Hallo, mir ist die Ionenbindung und die Elektronenpaarbindung ein Begriff, jedoch frage ich mich ob es eine Rangfolge gibt nach der die Elemente binden. Was passiert wenn ich: Na(1+) Cu(2+) SO4(2-) und Cl(1-) miteinander reagieren lassen? Ich würde ja sagen dass NaCl und CuSO4 entsteht, aber ist das auch wirklich so? Kann nicht auch Na2SO4 und CuCl2 entstehen? Schon mal vielen Dank im Voraus!
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Hi, da passiert überhaupt nichts. Die Ionen schwimmen alle in der Lösung herum und das war es. Das Wasser trennt die Ionen (Stichwort: Hydrathülle). Interessant wird es erst, wenn Du die Lösung einmdampfst. Dann wird das Salz mit dem kleinsten Löslichkeitsprodukt zuerst ausfallen. Es stehen also zur Auswahl: Na2SO4 NaCl CuSO4 CuCl2 jetzt die Werte aus einer Tabelle rauszusuchen bin ich aber zu faul. Gruß Andreas
Daniel W. schrieb im Beitrag #4959165: > Für Na2SO4 und CuCl2 hätte man eine resultierende Oxidationszahl = +1 > bzw. -1, welches dem Ausgleichsbestreben entgegensteht Hallo Daniel, bitte erläutere den "Rechenweg" wie ich bei Na2SO4 auf eine Oxidationszahl von +1 komme. Meines Wissens nach hat: Na (+1) S (+6) O (-2) Wäre dann wenn ich alles aufaddiere: Na +1 Na +1 S +6 O -2 O -2 O -2 O -2 == 0 Danke! Andreas B. schrieb: > da passiert überhaupt nichts. > Die Ionen schwimmen alle in der Lösung herum und das war es. Das Wasser > trennt die Ionen (Stichwort: Hydrathülle). > Interessant wird es erst, wenn Du die Lösung einmdampfst. Dann wird das > Salz mit dem kleinsten Löslichkeitsprodukt zuerst ausfallen. > Es stehen also zur Auswahl: > Na2SO4 > NaCl > CuSO4 > CuCl2 > jetzt die Werte aus einer Tabelle rauszusuchen bin ich aber zu faul. Hallo Andreas, sehr interessant! Von Wikipedia habe ich diese Werte: >> CuCl2 Löslichkeit: 620 g·l-1 (20 °C) in Wasser >> Natriumchlorid NaCl Löslichkeit: gut in Wasser (358 g·l-1 bei 20 °C) >> Kupfersulfat CuSO4 leicht in Wasser: 203 g·l-1 bei 20 °C (wasserfrei), >> 317 g·l-1 bei 20 °C (Pentahydrat) >> Natriumsulfat Na2SO4 Löslichkeit: gut in Wasser (170 g·l-1, bei 20 °C) 1. Würde dann bedeuten dass Natriumsulfat mit der geringsten Löslichkeit zuerst kristallisiert, richtig? 2. Würde das doch ebenfalls bedeuten dass sobald alle Bausteine kristallisiert sind, aus denen Natriumsulfat werden kann, danach Kupfersulfat kristallisiert, richtig? Danke!
Feadi F. schrieb: > > 2. Würde das doch ebenfalls bedeuten dass sobald alle Bausteine > kristallisiert sind, aus denen Natriumsulfat werden kann, danach > Kupfersulfat kristallisiert, richtig? > Jain. Das hängt von der Konzentration ab. In dem Moment, wo ein Salz auskristallisiert, ändern sich ja wieder die Konzentrattionen der Ionen in der Lösung. Es werden sich also Übergänge ausbilden, wo sich Mischkristalle bilden. Wenn Du damit eine Trennung erreichen willst (da wird durchaus so gemacht, aber nicht an diesem Beispiel) dann müssen die Löslichkeitsprodukte sich Größenordnungsmäßig unterscheiden. Ich spreche auch von Löslichkeitsprodukt, nicht von Löslichkeit. Das ist nicht ganz das Gleiche. Die Löslichkeit geht von einem reinen Salz in der Lösung aus und wird als Konzentration angegeben. Das Löslichkeitsprodukt berücksichtigt die beteiligten Ionen und wird als Produkt der Ionenkonzentrationen angegeben. Schau mal ins Wikipedia. Vergiss die Oxidationszahlen. Das ist nur für Redoxreaktionen interessant. Dort rechnet man auch die Oxidationszahl aller Elemente aus, sondern nur die der Ionen, die auch an der Redoxreaktion beteiligt sind. D.h. man stellt zuallererst mal eine Redoxgleichung auf. Aber das ist wieder ein anderes Thema.... Gruß Andreas
Beitrag #4959715 wurde von einem Moderator gelöscht.
