Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik Defekter Transformator?


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von Paul (Gast)


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Hallo,

ich besitze einen Yamaha EMX 640 Powermixer, der leider defekt ist. Ich 
habe die Vermutung, dass der Trafo defekt ist, da auf der Primärseite, 
wenn er nicht unter Spannung steht, zwischen Neutralleiter und Phase nur 
6Ω Widerstand ist. Was meine Theorie bestätigen würde ist, dass die 
Feinsicherung auf der Primärseite durchgebrannt ist. Auf der 
Sekundärseite schließen sich die roten Leitungen und die schwarze 
Leitung sogar kurz. Leider sind auf dem Trafo keine Angaben. Auf der 
Platine stehen an dem Steckverbinder die Angaben "~21 G ~21 ~65 G ~65". 
Habe ich richtig gemessen bzw. ist der Trafo defekt oder nicht?

Paul

von Helmut L. (helmi1)


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Paul schrieb:
> zwischen Neutralleiter und Phase nur
> 6Ω Widerstand ist.

Wie gemessen? mit DC oder 50Hz?
Mit DC kannst du das nicht messen da der Trafo eine Induktivitaet hat.

von Mike B. (mike_b97) Benutzerseite


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zuerst mal hat der Trafo zwei Sekundärwicklungen
eine für +- 21V AC und eine für +-65V AC

Bei 6Ohm Widerstand auf der Primärseite dürfte ein dort Windungsschluss 
vorliegen.
Dieser dürfte aus dem Windungsschluss auf der Sekundärseite herrühren.

my 2 Cents

von Christoph db1uq K. (christoph_kessler)


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https://www.manualslib.com/manual/196753/Yamaha-Emx640.html?page=15#manual
da gibt es zwar ein Blockschaltbild, aber die Stromversorgung ist nicht 
gezeigt. 230V und 200Watt sind schon ein größerer Trafo, dessen 
DC-Widerstand so klein sein könnte. Ein Induktivitätsmessgerät würde 
etwas mehr aussagen.
Hier muss man sich registrieren, dann gibts anscheinend auch ein 
Servicehandbuch
https://www.hifiengine.com/manual_library/yamaha/emx-640.shtml

: Bearbeitet durch User
von Ralph B. (rberres)


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Wenn ein Regeltrenntrafo vorhanden ist ( sollte man bei solchen 
Reparaturen immer haben ) würde ich den Trafo mal primäseitig über einen 
Ampermeter an den Regeltrenntrafo hängen die Sekundär offen lassen.

Dann kann man unter Beobachtung des Ampermeters die Spannung langsam 
hoch drehen. Man sieht ja ob der Trafo zuviel Ruhestrom zieht, was dann 
auf einen Windungsschluss schließen lässt.

Sollte sich der Trafo hier normal verhalten ( Ruhestrom bei maximal 
100mA )

dann die Sekundärseite des Trafos an die Schaltung anschließen und 
Primärspannung nochmal langsam hochregeln. Hier könnte man den defekte 
Gleichrichter Netzelco oder defekte Endtransistoren aufdecken.

Ralph Berres

von Michael B. (laberkopp)


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Paul schrieb:
> Ich
> habe die Vermutung, dass der Trafo defekt ist, da auf der Primärseite,
> wenn er nicht unter Spannung steht, zwischen Neutralleiter und Phase nur
> 6Ω Widerstand ist.

Völlig in Ordnnug.

> Was meine Theorie bestätigen würde ist, dass die
> Feinsicherung auf der Primärseite durchgebrannt ist.

Die brennt auch durch, wenn die Gleichrichter oder Siebelkos Kurzschluss 
haben.

> Auf der
> Sekundärseite schließen sich die roten Leitungen und die schwarze
> Leitung sogar kurz

Du meinst, der Widerstand ist gering. Na freu dich, sind auch weniger 
Verluste.

Ein Trafo funktioniert nur mit Wechselspannung. Wäre der Widerstandswert 
unendlich wäre das schlimmer, dann hätte eine interne 
Temperatursicherung ausgelöst.

von Paul (Gast)


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Mit DC

von Helmut L. (helmi1)


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Paul schrieb:
> Mit DC

Der Gleichstromwiderstand ist aber bei dem Trafo nicht aussagekraeftig.
Der Grund wurde mehrfach genannt.

von Paul (Gast)


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Leider ist kein Regeltrenntrafo vorhanden, weswegen ich das nicht testen 
kann...

von voltwide (Gast)


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alles in allem ist der Trafo mit großer Wahrscheinlichkeit ok.
Hattest Du mal versucht, die Feinsicherung zu ersetzen?
Das wäre mein erster Schritt gewesen.
Und wenn der Ersatz auch gleich aufbrennt, heißt das meistens, dass der 
Trafo sekundärseitig kurzgeschlossen ist.
Hauptverdächtige sind dann durchgebrannte Endtransistoren, in deren 
Gefolge noch eine Reihe weiterer Bauteile über den Deister gegangen sein 
dürften.

von Ralph B. (rberres)


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Dann trenne die Sekundärwicklung ab und schalte den Trafo einfach mal 
ans Netz. Wenn Primärsicherung dann immer noch durchbrennt ist es der 
Trafo wenn nicht, würde ich die Teile was hinter der Sekundärwicklung 
kommt mal durchmessen. Dazu genügt zunächst mal ein Ohmmeter.

