurze Anweisung.
> Als Anlage ein Bild.

Im Bild sind 5 Leitungen zu sehen, ich vermute, er hat noch eine Bremse.

> Leistungsminderung ist mir egal.
> Risiken und Gefahren sind bekannt usw.

Es geht durchaus mit zusätzlichen Kondensatoren, das wird bei einem 
großen Motor aber schon happig.
Besser ist ein Frequenzumrichter (FU) für 230V 1 Phase auf 230V 3 
Phasen.
Allerdings muss die 230V-Zuleitung schon einiges leisten können.

Old-Papa
Gast #4952022
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Andre M. schrieb:
> Bei uns in Italien kostet der 380V Anschluss extrem viel.
> Das mit dem Frequenzumrichter geht meiner Meinung auch nicht, denn der
> Motor braucht 4KW und bei uns stehen nur 3,kw zu Verfügung.
> :-(

Tja, dann musst Du bezahlen oder das Projekt beerdigen!
Oder einen richtigen 230V-Motor (für 1 Phase plus Anlaufkondensator) 
einbauen. Kostet auch einiges und der Motor wird schwer zu bekommen 
sein. Unter 2-3kW wird die Fräse verrecken.
Physik lässt sich nicht überlisten....

Old-Papa
#4952027
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Andre M. schrieb:
> Das mit dem Frequenzumrichter geht meiner Meinung auch nicht, denn der
> Motor braucht 4KW und bei uns stehen nur 3,kw zu Verfügung.

Warum soll das dann nicht gehen ? Dir war Leistungsminderung egal.

Andre M. schrieb:
> Leistungsminderung ist mir egal

Ausserdem bringt der Motor die 4kw nur bei 40% Einschaltdauer. Es ist 
also sowieso sinnvoll, ihn mit etwas weniger Strom zu betreiben. Der FU 
ist schon die richtige Methode. Zudem bekommst du auf die Art eine 
Drehzahlregelung dazu, und einen Überlastschutz (wenn du ihn richtig 
einstellst).
Gast #4952036
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Michael B. schrieb:
>
> Warum soll das dann nicht gehen ? Dir war Leistungsminderung egal.

Naja, um 2-3 kW 3-phasig an den Motor zu bekommen, schluckt der FU auch 
gut das Doppelte aus einer Phase! Wenn nur 3,xkW zur Verfügung stehen, 
betreibt man max einen 1,5kW- Motor damit.


> Ausserdem bringt der Motor die 4kw nur bei 40% Einschaltdauer. Es ist
> also sowieso sinnvoll, ihn mit etwas weniger Strom zu betreiben.

Den Strom kannst Du ja kaum beeinflussen, die Einschaltdauer schon ;-)

Der FU
> ist schon die richtige Methode. Zudem bekommst du auf die Art eine
> Drehzahlregelung dazu, und einen Überlastschutz (wenn du ihn richtig
> einstellst).

DER Hauptgrund, warum ich überall FUs einsetze.

Old-Papa
Gast #4952052
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Steinmetz macht man bei 4kW nicht mehr. Das ist im 1kW Bereich schon 
stellenweise fragwürdig. Allein der Anlaufstrom.

FU einsetzen, am besten Elektriker fragen welche Maximalleistung der 
haben darf.

Bei seltenem Betrieb kannst du den Motor auch an nem 3ph Stromerzeuger 
betreiben, kostet dann halt ein paar Liter Sprit im Jahr.

Oder du kaufst dir 5-leiter NYM Kabel und legst Drehstrom. Ist jetzt 
auch nicht irre viel Arbeit.
OP #4952060
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Danke an alle, Ihr seid echt nette Leute!

Ich fasse zusammen:

Die Maschine werde ich nicht oft brauchen.
Da ich aber mehrere Maschinen mit 380V habe wäre das mit dem FU ideal.

Ist das So ein Kästchen das ich bei 230V reinstecke und auf der anderen 
Seite kommen dann die 380V raus, zudem kann ich die Leistung regeln.
Ich muss nichtmal einen anderen Stecker kaufen.
Den FU kann ich dann immer an die Maschine ranstecken die ich grad 
brauche.

