Forum: Projekte & Code "Proof of Concept" Fouriertransform-Spektrometer


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von Sven B. (scummos)


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Hallo!

Ich habe aus relativ günstigen Komponenten ein 
Fouriertransform-Spektrometer zusammengeklebt, und es funktioniert 
tatsächlich so grob ;)
Die Auflösung ist natürlich schrecklich, aber evtl. kann man da noch was 
rausholen.
Die lustige Idee ist, den Verschiebetisch zu bauen indem man die 
Temperatur von einem Stück Alu ändert; mir fällt keine andere einfache 
Möglichkeit ein, Schrittweiten im 100 nm-Bereich zu realisieren.

Falls es jemanden interessiert, hier ist eine ausführlichere 
Beschreibung:
http://blog.svenbrauch.de/2017/04/05/poor-mans-optics-50-fourier-transform-spectrometer/

Viele Grüße,
Sven

von Carl D. (jcw2)


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Cool!

Ich würde das ganze auf eine Granitplatte (Küchenzubehör) kleben und 
Eisen(Stahl) hat nur die Hälfte Temperaturausdehnung. Denn in der 
Anordnung muß man man die Abstände ja eher im 10nm als im 100nm-Bereich 
variieren können. Oder noch darunter.

Aber insgesamt: Respekt!

von Sven B. (scummos)


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Carl D. schrieb:
> Ich würde das ganze auf eine Granitplatte (Küchenzubehör) kleben
Das wäre sicherlich besser, da hast du Recht. Das Holz ist Mist ... aber 
man kann eben leicht Löcher reinbohren.

> Eisen(Stahl) hat nur die Hälfte Temperaturausdehnung. Denn in der
> Anordnung muß man man die Abstände ja eher im 10nm als im 100nm-Bereich
> variieren können. Oder noch darunter.
Das stimmt nicht: wenn du das sichtbare Spektrum sampeln willst, ist die 
kleinste Wellenlänge 400 nm; du brauchst 2 Samples pro Periode und die 
Spiegelposition geht zweimal in die Armlänge ein, also 100 nm. Kleinere 
Schritte sind nur "Oversampling", was die Bandbreite Richtung UV 
ausdehnt, wo der Detektor sowieso nichts sieht.

Tatsächlich sollte man eher was mit größerem Ausdehnungskoeffizienten 
nehmen, weil eine insgeamt größere Verfahrstrecke die Auflösung 
verbessert.

> Aber insgesamt: Respekt!
Danke ;)

von Sven B. (scummos)


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Hui, das geht sogar noch deutlich besser wenn man die Daten ein bisschen 
großzügiger in die Rechnung einbezieht ;)

von Hmm (Gast)


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Ich habe gelesen, das für so feine Positionieraufgaben oft Piezoelemente 
verwendet werden.

Könnte man nicht versuchen, das mit einer handelsüblichen Piezoscheibe 
zu positionieren?
Das wäre schneller steuerbar. Man könnte den Spiegel vorn mit Gummi 
fixieren, und von hinten mit der Piezoscheibe hineindrücken.

Ich meine damit sowas:
http://cdn-reichelt.de/documents/datenblatt/B400/EKULIT-190070.pdf

Die Frage ist, wie weit sich handelsübliche Piezoscheiben dehnen, und ob 
das nicht zu grob ist. Wie linear das ist, wird auch keiner so genau 
wissen.

Andererseits ist es nicht weiter kompliziert, die Spannung mittels DAC 
z.B. in 500µV-Schritten zu steuern oder noch feiner.

von Cab_leer (Gast)


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Normalerweise wird der Verfahrweg anhand eines laserintrerferometers 
bestimmt und damit aktiv geregelt.

von Hans-Georg L. (h-g-l)


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Hmm schrieb:
> Ich habe gelesen, das für so feine Positionieraufgaben oft Piezoelemente
> verwendet werden.
>

Nennt sich Piezo oder Ultraschallmotor und ist in modernen 
Kameraobjektiven verbaut.