Gleichrichter Ladeleco und Endtransistoren wären für mich dann 
verdächtig.

Wenn die Endtransistoren einen Kurzschluss haben sollten ( zwischen 
Emitter und Kollektor ) dann wirst du bei deinen Kenntnisstand Hilfe 
benötigen.

Eine Endstufe zu reparieren ist nicht mehr so einfach, weil defekte 
Endtransistoren Folgefehler verursachen, was bis zu kompletten wechseln 
aller Bauteile in der Endstufe führen kann.

Für die Inbetriebnahme ist dann wieder ein Regeltrenntrafo oder 
zumindest ein passendes Labornetzteil welche auch die Betriebsspannungen 
und Ströme bereitstellen kann vonnöten.


Einfach einschalten führt nach wechseln der Bauteile zumeist wieder zum 
durchbrennen der Endtransistoren, weil der Ruhestrom neu eingestellt 
werden muss.

Notfalls hilft statt Regeltrenntrafo auch eine 100 W Glühlampe welches 
in Reihe zur 230 V geschaltet wird direkte Rauchwölkchen zu vermeiden.

Ralph Berres

von Paul (Gast)


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Okay, danke!

Leider habe ich gerade keine Passenden da. Ich werde mir mal welche 
bestellen und sehen, ob sie wieder durchbrennt. Am besten teste ich es 
dann erst einmal ohne Last an den Sekündärwicklungen. Auf der 
Verstärkerplatine habe ich mal alle Transistoren, die für das Verstärken 
zuständig sind durchgemessen. Wenn ich sie im eingelöteten Zustand 
messe, sind bei vier Stück Emitter und Kollektor kurzgeschlossen. Zwei 
davon habe ich auch schon im ausgelöteten Zustand gemessen. Dort ist das 
nicht der Fall.

von Ralph B. (rberres)


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Paul schrieb:
> Wenn ich sie im eingelöteten Zustand
> messe, sind bei vier Stück Emitter und Kollektor kurzgeschlossen. Zwei
> davon habe ich auch schon im ausgelöteten Zustand gemessen. Dort ist das
> nicht der Fall.

Dann sind es vermutlich die beiden anderen die einen Kurzschluss haben.

Ralph

von Mark S. (voltwide)


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Dann hast Du ein grösseres Problem.

von Paul (Gast)


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Ich habe nochmal nachgemessen. Sie sind nicht kurzgeschlossen sondern 
weisen nur einen geringen Gleichstromwiderstand auf. (ca. 47Ω).

von Paul (Gast)


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Nein... Ich habe sie ausgelötet... Beide haben einen 
Gleichstromwiderstand von einigen Megaohm...

von Thomas B. (thombde)


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Paul schrieb:
> Ich habe nochmal nachgemessen. Sie sind nicht kurzgeschlossen sondern
> weisen nur einen geringen Gleichstromwiderstand auf. (ca. 47Ω).

Finde ich OK.
Ein 100VA Trafo hat ca 15 Ohm DC-Widerstand.
50VA hat 40 Ohm.

von Paul (Gast)


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Ich meinte nicht den Trafo, sondern den Gleichstromwiderstand zwischen 
Emitter und Kollektor der Endtransistoren auf der Endstufenplatine.

von Paul (Gast)


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Wenn ich auf der Platine den DC-Widerstand zwischen der + und - Leitung 
messe, besteht erst ein Kurzschluss und nach einiger Zeit steigt der 
Widerstand auf ca. 17kΩ, bleibt allerdings nicht konstant. Könnte das 
von den Elkos stammen?

von Dieter W. (dds5)


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Paul schrieb:
> ... nach einiger Zeit steigt der Widerstand auf ca. 17kΩ, bleibt
> allerdings nicht konstant. Könnte das von den Elkos stammen?

Ja.

Der Strom, mit dem das Ohmmeter den Widerstand misst, lädt die Elkos 
langsam auf und bewirkt dadurch dieses Verhalten des Messwertes.

von Paul (Gast)


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Danke!

Wahrscheinlich wird der geringe Widerstand zwischen Emitter und 
Kollektor, wenn ich auf der Platine messe, durch ein anderes Bauteil 
verursacht, oder?

von Magnus M. (magnetus) Benutzerseite


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Paul schrieb:
> Ich habe nochmal nachgemessen. Sie sind nicht kurzgeschlossen
> sondern
> weisen nur einen geringen Gleichstromwiderstand auf. (ca. 47Ω).