Super! Aus der Not eine Tugend gemacht.

Wo gibt es sowas gebraucht, hat das einen Namen?
Hast Du sowas Old-Papa?
Gast #4952065
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THOR schrieb:
> Oder du kaufst dir 5-leiter NYM Kabel und legst Drehstrom. Ist jetzt
> auch nicht irre viel Arbeit.

In Italien scheinbar schon. Aber mir kommt das ganze sowieso spanisch 
vor. Warum kauft man einen 4 kW Motor von all seinem Geld, wenn nur 3,x 
kW zur Verfügung stehen?

Für Lösungen zum Betrieb (Notstrom  FU  Drehstrom) fehlt doch 
vermutlich eh das Geld, also was soll das ganze? Darüber hätte man sich 
vorher Gedanken machen sollen!

Vermutlich eh nur ein Troll...
Gast #4952103
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HaJo Mücke schrieb:
> hinz schrieb:
>> Nein, 230V Wechselstrom rein, 230V Drehstrom raus. Für 380V Drehstrom
>> bräuchte man noch zusätzlich einen Drehstromtrafo.
>
> Und was hat man dann so zwischen den Phasen für Spannungen bei 120 Grad
> Versatz?

230V natürlich, sonst würde man es nicht 230V Drehstrom nennen.
Beitrag #4952108 wurde von einem Moderator gelöscht.
#4952110
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Old P. schrieb:
> Naja, um 2-3 kW 3-phasig an den Motor zu bekommen, schluckt der FU auch
> gut das Doppelte aus einer Phase!

Nö.  Wohin sollte denn der mit der restlichen Leistung ? So ein FU hat 
keine Wasserkühlung und ist nicht so gross um 2-3kW Verlustwärme 
loszubringen. Sein Wirkunsggrad liegt durchaus bei 90%.

Allerdings muss der FU nach dem Strom ausgelegt werden, also der 
Leistung/CosPhi.

Andre M. schrieb:
> Da ich aber mehrere Maschinen mit 380V habe

Ich dachte, du hast keinen Drehstrom. Alles Dekorationsobjekte ?

> wäre das mit dem FU ideal.
> Ist das So ein Kästchen das ich bei 230V reinstecke und auf der anderen
> Seite kommen dann die 380V raus, zudem kann ich die Leistung regeln.
> Ich muss nichtmal einen anderen Stecker kaufen.
> Den FU kann ich dann immer an die Maschine ranstecken die ich grad
> brauche.

Allerdings muss du den FU dann von Maschine zu Maschine 
umparametrisieren.
Etwas aufwändiger als umstecken ist es also schon.

Die meisten 230V~ FU gehen aber nur bis 2.2kW, 10A. Du brauchst 11A. Es 
kann also etwas Sucherei sein (der Hersteller baut so etwas ungern weil 
an 230V die Siebelkos groiss werden und er eine  PFC haben muss, also 
Aufwand und Kosten).

Dieser hier
http://www.ebay.de/itm/Siemens-Sinamics-V20-6SL3210-5BB23-0AV0-Frequenzumrichter-3kW-230V-Top-Zustand-/201840461110
ist einer der wenigen. Durchaus auch einer der teureren. Vielleicht 
findest du einen billigeren der das auch kann. Zu den ganz billigen 
gehören sie aber aus oben genannten Gründen nicht.
Gast #4952331
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Michael B. schrieb:
> Old P. schrieb:
>> Naja, um 2-3 kW 3-phasig an den Motor zu bekommen, schluckt der FU auch
>> gut das Doppelte aus einer Phase!
>
> Nö.  Wohin sollte denn der mit der restlichen Leistung ? So ein FU hat
> keine Wasserkühlung und ist nicht so gross um 2-3kW Verlustwärme
> loszubringen. Sein Wirkunsggrad liegt durchaus bei 90%.