Guckst du hier:

https://www.physikinstrumente.de/de/technologie/piezoelektrische-antriebe/piline-ultraschall-piezomotoren/

von Der Andere (Gast)


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Respekt!
Die Verfahrweg-Idee ist klasse :-)

von Hmm (Gast)


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Hans-Georg L. schrieb:
> Hmm schrieb:
>> Ich habe gelesen, das für so feine Positionieraufgaben oft Piezoelemente
>> verwendet werden.
>>
>
> Nennt sich Piezo oder Ultraschallmotor und ist in modernen
> Kameraobjektiven verbaut.
>
> Guckst du hier:
>
> 
https://www.physikinstrumente.de/de/technologie/piezoelektrische-antriebe/piline-ultraschall-piezomotoren/

Ich dachte eigentlich eher daran:
http://www.pi-usa.us/tutorial/4_39.html

Nur halt statt einem Stack ein einzelnes Element. Und so eine 
Piezoscheibe von Reichelt ist ja nichts anderes, als ein Element eins 
solchen Stacks. Die Verfahrstrecke ist halt auf ein paar µm 
eingeschränkt, denke ich.
Müsste man probieren.

von Sven B. (scummos)


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Hmm, also eine einzelne Piezo-Scheibe hat glaube ich zu wenig 
Verfahrweg. Die sind so 100 µ dick, bei einer Auslenkung von 0.2% bei 
100 V (die man auch erstmal haben muss als Steuerspannung) sind das 200 
nm ...
Ich denke generell sind Piezo-Elemente hier nicht nützlich, der Weg ist 
einfach zu klein. Für ein vernünftiges Ergebnis will man sowas wie 
10.000 Fringes durchfahren, das sind 3 mm.

Den Verfahrweg anhand eines Interferometers zu regeln finde ich aber 
ehrlich gesagt ebenfalls keine gute Idee für dieses Experiment -- warum? 
Es würde völlig genügen, wenn ich die momentane Verfahrposition messen 
kann, wie sich der Spiegel dann bewegt, ist egal.
Per Interferometer messen und dann mit irgendeinem Linearmotor bewegen 
ist sicherlich die beste Option.

Die Regelung ist nur sinnvoll für z.B. Gravitationswellendetektoren, die 
aus verschiedenen Gründen gern im Minimum messen wollen.

: Bearbeitet durch User
von Hp M. (nachtmix)


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Sven B. schrieb:
> Für ein vernünftiges Ergebnis will man sowas wie
> 10.000 Fringes durchfahren, das sind 3 mm.

Vielleicht ist dann ein Lautsprecher das geeignete Antriebssystem.
Den könnte man sogar mit 50Hz aus dem Netztrafo antreiben.
Die Verwendung eines Hilfslasers zur interferometrischen 
Positionsbestimmung halte ich aber für nötig.
Bei einer Amplitude von 1,5mm kämen die Fringes dann mit einer max. 
Frequenz von  314*5000 also 1,6MHz.
Das sollte noch gut zu verarbeiten sein, und man könnte das 
Triggersignal für den ADC direkt daraus ableiten.
Auch Piezoantriebe haben Hysterese und würden wohl nicht ohne auskommen.

In Zeiten, in denen man z.B. ausgediente AAS-Geräte gelegentlich sogar 
geschenkt bekommt, wäre das aber wirklich nur eine Fingerübung oder, wie 
du schreibst, ein "Proof of Concept".

von Sven B. (scummos)


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Hp M. schrieb:
> Sven B. schrieb:
>> Für ein vernünftiges Ergebnis will man sowas wie
>> 10.000 Fringes durchfahren, das sind 3 mm.
>
> Vielleicht ist dann ein Lautsprecher das geeignete Antriebssystem.

Die Idee finde ich ziemlich clever. Vielleicht probiere ich das sogar 
mal aus. Das größte Problem wird aber wahrscheinlich wie bisher sein, 
dass der Spiegel nicht genau parallel zur Strahlrichtung bewegt wird ...

> Den könnte man sogar mit 50Hz aus dem Netztrafo antreiben.
> Die Verwendung eines Hilfslasers zur interferometrischen
> Positionsbestimmung halte ich aber für nötig.
> Bei einer Amplitude von 1,5mm kämen die Fringes dann mit einer max.
> Frequenz von  314*5000 also 1,6MHz.
> Das sollte noch gut zu verarbeiten sein, und man könnte das
> Triggersignal für den ADC direkt daraus ableiten.