Paul schrieb:
> Wahrscheinlich wird der geringe Widerstand zwischen Emitter und
> Kollektor, wenn ich auf der Platine messe, durch ein anderes Bauteil
> verursacht, oder?

Entweder misst du irrtümlich zwischen Basis und Emitter, oder die 
kleineren Transen (2SA1708/2SC4488) sind durchlegiert.

von Paul (Gast)


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Ich habe immer an den beiden Außenleitungen gemessen.

Ich habe beide durchgemessen. Der C4488 hat im ausgelöteten Zustand 
einige Megaohm Gleichstromwiderstand zwischen Emitter und Kollektor. 
Allerdings hat er im eingelöteten Zustand (auch, wenn er ausgelötet ist 
und ich an den Lötpads messe, wo normalerweise Emitter und Kollektor des 
C4488 liegen) 2,2Ohm DC-Widerstand. Der A1708 hat im eingelöteten 
Zustand einen DC-Widerstand von ca. 4 Megaohm, weswegen ich ihn noch 
nicht ausgelötet habe. Wo kommen die 2,2Ohm bei dem C4488 her?

Paul

von oszi40 (Gast)


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Oft gibt esDominoeffekte. Die großen Transistoren sterben und die 
kleinen der Ansteuerung sind auch hinüber. Komponententester wäre 
nützlich.
Die Suchmaschine weiß mehr. z.B. 
http://www.repdata.de/wbb2/index.php?page=Thread&threadID=66010

von Mark S. (voltwide)


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Paul schrieb:
> Ich habe immer an den beiden Außenleitungen gemessen.
>
du solltest Dich zuallerst informieren, wie die PinBelegung Deiner 
Transistoren ist.

von Paul (Gast)


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Du hast Recht. Die Pinbelegung ist anders...

D2560: (NPN)
http://www.semicon-data.com/transistor/tc/d0/D2560.html

B1647: (PNP)
http://www.datasheetspdf.com/datasheet/B1647.html

Die 47Ohm liegen im ausgebauten Zustand zwischen Emitter und Basis.

von Paul (Gast)


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Danke für die Info!

Leider sind bei mir nicht die Freilaufdioden defekt :/
Komponententester habe ich leider auch nicht...

Paul

von Paul (Gast)


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Christoph K. schrieb:
> https://www.manualslib.com/manual/196753/Yamaha-Em...
> da gibt es zwar ein Blockschaltbild, aber die Stromversorgung ist nicht
> gezeigt. 230V und 200Watt sind schon ein größerer Trafo, dessen
> DC-Widerstand so klein sein könnte. Ein Induktivitätsmessgerät würde
> etwas mehr aussagen.
> Hier muss man sich registrieren, dann gibts anscheinend auch ein
> Servicehandbuch
> https://www.hifiengine.com/manual_library/yamaha/e...

Danke!
Ich habe mich mal registriert. Da gibts tatsächlich einen Schaltplan.

Paul

von Paul (Gast)


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Die 47Ohm zwischen Basis und Emitter sind ganz normal. Da ich jetzt den 
Schaltplan habe, habe ich gesehen, dass dort ein 47Ohm Widerstand 
verbaut ist. Die Beine des Brückengleichrichters sehen etwas angelaufen 
aus. Ich habe ihn mal an einen 9V Trafo gehangen und er liefert 9V 
Gleichspannung mit 5V Wechselspannungsanteil. Eine LED leutet jedoch 
ohne erkennbares Flackern.

Paul

von Magnus M. (magnetus) Benutzerseite


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Paul schrieb:
> Die 47Ohm zwischen Basis und Emitter sind ganz normal. Da ich
> jetzt den
> Schaltplan habe, habe ich gesehen, dass dort ein 47Ohm Widerstand
> verbaut ist.

Das hättest Du in meinem Beitrag auch schon sehen können (ich hatte dort 
einen kleinen Schaltplanauszug angehängt).

Magnus M. schrieb:
> Paul schrieb:
>> Ich habe nochmal nachgemessen. Sie sind nicht kurzgeschlossen
>> sondern
>> weisen nur einen geringen Gleichstromwiderstand auf. (ca. 47Ω).
>
> Paul schrieb:
>> Wahrscheinlich wird der geringe Widerstand zwischen Emitter und
>> Kollektor, wenn ich auf der Platine messe, durch ein anderes Bauteil
>> verursacht, oder?
>
> Entweder misst du irrtümlich zwischen Basis und Emitter, oder die
> kleineren Transen (2SA1708/2SC4488) sind durchlegiert.

von Paul (Gast)


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Stimmt. Danke!

Ist also mit den großen Darlingtons und deren Ansteuerung soweit alles 
in Ordnung?

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