Trifft hier aber nicht zu, zumal der TO mit dem obigen erst einmal genug beschäftigt sein dürfte. ;-) Gruß Andreas
Hallo Andreas, schau hier mal bitte drüber: Kochsalz (NaCl) hat ein Molgewicht von 58,44 g/mol und eine Löslichkeit von 358 g/l. Macht eine Konzentration von 6,126 mol/l und ein Löslichkeitsprodukt von 37,529 mol²/l² (quadrat). Natriumsulfat (Na2SO4) hat ein Molgewicht von 142,04 g/mol und eine Löslichkeit von 170 g/l. Macht eine Konzentration von 1,197 mol/l und ein Löslichkeitsprodukt von 6,858 mol³/l³ (kubik). Habe ich die Löslichkeitsprodukte richtig gerechnet? Ich bin hier nun überfragt, weil das eine Löslichkeitsprodukt in mol^2/l^2 vorliegt und das andere in mol^3/l^3. Wie kann ich die vergleichen?
Hi, NaCl stimmt, nur nicht die Rechnung für N2SO4: Es liegen hier 1,197 mol/l SO4 vor, sowie 2,394 mol/l Na. Macht 2,86 mol²/l². die Einheit ist nicht interessant. Es macht keinen Sinn, die Löslichkeitsprodukte verschiedener Salze zu vergleichen. Du rechnest jetzt, welche Ionen in Deiner Lösung vorliegen und kannst dann sehen, ob das Löslichkeitsprodukt eines der möglichen Salze dabei überschritten wird. Dieses Salz wird dann ausfallen (oder sich erst gar nicht vollständig auflösen). Gruß Andreas
Feadi F. schrieb: > mir ist die Ionenbindung und die Elektronenpaarbindung ein Begriff, > jedoch frage ich mich, ob es eine Rangfolge gibt, nach der die Elemente > binden. Rangfolge nicht direkt, allerdings bildet das Bohrsche Atommodell nur die halbe Wahrheit ab. Warum sich bestimmte Elemente in bestimmter Weise verbinden, liegt letztlich daran, daß das Atom die Elektronen nicht auf Schalen hält, sondern daß die Elektronen eine 90%ige Aufenthaltswahrscheinlichkeit in geometrisch ausgeformten, von Energiezuständen (Quantenzahlen) festgelegten Raumbereichen haben. Diese Raumbereiche heißen Orbitale. Nur mit dem Orbitalmodell sind bspw. Sachen wie die sp2- oder sp3-Hybridisierung oder Molekülorbitale im allgemeinen zu verstehen. Leider lernt man in der Schulchemie immer erst das Bohrsche Atommodell, was Schüler schon ab Klasse 7 skeptisch zurückläßt, denn warum soll das "Ankleben" an einen wunderbar symmetrischen Kreis plätzlich geometrische Vorzugsausrichtungen hervorbringen? Das Orbitalmodell kommt leider erst in Klasse 11.
Andreas B. schrieb: > Hi, > NaCl stimmt, nur nicht die Rechnung für N2SO4: > Es liegen hier 1,197 mol/l SO4 vor, sowie 2,394 mol/l Na. Macht 2,86 > mol²/l². Sorry, jetzt muß ich mich selbst korrigieren (war wohl nicht so ganz wach): Für Na2SO4 sind es 1,197³, also 1,72 mol³/l³. Gruß Andreas
Hallo Andreas, ich habe jetzt sehr viel gelesen und mehr über Chemie gelernt als ich je gewusst habe. Ich kann also z.B. NaCl (in Wasser gelöst) ausfällen indem ich HCl Gas einleite bis die Sättigung von Salzsäure auf 37% gestiegen ist? Erlaube mir noch eine Frage: Dass Natrium an Chlor stärker bindet als an Kupfer, kann ich doch aus der Spannungsreihe ablesen, korrekt? Aber wie kann ich herausfinden ob Natrium lieber an Chlor oder an SO4 bindet? Danke!
Feadi F. schrieb: > > Ich kann also z.B. NaCl (in Wasser gelöst) ausfällen indem ich HCl Gas > einleite bis die Sättigung von Salzsäure auf 37% gestiegen ist? > So ist es. > > Erlaube mir noch eine Frage: Dass Natrium an Chlor stärker bindet als an > Kupfer, kann ich doch aus der Spannungsreihe ablesen, korrekt? > Wenn Du damit die Reaktionen der Elemente meinst, ja. > > Aber wie kann ich herausfinden ob Natrium lieber an Chlor oder an SO4 > bindet? > Indem Du die Bildungsenergie zu Hilfe nimmst. > Danke! Bitte! Gruß Andreas
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