Diesen Überlegungen kann ich nicht ganz folgen.
Ein 3 MSa/s ADC ist eine ziemlich komplexe Sache, das kann man nicht so 
einfach aus der Tasche zaubern. Die Samplerate so hoch zu wählen nur für 
den Preis die 50 Hz vom Netz verwenden zu können vereinfacht das System 
sicherlich nicht ... dann lieber einen 100 mHz Sägezahngenerator bauen 
und langsamer abtasten.
Das Triggersignal aus den Fringes ableiten kannst du definitiv nicht, 
denn wenn du dann davon ausgehst dass die Samples immer das gleiche 
Spacing haben kommt immer ein Sinus raus.
Der Referenzlaser ist leider in diesem Setup schwer realisierbar, weil 
die Laserdioden natürlich nicht Single Mode sind ...

Trotzdem, gute Idee und vielleicht einen Versuch wert.
Viele Grüße,
Sven

von Hp M. (nachtmix)


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Sven B. schrieb:
> Ein 3 MSa/s ADC ist eine ziemlich komplexe Sache, das kann man nicht so
> einfach aus der Tasche zaubern.

Ach, das sehe ich nicht so problematisch. Ein AD7357 z.B. schafft 
4,2Msps mit 14 Bit.
Wenn man den nicht kaufen kann, muss man ihn sich eben schenken lassen.
Wie man diese Datenflut mit einem FPGA bändigt, hast du ja schon bei 
deinem Empfänger für die H-Linie ausprobiert. Zum Abspeichern ist ja 
selbst ein USB2.0 Anschluss noch schnell genug.
Aber du hast Recht, ein Funktionsgenerator als Antrieb ist natürlich 
kultivierter.
Allerdings würde ich auch da keinen Sägezahn, sondern einen Sinus 
nehmen, damit nicht die Oberwellen irgendwelche mechanische Resonanzen 
anregen.

Sven B. schrieb:
> Das Triggersignal aus den Fringes ableiten kannst du definitiv nicht,
> denn wenn du dann davon ausgehst dass die Samples immer das gleiche
> Spacing haben kommt immer ein Sinus raus.

Aus den Fringes des Hilfslasers! Da könnte man, genau wie bei den 
Radar-Bewegungsmeldern, zwei Photodioden im (2n+1)*λ/4 Abstand anbringen 
und so ein sin/cos Signal gewinnen. Zur Auswertung reichen dann zwei 
Komparatoren und ein Flipflop zur Erkennung der Fahrtrichtung.

Da der Strahl des Hilfslasers ziemlich dünn sein kann, sollte es 
ausreichen, wenn er von einem Punkt in der Mitte des Spiegels 
reflektiert wird.
Dorthin kann man ihn mit einem vor dem Hauptspiegel angeordneten 45° 
Spiegelchen bringen, der dann auch gleich den leuchtenden Punkt vom 
Meßlicht abschirmt.

================== bewegter Hauptspiegel, geht rauf und runter

         \ --------------PD-PD--LASER  fester 45° Spiegel, Hilfslaser



Im Prinzip.
Der Teufel steckt natürlich wie immer im Detail ;-)


P.S.:
Die konkurrierenden Gitterspektrometer kranken ja hauptsächlich daran, 
dass man mit hohen Linienzahlen/mm nicht in langwellige Bereiche 
vorstossen kann. Diese Manko kann man mit einem Echelle-Spektrometer 
beheben: https://de.wikipedia.org/wiki/Echellegitter
Ich habe hier noch den Kopf eines 1m Gerätes, dessen Gitter iirc nur 42 
Linien/mm besass. Damit habe ich im UV in der Gegend der 100. Ordnung 
gemessen, die Auflösung war besser als 6pm.
Aber es sollte auch im IR noch funktionieren.
Im Original wurden Gitter und Prisma von Präzionsspindeln und Hebeln 
betätigt. Das ist Geschichte. Ich habe  hier schon die NoIR-Kamera des 
Raspi liegen. Mal sehen, wann ich das zusammenbringe.

: Bearbeitet durch User
von Sven B. (scummos)


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Hp M. schrieb:
> Sven B. schrieb:
>> Ein 3 MSa/s ADC ist eine ziemlich komplexe Sache, das kann man nicht so
>> einfach aus der Tasche zaubern.
>
> Ach, das sehe ich nicht so problematisch. Ein AD7357 z.B. schafft
> 4,2Msps mit 14 Bit.
> Wenn man den nicht kaufen kann, muss man ihn sich eben schenken lassen.
> Wie man diese Datenflut mit einem FPGA bändigt, hast du ja schon bei
> deinem Empfänger für die H-Linie ausprobiert. Zum Abspeichern ist ja
> selbst ein USB2.0 Anschluss noch schnell genug.
Jaja, hat auch nur ein Jahr gedauert und 2 Versuche mit 4-Layer-Boards 
und mehreren hundert Bauteilen gebraucht, und ein paar tausend Zeilen 
Software :D
Klar würde ich das jetzt schneller hinbekommen, aber wenn man nicht das 
Demoboard auf dem Tisch liegen hat was das schon alles komplett macht 
ist es weit von trivial. Den passenden ADC finden ist nicht das Problem, 
das Problem ist dessen Peripherie.