Ok, nicht ganz das Doppelte, aber knapp. (s. Beispiel eines 
Mitsubishi-FUs)
Ist ja auch verständlich, wenn der FU in der gleichen Zeit zwei Phasen 
mehr mit Strom versorgen soll.

> Allerdings muss du den FU dann von Maschine zu Maschine
> umparametrisieren.
> Etwas aufwändiger als umstecken ist es also schon.

Allerdings! Genau darum habe auch ich solche Ideen ganz schnell 
aufgegeben.

> Die meisten 230V~ FU gehen aber nur bis 2.2kW, 10A. Du brauchst 11A. Es
> kann also etwas Sucherei sein (der Hersteller baut so etwas ungern weil
> an 230V die Siebelkos groiss werden und er eine  PFC haben muss, also
> Aufwand und Kosten).

Mein Yaskawa kann bis zu 4kW Motorleistung, ich habe an diesem 2,2kW 
dran.(s. Foto)
Es gibt noch größere, auch für 230V, doch dafür muss der Kollege nun 
wirklich einen Elektriker mit dickem Kabel bemühen, dann kann er auch 
gleich Drehstrom legen lassen.

Old-Papa
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Gast #4952725
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>>>Naja, um 2-3 kW 3-phasig an den Motor zu bekommen, schluckt der FU auch
>>> gut das Doppelte aus einer Phase!

>> Nö.  Wohin sollte denn der mit der restlichen Leistung ? So ein FU hat
>> keine Wasserkühlung und ist nicht so gross um 2-3kW Verlustwärme
>> loszubringen. Sein Wirkunsggrad liegt durchaus bei 90%.

>Ok, nicht ganz das Doppelte, aber knapp. (s. Beispiel eines
>Mitsubishi-FUs)

>Ist ja auch verständlich, wenn der FU in der gleichen Zeit zwei Phasen
>mehr mit Strom versorgen soll.

Nein, wenn du die 3-Phasen-Version eines FR-E700 030 mit der einphasigen 
vergleichst, sieht das nicht besser aus.

Ein Asynchronmotor der 0,4 kW (mechanisch) liefert zieht 0,4 kW/Schlupf 
am Wirkleistung und zusätzlich Blindleistung.
Der Scheinleistungsbedarf einer ASM kann erheblich größer sein als die 
abgegebene mech. Leistung, die FUs müssen die Scheinleistung liefern 
können. Bei Lastwechseln kann der Scheinleistungsbedarf einer ASM noch 
deutlich höher liegen als im stationären Betrieb.

Bei 3 A Ausgangsstrom liefert ein E700 030 bis zu 3 A  x 240 V x sqrt(3) 
= 1,25 kVA; die Eingangsnennleistung liegt bei 1,5 kVA.

http://epa.de/download/de/04_Betriebsanleitungen/04.02_Antriebe/04.02.01_Frequenzumrichter/04.02.01.02_Mitsubishi/Mitsubishi_FR-E700_Betriebsanleitung.pdf

Seiten 499, 500

LEler
Gast #4952743
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Old P. schrieb:
> Ja, doch es ist ein weit verbreiteter Irrglaube, das 230V "Lichtstrom"
> damit gemeint ist. Es geht dabei um 230V Drehstrom! In old-Germany wohl
> nirgends mehr anzutreffen.

Kommt darauf an ob man bei Sternschaltung den Sternpunkt mit Null 
verbindet oder nicht. Legt man den Sternpunkt auf Null dann hat man 
schon 3x 230V gegen Null. Phase zu Phase ist natürlich 380V.
#4952749
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Zeno schrieb:
> Kommt darauf an ob man bei Sternschaltung den Sternpunkt mit Null
> verbindet oder nicht. Legt man den Sternpunkt auf Null dann hat man
> schon 3x 230V gegen Null. Phase zu Phase ist natürlich 380V.

Das ist bei der Spannungsangabe auf dem Typenschild nicht gemeint, die 
Spannungsangabe bezieht sich auf die Spannung zwischen zwei Phasen, und 
es ist weder nötig noch üblich den Sternpunkt it Null zu verbinden.

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