Hallo,
wie würdet ihr eine einfache Fräse aufbauen, die mit einem Joystick
gesteuert werden soll. Joystick für X/Y, dazu Poti für die Tiefe und
zweites Poti für die Reaktionsgeschwindigkeit. Auf aufwendiges
Programmieren und teures Teilekaufen für richtige CNC-Fräsen habe ich
keine Lust.
Gefräst werden sollen einfache Platinen, Sperrholz und ganz selten mal
Alufrontplatten mit bis zu 2 mm Dicke. Also nichts mit großem Aufwand.
Als Antrieb habe ich hier noch einen Proxxon IBS, den würde ich
einspannen. Als Spindeln hätte ich aus Kostengründen M8 genommen, die
dann den Schlitten auf einer Multiplexholzkonstruktion mit
Alugleitschienen bewegen.
Es genügt mir eine Fläche von 40 x 40 cm. Schön wäre, wenn ich bei
manueller Führung auf einen halben Millimeter genau fräsen könnte.
Motoren würde ich welche von Pollin nehmen (Schneckengetriebe) und den
Strom elektrisch auf etwa 6A pro Motor abriegeln. Bei 12V/6A wären das
72W Fahrleistung auf dem Schlitten.
Kann man das so machen oder wird das kompletter Mist?
Wie gesagt: Es soll gar keine richtige CNC werden, sondern was
einfaches. Mir ist bewusst, dass da viel Luft nach oben ist
(Kugelumlaufspindeln, Stahlschlittenführung, FANUC-Steuerung...).
Danke und schönen Abend
Mister Maus schrieb:> Weil spätestens bei Kreisformen ein Joystick dann deutlich angenehmer> ist als das Treppchen mit Handkurbeln nachzubilden ;)
Hast Du schon einmal versucht, auf einer Tafel wie z.B. "Etch a Sketch"
einen Kreis oder zumindest irgendeine abgerudnete Kontur zu zeichnen?
Falls nicht, solltest Du das ausprobieren.
Mit Hilfe eines Joysticks wird die Sache sogar noch viel schwieriger,
weil man damit nicht etwa die Position des Fräsers steuert, sondern die
zeitliche Änderungsrate der einzelnen Achsen.
Sorry, aber ich muss zustimmen: Mist.
Aber nicht weil die Steuerung ohne CNC schwierig wäre, sondern weil der
Unterschied zwischen dem Vorschlag und CNC minimal wäre. Die Mechanik
ist 90% einer ordentlich funktionierenden Fräse. Soll heißen mechanisvhe
Steifigkeit von Gestell, Aufspannung, Führungen. Die Motorleistung am
Vorschub bestimmt dann wie schnell gefahren werden kann und auch mit wie
große Fräser zum Einsatz kommen können. Die Spindel sollte dazu passen.
Wenn das alles schon da ist macht es nur noch wenig Unterschied, ob man
ganz billig Gleichstrommotoren ohne Rückkopplung nimmt oder auf Etwas
teurere Schrittmotoren geht. Der echte Sprung wären Servomotoren mit
Rückkopplung für maximale Dynamik - aber das ist hier ja nicht gefragt.
Wenn man also Schrittmotoren nimmt und die Schrittmotorendstufen dazu,
dann kann man die auch an einen Rechner hängen.
Wenn es wirklich "billig" werden soll schau mal nach Projekten mit
Schubladenführungen für die Schlitten. Wenn aber Alu bearbeitet werden
soll wirst nicht Glücklich werden ohne anständige Führungen...
ulfi schrieb:> ich würde so einen China kreuztisch nehmen> https://www.amazon.de/Beautystar-Multifunction-Worktable-Compound-Drilling/dp/B01FX3F2GA/ref=sr_1_3?ie=UTF8&qid=1491912152&sr=8-3&keywords=kreuztisch
Den wollt ich mir auch kaufen , hab dann aber gleich zum 27kg-Tisch
gegriffen , weil der 'Beautystar' ist nur aus Alu (Versandgewicht: 2,2kg
- das liebe ich an amazon) . Für einen 'Graviergriffel' aber leicht
ausreichend. Gewicht ist wie Hubraum eben durch nichts zu ersetzen .
Hab aber noch immer keine Spannzangen angefertigt , weil dieses Zeug ist
wesentlich teurer als der ganze Tisch . Hab gerne zugunsten des besseren
Tisches auf die Spannzangen verzicht . 27kg stellst irgendwo aufn Tisch
und die 1300er-Bohrmaschine daneben.
Es gibt Chinafräsen zu Preisen , da bekommst du deine Teile nicht für.
Manuelle Fräsen machen Sinn, dann aber mit Digitalanzeigen und
einigermassen Genauigkeit um Rohmaterial u.ä. zu bearbeiten.
Sie sollten dann aber eine gewisse Stabilität haben.
Um mot so einem Minifräsmotor was Vernünftiges rauszubekommen musst du
schon einiges an Aufwand treiben.
Gib mal DIY Minimill bei youtube ein.
https://m.youtube.com/results?q=diy%20minimill&sm=3
Im Prinzip kannst du jede CNC dann auch per Joystick fahren, ist nur ne
Softwaresache.
Hi
Die 400 x 400 machen die Sache etwas teurer, wenn Du eine Käsefräse
kaufst.
Trotzdem lass Dir gesagt sein: per Joystick wird Das Nichts.
Selber nutze ich LinuxCNC an einer kleinen Chinesin mit ca. 300x200x45
Verfahrweg.
Trotz der Unkenrufe geht damit Alu problemlos (kommt halt auf die Sorte
an).
Stahl ist nicht mehr sinnvoll machbar, aber möglich (minimalste
Zustellung und schneckenlahm, Öl schadet da dann auch nicht).
Ist, sollte ebenfalls erwähnt werden, eine riesen Sauerei.
Beim Trockenfräsen wegen der Späne, die überall hinfinden (bei Holz eh
trocken).
Mit KSM (KühlSchmierMittel) eben wegen dem Schmiermittel.
Schutzbrille ist DRINGEND zu empfehlen!
Laut ist die Fräse durch die Spindel und durch die Bearbeitungsgeräusche
ebenfalls, Gehörschutz ist hier keine schlechte Investition.
Nett ist, daß man auch einen Gravier-Laser anbringen kann, allerdings
reichen meine 500mW wirklich nur zum Lack umfärben (blauer Laser, bei
rotem Lack sogar recht gut).
Dafür ist wiederum eine Laserschutzbrille unumgänglich.
Bedenke: Selberbau kostet unglaublich viel Zeit.
Am Material sparst Du ebenfalls Nichts.
Bei Kaufware kannst Du davon ausgehen, daß das Zeug 'ootb' (out of the
box) funktioniert.
Bestell Dir direkt eine Hand voll Fräser um die 2mm mit - bei manch
einem Missgeschick ist das Ding nämlich ab ;)
Meine beziehe ich von eBay, dort gibt es immer wieder gebrauchte Fräser
mit 1/8" Schaft (3,175mm), passend für meine Spindel.
Hoffe, ich konnte Dir helfen.
MfG
Mister Maus schrieb:> Weil spätestens bei Kreisformen ein Joystick dann deutlich angenehmer> ist als das Treppchen mit Handkurbeln nachzubilden ;)
Den Kreis will ich dann gerne mal sehen, den du mit einer Joystick-Fräse
hergestellt hast.
Vorstellungen haben manche Leute. Weltfremd ist da echt noch ein schöner
Euphemismus.