> Allerdings würde ich auch da keinen Sägezahn, sondern einen Sinus
> nehmen, damit nicht die Oberwellen irgendwelche mechanische Resonanzen
> anregen.
Hmm. Da hast du Recht, das blöde am Sinus ist nur, dass du in den 
relativ signalarmen Außenbereichen am längsten herumstehst ... aber dein 
Argument schlägt wahrscheinlich trotzdem.

> Sven B. schrieb:
> Aus den Fringes des Hilfslasers!
Das stimmt.

> Da könnte man, genau wie bei den
> Radar-Bewegungsmeldern, zwei Photodioden im (2n+1)*λ/4 Abstand anbringen
> und so ein sin/cos Signal gewinnen. Zur Auswertung reichen dann zwei
> Komparatoren und ein Flipflop zur Erkennung der Fahrtrichtung.
Das wiederum geht nicht, den Verfahrweg kannst du nur vor dem Beam 
Splitter ändern. Zwei in Strahlrichtung versetzte Photodioden sehen 
dasselbe Signal.

> Da der Strahl des Hilfslasers ziemlich dünn sein kann, sollte es
> ausreichen, wenn er von einem Punkt in der Mitte des Spiegels
> reflektiert wird.
> Dorthin kann man ihn mit einem vor dem Hauptspiegel angeordneten 45°
> Spiegelchen bringen, der dann auch gleich den leuchtenden Punkt vom
> Meßlicht abschirmt.
>
> ================== bewegter Hauptspiegel, geht rauf und runter
>
>          \ --------------PD-PD--LASER  fester 45° Spiegel, Hilfslaser
Hmm. Der Hilfslaser muss den gleichen Strahlweg durchlaufen wie das 
Messlicht, nur nebendran. Mir ist nicht klar, wo da ein kleiner 
45°-Spiegel nötig, hilfreich oder auch nur möglich ist ;) Kann man 
einfach daneben stellen, oder?

> P.S.:
> Die konkurrierenden Gitterspektrometer kranken ja hauptsächlich daran,
> dass man mit hohen Linienzahlen/mm nicht in langwellige Bereiche
> vorstossen kann.
Und an der geringen Effizienz bei nicht perfekt punktförmigen Quellen.

Viele Grüße,
Sven

von nachtmix (Gast)


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Sven B. schrieb:
> Mir ist nicht klar, wo da ein kleiner
> 45°-Spiegel nötig, hilfreich oder auch nur möglich ist ;)

Ist einfach nur eine Idee um, ähnlich wie beim Newton-Teleskop, aus dem 
Strahlengang des Interferometers heraus zu kommen. Alternativ könnte man 
den bewegten Spiegel auch von dessen Rückseite her mit dem Hilfslaser 
beleuchten.
Dafür einfach ein Loch in den mittleren Polschuh eines 
Lautsprechermagneten zu bohren, dürfte aber böse enden ;-)

Vernünftige Meßgenauigkeit wirds ohne Thermostatisierung wohl nicht 
geben.
Die Optik des oben geschilderten Echelle-Spektrometers befand sich in 
einer thermostatisierten Aluminiumkiste von der Größe eines Kindersarges 
mit einer Wandstärke von 10mm.

Nach meiner Kenntnis werden FT-Spektrometer aber nicht für den Bereich 
des sichtbaren Lichts gebaut, sondern hauptsächlich für den analytisch 
genutzten IR-Bereich, also etwa 2,5..16µm.
Dafür wird es Gründe geben.
Vielleicht ist die mechanische Präzision des Antriebs bei den kurzen 
Wellen des sichtbaren und UV-Lichts nicht zu erreichen.
https://de.wikipedia.org/wiki/FTIR-Spektrometer

von H-G S. (haenschen)


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Fragt sich nur für was man das brauchen kann ...

von Sven B. (scummos)


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nachtmix schrieb:
> Sven B. schrieb:
>> Mir ist nicht klar, wo da ein kleiner
>> 45°-Spiegel nötig, hilfreich oder auch nur möglich ist ;)
>
> Ist einfach nur eine Idee um, ähnlich wie beim Newton-Teleskop, aus dem
> Strahlengang des Interferometers heraus zu kommen. Alternativ könnte man
> den bewegten Spiegel auch von dessen Rückseite her mit dem Hilfslaser
> beleuchten.
> Dafür einfach ein Loch in den mittleren Polschuh eines
> Lautsprechermagneten zu bohren, dürfte aber böse enden ;-)

Ich hab aber nicht verstanden warum ich aus dem Strahlengang des 
Interferometers raus will ;)
Ich will doch zweimal genau denselben Strahlengang für Referenz und 
Messsignal, nicht? Nur zwei Detektoren nebeneinander.

> Nach meiner Kenntnis werden FT-Spektrometer aber nicht für den Bereich
> des sichtbaren Lichts gebaut, sondern hauptsächlich für den analytisch
> genutzten IR-Bereich, also etwa 2,5..16µm.
> Dafür wird es Gründe geben.

Ja, die habe ich hier mal recht ausführlich aufgeschrieben:
http://blog.svenbrauch.de/2017/04/25/fourier-transform-spectrometers-vs-grating-spectrometers/

> Vielleicht ist die mechanische Präzision des Antriebs bei den kurzen
> Wellen des sichtbaren und UV-Lichts nicht zu erreichen.
> https://de.wikipedia.org/wiki/FTIR-Spektrometer

Nein, das ist nicht das Problem. Im IR ist das FT-Spektrometer einfach 
unbestreitbar besser als die Alternativen, im UV/Vis fällt ein 
wesentlicher Vorteil weg. Ehrlich gesagt weiß ich nicht, ob das FT im 
UV/Vis nicht für viele Situationen trotzdem die bessere Wahl ist und das 
nur historisch bedingt weniger gemacht wird.

> Fragt sich nur für was man das brauchen kann ...

Ich weiß nicht worauf sich das jetzt bezieht.

: Bearbeitet durch User
von H-G S. (haenschen)


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Kann man damit den Spektrumverlauf einer Leuchtquelle bestimmen ?

von Sven B. (scummos)


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H-G S. schrieb:
> Kann man damit den Spektrumverlauf einer Leuchtquelle bestimmen ?

Ja, genau. Allerdings nur wenn man die Armlängen so abstimmt, dass der 
Längenunterschied nicht erheblich größer ist als die Kohärenzlänge.

von nachtmix (Gast)


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Sven B. schrieb:
> Allerdings nur wenn man die Armlängen so abstimmt, dass der
> Längenunterschied nicht erheblich größer ist als die Kohärenzlänge.

Die Kohärenzbedingung trifft aber auch für Gitterspektrometer und 
sicherlich auch für Prismenspektrometer zu, auch wenn sie da nicht so 
offensichtlich ist.
Wenn die Koheränzlänge zu klein ist, werden die Linien unschärfer, aber 
das entspricht auch der bekannten Tatsache, dass ein kurzer Impuls eine 
hohe Bandbreite im Frequenzspektrum benötigt.


Die bescheidene Auflösung λ/Δλ -nach Augenmaß etwa 10- des obigen 
FT-Spektrometers beruht zweifellos auf der geringen Längenänderung, die 
mit diesem Aufbau möglich ist, und  sie entspricht auch dem gezeigten 
Interferogramm, das nur 12 Minima aufweist.

Dennoch scheint noch ein systematischer Fehler in der Auswertung zu 
stecken.
Damit meine ich die beiden kleinen Maxima bei 1200nm und 1450nm.
Dort ist der Si-Detektor sicherlich völlig blind und es kann sich daher 
nicht um Strahlung aus der Laserdiode handeln.
Hast du eine Idee, wie diese Hubbel, vielleicht auch der bei 1150nm, 
zustande kommen?

Bei dem Gras, das links der 400nm Marke wächst, könnte es sich hingegen 
tatsächlich um die 1. Oberwelle des Laserlichts handeln, die durch 
optische Nichtlinearitäten im Kristall der Laserdiode entsteht.

von nachtmix (Gast)


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Carl D. schrieb:
> Ich würde das ganze auf eine Granitplatte (Küchenzubehör) kleben

Für größere Granitplatten mal bei der Friedhofsverwaltung nachfragen...

von Chris F. (chfreund) Benutzerseite


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Sehr cooles Projekt. Gefällt mir gut.

von Sven B. (scummos)


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Hi,

nachtmix schrieb:
> Sven B. schrieb:
>> Allerdings nur wenn man die Armlängen so abstimmt, dass der
>> Längenunterschied nicht erheblich größer ist als die Kohärenzlänge.
>
> Die Kohärenzbedingung trifft aber auch für Gitterspektrometer und
> sicherlich auch für Prismenspektrometer zu, auch wenn sie da nicht so
> offensichtlich ist.
> Wenn die Koheränzlänge zu klein ist, werden die Linien unschärfer, aber
> das entspricht auch der bekannten Tatsache, dass ein kurzer Impuls eine
> hohe Bandbreite im Frequenzspektrum benötigt.

Hm, ne, sehe ich anders: beim FT-Spektrometer verlierst du Kontrast, 
wenn die Arme nicht genau gleich lang sind, keine Auflösung. Ich weiß 
nicht ob es dafür so eine direkte Entsprechung beim Gitterspektrometer 
gibt. Dass die Kohärenzlänge mit der Linienbreite zusammenhängt ist 
klar, aber das rauszufinden ist ja gerade Job des Spektrometers.

> Die bescheidene Auflösung λ/Δλ -nach Augenmaß etwa 10- des obigen
> FT-Spektrometers beruht zweifellos auf der geringen Längenänderung, die
> mit diesem Aufbau möglich ist, und  sie entspricht auch dem gezeigten
> Interferogramm, das nur 12 Minima aufweist.

Wie gesagt, das Interferogramm ist nur ein Ausschnitt, was ich 
ausgewertet habe ist länger. Weiter unten ist ja auch noch ein besseres 
Bild. Das ist auch sicher nicht das einzige Problem an dem Aufbau; du 
siehst ja wie breit die Kanäle sind, und die Linie ist breiter als ein 
Kanal.

> Dennoch scheint noch ein systematischer Fehler in der Auswertung zu
> stecken.
> Damit meine ich die beiden kleinen Maxima bei 1200nm und 1450nm.
> Dort ist der Si-Detektor sicherlich völlig blind und es kann sich daher
> nicht um Strahlung aus der Laserdiode handeln.
> Hast du eine Idee, wie diese Hubbel, vielleicht auch der bei 1150nm,
> zustande kommen?

Ich könnte mir vorstellen, dass das daher kommt, dass der bewegte 
Spiegel nicht ganz gerade verfährt sondern ein bisschen kippt. Dadurch 
ändert sich der Phasenkontrast mit dem Verfahrweg, was als Einhüllende 
im Interferogramm sichtbar wird, und sich ungefähr so im Spektrum äußern 
sollte.

> Bei dem Gras, das links der 400nm Marke wächst, könnte es sich hingegen
> tatsächlich um die 1. Oberwelle des Laserlichts handeln, die durch
> optische Nichtlinearitäten im Kristall der Laserdiode entsteht.

Gefühlt ist das dazu viel zu groß, ich glaube es gibt plausiblere Punkte 
in dem System, wo Oberwellen entstehen.

> Sehr cooles Projekt. Gefällt mir gut.

Danke ;)


Viele Grüße,
Sven

: Bearbeitet durch User
von nachtmix (Gast)


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Sven B. schrieb:
> Weiter unten ist ja auch noch ein besseres
> Bild.

Das habe ich gemeint, und gerade mal auf dem Bildschirm nachgemessen: 
Bei halber Höhe ist die Linie etwa 20nm breit.
Das ergibt zwar λ/Δλ=35 ist aber auch nicht gerade rekordverdächtig.

von Sven B. (scummos)


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nachtmix schrieb:
> Sven B. schrieb:
>> Weiter unten ist ja auch noch ein besseres
>> Bild.
>
> Das habe ich gemeint, und gerade mal auf dem Bildschirm nachgemessen:
> Bei halber Höhe ist die Linie etwa 20nm breit.
> Das ergibt zwar λ/Δλ=35 ist aber auch nicht gerade rekordverdächtig.

Ne klar, ist furchtbar. Von der Anzahl der Fringes her müsste es aber > 
200 sein, deshalb meine ich der dominierende Effekt ist in dem Bild 
zumindest evtl. ein anderer.

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